Posts by marieclaire

    Nach der Gerstenernte musste der Ochse dann auch gleich ran,

    das heißt ihr habt die Gerstenstoppeln auch umgepflügt oder war das "bloß" das Aufwärmtraining für die Kartoffeln?

    es kann nämlich auch passieren, dass der Ochse den Zuckermais interessanter findet oder spontan beschließt eine Kartoffel zu fressen, die er ein paar Meter entfernt entdeckt hat.

    äh, ja, oder die Weide mit den Mädels ;-)

    begreift er das Pressbandl wie eine Litze?

    Vorarbeiten, die sauberes Pflügen erleichtern


    Pflanzenreste unschädlich machen kann durch einfache Maßnahmen im Zusammenhang mit anderen Feldarbeiten deutlich erleichtert werden. So lassen sich z.B. Kulturen die kein Anhäufeln brauchen besser für andere Feldfrüchte in der nächsten Saison nachbereiten und sind so hilfreich bei einer Reduktion von totem Pflanzenmaterial. Anhäufeln passiert zum Beispiel ehr in Maiskulturen die in Reihe gepflanzt sind, weniger in Kulturen mit Schachbrett ähnlicher Ansaat. Die Wurzelklumpen einzelner Maispflanzen sind besser unterzupflügen als die kollektiven einer Reihe. Wenn die Häufelreihen niedrig sind ist es trotzdem einfacher, die Stoppelreste unter zu arbeiten.

    Neigt der Boden zum Zusammenbacken ist es keine gute Idee vor dem Pflügen mit der Scheibenegge zu arbeiten. Wenn der Acker allerdings trocken ist, kann eine scharfe, mit Gewichten belastete Scheibenegge die Krusten aufbrechen, Reihen egalisieren und Maisstoppeln zerschneiden. Nach solcher Vorarbeit wird das Pflugergebnis deutlich verbessert

    Stoppelfelder können auch zum Beweiden frei gegeben werden. Das reduziert die Menge an pflanzlichem Unrat ganz enorm, stellt aber bei Regen ein Problem dar. Der Boden wird durch das Vieh stellenweise zusammen getreten, was wiederum das Pflügen erschwert.

    Vor dem Pflügen mit einem Laufpflug sollten Stoppelfelder gewalzt oder mit einer zusätzlich belasteten Schleppe abgeschleppt werden. Sollte einmal Darüberfahren die Stoppeln nicht ausreichend zerkleinern muß noch ein zweites Mal in gegensätzlicher Richtung gearbeitet werden. Äcker sollten zum Abschleppen genauso ausgelegt sein wie zum Pflügen und beim letzten darüber gehen muß in der selben Richtung gearbeitet werden wie später beim Pflügen, damit die Stoppeln nach vorn zeigen.

    Mechanische Maiskolbenernter hinterlassen die Stengel schon in einem Zustand wo sie gut eingearbeitet werden können, vorausgesetzt man pflügt in die gleiche Richtung und die Maisstengel wurden nicht ausgerissen. Es ist äußerst schwierig gegen den Strich zu pflügen, außer das Winterwetter hat die Struktur der Maisstengel schon geschwächt oder sie wurden vorher mit einer Scheibenegge oder Stoppelzerkleinerer zerlegt.

    Manchmal ist es völlig unmöglich ganze Maisstengel unter zu pflügen, sei es weil die Bodenbeschaffenheit es nicht erlaubt oder die Pflugausrüstung der Arbeit nicht genügt. In solchen Fällen, wenn der Maiszünsler unbedingt kontrolliert werden soll, ist es sinnvoll alle Maisstengel vor dem Pflügen zu entfernen und zu verbrennen. Nach dem Pflügen ist es eine äußerst beschwerliche Knochenarbeit.

    In Bereichen wo kein Ablaufen von Oberflächenwasser gewünscht ist, empfiehlt es sich, den neuen Beetrücken in die ehemalige Beetfurche zu verlegen um den Acker eben zu belassen oder alternativ im Feld rundum zu pflügen um möglichst wenige Beetrücken und -furchen zu produzieren.

    Im Vorgewende entfernt man Maisreste am besten vor dem Pflügen. Stengel die dort stehen wo Beetrücken geplant sind können vorab zerkleinert und weggeräumt oder zusammengerecht und verbrannt werden, bevorzugt noch ehe die Saison zum Pflügen angefangen hat.

    Wenn die Erntereste nicht entfernt wurden, kann man die Stellen der zukünftigen Rückfurchen für das Pflügen vorbereiten indem man hier mit der Scheibenegge einmal auf und ab fährt. Bei der Nutzung von Tandemscheiben sollten die hinteren so eingestellt werden, daß sie die Vertiefung, welche die vorderen hinterlassen, nicht wieder auffüllen. Genau diese Vertiefung wird gebraucht um darin die Pflanzenreste beim Pflügen der ersten Runde unterzuarbeiten. Außerdem ist eine Scheibenegge hilfreich beim Einebnen des Beetrückens, gleiches geschieht durch Auseinanderpflügen.

    Üblicher Weise wird mindestens 15cm tief gepflügt damit der Pflanzenunrat so tief unter die Erde kommt, daß er nicht bei nachfolgenden Bearbeitungsschritten (Vorbereiten, Säen, Kultivieren des Bodens) wieder an die Oberfläche gezerrt wird. 18 – 20 cm tief sind zu diesem Zweck noch besser. Noch tiefer als 20cm pflügen bringt keine weiteren Vorteile beim Unterpflügen mehr, außer vielleicht in sandigem Boden. Wo felsiger Untergrund verhindert, daß mindestens 15cm tief gepflügt werden kann, müssen die Pflanzenreste darüber vorher entfernt werden. Man kann sie in benachbarten Bereichen unterbringen oder verbrennen.



    Vorsichtsmaßnahmen nach dem Pflügen


    Wenn gute Böden ordentlich gepflügt sind bilden die Furchen eine grobkörnige Oberfläche, die sich leicht in ein Saatbeet verwandeln läßt, und die die Pflanzenreste sind tief genug eingearbeitet. Auf der anderen Seite hinterläßt Pflügen von schweren Böden Klumpen und Brocken mit Fehlstellen dazwischen. Dadurch wird der pflanzliche Unrat so schlecht bedeckt, daß er beim Bereiten des Saatbeets teilweise wieder mit an die Oberfläche gezogen wird oder gleich offen da liegt. Unter solchen Bedingungen sollte eine gerippte Walze, ein Bodenverdichter, eine Zinkenegge oder ein mit Gewichten beschwertes Brett in der Pflügerichtung über das Feld gezogen werden, damit die Klumpen zerteilt und die Löcher verfüllt werden, bevor man mit dem Anlegen eines Saatbeetes beginnt.

    Die Scheibenegge muß nach dem Pflügen und Einarbeiten des Unrats mit Vorsicht eingesetzt werden, da zu schräg gestellte Scheiben die begrabenen Pflanzenreste wieder an die Oberfläche bringen. Besser ist es sie nur in einem flachen Winkel einzustellen und zu beschweren damit sie gut eindringen. Auch die Nutzung von Zinken- oder Federzinkeneggen sollte in diesem Fall nur flach sein.



    Bevor ich es vergess, ein Wort zur Anspannung:

    Besser als die üblichen Wagscheite von Kutschen oder Ackerwagen sind solche deren Breite an die der Furche angepasst sind. Eine gute Regel für 2 Tiere ist, das Wagscheit dreimal so breit wie die Furche ist zu haben. Für einen 30cm-Pflug sollte es 90cm breit sein, 1,05m für einen 35cm-Pflug und 1,2m für einen 40cm-Pflug.

    An Hängen ist es ratsam, eine drehbare Zwischenkupplung zu verwenden, da der zusätzliche Aufwärtsschwung eines Endes des unmittelbar ( "starr" ) angespannten Wagscheits den Pflug sonst seitwärts aufdreht. Ein Kettenglied oder Ring zwischen der Zugvorrichtung am Pflug und dem Wagscheit korrigiert das umgehend.

    Sauberes Pflügen


    Das Folgende ist denen gewidmet, die sich mit speziellen Vorkehrungen auseinandersetzen müssen, die in Bereichen vonnöten sind wo Ackerland mit Befall von Maiszünsler oder anderen schädlichen Insekten gepflügt werden soll.


    Wahl des passenden Gerätes


    Versuche unter praktischen Bedingungen haben gezeigt, daß es bei den Pflügen große Unterschiede bezüglich deren Fähigkeit, Pflanzenreste vollständig unter zu arbeiten, gibt. Deswegen sollte bei der Beschaffung eines neuen Pfluges vermehrt das Augenmerk auf die im folgenden angesprochenen Eigenschaften gelegt werden. Sauberes Pflügen hängt vom Pflüger mindestens ebenso ab wie vom Pflug selber und gute Arbeit kann mit den meisten Pflügen geleistet werden, vorausgesetzt sie sind mit geeigneten Teilen zum Umdrehen des Erdstreifens ausgestattet und wurden wie oben beschrieben angepasst.

