Posts by Eva

    Ich hab gelesen dass Grünlippmuschelextrakt gut bei Arthrose und Gelenkerkrankungen helfen soll wegen dem enthaltenen Glucosamin.
    Für Pferde wird es verwendet, doch habe ich jetzt bei einem Kombipräperat für Pferde gelesen dass:
    "Enthält Muschelkonzentrat - darf nicht an Wiederkäuer verfüttert werden"
    Wieso? Weiss das jemand?
    Und wenn dies stimmt: darf dann auch nicht das reine Glucosamin (in Pulver oder Tablettenfomr), welches nicht aus dieser Muschel gewonnen wird, verfüttert werden?

    Hallo,
    Hab mir den Bereich Fütterung unter zugrinder.de schon durchgelesen, kann damit aber wenig anfangen.
    Mein 8 jähriger Ochse wird im Winter immer fett nur von 1. Schnitt Heu, nicht ad libitum, aber da er so schnell riesige Mengen fressen kann, hat man doch meisst erbarmen und gibt mehr... Sonst bekommt er nichts, ausser seinen Mineralleckstein.
    Ich weiss 1. Schnitt ist nicht gleich 1. Schnitt, aber so ungefähr müsste mans doch sagen können: wieviel ein ausgewachsener Ochse OHNE Arbeit im Winter an 1. SCHNITT Heu bekommen sollte. IN KG.
    Danke!

    Susi, das klingt interessant mit dem Bogen. Bei mir ists einfach ein langer "Stock" mit Einkerbungen für die ca. 4 cm Lederstreifen, die um den Hals rum liegen...


    Derk-Jan, ja, wir habens geschafft.....nach 2 1/2 Monaten ;-)

