Posts by atsridmasson

    Habe heute Kupferleitlack besorgt. Hemd über den Kopf mit Löchern für die Hörner, damit nix in die Augen kommt.
    Auf dem Foto ist das Hemd noch nicht bis an den Hornansatz zurückgeschoben.




    Dann Hörner bis zum Ansatz mit dem Zeug dick eingesprüht. Um die Hörner hat sie immer noch ein Kettenhalfter geschlungen für guten Kontakt zum Kopf.



    Bin Gespannt ob, bzw. wie lange das hält.
    Meine Hoffnung ist: selbst wenn sie es abschubbert, wird sie es vielleicht nicht systematisch rundherum abbschubbern, so daß immer irgendwo eine Verbindung zur Hornbasis und zur Kette bleibt. Zumal es sie vielleicht nicht so stört wie Dräthe.


    Fällt auch nicht so auf wie die Ketten-/Drahtkonstruktion, unsere Besucher machen sich ja schnell Sorgen, wenn sie so etwas sehen.


    An Tape dachte ich auch schon, aber sie wird das auch aschubbern. Wenn der Lack nichts nützt, werden wir trotzdem als nächstes Klebeband ausprobieren. Das loch ist auch eine gute Idee als Startpunkt. DAs Problem wird immer die Leitung sein, die sie sicher irgendwie immer abkriegen kann.


    Meine Kollegin meinte, mit der ersten Kontruktion wäre sie sofort zum Zaun gelaufen, hätte die Dräthe auf die Hörner genommen und Strom abgekriegt. Seitdem geht sie erstmal nicht mehr an die Litze.
    Deshalb weiß man nun nicht, ob der Lack hilft, oder ob sie es nur nicht probiert weil sie sich beim ersten Mal so erschrocken hat.


    Unsere Kühe stehen hauptsächlich auf Ackerfutter welches nur 3 Jahre an einer Stelle steht. Das Luzerne/-Kleegras steht in der Fruchtfolge mit Kartoffeln, Gemüse und Roggen. Das kann man unmöglich alles fest einzäunen


    Ich kenne meine schlauen Tiere, sie wird es sehr bald wieder probieren. Es hilft ja leider auch nicht, einmal Strom auf dem Zaun zu haben damit sie für immer drin bleiben.

    Dann passen die Kälber durch, das trau ich mich nicht... Die Dame weiß auch ganz genau wo der Draht ist, ich denke, sie hat das Prinzip durchschaut und wird ihn trotzdem "greifen" und vorwärtsdrücken. Das klappt ja so schön. Standen schon ein paar Mal draußen.

    Vor einigen Jahren hatte ich dieses Video gepostet


    Elektrozaun? Kann ich.


    Mittlerweile hat die Kuh die Technik perfektioniert und baut den Zaun ab. Sie drückt die Litze auf diese Art so weit vor sich her, daß Mobilpfosten (Portionsweide) umbiegen und sogar dünne Holzpfosten abbrechen. Gerade probieren wir, ob man an die Hörner eine Art Antenne basteln kann, die mit dem Kettenhalfter verbunden wird, damit sie wieder Strom bekommt. Bisher streift sie alles ab.
    Gibts da Idee dazu?
    Ich möchte ja nicht, daß sie mit Draht am E-Zaun hängenbleibt oder sich sobstwie verletzt.


    Vielleicht sollte man seine Kühe doch nicht so stark fördern....

    Schön. wenn man die Preise dann sieht, weiß man wieder, warum die Meisten doch nur die Kette mit Haken und Schlinge nehmen. Aber so einen "Go devil" könnte man sich ja mal bauen, wenn man regelmäßig Holz rückt.

    Im Winter hatten wir mit den Rindern ein bisschen Holz geholt. Wir haben nur Ketten mit einem Ring (für die Schlinge) an einem Ende und einem Haken (für das Schwengel) am anderen benutzt.
    Als Kuhanspannerin möchte ich meine Kühe ja schonen, im Gegensatz zu dem Pferdeanspannern, die ihre Pferde auslasten möchten.
    Ich jedenfalls habe mich immer geärgert, daß die Kante vom Stamm tendenziell Boden vor sich her schiebt, an Wurzeln hängen bleibt und überhaupt die Reibung unnötig erhöht. Sofort möchte man eine kleine Kufe unter das dicke Ende legen.
    Um zu schauen, was es so für technische Möglichkeiten gibt, habe ich deshalb letztens ich an einem Holzrückeschnupperkurs für Pferdeleute teilgenommen. Mit Technik meine ich immer angepasste, billige, einfache, tierschonende Technik.


    Das habe ich gesehen:



    Leider habe ich alle Namen wieder vergessen, aber hier gibts bestimmt Profis, die die Namen kennen. Besonders gut fand ich diese 3teilige Zange/Schleife, mit der man Stämme greifen kann und die gleichzeitig wie ein Minischlitten wirkt und dadurch die nötige Zuglast senkt. DIe Holzrückeprofis sagten mir, das lohnt sich nur bei weiten Strecken: es beisst sich so fest, daß man einen Hammer, eine Sapie oder ein Beil braucht, um es am Ende des Transportes wieder zu lösen. Aber auf längeren Strecken steigert es die Leistung, weil durch die geringere Reibung und das gute Verhindern des Hängenbleibens der Last deutlich schwerere Stämme gezogen werden können.

