Posts by Eva

    Lothar zieht seid mehr als drei Jahren ausschliesslich mit dem Stirnjoch, da mir da 3PK beim Holzrücken und schwere andere Lasten ziehen mehrmals kaputt gegangen ist. Generell merke ich bei Lothar immer wieder, dass eigentlich die Anstrengung ihm nur dann zu schaffen macht, wenn er als alleiniges Tier im Wald oder auf dem Feld steht. Ab dem Moment, wo ein anderes Pferd dabei war, macht er seine Arbeit Runde um Runde und ICH muss ihm irgendwann sagen, dass es Zeit für Pause ist.

    Da hab ich von einem Betrieb gehört der mit Schwarzwäldern arbeitet. Natürlich bin ich vorbeigelaufen und habe gefragt, ob sie nicht auch Arbeit für nen Ochsen haben. Also haben wir den Roggenacker geschält, ich hoffe, ich hab mir den Ausdruck richtig gemerkt. Also 5cm tief pfügen um das Unkraut einmal umzuklappen sozusagen.
    Es war sehr lehmiger Boden der zwar 2 Tage vorher ein bisschen Regen abbekommen hatte, aber tendenziell ziemlich trocken war durch die Sommertrockenheit.
    Von der Anstrengung her war es wirklich am Limit für Lothar. Obwohl es bei ihm eher der Kopf als die Kraft ist. Am ersten Vormittag hat er sich immer beim Berganlaufen versucht zu verweigern. Am zweiten Vormittag hingegen wusste er schon, dass ers schafft und hats nicht mehr versucht.
    Verwendet haben wir eine Wendepflug.
    Hier ein paar Eindrücke:

    Lothar hats zumindest mit mir zum ersten Mal gemacht. Deshalb ist die Furche auch nicht wirklich grade :-(

    Nach der zweiten Saison kann ich das alles gut unterschreiben, was ich im ersten jahr geschrieben habe. Unterschied zum vorherigen Jahr war diesmal, dass mein Ochs keine Umstellungszeit benötigt hat, sondern gleich mit seinem Wiederkäuen auf den Unterwegs-Modus gestellt hat und somit nicht an Gewicht verlor.


    Wichtiges Utensil wurde mir wieder meine Sense aus zwei Gründen: Es gibt im Sommer eine Zeit wo der erste Schnitt Heu auf manchen Feldern teils grad weg ist und somit dort kein Futter ist und die Bauern einen ungern auf das noch ungemähte hohe Gras lassen. Natürlich würde der Ochse da mehr zertrampeln als essen. Wenn ich ihnen aber sagte, ich sense was für Lothar vor und er kriegt das zum Essen, war es kein Problem mehr.
    Der zweite Grund ist die heisse Jahreszeit. Denn da ist der Ochs schon geschafft nach der Arbeit und will sich lieber erstmal hinlegen als sich noch sein Futter zamsuchen. Gemähtes frisst er aber auch in dem müden Zustand noch. Und so ist die Gefahr, dass er in dieser Zeit an Gewicht verliert auch gebannt.

    Hallo,
    ich biete also diese Mitfahrgelegenheit für einen Tag zum Bullockie Treffen nach Neu Anspach an von Freiburg im Breisgau aus. Welcher Tag es sein soll weiss ich noch nicht, kann gerne mitgeredet werden. Meldet euch am Besten per Nachricht hier im Forum oder ab 5.2. auf 0174-2936282.
    Alles Gute,
    Eva