    Tag 30:
    Steh um halb sechs auf und laufe diesmal sofort, also auch
    vor dem Tränken wegen der Hitze. binde sie aus Faulheit gleich auf der
    Wiese zusammen. Max ist frei, Milan am Halfter. Anfangs sind sie schon
    schnell, doch dann laufen sie sie ganz toll ein und sind für ihre
    Verhältnisse eher langsam. Obs was mit den Schmerzen der Kastration zu
    tun hat? Wir laufen bis zu den ersten Häusern des Dorfes. Neue Lektion.
    Es ist schon aufregend für sie doch dafür, dass es seid langem ihr
    erstes Haus ist sind sie ruhig. Auch laufen sie zum ersten Mal auf
    Teer, was ein anderes Gehgefühl hat und die Geräusche anders macht.
    Gleich drehen wir aber schon um.
    Nachdem sich bei dem «Gib» der Füße
    nichts weiter entwickelt hat, sie also nie von selber angefangen haben
    das Bein wirklich zu heben oder noch lockerer zu machen, greiffe ich
    jetzt doch zu der Tatsache, dass ich stärker bin und nehme erstmal ein
    Vorderbein, nach VORNE, bis es auf mein Knie passt, daraufhin wird
    gleich gelobt und gestreichelt. Bei den Hinterbeinen mache ich das
    selbe, nur hebe ich das Bein nur kurz vom Boden weg, da in den
    Hinterbeinen bei ihnen ein grosser Aussschlagreflex da ist. Bei Milan
    hab ichs gut geschafft, doch Max schlägt hinten links richtig heftig
    aus, nachdem das Bein vom Boden weg ist. Schaffe es glücklicherweise es
    wieder nach vorne zu bringen und dort kurz zu halten. Fertig. Bin sehr
    versucht es bei dem Bein gleich nochmal zu machen, lasse es aber.
    Tag 31
    Binde
    sie wieder auf der Wiese zusammen und laufe mit ihnen um 5 15 los. Max
    frei, Milan am Halfter. Diesmal sind sie von Anfang an sehr ruhig und
    halten auf Kommando an ohne mich noch anzurempeln. Sehr schön. Da hab
    ich eigentlich gar nichts zu tun. Diesmal laufe ich an den ersten
    Häusern vorbei und überquere die Strasse, da kommt natürlich auch gleich
    ein Mensch, MENSCH!, vorbei, wie fürchterlich für Max. Da sind sie dann
    doch aufgeregt, laufen schneller, halten nicht gleich an auf Kommando.
    Auf dem Rückweg nützt Max das frei laufen zu stark aus in dem er sich
    immer zurückfallen lässt und an vielem Schnüffelt und probieren will.
    Daher nehm ich ihn dann am Halfter und lass Milan laufen. Kaum ist Max
    am Halfter wirkt er sehr konzentriert. Dann fängt Milan an viel zu
    schnüffeln und erst weiterzulaufen, wenn Max ihn nach vorne zieht. Also
    muss ich aufmerksam sein und ihm ab dem Moment wo er denn Kopf nach
    unten tut hinten anklopfen (soll ich vorher Kommando geben?). Danach
    üben wir nur noch Füsse heben und da sie mittlerweile so gerne gekrault
    werden, geniessen sie das Füsse hochhalten, solange ich sie stark genug
    kraule. Max gibt sein Bein hinten links super, also hat er sich das von
    gestern nicht so gemerkt. Vorne halt ich jeweils länger, hinten immer
    noch ziemlich kurz. Ich will kein Ausschlagen profozieren.
    Tag 32
    Heute
    sind wir eine unbekannte Strecke aber durch Wald und Wiesen weit
    gelaufen. Gar kein Problem. Sie sind ruhig und stressen nicht mehr so
    von hinten. Obs an der gewonnenen Erfahrung oder an der eventuell noch
    immer unangenehm zu spührenden Kastration liegt, kann ich nicht sagen.
    Max
    findet im Moment generell ziemlich viel erstmal angsteinflösend. Wie
    gut dass Milan nicht gerade in dieser Phase steckt und ihn dann
    mitzieht. Heute hatte Max vor Heuballen angst, wohingegen Milan gleich
    reingebissen hat.
    Ich frage mich, wann man anfangen kann und soll
    mit der Feinarbeit. z.B. laufen sie manchmal ziemlich dicht hinter mir
    und treten mir gelegentlich hinten in die Ferse oder laufen bei «halt»
    noch weiter bis sie mich berühren. Irgendwie scheint es mir noch zu früh
    und ich möchte sie nicht demoralisieren. Andererseits ist Respekt und
    Abstand von mir lernen auch nicht zu verachten.
    Es ist aber so
    schön, dass wenn ich «zusammen» sag zwei Kälbchen gleichzeitig starten
    zu laufen und wenn ich «halt» sag gleichzeitg stehenbleiben. Was
    natürlich alles noch nicht immer klappt, aber immer öfter.
    Beine
    hoch nehmen mit Max hat super geklappt. Hinten habe ich seine Beine auch
    lange nach vorne heben können ohne Tretreflex und vorne hab ich sie
    nach hinten umgeknickt. Milan hingegen hatte gar keine Lust und hat
    hinten sehr versucht zu treten. Auf beiden Seiten.
    Tag 33
    Heut
    mal nicht das Joch vergessen beim loslaufen. Die ersten Schritte gings
    gut, doch dann lief Milan immer extrem langsam. Ich dachte es liegt am
    Joch. Deshalb trieb ich ihn immer an, um ihm aus der unangenehmne
    Situation zu bringen, wenn das Joch zu nah an den Ohren ist. Öfters hats
    funktioniert, dass er nur aufs Stimmsignal schneller lief, doch
    irgendwie war seine absolute Tendenz hinter Max zu sein. Da ich keinen
    Grund darin sah ihn nur anzutreiben, nahm ich das Joch nach 300m ab.
    Erstaunlicherweise blieb es aber danch das selbe, d.h. es lag nicht am
    Joch. Nur Antreiben ist nicht gut, deshalb drehte uns wieder Richtung
    nachhause. Dann gings auf einmal mit Milan gut. Also weder Joch, noch
    Kastrationsschmerzen. An dem Punkt, wo ich das Joch abgelegt hatte tat
    ichs wieder drauf und ab da wars kein Problem mehr. Also liefen wir noch
    am Zuhause vorbei. Irgendwann hat sich aber die Lederriemen immer
    gelöst. Dafür brauch ich ne andere Lösung.
    Max war das ganze Joch
    ziemlich scheissegal. Er hat sogar ziemlich schnell und ohne Stress
    rausgefunden, dass er nur seine Kopf nach oben machen muss, damit es
    nach hinten, also weg vom Kopf rutscht.
    Wieder zuhause lies ich sie
    erst samt Joch angebunden stehen und nahm dann die Füsse hoch. Es klappt
    schon, aber der Loslassimpuls von ihnen selbst ist noch so schwach,
    dass ich viel Kraft aufwenden muss. Sie habens einfach noch nicht
    verstanden. Auch nicht, dass ja dann das Gleichgewicht anders sein
    wird. Das braucht noch - braucht noch.

    Tag 20
    Heute früh eine weite Strecke gelaufen. Sie waren so schnell den ganzen Hinweg. Später kam Besuch. So Angst hatten Milan und Max vor den Menschen! So abgelegen sind wir hier, dass ein menschlicher Anblick Seltenheit ist. Deswegen bin ich dann auch mit ihnen gelaufen. Zuerst war der Besuch hinter ihnen, doch das hat ihnen so Dampf gemacht, dass ich kaum hinterher kam. Als der Besuch dann vorne weg lief gingen sie schön ruhig. Wir gingen nur eine kurze Strecke. Beim Zurückgehen hab ich mich unterhalten, das haben sie sofort gemerkt, dass meine Aufmerksamkeit woanders ist. Da sind sie ewig langsam geworden, haben mal da gerochen, mal da geschnüffelt. Erst als ich dann den Besuch nach Hinten geschickt habe, gings wieder schneller. Als sie im Zaun waren hat sie der Besuch schon gar nicht mehr gestört.
    Beine geben sie noch nicht besser.
    Heute hatte ich wirklich den Eindruck, dass die Basics gesackt sind. Das heisst sie wissen im Grunde ( d.h. aber nicht dass sies immer tun): «zusammen» heisst gemeinsam loslaufen, Name plus «hü» heisst loslaufen oder schneller laufen, Peitsche vor der Nase heisst langsamer, Peitsche am Hinterteil heisst schneller, «halt» heisst halt.
    Ihre Namen kenne sie sicher schon eine Woche.