    Derjenige, welcher mit einem von Tieren gezogenen Pflug arbeitet, ist in der besten Position die Pflugarbeit unmittelbar beobachten zu können und sofort bei Abweichungen korrigieren zu können. Er sieht wenn Pflanzenteile oder Erdbatzen anfangen den Pflug zu verstopfen und kann das Material gleich entfernen.

    Einscharige Pflüge sind für kleinere Felder ausreichend. Viele Pflüge haben mehr als einen Pflugkörper und besonders die kleinen Pflüge neigen dann mangels Platz zum Verstopfen, was die zügige Arbeit mit ihnen sehr behindert. Auch fehlt ihnen häufig der Raum für adäquate Zusatzteile wie Sech oder Vorschäler. Pflüge mit mehr als 2 Pflugkörpern legen keine gleichmäßigen Furchen in Feldern mit Beeten; diese müssen vor dem Pflügen erst mit einer ( Scheiben- ) Egge eingeebnet werden. Auch deshalb werden zweischarige Pflüge mit großen Pflugkörpern dreischarigen mit kleinen vorgezogen, bei insgesamt gleicher Breite.

    In weichen Böden schaffen die größeren Pflugkörper ( zB. 40 oder 46 cm) ein besseres Pflugbild als die kleinen; aber in schweren oder speckigen Böden hinterlassen die großen Pflugkörper einen sehr ungleichen Grund, mit Brüchen im Erdstreifen. Unter solchen Bedingungen, wo kleinere Pflugkörper wegen den Bodenbedingungen angesagt sind, ist es sinnvoll schon vorher die Pflanzenreste zu beseitigen um den Acker gleichmäßig gepflügt zu hinterlassen.

    Die Form des Pflugkörpers ist dabei genauso wichtig wie seine Größe. Der Pflugkörper muß eine weite, offene Furche hinterlassen, die sowohl den Pflanzenunrat als auch den Erdstreifen des nächsten Pflugkörpers oder der nächsten Runde aufnehmen kann. Kleine Unterschiede in Pflugformen sind schwierig auseinander zu halten. Eine gute Möglichkeit den passenden Pflugkörper auszusuchen besteht darin ihn in Aktion zu beobachten oder besser noch, ihn zu Hause auf dem Boden, den er später bearbeiten soll, auszuprobieren.



    Zubehör zum Stürzen der Stoppeln


    Um ernsthaft in Maisstoppeln oder anderen Pflanzenresten sauber zu pflügen braucht es zwingend zusätzliche Zubehörteile, die das Stürzen des Erdstreifens unterstützen. Dieses Zubehör muß vor dem sich aktuell umdrehenden Erdstreifen arbeiten, damit Maisstoppeln und anderes totes Pflanzenmaterial schon vorab Richtung offener Furche bewegt werden. Es muß auf alle Fälle genug Platz sein in den Bereichen wo es sonst im Pflug zum Verstopfen kommt, dann können diese Zubehörteile wirken und der Unrat bleibt nirgends hängen ( siehe Bild 18 ). Es ist wünschenswert einen horizontalen Mindestabstand von ca. 53cm diagonal zwischen dem höchsten Punkt am Vorderende des Streichbrett und dem hinteren Ende der davor liegenden Griessäule bzw. dem Reifen des Furchenrades zu haben. Die Achsen und Klemmen sollten so plaziert sein, daß genug Spielraum bleibt für ein Scheibensech mit 45cm Durchmesser. Sowohl der Pflug als auch die Anspannung sollten frei von hervorstehenden Teilen sein an denen sich Pflanzenreste fangen können. Vorsorge für einfache Anpassungen vor Ort sollte getroffen werden.


    Bild 18

    Verstopfung, ausgelöst durch zu wenig Platz zwischen dem Vorschäler und dem Pflugkörper davor


    Die Notwendigkeit für extra Zubehör zum Stürzen der Stoppeln in ehemaligen Maisfeldern oder in Böden mit jeder Menge altem Pflanzenunrat wird durch folgende Erfahrung mit einem 2-scharigen 35cm Pflug in stehenden Maisstoppeln gezeigt: nach dem Pflügen wurden von dem Morgen Land, welches ohne Zubehör bearbeitet worden war, 25 Scheffel Pflanzenabfall ( 1 Scheffel = 35 - 36l ) aufgesammelt, von dem Morgen Fläche, wo extra Scheibensech, Vorschäler und Drähte zum Unterpflügen eingesetzt wurden, kamen nur 2,5 Scheffel Unrat. Dieses Zubehör kann miteinander vor allem an Pflügen mit Rädern zum Einsatz kommen, dort unter fast allen Boden-Gegebenheiten ( es gibt einige Schwierigkeiten mit Vorschälern in nassen Böden ).

    Ein Teil der Probleme wird durch abgenutzte Vorschäler-Spitzen verursacht und könnte behoben werden indem man dafür sorgt, daß diese Spitzen wieder hergerichtet werden und gut am Scheibensech anliegen ( Bild 11 ). Kleine oder stumpfe Scheibenseche können die Maisstoppeln nicht durchschneiden, besonders wenn diese hart bzw. feucht sind oder der Boden weich; sie beeinträchtigen auch die Funktionsweise des Vorschälers. Große und scharfe Scheibenseche sind die Lösung in diesem Fall. Zu wenig Platz zwischen den Pflugkörpern führt zu Verstopfen weil sich die Maisstoppeln an den Vorschälern verfangen. Dieses Problem wird nicht bei Pflügen mit mehr als 53cm Abstand zwischen Griessäule und nachfolgendem Streichbrett gesehen. Ein scheibenförmiger Vorschäler und Drähte zum Stürzen der Stoppeln können gut kombiniert werden um die Maisstengel mit Karrenpflügen oder Aufsitzpflügen unter zu arbeiten. Sie können in der Regel in widrigeren Bodenbeschaffenheiten hilfreicher als reguläre Vorschäler. Schutzschilde gegen den pflanzlichen Unrat, die ihrerseits nicht verstopfen, können mit beiden Arten Vorschäler eingesetzt werden.

    Scheibenseche und Drähte bzw. Ketten zum Unterarbeiten oder Schutzschilde gegen die Pflanzenreste können zusammen auch ohne Vorschäler genutzt werden, aber das Resultat wird eine weniger saubere Pflugarbeit sein. Manchmal werden auch nur Drähte oder Ketten zum Stürzen eingesetzt, das reicht aber nicht für ein wirklich sauberes Werk.

    Ein Vorschäler kann zufriedenstellend an Laufpflügen in Kombination mit Kette zum Stürzen verwendet werden – ohne Scheibensech – weil der Pflüger einfach die Stoppeln, die sich am Schaft des Vorschälers fangen, herausziehen kann. Diese Anordnung des Zubehörs wird häufig eingesetzt, wenn die Erde kleine Gesteinsbrocken enthält, die sich zwischen Sech und Schar verklemmen können oder den Pflug aus dem Boden zwingen, wenn ein normales Scheibensech darüberrollt.

    Pflügegeschwindigkeit


    Die richtige Geschwindigkeit beim Pflügen hängt von der Bodenbeschaffenheit und dem benutzten Pflugkörper ab. Der Pflug sollte zumindest so schnell bewegt werden, daß der abgeschnittene Erdstreifen einmal komplett um 180° gedreht wird. Das ergibt eine weiter geöffnete Furche in der sich Pflanzenunrat besser ablagert und eine sauberere und glattere Arbeit als bei langsamen Geschwindigkeiten. Bei neu zu bearbeitenden oder steinigen Böden, wo die Gefahr auf ein Hindernis zu stoßen groß ist, muß trotzdem langsamer gepflügt werden.



    Wann sollte man Pflügen?


    Das ist recht individuell abhängig vom Klima, der Witterung, der Lage und Beschaffenheit des Bodens, von der angestrebten Kultur bzw. der Zwischenfrucht, der vorangegangenen Bodenbearbeitung, etc. Trotzdem gibt es ein paar grundsätzliche Überlegungen, die man anstellen sollte.

    Nasser, schmieriger Boden sollte nicht gepflügt werden, weil er beim Trocknen dicht und hart wird und keine Luft mehr durchläßt. Das ist doppelt nachteilig, wenn unmittelbar danach gesät werden soll oder Mist eingearbeitet. Ausnahme bildet hier das Pflügen im Herbst, wo der Frost die Erdbatzen wieder aufbricht und mürbe macht.