    Hallo,
    ich möchte dem oben genannten weder zusprechen noch absprechen, ich möchte euch nur eine Begebenheit während meiner Reise schildern (Wolfgang du kennst die Geschichte schon, aber die anderen noch nicht).
    Es war noch ziemlich am Anfang, als Lothar noch sehr introvertiert war und eher Menschen misstraut hat und ihnen keinerlei Interesse gezeigt hat. Damals campierten wir per Zufall schräg gegenüber von einem Mann, von dem mir zu hören kam, er sei auch so eine Art "Pferdeflüsterer". Nachdem ich dort eine knappe Woche blieb, lernte ich ihn auch kennen. Am letzten Abend fragte ich ihn, ob er sein Wissen nicht mal an einem Rindvieh ausprobieren will. Natürlich wollte er.
    Also gingen wir auf den Sandplatz. Schon vorher hatte er mir mal erzählt, dass die Leute ihn oft dazu nötigen wollen schnell was zu tun mit dem Tier und er ihnen dann sagen muss, dass er sich schon eine geraume Weile mit dem Tier komuniziern nur eben auf Distanz durch Positionierung zu ihm z.B. Auch bei Lothar tat er erstmal nicht viel. Zumindest für mich offensichtlich.
    Er entschied sich auch dazu ihn nicht zur Flucht zu bewegen, sondern gleich mit ihm und Knotenhalfter zu arbeiten.
    Er rieb Lothar ein bisschen mit dem Halfter an der Seite bevor er es ihm umband. Liess ihn ein paar Schritte vortreten (mit dem bekannten Prinzip: Druck und bei dem leisesten Anzeichen des Nachgebens loslassen) und dann stoppen lassen.
    Und nach diesen ungefähr, wie lange wird es wohl gewesen sein, 5 Minuten? traute ich meinen Augen nicht. Lothars Augen gingen auf Halbmast, wie wenn er wiederkäuen würde und daraufhin tat er alles was der Mann von ihm wollte ganz ganz fein ohne Druck, zuppeln oder ziehen. Reagierte wie ein absoluter Vorzeigeochse mit einem ihm bis dato unbekannten Menschen.
    Dies war für mich völlig unverständlich.
    Selbst Füsse hochheben mit Hilfe vom Seil tat er bis auf sein schwirigstes Bein willig.
    Was war ich stolz auf Lothar! :)
    Daraufhin kam ich mir erstmal wie ne Idiotin vor und probierte zu spüren, was Lothar spürt und darauf reagiert. Leider ohne Erfolg. Ich kenne dieses Arbeitsprinzip, doch bei mir funktioniert es nicht so fein.
    Als ich dann den Strick bekam um ihn nach Hause zu führen merkte ich, dass bei ihm etwas geöffnet worden war. Zwar waren seine Augen auf halbmast, doch er war total wach!! Eine ganz wache Austrahlung also, die leider am nächsten Morgen wieder weg war.
    Nachher sagte mir der Mann es sei eventuell einfacher mit Rindern diese Methode zu machen als mit Pferden, da diese ja erstmal ein Adrenalinlevel aufbauen, was dann erst wieder abgebaut werden muss, bis etwas zu ihnen durchdringt.
    Natürlich war Lothar keine pupertierende Kalbin und nicht roh und kannte das Prinzip vom Druck weichen schon durch seine Ausbildung, lies sich von fremden Menschen schon das Halfter umbinden und auch mal führen, aber da waren WELTEN dazwischen.

    Die Grundlage:
    Lothars Gewicht 30.8. 780 kg (gewogen auf der Lagerhaus LKW Waage), beim Start dürfte es ca. genauso gewesen sein
    Kutsche 580kg inkl allem Gepäck und Deichsel, Bereifung Autoräder
    Gelände meist unanspruchsvoll
    Laufzeit täglich ca 6h, ca. jeden 4./5. Tag Pausetag, immer mal wieder eine Woche oder gar mehr Zwangspause wegen Beschlag


    keine Zugabe von Kraftfutter oder ganz selten Heu, falls es keine Wiese gab


    Die ersten drei Wochen:
    Lothar hat die ersten drei Wochen abgenommen. Sein ganzer Organismus musste sich auf die neue Situation erst einstellen, da hat die Trainingsphase (3 Wochen vorher) nicht viel dazu beigetragen. Sein ganzer Fress-Wiederkäu Rhytmus musste sich verändern. Meist legte er sich in der Mittagspause erst mal hin und kaute wieder. Auch abends, nachdem wir angekommen sind.


    Nach den 3 Wochen bis heute:
    Lothar ist gut genährt, hat schönes Fell, keine Abriebstellen. Und das ohne Probleme, auch wenn mir 6 h am Tag unterwegs sind, zT ohne Pausen (in der wahnsinnig heissen Sommerzeit, von Sonnenaufgang bis Vormittag). Ich erreiche dies in dem ich ihn immer wieder motiviere zum Essen. Ich stecke also am Anfang eine ganz kleine Wiese ab und geb ihm alle paar Stunden was dazu, so dass er immer was neues hat und sich wieder draufstürzt, so isst er viel mehr, als wenn ich ihn von Anfang an die gesammte Fläche abstecken würde und er sich dann nur das sucht was er mag, viel zusammentrampelt (was er dann natürlich nicht mehr mag) und dann nur noch liegt.