    Die Nebenkommandos wie: «rechts», «links», «langsam» hören sie, aber die gebe ich nur nebenbei und mit Seil bzw Peitschenhilfe.
    Tag 21 Sonntag
    Tag 22 Angesetzter Kastrationstermin, wurden versetzt
    Tag 23 Nach Vorbild von den ganzen All Tings Oxn Fotos hab ich heut was anderes ausprobiert. Zuerst bin ich mit Milan allein gelaufen um nochmal sicherzustellen, dass er weiss, dass die Peitsche am Hinterteil bedeutet nach vorne zu gehen. Dann hab ich sie zusammengebunden, aber diesmal nur Max am Halfter geführt. Sicherheitshalber hatte ich noch einen zweien Führstrick dabei.
    Zuerst waren sie wieder superschnell, nach zwei Pausentagen. . Aber es ging genausogut wie mit zwei Führstricken. Milan hat schon sehr schnell gemerkt, dass er dadurch mehr Freiheit hat und hat wieder mehr an allem rumgerochen, aber sobald ich ihm das Kommando gegeben, oder ihn mit der Peitsche angetippt hatte lief er weiter. Ich glaube so ganz weiss er aber noch nicht, wieviel MEHR an Freiheit er hat. Ich bin positiv überrascht und sehr gespannt, obs so weiter geht.
    Das Halfter an und abziehen, das mögen sie gar nicht. Hingegen den Kälberstrick drauf und wieder ab machen ist gar kein Problem. Jetzt frag ich mich, ob es nicht besser wäre mit was anderem wie Halfter zu arbeiten. Aber für Hornstrick ist es doch noch zu früh? Ich will auf gar keinen Fall, dass sie ihre tollen Hörner irgendwie beschädigen.
    Tag 24
    Das Training verlief schlecht. Wir sind eine längere Strecke im Wald gelaufen (Max wieder am Halfter und Milan nur mit Max verbunden) doch sie sind einfach nicht ruhig geworden. Sie können von sich heraus schnell laufen, doch gibt es einen Moment, da verlieren sie ingendwie den Zugang zur Sache und werden immer schneller und einfach nicht mehr wirklich regulierbar. Und so wars heute das ganze Training lang. Natürlich bekam ich dann auch noch gerade zwei wichtige Telefonate und die Zeit des nicht auf sie Konzentriertseins haben sie gleich genützt um sich irgendwie noch mehr reinzusteigern. So oft musste ich ihnen eins auf die Nase geben, weil sie einfach nur nach Vorne gedrängt haben und mich auch überrennen wollten. Aber es gibt ein «auf die Nase geben» was was nützt, nämlich dann wenn sie konzentriert sind. Wenn sie sich aber im Kopf verschossen haben hilft ein auf die Nase geben nur viel zu kurzfristig und eigentlich müsste man ständig nachlegen. Aber das will ich nicht. Ich will doch sensieble Tiere haben!!! Als wir am Platz zurück waren war ich auch ratlos, weil ich so weder weiterlaufen, noch aufhören wollte. Dann ist mr Gott sei Dank eingefallen (es war mittlerweile schon ziemlich heiss), dass ich ja auch einzeln laufen kann. Also haben ich jeden noch einzeln genommen und bin eine kleine Runde gelaufen. Und das war super: ruhig und langsam, stehen bei Halt, laufen bei Hü, kein Überholen, bzw wenn, liessen sie sich nur mit Peitschenzeichen verlangsamen. Das war dann doch noch ein gutes Ende. Vielleicht ist jetzt erstmal wieder an der Zeit für Einzeltraining, sie weich machen in den Kommandos und dann wieder zusammen.
    Abends die Kastration und die Ohrmarken. (...)
    Tag 25
    Am Morgen wars ganz still, da hab ich dann doch einen Schreck gekriegt weil ich sie zur frühen Stunde doch immer gehört habe. Also schnell auf. Doch alles gut. sie schlafen nur. Haben gegen alle Erwartungen ihre Portion Milch getrunken und danach gleich angefangen zu grasen. Fast als ob gar nichts wär.(...) Hab sie dann gegen Mittag hin in Schatten geführt, [die ungarischen Steppenrinder leben ursprünglich in einer im Sommer sehr sehr heissen Region, wo es keinen Baumbestand (also Schatten) gibt. Deshalb sieht man diese Tiere auch nie im Schatten liegen, selbst wenn sie einen haben. Diese natürliche Eigenschaft möchte ich ihnen nicht abtrainieren, doch gerade ist das ein anderer Fall]. Es war ihnen auch tagsüber kaum was anzumerken. Sie waren ein bisschen abgelenkter, und haben mich oft gerufen. (...) Sie haben nicht einmal die Ohren hängen lassen. Hoffen wir dass das so bleibt.
    [...bin 2 Tage weg]
    (...)



    Ich freue mich, wenn ihr die Fragen, die ich mir so stelle unter dem Training beantwortet. Damit hat ich gar nicht gerechnet, weil ichs ja für mich schreibe ;-) Aber das ist sehr hilfreich! Danke.