    Bei trockenem Wetter im Frühjahr muß die richtige Bodenfeuchte genau abgepasst werden. Wenige Tage zu früh oder zu spät machen deutliche Unterschiede bei der Ernte. Manchmal ist es besser auf ein Pflügen zu diesem Zeitpunkt zu verzichten und vor der Aussaat mit Grubber, Egge oder Walze den gewünschten Bodenzustand her zu stellen.

    Stoppelfelder sollten unmittelbar nach der Ernte umgebrochen und danach abgeschleppt werden. So wird das Unkraut zerstört, der Boden hält sich besser feucht und durchlüftet, was wiederum die Verwitterungs- und Verwesungsvorgänge unterstützt, die der nachfolgenden Kultur mehr aufgeschlossene Nährstoffe zur Verfügung stellen.

    Saatfurchen für das Wintergetreide sollte schon mehrere Wochen vorher angelegt werden, damit sich der Boden setzen kann.



    Wie tief sollte man Pflügen?


    Auch hier gibt es eine große Varianz, bei der einige Grundregeln weiter helfen:

    Vor dem Winter so tief wie es die Ackerkrume erlaubt. Der Boden kann sich so besser voll Wasser saugen und besser durchfrieren.

    Zur Aussaat im Herbst und im Frühjahr sollte nicht zu tief gepflügt werden, das macht die Erde krümeliger und ergibt dadurch ein besseres Samenbett. Ganz wichtig wird das bei humus- und kalkarmen Böden oder bei wenig idealen Feuchtigkeitsverhältnissen des Bodens.

    Nur flach wird gepflügt wenn es darum geht, Stallmist, Stoppeln und Gründüngung unter zu arbeiten. Diese Stoffe brauchen zum Zersetzen Luft, sie vertorfen und verschimmeln sonst, was mit Stickstoffverlust gleich zu setzen ist. Das gilt gerade für schwere, verschmierende Böden.

    Anwendung auf dem Acker


    Beim Pflügen braucht man einen Plan, man muß sich - bevor man anfängt - Gedanken machen wie man das betreffende Feld haben möchte. Pflügen sollte man am besten wenn der Zustand des Bodens und das Wetter dafür am geeignetsten sind. Während dieser Zeiten ist es einfacher mit dem Pflug optimal zu arbeiten, den Tieren die Arbeit zu erleichtern und für sich selbst kostbare Zeit einzusparen. In vielen Bereichen wird es sinnvoll sein, im Herbst zu pflügen um die Wahrscheinlichkeit eines nassen Frühjahrs und den Zeitdruck während dieser Saison zu umgehen. Allerdings sollte Boden der zum Auswaschen neigt erst im Frühjahr bearbeitet werden. Es tut dem Boden gut wenn nicht sofort nach dem Pflügen gesät wird, dann kann er sich etwas setzen. Das ist um so wichtiger wenn Zwischenfrucht oder eine dicke Lage Mist mit eingearbeitet wird, das organische Substrat braucht Zeit zum Zersetzen und man möchte ja Humus aufbauen. Tiefer gepflügt schafft in der Regel eine größere Kapazität zum Feuchtigkeit speichern und verhilft den Wurzeln mit mehr gelockertem, belüfteten Spielraum zum besseren Wachstum. Das gilt leider nicht für leichte, schon von Haus aus trockene Böden und für Jahre in denen der Regen fehlt! Und man möchte keinen Unterboden oben auf. Gerade im Frühjahr sollte der frisch gepflügte Teil so wenig als möglich betreten werden.

    Kommt die Schar aus dem Boden sollte man zurückgehen, und die ganze Furche nochmal ordentlich ausräumen, das macht sich bezahlt. Böden die starker Erosion ausgesetzt sind sollten nicht im Herbst gepflügt werden um den ganzen Winter unbestellt zu bleiben.

    Zum Thema Mist: Wenn der Boden bröckelig und vertieft werden soll, ist es besser, den Mist tief unter zu arbeiten. Leichte, sandige Böden allerdings profitieren am meisten von Mist, wenn er nur auf der Oberfläche verteilt und mit einer flachen Furche bedeckt wird. Grobe Mistbatzen sollten tief bedeckt sein, da sie aufgrund der höheren Feuchtigkeit dort besser zerfallen.


    Acker-Einteilung


    Ein keilförmiges Stück Land bearbeiten kostet Zeit und ist mühsam. Solche Stellen können häufig vermieden werden, außer es handelt sich um ein unregelmäßiges Feld. Man muß diese Einteilung nicht jedes Jahr neu machen, sondern es reicht, sie einmal gut zu planen und mit stabilen Pfosten am Feldrand auch für die Zukunft zu markieren. Es ist dann ein leichtes, im nächsten Jahr z.B. den Beetrücken an der Stelle der alten Beetfurche anzulegen damit der Acker eben bleibt, oder die Beetfurche ein weiteres Mal zu vertiefen wenn sie als Drainage genutzt werden soll, zum anderen ist die erhabene Oberfläche der Beete trockener.

    Es wird eben gepflügt, also es liegt Furche an Furche ohne Unterbrechung alles in die selbe Richtung, mit Kehr- und Kipppflüge, die in der Hin- bzw. Rückfurche entsprechend umgestellt werden.

    Alternativ gibt es das sog. Beetpflügen, das erlaubt daß mehrere Gespanne zur selben Zeit auf einem Feld arbeiten. Breite Streifen des Ackers werden in jeweils eine Richtung gepflügt, dadurch entstehen Beetrücken ( zusammen gepflügt ) und Beetfurchen ( auseinander gepflügt ); damit die Wölbung im Laufe der Zeit nicht zu hoch wird, wird im folgenden Jahr umgekehrt gearbeitet.


    Bild 17

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    Die Räder


    Gut eingestellte Räder halten den Pflug stabil ohne daß es dafür viel Anstrengung durch den Pflüger bedarf. Sie helfen beim Überwinden des Seitendrifts und erleichtern die Zugarbeit für die Tiere. Das Ergebnis der Pflügearbeit, besonders mit mehrscharigem Pflug, kann erheblich verbessert werden, wenn die Hebel, welche die Räder einstellen, genutzt werden, damit der Pflug horizontal läuft und die Furchenkanten gleich hoch sind. Das Furchenrad vorn dient beim von Tieren gezogenen Pflug zum Abschätzen der Furchenbreite. Bei einigen Pflugtypen ist es verstellbar, je nach gewünschter Breite weiter innen oder außen. Wenn seitlich angespannte Zugkraft (s.o.) den Pflug zur offenen Furche hin zieht, kann dieses Rad so eingestellt werden, daß es Richtung Landseite führt. ( siehe Bild 15 )

    Bei den hinteren Furchenrädern gibt es 2 unterschiedliche Arten. Beide Versionen sollten tiefer und außerhalb der Landseite laufen, damit sie praktisch allem vertikalen und horizontalen Druck widerstehen der hier am hinteren Pflugende auftritt. Dieses Rad sollte leicht schräg von der Furchenwand weg eingestellt sein. Die eine Art dieser Furchenräder wird von einer starken Klammer in einer festen Position gehalten. Die andere Art dieses hinteren Furchenrades ist verstellbar und die richtige Justierung hängt von den Bodenverhältnissen und dem Design des Pfluges ab. Normalerweise sollte unter der Pflugsohle hinten Platz für einen Finger sein. In speckigem Boden sollte hier weniger Raum sein, während in hartem Boden eine etwas höhere Einstellung besseres Eindringen des Pfluges ermöglicht. Oft wird ein verstellbares Hinterrad nicht angepasst mit der Konsequenz, daß die Zugleistung nicht optimal ausgenutzt wird. Die Bedienungsanleitungen der Hersteller beschreiben die richtigen Einstellungen für ihre jeweiligen Pflüge.

    Die Breite


    Die Anzahl der nebeneinander angespannten Tiere, die Breite der Ort- und Wagscheite und die Art wie die Tiere an die Leinen gestellt sind, all das beeinflusst die Pflugarbeit. Für das beste Ergebnis sollte der Hauptschäkel des Wagscheits ( Bild 15 C ) sich in der Nähe der mittigen Zuglinie der Pflugkörper befinden und die Tiere sollten geradeaus an den Leinen stehen.

