Posts by Flo

    Hallo zurück!


    Um ehrlich zu sein, habe ich keine Ahnung!

    Abgesehen davon schreibt ja Drawer im Wortsinn, dass es im Prinzip egal ist, weil Tierschutz nicht Bundes- sondern Ländersache ist. Soll heißen: Selbst wenn Baden ein Gesetz erlassen hat, kann das allen Menschen, die außerhalb des Bundeslandes leben, gleichgültig sein.

    Worauf ich hinaus will: Nachdem ich bei meinen Suchen so weit gekommen bin, dass es eben KEINE Regelung gibt, endet für mich die weitere Suche an dieser Stelle.

    Persönlich könnte ich mir vorstellen, dass die damaligen Tierschützer gedacht haben, dass sich das Doppeljochproblem "biologisch" löst. Schon Ende der 50er-Jahre haben ja die Ersten prognostiziert, dass das Zugrind auf dem absteigenden Ast ist - vielleicht war dann die Notwendigkeit für ein Gesetz einfach nicht mehr gegeben... Wer weiß.

    Konnte ja keiner ahnen, dass es - wenn auch im Kleinen - anders gekommen ist.


    Viele Grüße aus Oberfranken vom Flo!

    Wohl wahr, wohl wahr...


    Ich habe nochwas für die Freunde des Doppeljochs gefunden. NOCH DAZU IN MEINER BIBLIOTHEK...


    Drawer, Klaus, Dr. med.vet.: Anspannung und Beschirrung der Haustiere. DLG-Verlag, Frankfurt (Main). 1959.


    "(...) In Deutschland sind gegenwärtig als einzige Doppeljochform noch einige Hundert Genickdoppeljoche (...) in Gebrauch, (...). Der Kampf um das Verbot des Genickdoppeljochs in Deutschland hat bereits eine längere Vorgeschichte." (S. 50)


    An dieser Stelle folgen das Rundschreiben des Reichinnenministeriums, dann der Runderlass, der das ganze temporär außer Kraft setzt und zu guter letzt die Rundverfügung der Badischen Regierung, die die Aufhebung wieder aufhob...


    Der Autor weiter:

    "Der vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (...) verfügte Runderlaß (...), konnte nur eine Empfehlung an die Bundesländer darstellen, da die Tierschutzregelung (...) auf Länderebene erfolgt. (...) Solange das Verbot des Doppeljochs in Deutschland nicht Gesetzeskraft erlangt, wird es wahrscheinlich auch in Zukunft verwendet werden." (S.51)


    q.e.d.


    Schönen Tag euch allen!


    Flo

    Ja - das kann ich freilich verstehen.


    Was Göpel angeht, kann ich mich erinnern, dass ich in Norddeutschland sehr viel mehr von ihnen gesehen habe. Bei uns in Oberfranken sind die Scheunen praktisch göpel-frei. Schade.


    Schönen Abend noch!


    Der Flo

    Ach, nee. Klar.

    Im Prinzip kann ich natürlich ALLES durch den Kamin jagen.

    Aber im Ernst: Wenn die Dinger vielleicht einfach nicht das Gelbe vom Ei waren - warum sollten die noch da sein, wenn sie 1930 schon nicht mehr existent waren?

    Beispiel Göpel: In unserem Dorf gab es in fast jedem größeren Hof einen Göpel. Sieht man heute noch an den Scheunenquerschnitten, den Transmissionen oder den Bauplänen. Aber - du findest keinen mehr. Keinen einzigen bei 20 Höfen, die einen hatten.

    Warum?

    1920 kam der Strom ins Dorf und keiner hatte mehr den Nerv, Tiere im Kreis herum zu treiben.

    Es gibt anscheinend Techniken, die irgendwann obsolet werden - ob das sinnvoll ist oder nicht, möchte ich nicht beurteilen müssen.

    Ich frage mich immer wieder, warum wir auf diesem Thema in Richtung "Aber-das-Ding-ist-doch-ganz-toll-und-warum-sollen-wir-es-nicht-benutzen-wenn-es-denn-schon-mal-verboten-war" herumreiten, wenn es einfach viele gute Gründe gibt, ein Doppeljoch NICHT zu nutzen. Ich habe versucht das darzulegen.

    Genauso könnte ich Pferde auch wieder im Doppeljoch anspannen - wie im Ägypten des Altertums. Oder Kinder verprügeln - war ja auch mal erlaubt.

    Gestattet mir den Zynismus.

    Ich habe es schon einmal geschrieben: Ich weiß nicht, was ihr mit euren Tieren so macht, welche Höhenunterschiede ihr in euren Betrieben habt oder welche Geräte ihr ernsthaft benutzt. Deshalb will ich keine letztgültige Meinung abgeben, weil es die einfach nicht gibt.

    Das Stirnjoch (bei uns Stirnblatt) oder Kummet ist eine wirklich gute Sache. Ich benutze jetzt seit zwölf Jahren das verpönte Dreipolster-Kummet und hatte nie irgendein Problem.

    Schönen Abend euch!

    Der Flo

    Hallo in die Runde!


    Zwei Sachen:

    1. Warum wir keine Doppel-Stirnjoche mehr finden könnte einfach daran liegen, dass es keine mehr gibt. Schon Steinmetz schreibt, dass sie zu seiner Zeit "praktisch verschwunden waren". Die restlichen werden wohl irgendwann ihren Weg in den Kachelofen gefunden haben. Wer weiß!