    Tag 11:
    Nachdem das mit dem Zaun so gut funktioniert, nehme ich jetzt einem Kälbchen alles ab. Zum ersten mal ist einer immer komplett frei. Da schaun sie gleich anders aus. Um das Einfangen nicht unter Stress laufen zu lassen, nehme ich zwar die Stricke in die Hand die es braucht. Streichle aber erst mal beide. Dann mache ich ganz ruhig den Kälbersrtick um den Hals und mach dann wieder ganz was anderes. Dann erst das Halfter. .Auch wenn das Kälbchen wieder fertig angezogen ist führe ichs nicht gleich weg, sondern streichle noch weiter. Dann erst führe ich ihn zum Anbinden. Das klappt eigentlich sehr gut.
    Tag 12:
    Laufe zuerst mit Milan, dann mit Max. Dann zusammen. Zusammen sind wir ein sehr weites Stück gelaufen, fast bis zur Quelle. Auf dem Rückweg wollte Max auf einmal nicht mehr laufen. Milan zuerst noch, doch dann auch nicht mehr. Hab Max mit der Peitsche auf den Hintern gehaut, das hat er verstanden, doch nur für ein paar Schritte. Blöde Situation. Als sie wieder mal standen haben beide angefangen zu Pinkeln. War das der Grund? Doch auch danach bekomme ich Max nur mühsam zum laufen. Kein guter Trainingstag. Ich habe auch danach das Gefühl, als wäre Max wie aus einer Hülle herausgefallen, die er sonst um sich herum hatte. Auch bei Milan war das so. Sie waren einfach nicht mehr so ruhig und ausgeglichen. Wieso?



    Tag 13/14:
    Hab Besuch, also werden sie nur getränkt. Vor allen anderen Menschen haben sie Angst. Der Besuch hat Max die Falsche gegeben, der hat sich aber nur mit meiner Hilfe trinken getraut.
    Tag 15:
    Laufe zuerst mit Milan. Sehr zäh. Dann mit Max, der einen besseren Tag hat, aber auch schon besser lief. Nachher zusammen. Das ging sehr gut, doch Milan ist in der Regel viel schneller als Max. Dann kam wieder die Situation: Einspreizen bei Max, nix geht mehr. Woher kommt das? Ein paar Mal hintereinander musste ich ihm mit der Peitsche eines auf den Hintern geben. Dann hat sich Gott sei Dank der Knoten irgendwie gelegt. Ganz wichtig: er hat verstanden was die Peitsche ihm sagen wollte.
    Dass nur einer angebunden ist funktioniert sehr gut. Bisher ist noch keiner weggelaufen vor dem Anbinden. Auch beim Anbinden hat noch keiner gezogen um wegzukommen. Darüber bin ich froh, weil ich noch nicht weiss, wie ich reagieren sollte würden sie versuchen wegzulaufen.
    Tag 16.
    Alleine laufen sehr mühsam. Zusammen laufen sie schnell. Einer, meist Milan ist immer schneller, das machts mühsam. Entweder einen STÄNDIG stoppen oder den anderen STÄNDIG auffordern schneller zu laufen? Was ist, wenn sich das immer so sein wird, wenn ich zwei Ochsen habe, die in ihrem Tempo grundverschieden sind?
    Tag 17:
    Jetzt ist offensichtlich, dass sie nur mehr lieber zu zweit laufen, als alleine. Vorher war ich als «Mutter» immer noch genug Ersatz, doch das zählt nicht mehr. Alleine ists jetzt wirklich mühsam. Zwei Schritt gehen, stehen, auffordern, zwei Schritte gehen, stehen....
    Es fängt auch langsam an, dass ihr Grundvertrauen nicht mehr so da ist, ihr eigebettet sein in alles. Dadurch gibt es aber auch ein getrenntsein von mir und zum ersten Mal irgenwei ein Misstrauen auch. Schade.
    Jetzt haben sies beide geschnallt, dass ein leichtes Peitschentippen am Hintern eine Bewegung nach vorne verursachen soll.
    Es stimmt, dass Milan beim weggehen immer die Nase vorne hat, aber Max dafür auch manchmal beim Nachhause gehen. Also sind sie vielleicht doch nicht so grundverschieden.
    Villeicht sollte ich mal lange mit ihnen gehen um zu sehen wie sie laufen, wenn sie müde werden? Aber überreizen darf ich auch nichts, denn was mach ich, wenn sie unterwegs irgendwann einfach keine Lust mehr haben?



    Wenn sie so schnell sind zu zweit, wie soll ich damit umgehen? Sie ständig zurückhalten, auf die Nase klopfen und ständig «langsam, langsam» sagen?