    Nach den ersten Wochen hat Lothar irgendwann herausgefunden, dass er nur eine Nacht auf dieser Wiese ist und stopft sich dadurch auch noch immer extra voll, "weil das kriegt er ja nie wieder". Und so ist eigentlich egal auf was für einer Wiese wir stehen, ob erster Schnitt, zweiter Schnitt, Buschwerk, es schmeckt immer anders und ist anders wie die Tage vorher und kein anderes Tier ist drübergelaufen und wird deshalb sehr gerne gegessen.


    Bleiben wir länger als eine Nacht an einer Stelle ist er enttäuscht nochmal das Selbe essen zu müssen und frisst viel weniger.


    Sein Mineralsalz nimmt er kaum mehr zu sich.


    Wiederkäuen tut er nur selten unterm Laufen. Lege ich kurze Pausen ein um mir was anzuschauen oder kurz zu rasten ohne ihn fressen zu lassen kaut er gleich wieder. In der Mittagspause frisst er hauptsächlich, nur evtl gegen Ende käut er wieder, aber das auch nur, wenn ihm das Essen ausgegangen ist. D.h. eigentliche Wiederkäuzeit: Nachmittag, Abend und Nacht.


    Steht er nachts auf um zu Grasen, merke ich, dass er tagsüber weniger gefressen hat. Schläft/Käut er durch, war es ausreichend.


    Was ich anders machen würde:
    Von Anfang an eine Sense dabei haben, weil es vor allem in der Umstellungsphase ermöglicht, dem Tier mehr Nahrung in kurzer Zeit zuzuführen. Ihm praktisch nur kleine Wiese zum selber Fressen geben und dort immer von ausserhalb reinschmeissen. Dann hätte er vielleicht nicht abgenommen.


    Da ich keine Fachkundige bin für Rinder kann ich Lothars Zustand nur an seinem "Bauchumfang" und der Qualität seines Felles beurteilen und die finde ich zufriedenstellend.


    Dass er leichte chronische Rehe hat finde ich schade. Anfang Frühling kommen die Kühe schon auf die Weide wenn noch kaum frisches Gras und viel altes Vorhanden ist. Das hielt ich bisher eigentlich für ausreichend wenig Frischfutter am Anfang.


    Vielleicht sieht man auf dem Foto, wie Lothar im Futter steht

    Ich habe jetzt viele verschiedene Plagen durchgemacht. Mücken, kleine Bremsen, grosse Bremsen, riesige Pferdebremsen. Und viele verschiedene Mittel auch ausprobiert. Gegen Mücken helfen die Mittel noch am ehesten, da hilft aber auch ein Selbstgemixtes aus so ungefähr Knoblauch, Zitrone und Schwarztee (genaueres Rezept auf Anfrage), dafür muss man nicht 25 Euro ausgeben (dafür dass sie eh wenig oder nur ne halbe Stunde wirken). Gegen Bremsen hilft Tiroler Steinöl (auch Bremsenöl genannt, riecht so, als müsse man einen alten Aschenbecher auslecken und gibt es in Österreich in den Apotheken, teils aber nur auf Bestellung). Alles braucht aber immer grosse Menngen, weshalb ich, wenn ich nicht arbeite, die Tiere das alles aushalten lasse, wenn ich mit ihnen arbeiten muss die Zeiten mit hoher Bremsendichte meide, oder wenn es umbedingt sein muss die Partien, wo es das Tier am meisten stört, bei Lothar ists der Kopf und Halsansatz, einreibe und den Rest lasse. Ausnahme: Arbeiten im Klauenstand, da wird von oben bis unten mehrmals eingesprüht.

    Ich habe für Lothar ein Pferdehaftpflichversicherung abgeschlossen mit dem Vermerk, dass er ein Ochse. Abdecken tut die folgendes:

    • € 5.000.000,- pauschal für Personen-, Sach- und Vermögensschäden
    • Fremdreiter und Reitbeteiligungen
    • die gesetzlichen Hapflichtansprüche von Fremdreitern und Reitbeteiligungen gegen den Versicherungsnehmer sind mitversichert Akvitäten mit dem Pferd
    • Teilnahme an Turnieren, Rennen sowie Wander‐ und Distanzrie ist mitversichert
    • private Kutschfahrten einschließlich der gelegentlichen entgeltlichen oder unentgeltlichen Beförderung von Gästen sind mitversichert
    • Reiten mit ungewöhnlichen Zäumungen, Säeln oder ohne Sael (inklusive gebisslose Zäumungen und Reiten im Damensael) sind mitversichert
    • Mitversichert ist für den Versicherungsnehmer die gelegentliche ent‐ oder unentgeltliche private Tägkeit als Reitlehrer
    • keine Helmpflicht Auslands– und Urlaubsschutz
    • vorübergehende Auslandsaufenthalte sind innerhalb Europas zeitlich unbegrenzt und außerhalb Europas bis zu einer Dauer von 3 Jahren mitversichert Deckakt und Fohlen
    • gewollter und ungewollter Deckakt ist mitversichert
    • Fohlen der versicherten Stute sind bis zum Alter von 12 Monaten mitversichert Mietsachschäden
    • Mietsachschäden an gemieteten Stallungen sowie an gemieteten Reithallen und Weiden sind bis zu einer Summe von € 25.000,‐ versichert
    • Schäden an geliehenen oder gemieteten Pferdetransportanhängern sind bis zu einer Summe von € 2.500,‐ versichert
    • Schäden an geliehenen oder gemieteten Reitutensilien (z.B. Sael, Helm oder Gerte) sind bis zu einer Summe von € 500,‐ mitversichert Weitere Leistungen
    • Offen‐ und Laufstallhaltung ist mitversichert
    • keine Vorschrien seitens der Versicherung zur Zaunhöhe
    • alle Flurschäden sind mitversichert
    • Abwehr unberechgter Ansprüche (passive Rechtsschutzfunkon)
    • Forderungsausfalldeckung mitversichert: werden Sie durch eine versicherte Leistung dieser Pferdehapflicht von einem Drien geschädigt und können diesen Anspruch nicht durchsetzen leistet Ihre Pferdehapflichtversicherung ab einem Schaden von € 2.500,‐


    Kostenpunkt ca. 70 Euro pro Jahr (150 Euro Selbstbeteiligung)
    bzw 90 Euro pro Jahr ohne Selbstbeteiligung

    Es ist eine andere Sache, was für eine Bremse gut und effektiv ist (interessant auf alle Fälle). Mir ging es aber eben um die RECHTLICHEN Anforderungen an eine Kutsche. Einfach um zu wissen, ob mir ein Polizist ans Bein pinkeln kann, wenn ich unterwegs bin, oder nicht und was effektiv die STVO darüber sagt.

    § 65 StVZO Bremsen.


    (1) Alle Fahrzeuge müssen eine ausreichende Bremse haben, die während der Fahrt leicht bedient werden kann und ihre Wirkung erreicht, ohne die Fahrbahn zu beschädigen. Fahrräder müssen 2 voneinander unabhängige Bremsen haben. Bei Handwagen und Schlitten sowie bei land- oder forstwirtschaftlichen Arbeitsmaschinen, die nur im Fahren Arbeit leisten können (z.b. Pflüge, Drillmaschinen, Mähmaschinen), ist eine Bremse nicht erforderlich.


    (2) Als ausreichende Bremse gilt jede am Fahrzeug fest angebrachte Einrichtung, welche die Geschwindigkeit des Fahrzeugs zu vermindern und das Fahrzeug festzustellen vermag.
    (3) Sperrhölzer, Hemmschuhe und Ketten dürfen nur als zusätzliche Hilfsmittel und nur dann verwendet werden, wenn das Fahrzeug mit einer gewöhnlichen Bremse nicht aus-reichend gebremst werden kann.


    ZäHLT MEIN TIER ALS BREMSE?
    Nach (2) zu schliessen dann wohl nicht.

    Wie schaut es aus mit den rechtlichen Anforderungen an eine Kutsche die von einem Ochsen gezogen wird aus in D, A und CH?
    Gibt es Unterschiede zwischen den Kutschen im Bezug auf das Zugtier?
    Wenn ich neben dem Ochsen herlaufe, braucht die Kutsche trotzdem eine Bremse (wohin ich ja eh nicht schnell genug kommen würde, im Ernstfall?)?
    Brauche ich einen "Kutschenführerschein"?
    Gibt es einen KutschenTÜV?
    Gibt es Kutschenversicherungen?