    Wenn ein 35cm Pflug hinter 2 Tieren gezogen wird und ein 96 oder 102cm breites Wagscheit zum Einsatz kommt ist die Anpassung der Pflügebreite relativ einfach. Wenn der Pflug nicht breit genug arbeitet, muß der Hauptschäkel des Wagscheits näher Richtung offene Furche auf der Geschirrtraverse ( waagrechter, gelochter Bügel am Grindelkopf) wandern. Wird der abgetrennte Erdstreifen zu breit muß der Schäkel auf die Landseite hin versetzt werden, weg von der offenen Furche. In diesem Fall (2 Tiere sind angespannt) gibt es wenig Seitendrift, weil das Zentrum des Wagscheits praktisch in Verlängerung des Grindel liegt. Das selbe Prinzip gilt eigentlich für Sulky- und Karrenpflüge, aber wo 4 Tiere nebeneinander vor einem Karrenpflug angespannt sind kommt der Seitendrift mehr oder weniger stark zum Tragen. Bild 15 stellt diese Schwierigkeit dar:


    Bild 15


    Die Anspannung von 4 Tieren quer vor einem 2-scharigen Pflug führt zu deutlichem Seitendrift


    Damit der 2-scharige, 35cm Pflug mit dem geringsten Kraftaufwand geradeaus läuft müßte der Hauptschäkel ( Bild 15 C ) theoretisch in der Zuglinie der beiden Pflugkörper, also mittig zwischen den beiden Grindeln, etwa 48cm von der bestehenden Furchenwand entfernt, befestigt werden. Das ist mit 3 Tieren auf der Landseite schier unmöglich: selbst unter Verwendung von schmalen Ortscheiten wird sich die Mitte des Wagscheits etwa 71 – 76cm von der Furchenwand entfernt auf der Landseite befinden. Deswegen muß man, um den Pflug auf der ursprünglich gewollten Furchenbreite zu arbeiten, einige cm weit weg von der eigentlichen Mitte anspannen. Wenn man also quasi über Eck anspannt, zieht man den Pflug auch schräg, ähnlich wie wenn man eine Egge über Eck anspannt statt mittig. Das vordere Furchenrad kann dann in einem passenden Winkel eingestellt werden, wie es in Bild 15 dargestellt ist, um diesen Effekt etwas auszuschalten, aber dadurch wird Zugkraft vergeudet, die Tiere laufen eng gedrängt und nerven sich gegenseitig. Die Schwierigkeit ließe sich leicht beheben, in dem man als Tandem anspannt, z.B. hinten 2 oder 3 Tiere und vorn 2.


    Bild 16

    sog. Regulatoren zum Einstellen der Tiefe und Breite einer Furche ( aus: Lehrbuch der Landwirthschaft auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage, Band 1, Guido Krafft, 1875 )

    Die Tiefe


    Die Pflügetiefe eines gut funktionierenden Schwingpfluges wird beeinflußt von der Größe der Zugtiere, der Länge der Stränge, der Höhe der Zugvorrichtung über der Furchensohle und dem Gewicht der Wag- und Ortscheite. Beim Pflügen arbeitet ein Zugtier am bequemsten wenn die Stränge mittelmäßig lang sind. Die Theorie, daß eine kurze Anspannung Kraft spart gilt nicht unbedingt beim Pflügen. Was die kurze Anspannung wirklich bringt: sie hebt das vordere Pflugende und verursacht, daß der Pflug flacher läuft – außer man kompensiert das wiederum an der Zugvorrichtung. Der Schwerpunkt des Bodenwiderstandes gegen den Pflugkörper liegt knapp über der Scharspitze, etwas rechts davon. Bei ruhigem Pflügen liegen dieser Punkt, der Zughaken am Grindel und der Befestigungspunkt der Zugstränge am Kumt auf einer Geraden. Wenn man diese Strecke verlängert ( sei es durch längere Stränge oder einen weiter vorn angebrachten Zughaken am Grindel ), dann senkt sich die Scharspitze und der Pfluggang wird tiefer. Kürzer angespannt passiert das Gegenteil.

    Tiefeneinstellungen sollten am Regulator am Grindelkopf des Pfluges vorgenommen werden indem man ihn höher oder niedriger einstellt. Je höher der Gabelkopfstift oberhalb des Furchenbodens am Regulator gesteckt ist, desto tiefer läuft der Pflug. Weil diese Korrekturen am Schwingpflug einfach sind und in der Regel gut zu begreifen, machen sie bei gewöhnlichem Boden wenig Probleme, vorausgesetzt das Schar ist in einem guten Zustand. Wenn das Schar deutlich abgenutzt ist kann es sein, daß der Pflug gar nicht in den Boden gleitet bei normal eingestelltem Zugpunkt, vor allem bei festem, harten Boden. Die einzig wirklich zufriedenstellende Lösung ist in dem Fall mit einem anderen Schar zu arbeiten das eine scharfe Spitze hat.

    Die Anspannung vor einem Sulky- , Karren- oder Stelzpflugs sollte ähnlich für die angestrebte Tiefe eingestellt werden wie vor einem Schwingpflug. Die Räder sollen den Pflug nur stabilisieren und ihn in weichen Erdbereichen in gleicher Tiefe halten. Wenn die Anspannung eines Pfluges mit Rädern ordentlich austariert ist, sollten alle Räder in etwa gleich belastet sein. Eine Möglichkeit die Höhe des Zugpunkts beim Sulkypflug auszuprobieren besteht darin den landseitigen Hebel für eine kurze Entfernung auszuklinken. Wenn die Anspannung korrekt eingestellt ist sollte es dem Pflüger ein leichtes sein, den Pflug in der gewünschten Tiefe zu halten. Wenn der Zugpunkt am Pflugsattel zu hoch eingestellt ist kommt zu viel Last auf die Vorderräder und der Pflug wird sofort nach dem Ausklinken des Hebels tiefer laufen. Auf der anderen Seite, wenn der Zugpunkt zu tief eingestellt ist, wird die Pflugarbeit sofort flacher.


    Bild 14


    Anpassungen auf dem Acker


    Ein Pflug muß, um am besten zu arbeiten, optimal auf die Bodenbeschaffenheit eingestellt werden. Es müssen also immer wieder kleinere Anpassungen getätigt werden, sei es weil sich der Boden auf einzelnen Teilen des Ackers ändert, sei es weil je nach Jahreszeit der Boden ehr nass oder trocken ist, sei es weil sich abwechselnde Ackerkulturen bearbeitet werden müssen. Die letzten notwendigen Anpassungen sollten also vor Ort einfach und schnell zu machen sein und das Verhalten des Pfluges sollte die besten Hinweise geben welche Veränderungen notwendig sind.

    Weil die geballte Zugkraft des Teams vor dem Pflug nur an einem Punkt auf diesen übertragen wird, kann keinerlei Einstellung dahinter einen Fehler bei der Anspannung völlig korrigieren. Der Zugpunkt sollte so eingestellt werden, daß der Pflug horizontal in der gewünschten Tiefe bei entsprechender Breite der Furche läuft, ohne daß es weiterer Führung durch die Räder oder im Fall von Laufpflügen durch die Sterzen bedarf.

    Ketten und Drähte zum Unterarbeiten


    Eine Holzfällerkette ist eine wertvolle Hilfe bei Laufpflügen wenn es darum geht, Unkraut und Pflanzenreste unter der entstehenden Scholle zu begraben. Das eine Ende wird am Wagscheit hinter dem Furchenpferd befestigt, das andere Ende am Grindel. ( Bild 8 ). Die Kette läßt man als Schlinge fast bis zum Schar hinter laufen, wo sie den Unrat unter die sich wendende Scholle einarbeitet. Ein kurzes Stück dicker Draht, am Schlingenscheitel befestigt, unter dem Erdstreifen nachschleifend, hält die Kette in ihrer Position. Kann sein, daß man ein bißchen probieren muß, bis die beste Lösung gefunden ist.

    Bei Karrenpflügen werden statt der Ketten gern Drähte zum Unterarbeiten benützt. Dabei handelt es sich um dicke Weicheisen-Drähte, etwa 3-3,5m lang. Einer dieser Drähte wird am unteren Ende der Sech-Halterung befestigt ( Bild 12 ) von wo der Draht über das untere Ende der gewendeten Scholle unter die Erde läuft. Manchmal ist es vorteilhaft diesen Draht um die Achsenhalterung des Scheibensechs zu wickeln, damit die Höhe festgelegt ist. Ein weiterer Draht wird an der Achse oder dem Zugpunkt des Pfluges befestigt um knapp über der Furchenwand zu schleifen. Weitere Drähte können zB. am Pflugrahmen befestigt werden. Jeder Draht sollte weit genug unter dem Erdstreifen schleifen um genügend unter Spannung zu stehen damit er Pflanzenreste und Unrat hinunter drücken und lange Stengel, die sonst nicht bedeckt werden, umbiegen kann. Alle Drähte sollten sicher und so befestigt sein, daß in Kurven, bei aufgehobenem Pflugkörper, ein Schleifen unter die Pflugsohle verhindert wird. ( Bilder 12 und 13 ). Knicke bedingen, daß sich die Drähte untereinander verhaken, Unrat nachgezogen wird oder der betreffende Draht abbricht. Es ist immer sinnvoll ein paar Extradrähte dabei zu haben.