    Ich fange an mir der Beinarbeit. Auf Befehl"gib» möchte ich, dass sie ein bisschen das Gewicht weg von dem Bein nehmen, und dann lob ich.
    Heute hat sich Milan zum ersten mal nicht ganz ohne Meckern das Halfter anziehen lassen. Er fängt schon an sein Horn ein bisschen einzusetzten.
    Tag 18:
    Heute laufe ich zweimal um zu schaun, wie sie laufen wenn sie müde werden.
    Morgens waren sie wieder sehr sehr schnell, Milan vorran, doch auf dem Rückweg sind sie ziemlich gemächlich gegangen. Ich korregiere, mache aber nicht zu viel, um sie nicht zu demotivieren.
    In den seltensten Fällen laufen sie Nase auf Nase, doch wenn sies tun dann bekommen sie gleich ein gehöriges Lob.
    Am Nachmittag waren sie von Anfang an nicht schnell und waren ein gutes Stück hinter mir. Oft konnte ich ganz entspannt vorne weg laufen, ohne auf sie zu achten. Das ist ein grosser Erfolg!
    Eigentlich sind sie sehr interessiert an allem würden gerne an allem riechen, doch eigentlich scheuche ich sie immer weiter. Bin mir nicht sicher, ob das die richtige Lösung ist, denn vielleicht verderbe ich ihnen dann die Freude, wenn sie nie schnüfflen dürfen? Andererseits weiss ich halt von Lothar, dass wenn ich ihn anfangen lasse was zu machen, dass es sich dann von selber ausweitet.
    Ich fange auch an Max und Milan zu tauschen, damit sie sich nicht auf einen Platz gedanklich einfahren.
    Beine heben üben wir jetzt täglich.
    Manchmal merke ich schon, v.a. bei Milan, dass er auf das Stimmsignal schon regiert, ihn kann man besser lenken und Geschwindigkeiten verändern. Max ist eher einer der ist wie er ist, da kann man nicht viel ändern.
    Tag 19.
    Heute hatt ich nicht viel Zeit, deshalb bin ich mit ihnen nur zu den grossen Ochsen runter gelaufen. So schön sind sie gelaufen! Langsam und ruhig und ungestresst. Unten habe ich sie dann nur die ganze Zeit angebunden gelassen, damit sie dies als Übung hatten: an einem eher fremden Ort länger angebunden zu sein. Anfangs wars schon aufregend, doch als ich von der Zaunkontrolle wiederkam standen sie ganz entspannt. Abends hab ich dann zum ersten Mal alle beide frei laufen lassen. Erst gegen Mitternacht haben sies verstanden und sind rumgesprungen.
    Ich finde es ein gutes Zeichen zu sehen, dass sie nicht von mir davon laufen, wenn ich mit den Seilen komme. Der Kälberstrick ist ihnen ziemlich wurst. Das Halfter haben sie nicht ganz so gerne, das merkt man, aber sie wehren sich nicht, in dem sie weglaufen wollen, sondern eher im Kopfverrenken.