    Ich weiss bisher für PFERDE Kutschen:


    die Beleuchtung scheint in A und D gleich zu sein:
    " Die Vorschriften ergeben sich aus der StVZo (Straßenverkehrszulassungsordnung). Im hinteren Bereich müssen zwei runde, rot leuchtende Reflektoren angebracht sein - nicht höher als 90cm vom Boden und nicht weiter als 40cm von der breitesten Stelle des Wagens aus entfernt. An der Seite muss sich pro 2 m Länge des Wagens, jeweils ein gelb/orangener Reflektor auf jeder Seite nicht höher als 60cm befinden. Nach vorne muss mindestens ein weißes Licht vorhanden sein, nicht höher als 1,50m, das auch nach hinten entsprechend rot leuchtet. Empfehlenswert ist hier auch, links und rechts Lampen anzubringen."


    Bremse A und D:
    "Jede Kutsche muß mit einer Feststell- und einer Betriebsbremse ausgerüstet sein. Dies kann aber auch eine einzelne Bremse sein, sofern sie beide Anforderungen erfüllt"


    KutschenTÜV in A:
    nein

    Hallo,
    Nach der Vorlage habe ich nicht gebaut, ich hatte aber auch das Problem, dass Lothars Hals zu mächtig war für das 3PK. Daraufhin habe ich seinen Hals als Schablone genommen und ihm aus Eichenholz (schätze Esche wäre besser) ein neues gemacht und die Beschläge und Polster von einem alten wurmstichigen genommen. Den dritten Punkt und und die anderen Lederriemen habe ich nach dem Muster des Alten neu gemacht. Die Befästigungspunkte habe ich fast eins zu eins vom kleinen übernommen, musste sie aber nochmal versetzen. Jetzt zieht er seid zwei Monaten damit und bisher sind keine Probleme damit aufgetreten.
    Alle Infos bitte ohne Gewähr, viel Ahnung habe ich vom Ganzen noch nicht.

    Hallo,
    ich habe schlussendlich doch eine späte, aber sehr brauchbare Antwort vom Österreichischen Bundesministerium für Gesundheit erhalten. Die hänge ich jetzt an. Ich versuche mich also in ihrer Variante 2.
    Eva