    Bild 12


    Möglichkeit der Drahtbefestigung am Stiel des Scheibensechs und der Achse des Pflugs


    Bild 13


    Möglichkeiten den Draht an der Pflugachse so zu befestigen, daß er in Kurven nicht ausschert

    Anpassen und Einstellen des Zubehörs


    Die folgenden Vorschläge dienen der Behandlung und der ungefähren Einstellungen der Zubehörteile. Weil vor allem die aktuelle Bodenbeschaffenheit die Arbeit des Pfluges und seines Zubehörs beeinflusst, sollten letzte Korrekturen vor Ort gemacht werden.



    Das Scheibensech

    Das Scheibensech sollte gelegentlich geschärft werden indem man es vorsichtig feilt oder flext. Dabei darf das Metall keinesfalls warm werden! Die Lager sollten gut gefettet sein und wenig Spielraum haben. Ist das nicht möglich sollten sie ersetzt werden, damit die Schneide geradeaus und senkrecht läuft. Wenn die Befestigung des Scheibensechs verbogen ist, sollte sie entweder ersetzt oder zurück gebogen werden, außer das Blatt kann durch Keile unter der Klemmvorrichtung in die korrekte Position gebracht werden. Ein Scheibensech das nicht geradeaus läuft oder einen seitlichen Schlag hat, kann den Pflug in die Furche oder weg von der Furche drücken und so verhindern, daß sich absichtliche Änderungen bei der Anspannung auf den Pflug und seine Arbeit auswirken. Ein Scheibensech, welches eiert, kann zu erheblichen Problemen führen und z.B. bewirken, daß sich Pflanzenreste zwischen dem Sech und der Pflugspitze sammeln. Die am besten geeignete Einstellung des Scheibensechs hängt unmittelbar vom Zustand des Bodens ab und Veränderungen an der Einstellung müssen dem Rechnung tragen. Normalerweise sollte die Schneide ca. 1 - 2,5cm breitere Furchen schneiden als das Schar ( also landseitig versetzt ) damit sie die Vorderkante des Streichblechs schont. Sie sollte mindestens wurzeltief oder besser 2-fingerbreit oberhalb der Scharspitze laufen. In weichem, leicht zu bearbeitendem Boden sollte der Mittelpunkt des Scheibensechs vor der Scharspitze liegen, während es in festem, schwierigem Boden notwendig werden kann, die Achse des Sechs hinter die Scharspitze zu verlagern. In Bereichen wo es viele Steine gibt wird das Scheibensech eines leichten Pfluges manchmal weit vorn befestigt und so tief eingestellt wie es möglich ist. Der Rand der Schneide des Scheibensechs soll helfen die Pflugspitze zu schützen indem er sie nach oben und über den Stein hebt. So ist der Schaden am Pflug selbst geringer als wenn die Pflugspitze den Stein getroffen hätte.

    Der Winkel der Scheibe muß so eingestellt werden, daß der abgeschnittene Erdstreifen den nächsten Pflugkörper bzw. das Furchenrad nicht behindert.Wenn der Pflug und das Scheibensech richtig arbeiten bildet sich eine glatte Furchenwand welche eine gute Führung für das hintere Pflugrad bzw. die Pflugsohle darstellt. Eine zerklüftete, rauhe Furchenwand ist in der Regel die Folge einer zu engen oder flachen Einstellung des Scheibensechs oder einer falschen Anspannung. Weil das Scheibensech viel Druck benötigt um in den Boden einzudringen sollte die Pfluganspannung am Regulator ( der Stellvorrichtung des Pfluges ) etwas höher erfolgen als bei Arbeiten ohne Scheibensech.


    Bild 11


    Korrekte Form und Einstellung der Vorschälerspitze an der Scheibe des Sechs


    Der Vorschäler


    Die Spitze des Vorschälers sollte in etwa so geformt sein, wie man das im Bild 11 erkennen kann: wenn die Spitze eben noch am Scheibensech anliegt, entsteht dahinter eine v-förmige Lücke zwischen Sech und Vorschäler. Das erlaubt kleinen Unrat-Teilen, die sich sonst an der Vorschälerkante einklemmen, sich zu lösen. Außerdem gleicht es leichte Abnutzungsspuren an der Spitze des Vorschälers aus, weil sie gegen das Sech gewunden ist. Wenn die Abnutzung fortschreitet müssen andere Einstellungen verändert werden. Zu diesem Zweck haben manche Vorschäler eine Aussparung in ihrem Befestigungsstiel die erlaubt, die Schneide auf das Scheibensech zu zuschieben. Manchmal läßt sich auch das Metall hinter der Vorschäler-Spitze abschleifen und so Freiraum schaffen. Und wieder andere Vorschäler haben billig ersetzbare Spitzen.

    Der Vorschäler sollte gerade so weit hinter der Achse des Scheibensechs liegen, daß sich kein totes Pflanzenmaterial etc. dort verklemmen kann und tief genug um einen dreieckigen Erdstreifen herauszuschneiden, etwa 10cm breit und in der Regel nicht tiefer als 6cm an der Vorschälerspitze. Die Schneidekante des Vorschälers sollte nicht zur Gänze im Boden versinken, weil dann das Erdband nicht mehr freigeschnitten wird. Beim Einstellen eines eigenständigen Vorschälers muß man darauf achten, diesen nicht zu eng am Scheibensech anzubringen. Das würde eine zerklüftete Furchenwand zur Folge haben, gar das Scheibensech vom Drehen abhalten und den Pflug sehr wackelig laufen lassen.

    Wenn ein Vorschäler ohne Scheibensech zum Einsatz kommt sollte dessen Spitze in etwa über der Scharspitze liegen. (Bild 8). Er sollte 1- 2cm landseitiger schneiden als der Pflug und ca. 4 - 6cm tief.

    Manchmal scheitert ein Vorschäler am Trennen des Bodens oder wirft Unrat und Pflanzenreste gegen das Grindel vom nächsten Schar in mehrscharigen Pflügen. Das läßt sich verhindern wenn man den Vorschäler ein bißchen nach vorn oder hinten kippt oder leicht dreht. Die meisten Vorschäler bieten diese Möglichkeiten der Einstellung.

    Pflugschare


    Das Schar vollbringt die schwerste Arbeit und benötigt dafür etwas mehr als die Hälfte der Zugkraft die für den ganzen Pflug nötig ist. Es sollte in gutem Zustand erhalten werden, weil es, deutlich abgenutzt, den Zugkraftbedarf massiv erhöht und korrektes Pflügen erschwert. Wenn der Pflugkörper eines neuen Laufpflugs auf den Tisch (oder Boden) gestellt wird, liegt das gesamte Gewicht auf den 3 Punkten die in Bild 9 dunkel schraffiert sind. Das ist erstens die (hoffentlich) messerscharfe Kante an der Spitze des Schars, dann die kleine Fläche hinten am Schar, der Scharflügel, und letztendlich das hinterste Stück der Pflugsohle. Wenn der Pflug in schwerem Boden unterwegs ist liegt auf der Spitze des Schars der Hauptdruck nach unten, während das Ende, also der Scharflügel und die Pflugsohle dabei helfen den Pflugkörper zu stabilisieren. Alle anderen Teile hinter der scharfen Spitze müssen den Furchenboden sauber ausräumen, damit der Pflug leicht in den Boden eindringt und die Eindringtiefe halten kann.

    Lange Erfahrung hat zu einer Scharspitze geführt, die in etwa so aussieht wie auf Bild 10b. Diese Form hat sich als die beste herausgestellt um normalen Boden gut zu durchdringen und der Abnutzung am besten zu widerstehen. Je bündiger der Boden, desto spitzer und kräftiger muß das Schar sein. Neuere Pflüge arbeiten auch mit einem sog. Meißel vorn an der Scharspitze. In steinigem Untergrund bewährt er sich besonders, weil das Schar geschont wird und mit 2 scharfen Kanten ist er schnell umgedreht, wenn eine Seite stumpf wird. Die Aussparung a wird üblicherweise „downsuck“ Untergriff genannt und ihre Größe ist unterschiedlich je nach Machart und Typ des Pfluges. Eine ähnliche Aussparung befindet sich seitlich an der Sohle und wird dort „landsuck“ Seitengriff geheißen. Die Anleitungshefte der Hersteller beschreiben die genauen Maße dieser Stellen. Schare mit solchen Aussparungen an der Unterseite, die sich etwas besser in den Boden eingraben als normale, können besonders zum Pflügen von schweren, trockenen Böden besorgt werden, aber Scharspitzen die zu weit nach unten gerichtet sind führen zu Verwerfungen, ungleichmäßiger Arbeit des Pfluges und deswegen höherem Zugkraftbedarf. Auf der anderen Seite wird ein Schar, dessen Spitze sich so abgenützt hat wie im Bild 10 dargestellt, in festen Boden nicht ordentlich eindringen können. Das läßt sich beheben indem man das Schar erneuert oder zurecht schleift, je nach dem aus was für Material es besteht. Der Seitengriff ist notwendig, daß die Sohle plan an der Furchenwand anliegt; ist er zu groß, zieht es den Pflug schräg gegen das unbearbeitete Land.