    Tag 5 (ich beziehe mich auf die Tage bei den ich bei den Kälbchen bin).
    [Aus Deutschland zurückgekehrt] finde ich die Kälbchen angepflockt und liegend vor. Sie haben Angst vor mir. Gebe ihnen Mittags Wasser zu trinken, abends tränke ich sie, aber sie sind sehr vorsichtig. Sie erinnern sich nicht mehr an die ersten Tage, in denen ich sie getränkt habe.
    Tag 6
    Immer noch sind sie vosichtig beim Tränken. Milan lässt sich streicheln und mag es am Hals gekrault zu werden. Max nicht. Abends bringen der Freund und ich sie nach oben [d.h. eine Stecke von 300 Metern, wo ich dann zusammen mit ihnen leben werde]. D.h. sie werden zum ersten mal am Halfter geführt. Vorsorglich nehmen wir die leeren Tränkeflaschen mit. Bei Max wirkt dies auch beruhigend und läuft brav mit, er saugt daran, obwohl er weiss, dass nichts drin ist. Milan hingegen interessiert dies nach dem Test nicht. Wild spring er umher und läuft nicht. Ich gebe ihm Zeit. Der Freund läuft mit Max immer so 20 Meter vorraus. Ich ziehe Milan am Strick und immer wenn er einen Schritt läuft lasse ich los. Lasse ihn auch riechen. So laufen wir Schritt für Schritt und gelegentlich macht er immer noch einen wilden Kreis um mich herum, aber schon nicht mehr so bestimmt. Ich darf ihn mich nicht überholen lassen, weil er sonst gleich wild nach vorne springt. Oben an der Tanya ist er eher ängstlich, aber das ziehen, einen Schritt, dann loben und entspannen funktioniert gut. Und so kommen sie schlussendlich gut vor der Veranda an. Was für ein guter Spaziergang fürs erste mal. Oben bekommen sie dann gleich was zu trinken. Der neue Platz ist ihnen unheimlich. Lange brauchen sie, bis sie es wagen zu liegen.
    Tag 7
    Morgens tränken ganz normal. Mittags verlängere ich ihre Seile, damit sie nebeneinander liegen können, doch mache es zu lang. Sie verheddern sich. Sie dürften sich nur mit den Köpfen überlappend treffen können.(...) Abends führe ich zuerst Max noch in Sichtweite von Milan weg und binde ihn an eine Baum, nachdem ich in dessen Nähe schon die fertigen Milchflaschen deponiert habe. [Mein Gedanke dabei ist, sie das Laufen mit einer sehr positiven Angelegenheit in Verbindung zu bringen] Er lässt sich super führen. Auch Milan läuft Max für seine Verhältnisse gut hinterher. Nicht flüssig, er muss oft riechen, doch wenn ich Spannung lege auf das Seil läuft er den Schritt gut weiter. Nach dem Tränken lasse ich sie noch kurz angebunden stehen (...). Dann führe ich zuerst Milan, dann Max zurück. Problemlos.
    Tag 8.
    Morgens führe ich Max aus Milans Sicht heraus weiter weg und binde ihn an. Dann hole ich Milan hinterher. Sie haben keine Angst, obwohl ich sie zwischen die Wägen führe. Lasse sie nach dem Tränken wieder stehen bis ich die anderen Arbeiten erledigt habe. Milan läuft nicht so zügig, wieder weil er viel riechen muss. Milan lässt sich anfassen, z.T. auch gerne. Max ist das immer noch unangenehm. Bei beiden gilt: kraule ich sie ausserhalb der Tränkezeit am Schwanzansatz, springen sie. Max entzieht sich dem Anfassen, wenn man ihm dabei nichts zu nuckeln anbietet.
    Mittags führe ich sie in Schatten und binde sie kurz an. Diesmal brauchen sie keine Eingewöhnungszeit und legen sich schnell hin.
    Versuche ihnen ein Übungsjoch zu machen. Oben ein Stock und um den Hals Lederbänder. Sie haben damit aber noch zu viel Spielraum. Versuchshalber lauf ich trotzdem mit ihnen. Viel Chaos, wenig Verständnis, aber kein ersnt gemeinter Versuch auszubrechen. Aber auch nicht wirklich erfolgreich. (...) Und die vielen Seile in der Hand sind nicht hilfreich. bräuchte ein Seil und die Peitsche. ???? Grosse Verwirrung auf Menschen und auf Kälberseite.
    Tag 8:
    Sonntag für die Kälbchen. Sie werden nur getränkt und dann zurückgeführt. Abends am Platz getränkt. Da sie nun wissen, dass sie getränkt werden, wenn ich sie wegführe, laufen sie sehr schnell,zu schnell und überschwänglich. Die Idee des Laufens haben sie jetzt, also werde ich sie nun nur mehr am Platz tränken. Ich möchte nicht Überschwänglichkeit provozieren um sie dann mit Kraft ausbremsen zu müssen.
    Tag 9.
    Ich habe das Joch verlängert und das Leder unten zusammengebunden. Doch trotzdem klappt es nicht so gut. Hab die Idee, dass es vielleicht am Joch liegt und binde sie deshalb am Hals mit dem gewohnten Strick zusammen. Gleich gehts besser aber noch nicht gleichmässig. Max ist immer schneller und Milan braucht eigentlich überall Zeit zum riechen.
    Ab dem ersten Tag ist klar wie unterschiedliche Charaktere sie sind. Max denkt wenig, aber beim trinken und laufen ist er gleich mit dabei. Milan denkt und ist daher langsamer. Wenn er aber was durchdacht hat ist er Vertrauensvoller als Max.
    Das lange angebunden sein selber ist für das Training ideal, da sie im Kopf haben, dass das Ende des Seils stärker ist als sie und so tun sie das nie anzweifeln, selbst wenn sie wild tun. Milan hat nur beim ersten Führen probiert auszubrechen und seid dem gar nicht mehr. Nicht dass sie nicht rumspringen würden um mich, doch tun sie das nie mit ihrer vollen Kraft. Ideal für ein Training. Auch lernen sie so ihre Füsse von den Seilen zu befreien und dass Seile nichts schlimmes sind. Auch merkt man ihnen an, dass sie sehr vertrauensvolle Wesen sind, als ob nie was nachträglich schlimmes in ihrem Leben passiert wäre.
    Heute hab ich den den Elektrozaun an einer Seite aufgestellt, so, dass sie mit der Nase grad noch drankommen können. Beide haben einen sauberen Schlag bekommen und lassen seitdem den Zaun in Ruhe.
    Zur Peitsche: Ich versuche die Peitsche vor ihrer Nase einzusetzen, wenn sie mich überholen. Etwas funktioniert es, wenn sie das «Wusch» Geräusch hören, aber nicht so gut. Wie viel darf ich die Peitsche schon einsetzen? Hinten klopfen bringt noch nichts das sie noch nicht gelernt haben was das bedeutet.
    Sie bespringen alles. Beim losbinden vom Pflock versuchen sie ständig mich zu bespringen. Immer wenn ich mich auch nur leicht bücke. Es ist Zeit dass sie kastriert werden!!!
    Tag 10.
    Da sie genug Respekt vor dem Elektrozaun zeigen habe ich ihnen heute einen grossen Bereich eingezäunt zweireihig. Dann hab ich Milan frei gelassen nur mit Halfter und Kälberstrick. Er hat keinerlei Anstalten gemacht den Zaun zu berühren. Ein paar Stunden später habe ich gewechselt. Da war aber bei Milan erstmal wieder ziehen am Strick. Ich nehme an er war verwirrt. Deshalb glaube ich dass sie ein Zeichen brauchen, was ihnen zeigt, dass sie nun frei bzw wieder angebunden sind. Daher habe ich Max das Halfter abgemacht und ihn nur mit Kälberstrick frei laufen lassen. Er war mir ein bisschen immer zu nahe am Zaun, war aber 4 h drin, also kennt er es wohl. Dann hab ich nochmal getauscht. Abends, als ich zurückkam waren beide noch im Zaun. Milan kennt jetzt so gut den Zaun, dass er sich nicht zu mir hergetraut hat. Gutes Zeichen. Für heute ist das Lektion genug.
    Nun werden wir nur noch kurz einzeln laufen.
    Wichtig ist, dass ich sie rechtzeitig bevor sie Hunger haben beide wieder anbinde, weil sie sonst aneinander saugen!
    Ich dachte nicht, dass ich ohne Lothar so viel mit ihnen üben kann. Doch diese angepflockt sein ist so gut, dass es viel gibt: alleine laufen, zusammenlaufen. Hü und Ho, Plocken und frei, Elektrozaun. Getrennt sein voneinander.
    Sie sind so intelligent, und so vertraunsvoll. Ich staune jeden Tag.