    Sehr geehrte Frau Scheinost!
    Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) nimmt Bezug auf Ihre E-Mailanfrage
    vom 16. Mai 2012 betreffend „Wanderreiter mit Ochsen“ und teilt dazu –
    urlaubsbedingt leider etwas verspätet - Folgendes mit:
    Grundsätzlich wären zwei Varianten der Verbringung von Ungarn nach Österreich
    möglich, wobei die Zusatzgarantien für Infektiöse Bovine Rhinotracheitis (IBR oder
    Bovines Herpesvirus 1) gemäß Entscheidung der Kommission 2004/558 (EG) auf jeden
    Fall für die betreffenden Rinder erfüllt sein müssen.
    Variante 1: IBR-Zusatzgarantie und Bescheinigung gemäß RL 64/432:
    IBR-Zusatzgarantie bedeutet: Die Rinder müssen in Ungarn 30 Tage in Quarantäne
    kommen, innerhalb dieser Quarantäne müssen die Rinder amtstierärztlich frühestens
    am 21. Tag nach Einbringen in die Quarantäne auf IBR untersucht werden und wenn
    das Ergebnis negativ ist, dürfen die Rinder am Ende dieser 30 Tage dann nach
    Österreich zusammen mit der vom zuständigen Amtstierarzt in Ungarn ausgestellten
    Tiergesundheitsbescheinigung gemäß Richtlinie 64/432 (EG) mit den darin
    vorgeschriebenen und bestätigten Einzeltieruntersuchungen (Tuberkulose, Leukose
    sowie bei nicht kastrierten Rindern auch Brucellose) ebenfalls mit negativem Ergebnis
    verbracht werden. Die Tiergesundheitsbescheinigung ist 10 Tage gültig. In der
    Tiergesundheitsbescheinigung ist jedoch auch ein landwirtschaftlicher Betrieb oder
    eine Sammelstelle als Bestimmungsort in Österreich anzugeben, wo Sie dann auch
    mit Ihren Rindern hinfahren müssen, denn der österreichische Amtstierarzt wird
    darüber mit einem elektronischen Meldesystem durch den ungarischen Kollegen
    informiert.
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    Bevor Sie dann in die Schweiz oder nach Deutschland weiterreisen, müssen Sie mit
    Ihren Rindern 30 Tage in einem österreichischen landwirtschaftlichen Betrieb
    durchgehend verbleiben und dürfen erst dann mit einer neuerlich vom für den
    Betrieb zuständigen Amtstierarzt ausgestellten Tiergesundheitsbescheinigung in die
    Schweiz oder nach Deutschland weiterreisen.
    Variante 2: IBR-Zusatzgarantie und Dressurnummer gemäß Verordnung (EG) Nr.
    1739/2005:
    Es besteht die Möglichkeit, die betreffenden Rinder in Ungarn vom amtlichen Tierarzt
    als Dressurnummer registrieren zu lassen, wobei sämtliche Untersuchungen
    (jährliche Untersuchung auf Brucellose und Tuberkulose (Intracutantest), in den
    Tierpass für Zirkus und Dressurtiere einzutragen sind.
    Zusätzlich ist ein negatives Untersuchungsergebnis bezüglich IBR/IPV sowie ein
    negatives Untersuchungsergebnis bezüglich Rinderleukose (gem. angeführter
    Variante 1) anzuschließen.
    Auf der Homepage des BMG finden Sie nähere Informationen. Siehe Tierpass für
    Zirkus- und Dressurtiere.
    Mit diesem Tierpass und der amtstierärztlichen Bestätigung der Einhaltung der IBRZusatzgarantie
    können Sie dann nach Österreich einreisen.
    Da Ihre Reise auch andere Mitgliedstaaten bzw. die Schweiz betrifft, weisen wir Sie
    darauf hin, auch mit den betreffenden Veterinärbehörden (Schweiz:
    www.bvet.admin.ch bzw. info@bvet.admin.ch und Deutschland
    (www.bmelv.de/DE/Startseite/startseite_node.html bzw. 333@bmelv.bund.de )
    Kontakt aufzunehmen und zu fragen, ob diese grundsätzlich mit oben ausgeführten
    möglichen Vorgangsweisen einverstanden wären.
    Es wird nochmals darauf hingewiesen, dass diese Rinder nur mit negativen
    Untersuchungsergebnissen nach Österreich verbracht werden dürfen.
    Sollten Sie die Reise tatsächlich antreten ersuchen wir Sie, mindestens sechs Wochen
    vor der beabsichtigten Verbringung erneut mit uns entsprechend Kontakt
    aufzunehmen, um allfällige Details noch klären zu können und gegebenenfalls einen
    Bescheid auszustellen.
    Wir hoffen, Ihnen damit gedient zu haben und verbleiben

    Hallo,
    ich bin gerade dabei mich darauf vorzubereiten mit einem Ochsen im Sinne des "Wanderreiten" unterwegs zu sein. Und dabei möchte ich mich nicht auf 'mein' Land beschränken, sondern Plane Grenzübertritte in die Schweiz und Österreich. Ich bin gerade im Kontakt mit dem österreichischen Ministerium für Gesundheit (wo das Veterinärwesen dazughört), aber noch nicht weit. Dagegen har mir das schweizerische Bundesamt für Veterinärwesen schon gesagt, ich müsse den Ochsen regulär importieren mit allem was dazugehört, weil es zwar Regelungen für Pferde in solchen Fällen gäbe, für Rinder aber nicht.


    Das war mal ein erster Schritt.
    Ich möchte versuchen über die nächsten Monate herauszufinden, wie es möglich sein könnte mit einem Ochsen die Grenzen "problemlos" zu überschreiten.
    Vielleicht hat ja jemand in diesem Forum auch schon Erfahrungen, oder Informationen gesammelt, die es sich lohnen würde zu tauschen.
    Ich habe z.B. heute gesehen, dass es Pässe für Zirkus und Dressurtiere gibt, mit denen ein ziemlich unkomplizierter Grenzübertritt möglich ist. Unter welchen Bedingungen mein Ochse unter die Kategorie Dressurtier fällt, werde ich jetzt mal versuchen vom Amtstierarzt zu erfahren.


    Dass solche Grenzübertritte möglich sind, ist schon bewiesen. So gibt es ja zwei Schweizerinnen, die mit drei Yaks jetzt im September von ihrem Zuhause aus bis ans Mittelmeer sind (da versuche ich auch schon Informationen zu bekommen).
    Und per Zufall habe ich gelesen, dass in einem Berner Kino gerade ein Film anlief, der von einer Ochsentour aus Italien in die Schweiz erzählt.


    Weitere Ideen, Vorschläge usw.?
    Alles Gute,
    Eva