    Die richtige Stellung des Schars ist eminent wichtig für leichtes Pflügen, deshalb haben die größeren Pflughersteller ( Eberhardt-Ulm und Sack-Leipzig ) den Schmieden einen Modellblock bzw. Schrägmaß zur Verfügung gestellt, daß nach Reparaturen das Schar wieder genau wie vorgesehen am Pflug befestigt werden konnte.


    Bild 10


    seitliche Darstellung eines Pflugkörpers von der Landseite gesehen; die durchgehende Linie zeigt die Länge der Pflugsohle beim Schwingpflug; wenn der Pflug über ein hinteres Furchenrad verfügt verkürzt sich die Pflugsohle deutlich - dargestellt als gestrichelte Linie; die lange, schmale Aussparung a nennt sich "down suck" Untergriff

    oben links b Darstellung einer neuen Scharspitze (gestrichelt) und einer abgenutzten


    Bild 10a



    Das Dreieck des Scharflügels ( Bild 9 ) wirkt bei einem Laufpflug wie ein Ruder und hält den Pflug senkrecht. Zu wenig Material an diesem flachen Bauteil und der Pflug lehnt sich in die Furche, zu viel und der Pflug lehnt gegen die Landseite. In der Regel sollte der Scharflügel bei einem 35cm Laufpflug etwa 3cm breit sein, dabei wird von der Ecke des Schars in Richtung Landseite gemessen. Man muß immer bedenken, daß ein wirklich korrekter Scharflügel mit Untergriff beim Laufpflug hauptsächlich von den Bedingungen vorgegeben wird, unter denen der Pflug zum Einsatz kommen soll. Wenn zum Beispiel Boden im Frühjahr gepflügt werden soll, kann es passieren, daß ein sehr großer Scharflügel aber nur ein minimaler Untergriff gebraucht wird. Wenn der Boden trocken ist, kann es ein, daß der selbe Pflug auf dem selben Acker einen Untergriff von bis zu 1cm braucht, bei verkleinertem oder völlig entfernten Scharflügel. Die Schmiede vor Ort, welche diese Kunst noch beherrschen, passen diese Aussparung und den Scharflügel an den Bedarf in der Gegend an und berücksichtigen auch die Jahreszeit, zu der der Pflug überwiegend eingesetzt werden soll. Der Scharflügel einer Stahlschar kann auf dem Feld vorsichtig mit einem Schraubenschlüssel zurecht gebogen werden. Der Scharflügel wird an Karrenpflügen nicht gebraucht, weil ja der Pflug durch den Karren kreuzweise stabilisiert wird.


    Schare werden aus Hartguss, Tiegelstahl oder Verbundstahl hergestellt. Hartguss-Schare sind härter und billiger als die aus Stahl und werden bevorzugt in sandigen, kiesigen Gebieten eingesetzt. Diese Schare sind an ihrer Unterseite am härtesten und können deshalb der Abnutzung, die ja gerade die Unterseite am meisten belastet, am besten widerstehen. Sie können geschärft werden indem man den oberen Teil der Scharspitze beschleift, sie können aber nicht durch Schmiedearbeiten verbessert werden. Weil sie billig sind macht es mehr Sinn ein neues Schar zu nehmen, anstatt zu versuchen, eine stark abgenutztes, altes wieder in Form zu bringen. Dabei ist wichtig, daß das neue Schar identisch zum alten ist, denn ein schlecht in den Pflugkörper eingepasstes Hartguss-Schar bricht leicht. Schare aus Stahl durchlaufen spezielle Herstellungsprozesse, die ein Höchstmaß an Abnutzungswiderstand sichern bei gleichzeitig optimalen Arbeitsbedingungen. Ein Schar aus gut gehärtetem Stahl läßt sich von einer Feile nicht wirklich beeindrucken. Abgenutzte Spitzen und Schneidkanten können durch Schmieden wieder hergestellt werden, aber es ist auch dem Fachmann unmöglich die Originalqualität zu erreichen. Nachdem das Schar korrigiert worden ist, kann man die Spitze nochmal erhitzen und schnell abkühlen um sie härter und widerstandsfähiger zu machen. Dafür sollten etwa 7,5cm der Scharspitze bis zu einem matten kirschrot erhitzt werden und dann schnell in kaltes Wasser getaucht werden bis sie abgekühlt ist. Das wird absichtlich nicht für die ganze Schar empfohlen, weil es schwierig ist überall die selbe Temperatur zu erreichen und man dann Gefahr läuft, daß sich die Schar verzieht. Werden voraussichtlich auf dem Feld beim Pflügen einzelne Steine getroffen, ist es besser die Scharspitze nicht im kalten Wasser herunterzukühlen, sondern sie weiter mit dem Hammer zu bearbeiten bis sie kalt ist. Das sorgt für größere Härte und Widerstandsfähigkeit. Manchmal wird eine dünne Schicht einer sehr harten Metalllegierung auf die Scharspitze und die Schneidkante mittels eines Acetylen-Brenners aufgeschweißt. Das verstärkt die Widerstandsfähigkeit zwar beträchtlich, verhindert aber keinen Materialbruch. Diese Schicht sollte aufgetragen werden bevor der Verschleiß an der Schar zu groß ist. Unabhängig vom Material macht es immer Sinn, Ersatzschare vorrätig zu halten.



    Besondere Schare


    Auf steinigem Boden oder trockenem, harten Grund, wo das Eindringen schwierig ist, kann man mit einem Karrenpflug in Verbindung mit einem sog. Wacken-Schar arbeiten, dessen schmaler Scharflügel weniger als die volle Furchenbreite schneidet. Der Pflug selbst sollte aber einen genauso breiten Erdstreifen umdrehen können wie mit normalem Schar. Das Schar für Boden, der mit Luzernewurzeln durchwachsen ist, ist breiter und flacher am Scharflügel als normalerweise und der Winkel zur Landseite ist stumpfer. So wird der Trend des Pfluges zum Ausweichen um starke Wurzeln herum verhindert. Für den selben Zweck gibt es Schare mit eingekerbtem Rand. Händler für landwirtschaftliche Geräte können mit weiteren Fachinformationen zu den unterschiedlichen Scharen für die Pflüge, die sie vertreiben, aushelfen.

    Bild 9


    Pflugkörper von oben



    Vorbereitungen für die Feldarbeit


    Ein Pflug bedarf relativ wenig Wartung, aber wenn man sich gar nicht kümmert, werden gerade zur besten Zeit des Pflügens, wenn die Bedingungen ideal sind, viele Mühen und Stunden vergeudet. Deshalb sollten alle notwendigen Reparaturen unbedingt vor der Pflugsaison gemacht werden. Verzögerungen auf Grund von abgenutzten, kaputten oder fehlenden Teile können so verhindert und die kurzfristig notwendigen Anpassungen an den Boden einfacher durchgeführt werden. Rost ist der Hauptgrund für Schwierigkeiten beim Pflügen, dem kann man aber einfach zuvorkommen. Ein kleiner Becher Pflanzenöl und eine alte Bürste oder ein alter Lumpen sollten bereitliegen um am Abend oder wenn die Arbeit getan ist den Pflugkörper einzuölen. Das unterbindet den Rost zumindest für ein paar Tage. Wenn der Pflug länger nicht gebraucht wird sollten alle glatt polierten Teile dick mit Fett eingeschmiert werden. Kontrollieren, daß alle Schrauben fest angezogen sind um zu verhindern, daß Teile brechen oder nicht mehr passend aufeinander ausgerichtet sind, was wiederum sauberes Pflügen verhindern und andere Schwierigkeiten verursachen kann. Alle Achsen, die Aufhängung des Scheibensechs und alle weiteren beweglichen Teile sollten selbstverständlich regelmäßig geschmiert werden.

    Und immer wieder weil es so wichtig ist: Schar, Vorderkante des Streichblechs und Sech müssen scharf sein! Nicht nur um die Tiere zu schonen sondern auch weil die Bodenkapillaren dann geschnitten und nicht zugeschmiert werden, letzteres auch ein Grund warum ehr "zu trocken" als "zu nass" gepflügt werden sollte.