    Hallo Astrid,
    ich finds auch viel viel zu früh. Lothar ist grad mal 7 1/2 Jahre alt und es begann natürlich an seinem linken Hinterbein, wo er ja immer irgendwie Probleme machte.
    Wieso das aber bei Ochsen früher beginnt, weiss ich nicht.
    Jetzt, wo er wieder viel bewegt wird, sieht man gar nichts mehr, doch als ich ihn aus der Winterpause holte, konnt ich kaum hinschauen. Erstaunlicherweise sah man beim Kutscheziehen nie was, aber beim ganz normalen laufen schon.
    Ich hoffe doch sehr, dass Lothar länger als 2 Jahr noch durchhält!!!
    Eva

    Max und Milan.
    Jetzt ist es also soweit. Nachdem Lothar diesen Winter seinen ersten Arthroseschub hatte kümmere ich mich diesen Sommer um den Nachwuchs.
    Anfang Mai habe ich zwei ungarische Grauviehkälbchen in Ungarn gekauft und noch weigert sich Deutschland sie zu importieren. Deshalb bin ich jetzt in Ungarn und tränke sie, bis der Transport sein darf. Es ist spannend und herausvordernd den Weg ZWEIER kleiner Ochsen zu begleiten. Bei allem was ich mit ihnen mache bin ich dankbar für jede Minute, die ich mit Lothar zusammen war und für die viele Zeit in den Kuhställen. Alles zahlt sich aus. Jede Kuh, jeder Ochse den ich schon am Halfter hatte trägt zu ihrer Ausbildung bei.
    So bin ich einigermassen ruhig mit ihnen und wenig im Kopf nachdenkend und konsequent. Trotzdem werd ich wohl viele Fehler machen. Damit ich meine Schritte auch später noch nachvollziehen kann, habe ich angefangen ein Kälbertagebuch zu führen. Das werde ich in Auszügen hier veröffentlichen. Hier noch von den Anfängen:


    Tag 1: Vormittags holen wir die Kälbchen. (...) Mit dem Kälberstrick versehen kommen sie ins Auto. Dort sind sie erstaunlich ruhig die ganze Fahrt. Beim Ausladen springt Milan wild umher. Er ist schon so stark, dass ich ihn allein kaum zu halten vermag. Zu zweit kriegen wir ihn schliesslich unter Kontrolle. Dabei ist er ja erst zwei Monate alt! (...)


    Sie werden nun mit dem Kälberstrick angebunden und das wird auch erstmal für die nächsten Tage so bleiben. Beide sind sehr wild. Kennen keinen Elektrozaun.


    Zusätzlich zum Strick mache ich ihnen ein Halfter dran und führe den Kälberstrick durch dessen Schlaufe. So kann der Kälberstrick sich nicht mehr drehen und der Kopf nicht mehr rausrutschen. Im Kälberstrick wird ein Dreher eingebaut, da sich sonst das Seil in sich verdreht, wenn sie darüber steigen.

    [Blocked Image: https://3.bp.blogspot.com/-KqnQ2dMJmq0/V17DU93e7MI/AAAAAAAAAmY/remNaXyNxikPmR0yCwjvEUxrRs99U4LoACLcB/s320/halfterkalberstrickkl.JPG]
    Milan mit Halfter, Kälberstrick und metallenem "Dreher", da ist er aber schon 3 Monate alt, also kein "kleines Kälbchen" mehr


    Arme Kerle.
    Es tut im Herzen weh zu sehen, wie ein Tier, welches bisher nur die Freiheit kannt auf einmal angebunden sein muss. Mit nur kleinem Radius. Und von der Mutter getrennt. Da kann ich mir nur vorbeten, dass das der Preis dafür ist, dass sie nicht mit 8 Monaten beim Schlachter landen.


    Ich lasse sie in Ruhe.
    Sie haben genug neues zum Verdauen. Und auch so kann ihnen die menschliche Anwesenheit noch nichts Postives bringen. Nun müssen sie erstmal lernen was es heisst angebunden zu sein, nur mehr zu Zweit zu sein und unter Menschen.
    Abends versuchen wir Max und Milan zum ersten mal zu Tränken. Es braucht zwei Menschen, denn sobald man hinkommt springen sie wild umher. Und natürlich wissen sie noch nicht, dass aus der weissen Flasche was Gutes für sie kommt. Deshalb trinken sie nicht. Was anderes war nicht zu erwarten. (...) Max trinkt einen Liter, zuerst gezwungen, dann freiwillig. Milan wird zu knapp einem Liter gezwungen. Ein Liter ist nicht genug zum wachsen, aber erhält erstmal den Körper, bis der genug hungrig ist um zu verstehen, dass das, was aus der Flasche kommt gut ist.