    2. Die Sache mit der Begrifflichkeit. In allen Dokumenten, die ich bisher als Kopie bekommen habe, steht schlicht "Doppeljoch". Nichts weiter. Wenn ich eine Analogie bemühe, könnte ich sagen: Alle Kfz sind ab morgen verboten. Das würde heißen: Mofas, Mopeds, Fahrräder mit Hilfsmotor, Autos, Lkw, Traktoren und so weiter... Ich gehe - auch aufgrund verschiedener landwirtschaftllicher Bücher dieser Zeit - davon aus, dass einfach ALLE Doppeljoche damit gemeint waren.

    Ihr dürft mich gerne eines Besseren belehren.


    Schönes Wochenende erstmal!

    Der Flo

    Hallo!


    Da kann ich dir zwar keine fundierte Antwort geben - allerdings ist mir eine Episode aus einem Norwegen-Urlaub in den 80er-Jahren eingefallen.

    In einem Freilandmuseum erklärte uns die Führerin, dass bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts der Pferdemist aufgekocht und den Kühen gefüttert wurde. Da kam einiges zusammen: Futtermangel, Pferde als schlecht Futterverwerter...


    Viele Grüße!


    Flo

    Hallo!


    Probiert noch nicht - aber es gibt zu dem Themenfeld zwei wirklich gute Bücher:


    a) "The carbon farming solution", von Eric Toensmeier


    und ganz besonders:


    b) "Farming the woods", von Ken Mudge und Steve Gabriel.


    Viele Beispiele, schön geschrieben, nur eben auf Englisch...


    Flo

    Nein - es gibt keine Bilder.

    Aber Steinmetz erwähnt es auf Seite 74 als "Stirndoppeljoch". Zitat: "Wir wollen mit Freude feststellen, daß es verschwunden ist. Er erübrigt sich daher weiter darauf einzugehen."

    Das Ding gab es tatsächlich. Ich weiß aktuell nicht, ob es bei Steinmetz als Bild vorkommt. Ich suche mal in meiner Bibliothek...

    Was den Erlass angeht, habe ich nochmal eine Suchanfrage ans Archiv in Koblenz geschickt.

    Dann sollten alle Fakten da sei...

    Schönen Abend noch!

    Flo

    Hallo zusammen!


    Allerletzter Beitrag zu dem Thema.


    Ich hab mir ein paar Seiten Literatur besorgt und bin etwas überfahren worden von einem Buch eines Chinesen: Han, Yi; Gesetzlicher Tierschutz im Deutschen Reich; Peter Lang, Internationaler Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main, 2014.

    Das Buch wartet mit einer enormen Quellenfülle auf, die ich bisher in wissenschaftlichen Werken selten gefunden habe.

    Und natürlich kommt auch das oben genannte Thema zur Sprache!

    Was erklärt, dass bisher keiner von uns eine Gesetzesquelle mit dem Doppeljochverbot gefunden hat, liegt einfach daran, dass es nicht im Gesetz, sondern in einem Kommentar steht.

    Wer sich in Jura auskennt, weiß, welchen Stellenwert ein Kommentar hat.

    Hier ein Zitat aus dem Buch - ich habe die Quellen, wegen der besseren Lesbarkeit weggelassen:


    "aa) Doppeljoch

    Eine dieser Sonderfragen sah Adolph im Doppeljoch, "das in Baden bereits seit dem 1.6.34. als Überbleibsel früherer Jahrhunderte ausdrücklich verboten ist." Und die Wirkung zeichnete der Mannheimer Wetzel in seiner am 20. September 1935 mündlich verteidigten Doktorarbeit auf: "Das früher noch häufig angetroffene Doppeljoch ist fast ganz verschwunden." Für das ganze Reich vermerkten Giese und Kahler 1938 einmal mehr:

    "Diese starre Verbindung zweier Tiere miteinander im Doppeljoch muß als eine unnötige und grausame Quälerei bezeichnet werden, da das Doppeljoch überall durch bessere und zweckmäßigere Zuggeschirre ersetzt werden kann. In den wenigen Gegenden, wo das Doppeljoch noch ausnahmsweise geduldet wird, (...) hat der Reichsnährstand es übernommen, durch Belehrung und Unterstützung der Bevölkerung bessere Beschirrungen zur Einführung zu bringen. Der Reichsminister des Innerern hat durch Rundschreiben vom 12. Oktober 1934 - II 4440 a/2. 10. 34 -, betr. Verbot der Verwendung des Doppeljochs, darauf hingewiesen, daß das Doppeljoch bei Zugrindern als unnötige Tierquälerei anzusehen ist, nach §1 des Tierschutzgesetzes verboten ist und Übertretungen dieses Verbots entsprechen zu bestrafen sind. - Auf die Abhandlung "Kuhanspannung in Deutschland" von Dipl.-Landwirt H. Steinmetz, Durlach, und das mit Abbildungen versehene vorzügliche Merkblatt Nr. 45 des Deutschen Tierschutzdienstes e.V. Berlin SW 61, Großbeerenstraße 68 - `Fort mit dem Doppeljoch` - ist besonders hinzuweisen."


    Wer unbedingt die Quellen haben möchte: siehe Literaturangabe!


    Schönen Abend noch!


    Flo

    Hallo und guten Morgen!

    Ich war mir sicher, dass diese Seite ziemlich sachlich ist oder liege ich da falsch? Ich schreibe ja keinen Quatsch vom Hörensagen, sondern nur aus eigener Erfahrung (siehe Bild).

    Schönes Wochenende allerseits!

    Flo