    Streichbrett, - blech


    Mit dem Schar zusammen bestimmt es die Funktion des Pfluges. Es ist inzwischen regelmäßig aus Stahlblech statt Holz gearbeitet. Kurz und steil krümelt es stark und wendet den Erdstreifen unvollständig, langgestreckt krümelt es weniger und wendet gut. Sog. Häufelpflüge arbeiten mit zwei Scharen und steilen Streichblechen, die jeweils nach rechts und links in einem Arbeitsgang Erde anhäufeln. Ein Kartoffelausrodepflug hat eiserne Stäbe statt einem Schar, während die Erde durchfällt werden alle erfassten Kartoffeln an die Oberfläche gebracht.



    Pflugbaum, Grindel


    Weil das Grindel die Anspannvorrichtung mit dem Pflugkörper verbindet muß es fest und dauerhaft aus Eisen oder zähem Holz sein. Das Vorderende wird als Grindelkopf bezeichnet, das Hinterende geht in die Sterzen über, mit denen der Pflug geführt wird.



    Anspann- / Zugvorrichtung


    Bei Schwing- und Stelzpflügen setzt die sog. Zugstange etwa in der Mitte des Grindels an und führt dann parallel nach vorn zum Zughaken. Der Regulator ( die Stellvorrichtung ) am Pflug bietet mit Hilfe dieser Zugvorrichtung die Möglichkeit zur genaueren Einstellung der Pflügetiefe und Furchenbreite. Prinzipiell bestimmt das Schar die Furchenbreite. Bei Karrenpflügen ist vor allem der Karren für die Vermittlung der Zugkräfte bei genauerer Anpassmöglichkeit zuständig. Das Grindel liegt auf der sog. Brücke, die an einem senkrechten Bügel des Karrens auf und ab verschiebbar angebracht ist. Die Kette die die Achse des Pflugkarrens mit dem Grindel verbindet kann verkürzt oder verlängert werden, auch dies unterstützt die Einstellung der Furchentiefe. Die Furchenbreite läßt sich etwas anpassen in dem man die Brücke am Pflugkarren nach rechts bzw. links verschiebt, bzw. beim Schwing-/Stelzpflug den Zughaken seitlich der Mittellinie einbolzt. Der Zughaken muß während des Pflügens in loser Verbindung mit dem Grindelkopf stehen um ein Vorwärtskippen des einachsigen Karrens zu vermeiden.

    Selbstführende Pflüge haben 2 gleichlange Ketten die von der Karrenachse zentral angebracht nach hinten auf eine Querleiste am Grindel verlaufen. Bei Neigung nach einer Seite wird die Kette dort locker und die auf der anderen Seite überträgt die volle Zugkraft was zu einem Aufrichten des hinteren Pflugteils führt; es ist also immer senkrecht ausgerichtet ohne daß an den Sterzen korrigiert werden muß. Hat eine dieser Ketten eine Doppelschraubenmutter läßt sich auch hier die Furchenbreite etwas nachbessern.



    Pflugkarren


    Diese einachsigen Pflugbestandteile arbeiten in der Regel mit gleich großen Rädern. Was beim Transport Sinn macht ist beim Pflügen obsolet, will man doch gleich hohe Furchenkanten und das ist schier unmöglich mit einem Pflug der schief läuft, weil ein Rad oben auf der Landseite und das andere unten in der Furche rollt. Außerdem würde bei tieferem Pflügen die Karrenachse die Furchenkante streifen und ein sehr unruhiges Pflügen bedingen. Pflugkarren wurden also entweder mit ungleich großen Rädern versehen, mit gekröpfter Achse geliefert ( ein Rad kann nach Bedarf höher oder tiefer gestellt werden ) oder mit drehbarer Achse ( ein Rad ist weiter vorn, das andere weiter hinten und gedreht entsprechend höher und tiefer ).


    Pflugkarre mit unterschiedlich großen Rädern


    Pflugkarre mit drehbarer Achse




    Sterzen


    Die Sterzen sollten der Körpergröße angepasst sein, was bei vielen alten Pflügen durchaus Korrekturen erfordert. Der Pflüger muß aufrecht gehen können und den Pflug bedienen. Eiserne Sterzen lassen sich relativ einfach verlängern, bei hölzernen wird man Alternativen suchen müssen.



    Ketten und Drähte zum Unterarbeiten


    Ketten werden vor allem im Zusammenhang mit Schwing- und Stelzpflügen benutzt, wo sie wirkungsvoll Unkraut und lockere Pflanzenreste mit unterschieben (Bild 6+8 ). Drähte, die beim Unterbetten des Pflanzenunrats helfen, kommen meist bei Karrenpflügen in allen erdenklichen Situationen zum Einsatz. Sowohl Ketten als auch Drähte verbessern das Ergebnis beim Unterpflügen erheblich ohne viel Aufwand oder Kosten zu verursachen. Anweisung wie man am besten die Ketten und Drähte anbringt kommen noch.



    Weiteres Zubehör


    Unkrauthaken sind hilfreich, kleine, im Boden verwurzelte Pflanzen unterzupflügen, weniger wirksam sind sie bei einer Deckschicht von losem Pflanzmaterial. Es gibt Bleche welche den Pflanzenunrat mit auf den Furchenboden platzieren. So sitzen z.B. kleine Strohleitbleche oberhalb der Schar und unterstützen das Unterarbeiten der losen Strohreste. Diese Bleche werden in verschiedenen Gegenden durchaus erfolgreich angewendet. Flache Federn die wie Schlittenkufen geformt sind, Hirsefedern genannt, können Pflanzenreste direkt unter das Scheibensech lagern. Für Schwing- und Stelzpflüge gibt es ein spezielles Scheibensech mit einem gusseisernen Schuh für den selben Zweck.

    Vorschäler


    Der Vorschäler ist ein wichtiges Hilfsmittel um sauber zu pflügen. Trotzdem muß man sich der Tatsache bewußt sein, daß er vermehrt Zugbedarf fordert - also nicht kritiklos eingesetzt werden sollte. Er schneidet eine flache Furche, 7-12cm breit, direkt über der Spitze des Pflugkörpers und dreht diesen schmalen Erd-, Grassodenstreifen in Richtung entstehende Hauptfurche um. Während das Streichblech also den Hauptstreifen wendet, legt sich das meiste der Pflanzenreste von der Bodenoberfläche und was der Vorschäler schon geschnitten hat auf den entstehenden Furchenboden, wird so unter den Hauptstreifen gelegt und von sauberer Erde bedeckt. Ohne den Vorschäler würden jede Menge Pflanzenteile und sonstige Reste zwischen den Furchennähten hervorstehen.


    Bild 8

    1 Vorschäler; 2 Schaft von Vorschäler; ( 3 Stützrad; 4 Punkt der Anspannung; 5 Klammer zur Stützradbefestigung; 6 Schar; 7 Streichblech; 8 Sterzen;

    9 Kette zum Unterarbeiten; 10 Draht zum Unterarbeiten)


    Der Vorschäler, der selbst wie ein kleiner Pflug aussieht,wird mittels eines Schaftes an den Pflugbaum geklammert. Man nennt das einen selbständigen Vorschäler. Er kann aber auch mit einem Stiel an die Halterung des Scheibensechs geklammert sein (Sech-Vorschäler-Kombi, siehe Bild 11). Der selbständige Vorschäler ist steifer und kann unter widrigeren Bedingungen zum Einsatz kommen als die Kombination. Bei normalen Bodenverhältissen sind beide Arten gut geeignet ein sauberes Pflugergebnis zu unterstützen, immer vorausgesetzt der Pflug bietet genug Raum, damit abgestorbene Pflanzenreste ihn passieren können ohne ihn zu verstopfen.

    Scheiben-Vorschäler können sowohl ein Sech als auch den Vorschäler am Streichblech ersetzen. Normalerweise können sie kein so breites Erdband wie größere Vorschäler am Streichblech wenden, aber es ist möglich diese Scheiben-Vorschäler in Situationen einzusetzen wo die Vorschäler am Streichblech nicht funktionieren. Wir kommen noch dazu wie man Vorschäler einsetzt.

    Sech


    Die Aufgabe des Sech besteht darin, den beim Pflügen entstehenden Erdstreifen senkrecht abzutrennen, weil das Schar nur für den horizontalen Schnitt zuständig ist. Der Boden würde unregelmäßig zerrupft werden, was nur bei leichten Böden ohne Folgen bleibt.