    Beide Bücher sind keine wissenschaftlichen Veröffentlichungen, aber in die Rubrik "Neues aus dem Netz" gehören sie auch nicht, deshalb empfehle ich sie unter dieser Rubrik:


    "Der Karren", auch bekannt als "Die Carreta" von B. Traven ist eine Mischung aus Abenteuerroman, Western und ethnologischer und sozialkritischer Studie über einen indigenen Carretero im Mexico der 30er Jahre.


    Kein hochintelektueller Schreibstiel, aber inhaltlich überzeugend. Genau, authentisch, manchmal zynisch und phasenweise auch spannend und witzig.


    Es beschreibt den harten Alltag eines Jungen, der in sklavenähnlichen Verhältnissen auf einem Bauernhof aufwächst, von seinem Herrn beim Spiel an einen Kaufmann verloren wird und fortan mit einachsigen Ochsengespannen die Waren anderer Leute transportiert.


    Das Buch wurde 1931 geschrieben, ich habe eine DDR Ausgabe von 1959 für 1€ ersteigert, es gibt aber auch andere Ausgaben. Im Netz wird es oft gebraucht angeboten. Auch in einem andere Roman des Autors, nämlich in "Trozas", geht es um Ochsengespanne, allerdings um Riesige, die in Brasilien Mahagoni ziehen. (schrieb ich das schon an anderer Stelle?)


    Ich habe beide innerhalb weniger Tage verschlungen.



    Butcher Crossing ist ebenfalls so etwas ähnliches wie eine Kreuzung aus Abenteuerroman und Western.


    1960 geschrieben spielt es um 1870 in Kansas. Verlegt bei DTV, SSBN 978-3-423-14518-3, neu für 10,90€ zu haben.


    4 Männer wollen aus verschiedenen Motiven heraus eine der letzten großen Büffelherden suchen und wegend der Felle jagen. Mit einem 8-köpfigen Ochsengespann (für den Transport der Felle) und 3 Pferden machen sie sich auf den Weg und- naja, das werdet Ihr ja dann lesen.
    Auch hier geht es unter anderem um den Alltag bei der Reise mit Ochsengespannen, auch dieses Buch ist spannend, sehr nah an der Natur und auf angenehm dezente Weise sozial- und Umweltkritisch.

    Für Schnell entschlossenene sind diesen Sonntag noch 3 Plätze beim Zugrinderworkshop im Pabstthum frei.


    http://www.zugrinder.de/de/ter…ei-neuruppin-04-2017.html


    Auch am Freitag den 12.5.17 in Berlin sind noch Plätze frei.


    http://www.zugrinder.de/de/ter…aene-dahlem-mai-2017.html


    Für den 1,5 Tageskurs im Juli zusammen mit Anne Wiltafsky in Pabstthum ist nun auch endlich das Programm fertig:


    http://www.zugrinder.de/de/ter…-neuruppin-juli-2017.html



    Wer noch Zeit und Lust hat mit unseren Rindern zu arbeiten und zu lernen, hat die Auswahl zwischenn 2 Orten und 3 Terminen!



    Ich würde mich freuen!

    eigentlich lernt man viel über den tibetischen Alltag ...

    und über die "Notwendigkeit" von Plastik, Schamott, Metall und anderen komplzierten Materialien für Spielzeug, Öfen, Beschläge, Werkzeuge. Über den entspannten Umgang mit Wölfen ("Oh guck mal, Wölfe!") -und das bei bei Menschen, die von Ihren Tieren existenziell abhängig sind. Über den Umgang mit Ressourcen wie Wasser, Brennstoff und natürlich Mist .... und über naturnahes Leben allgemein.



    Das Wort "Recykling" ist dort überflüssig, weil nichts was in diesem Haushalt entsteht nach seiner Zeit als Gebrauchsgegenstand etwas anderes als ein Rohstoff ist.
    Müll? Was ist das?
    Auch für Archäologen interessant:
    Werkzeuge und Beschläge aus Dung oder gar Eis wird man nicht finden, man wird nie davon erfahren, falls sie genuzt wurden.


    Mit dem Luxus einer Waschmaschine zuhause kann man das natürlich romantisch finden- aber unzufrieden wirken die Leute auch nicht direkt.

    Das ist ja schön!
    Auch wenn ich nicht jedes Wort verstehe (Z.B. die aufgezählten Acessoirs am Anfang wie " swag, tucker -bag and billycan" mußte ich nachgucken).


    Kennt Ihr das auch: Wenn man jemanden mit Rindern arbeiten sieht und man selbst unbewusst die Körpersprachbewegungen mitmacht? Man merkt dann plötzlich den Rythmus des eigenen Körpers in den eigenen, unbewussten Bewegungen? Da muß ich dran denken, wenn ich das lese.
    Wenn der Körper Bewegungen gelernt hat und sie unbewusst ausführt, und man sie trotzdem kontrollieren kann, dann kann man auch virtuelle Teams führen. Wunderschöner Text.

    Gepflügt hat noch der Traktor, aber geeggt haben 2 Kühe


    Die leichte, dreifeldrige Saategge hat eine Arbeitsbreite von 2,20m und runde, dünne Zinken.
    Man sieht wie tief die Kühe in den weichen Boden einsinken und wie anstrengend es dadurch ist.



    Man sieht auch, daß die Kühe mit Schwanzräude zu kämpfen haben, obwohl sie auf dem Auenhof immer draußen sind.


    Auch auf der Domäne Dahlem in Berlin haben wir fast jeden Winter diese kleine Gäste. Dort sind die Tiere im Stall mit Auslauf.
    Ich schreibe das dazu, weil mangelndes Tageslicht und schlechte Stalluft oft als Auslöser für Räude beschrieben wird.