    Ein Messersech wird meist an Schwing- und Stelzpflügen verwendet, weil es zum einen leichter ist und zum anderen den Pflug vorn tendenziell nicht aus dem Boden hebt. Dieses Sech besteht aus einer flachen, stählernen Messerklinge, die vor dem Pflugkörper senkrecht am Pflugbaum befestigt ist. Gegen das Grindel ist es etwa um 50° nach vorn geneigt. Wurzeln können so zufriedenstellend durchtrennt werden, aber im Vergleich zum Scheibensech ist die Wirkung auf oberflächlich liegende Pflanzenreste nur minimal. Das Messersech braucht wenig Aufmerksamkeit, außer hin und wieder nachschleifen, damit es scharf bleibt.


    Ein Scheibensech wird benutzt um Wurzeln und oberflächliche Pflanzenreste zu zerschneiden und so eine unsaubere, bröselige Furche oder einen verstopften Pflug zu verhindern. In den meisten Fällen verbessert sich die Arbeitsweise enorm, häufig reduziert sich auch der Zugkraft-Bedarf, allerdings arbeitet ein Scheibensech nicht wirklich zufriedenstellend in steinigem Grund. Ein Scheibensech kann, selbst wenn es nur 30cm Durchmesser hat, ausreichend sein um Grasnabe ordentlich umzupflügen; es wäre aber erfolglos eingesetzt bei einer Schicht grober, lockerer Pflanzenreste. Eine Scheibe mit mindestens 38cm Durchmesser ist wünschenswert, wenn der Pflug genug Platz bietet, um sie unterzubringen. Große Scheibenseche arbeiten besser und sind in Relation zu den Kosten haltbarer als kleinere. Bei einer starken Schicht von Pflanzenresten wäre sogar ein Scheibensech von 45cm gut, weil es tief genug eingestellt werden kann und trotzdem wegen dem flacheren Anstellwinkel über den Abfall rollt und diesen zerschneidet, während ein kleineres Scheibensech das tote Pflanzenmaterial nur vor sich herschieben würde bis der Pflug verstopft. Rollenlager sorgen für eine gute Linienführung des Scheibensech mit weniger Aufwand als andere, billigere Lager verursachen würden. Wie man ein Scheibensech einstellt? Dazu kommen wir noch ...


    Bild 7

    flacherer Anstellwinkel durch größeres Scheibensech, besseres Zerschneiden von toten Pflanzenresten


    Das umleitende Sech ist eine Kombination aus Vorschäler und Messersech und hat sich beim Umbruch von Urwuchs bestens bewährt. Es gibt auch weitere Spezialanfertigungen beim Sech, jeweils gezielt für verschiedene Anwendungen.

    Zubehör


    Ein Pflug ohne weiteres Zubehör mag ein sauberes Stoppelfeld durchaus zufriedenstellend umpflügen. Aber alter Wiesenbewuchs, verunkrautetes Gelände oder Boden, der von Stroh, Mist, Maisstengeln oder ähnlichem bedeckt ist, wird sich besser pflügen lassen, wenn verschiedene Zusatz-Komponenten benutzt werden. Diese sollten abhängig von der geplanten Arbeit gewählt werden und selbstverständlich zum jeweiligen Pflug passen. Mit solchen Anbauteilen lassen sich dann auch Maisreste und dichte Gründüngung aus Süssklee zB. unterpflügen. Weil dieses Zubehör Platz braucht um zu funktionieren, sollte unter den Trägern, Streben und Achsen des Pfluges genug Freiraum vorhanden sein. Speziell beim Mehrscharpflug muß zwischen dem Streichbrett eines Pflugkörpers und dem senkrechten Bereich der Griessäule davor genug Raum sein, damit der abgeschnittene Erdstreifen samt restlichem Pflanzenmaterial sich drehen und legen kann ohne den Pflug zu verstopfen. Je mehr Platz ausgerechnet hier in diesem Bereich ist, um so besser.


    Bild 6


    Zubehör zum Unterpflügen:

    a Kolter/Scheibensech schneidet querliegende Pflanzenteile; b Vorschäler hilft den Erdstreifen vom Scheibensech Richtung Streichblech und offene Furche anzudrehen; c Drähte führen Pflanzenreste unter den abgeschnittenen, sich drehenden Erdstreifen;

    ( d Streichblech; e Griessäule; f Furchenrad; g Grindel )

    Der Pflugkörper


    Bild 5

    1 Streichblech; 2 Scharspitze; 3 Scharflügel; 4 Sohle; 5 Griessäule; (6 Grindel)


    Streichblech/-brett:

    mehr oder weniger schraubenförmig gewunden und mit dem Schar eine nicht unterbrochene Fläche bildend; muß - wie das Schar - zum zugkraft schonenden Pflügen blank poliert sein!


    Schar:

    muß den Furchenstreifen horizontal abschneiden und für das Streichblech etwas anheben; weil starker Abnutzung unterworfen getrennt vom Streichblech -> besser zu bearbeiten bzw. auszutauschen; trapezförmig mit scharfer Vorderkante und unterschiedlich stark ausgeprägter Spitze ( schnabelförmig in den USA )


    Sohle:

    liegt hinter der Schar und als Basis für den Pflug trägt sie das Schar; sorgt für einen stabilen, ruhigen Lauf


    Griessäule:

    verbindet die Bestandteile des Pflugkörpers mit dem Grindel; gibt Schar und Streichblech festen Halt; ist aus Eisen geschmiedet oder aus Stahl gegossen


    Es gibt eine große Bandbreite an Pflugkörpern, jeweils ideal angepasst für unterschiedliche Böden und diverse Arbeiten. Das eine Extrem ist der Pflugkörper für hartnäckig verwurzelte Grassoden. Er ist niedrig und sehr lang mit einer sachten Krümmung um die Grasnabe umzudrehen ohne sie zu zerstören. Das andere Extrem ist der Pflugkörper für ein Stoppelfeld. Er hat ein relativ hohes, steiles Streichbrett, welches die erfasste Erde schnell wendet und zerbröckeln läßt. Zwischen diesen beiden Gegensätzen gibt es viele allzweck-taugliche und einige spezielle Pflugkörper um alle Variationen der Anforderungen an das Pflügen abzudecken. Pflüge für schwere Böden ähneln ehr dem eben beschriebenen für Grasnaben, während Pflüge für leichte Böden sich ehr an dem für Stoppeln orientieren. Die Veröffentlichung befasste sich vor allem mit den allzweck-tauglichen Scharpflügen und jenen für Stoppelfeld-Bedingungen.

    Gutes Pflügen verlangt einen Pflugkörper der für den Boden und die geplante Arbeit geeignet ist. Er muß die Erde gut abstreifen, die Abschnitte sorgfältig umgedreht ablegen, die Erde in einem für ein Saatbeet geeigneten Zustand hinterlassen, Unkraut und Pflanzenreste gründlich unterarbeiten, Abnutzung widerstehen und einen möglichst geringen Zugkraft-Bedarf haben. Normalerweise ist ein Pflugkörper wie er seit Jahren in einer bestimmten Gegend benutzt wird gut geeignet, all diesen Anforderungen gerecht zu werden. Bevor also nicht eine Neuentwicklung ihren Wert unter eben diesen Bedingungen bewiesen hat, sollte sie nur versuchsweise, am besten versuchsweise auf eben jenem landwirtschaftlichen Gelände, auf dem sie später zum Einsatz kommen soll, probiert und unter Vorbehalt gekauft werden. Weil große Pflugkörper Pflanzenreste besser unterpflügen und dafür genug Zugkraft durch mehrere Tiere, zB. in 2x2 Tandem-Anspannung, aufgebracht werden kann, gibt es Gegenden in denen Pflugkörper zum Einsatz kommen, die 40cm breite Furchen legen. Solche Pflüge mit breiter Basis werden vor allem zum Unterpflügen von dichtem Bewuchs mit Gründüngung, Unkraut und Maisstengeln benutzt. Manche dieser Pflüge sind gut angepasst an diese Nutzung und hinterlassen gewöhnlich weichen Ackerboden in einem hervorragenden Zustand für ein Saatbeet. Große Pflugkörper wenden harte, trockene Erde nicht so glatt wie ihre kleinen Verwandten, aber das ist kein Widerspruch wenn das Land im Herbst für die Frühjahrs-Aussaat gepflügt wird.

    Auf landwirtschaftlichen Betrieben mit sehr unterschiedlichen Böden oder Betrieben wo sehr unterschiedlicher Bewuchs untergepflügt werden muss (zB. Maisstengel auf einem Acker und dichte Grasnabe auf einem anderen) kann es sich rechnen zwei verschiedene Pflugkörper für einen Pflug zu haben. Die meisten Hersteller können verschiedene Arten von Pflugkörpern liefern, die mit Hilfe von ein paar Bolzen schnell umgesteckt werden können. Das spart Kosten und Platz.


    Bild 5a

    Wendepflug Unterseite

    1 Sohle, 2 Schar, 3 sehr langes, einstellbares Streichblech, 4 Karren