    Tag 2: Max trinkt nach anfänglichem Zwang wieder selber, Milan noch nicht. Wieder nur ein Liter. Danach lass ich sie wieder komplett in Ruhe. Bin aber periphär präsent.
    Mittags trinkt Milan zum ersten mal nach anfänglicher Zwangsphase 1 Liter. Max muss es nur noch in Mund reingetan werden, dann trinkt er 1 1 /2 Liter.
    Abends: Tränke ich das erstes mal alleine, ohne Hilfe..Max kommt schon zu mir zum trinken. Milan muss noch ein bisschen aufgefordert werden.
    Trotzdem bin ich sehr glücklich und erstaunt. Das Tränken habe ich mir schwieriger vorgestellt. Bei einem Kälbchen, welches 2 Monate bei der Mutter war und schon Gras frisst, kann es sich auch als unmöglich herausstellen, es auf Flasche umzustellen.


    Tag 3: Max und Milan trinken alleine bis zu 3 Liter drei mal am Tag. Sonst werden sie aber noch alleine gelassen. Sie springen noch viel umher, wenn man ihnen zu nahe kommt.


    Tag 4. Ich fahr nach Deutschland für 20 Tage. In dieser Zeit tränkt ein Freund sie dreimal am Tag für zwei Wochen, danach gibt er ihnen nur zweimal je 3 Liter. Dafür bietet er ihnen Mittags wenns heiss ist Wasser im Eimer an, welches sie annehmen. Ab der zweiten Woche werden Max und Milan draussen angepflockt, dafür wird am Kälberstrick ein 6 Meter langes Seil befestigt. Sie springen viel, doch lernen sie schnell nicht ins Seil reinzulaufen. Endlich wieder mehr Freiheit!
    Insgesamt bin ich überaus positiv überrascht von der Intelligenz dieser Rasse!

    Das kenn ich von Lothar auch. Ganze Maulvoll nimmt er zeitenweise. Was darin er braucht weiss ich auch nicht.

    Hallo,
    jetzt reit ich Lothar seid 4 Jahren und das Aufsitzen war immer ein blöder Punkt, weil er einfach so hoch ist. In sein Geschirr einsteigen, in den Teil, wo die Ansen eingehängt werden, geht nicht, weil das Geschirr rutscht. So habe ich über Jahre ihn immer an eine erhöhte Stelle führen müssen, um aufsteigen zu können. Natürlich hat er schnell gelernt, dass er eigentlich nur einen Schritt zur Seite machen muss und ich hilflos bin. Das hat also ohne lästiges "erstmal sich wie ein Sack über den Rücken zu lehnen um zu testen, ob der in Wegtretlaune ist" nur funktioniert, wenn wir es täglich machten und dafür reit ich zu selten. Und einmal hab ich mir mein Ellenbogen gebrochen, weil er genau einen galanten Schritt zur Seite machte, als ich grad in der Luft war und ich auf die Steinmauer viel, von der ich abgestiegen war.
    Nächstes Projekt war das, dass ich ihm beibrachte seinen Kopf nach unten zu tun, damit ich den als Tritt nehmen konnte. Doch den Teil, dass er den Kopf danach mit Schwung nach oben machen sollte, um mich sozusagen hochzuschmeissen, hat er nie wirklich zuverlässig gelernt. Und seinen Kopf hat er immer ungern nach unten getan. Und er hat ihn definitiv nie nach unten getan, wenn er nicht sein Halfter anhatte.Und ich bin einfach gerne unabhängig von Hilfsmitteln.
    Nach 4 Jahren ist mir endlich eine Lösung eingefallen, die aber nur bei einem behornten Ochsen funktioniert: nämlich über seinen Hals! Denn durch sein Horn habe ich einen sehr guten Griff und kann mich hochstemmen. Und das ist n bisschen niedriger als der Rücken.

    Und sollte er seinen Kopf ein bisschen Wenden und somit die Distanz zum Rücken länger werden, dann kann ich mit meiner anderen Hand zum zweiten Horn greiffen, und mich nach hinten schieben.

    Problematisch ists nur, wenn er den Kopf mit mir nach unten tut , doch das macht er eh nicht gern. :-)

    Viel Spass beim ausprobieren. Ich finds super: Ich bin unabhängig von Geschirr, Baumklötzen und Steinmauern!
    Und so viel Kraft brauchts gar nicht!


    Und das Ganze teilweise nochmal von vorn:

    Ich würde Lothar gerne beibringen sich auf Kommando hinzulegen. Ich habe aber wirklich KEINE Ahnung, auch nicht ansatzweise, wie ich das trainieren soll.
    Hat das von euch schon jemand seinem Viech beigebracht?
    Es gab hier mal Videos mit Hilfe des Seils dies zu tun, das will ich aber nicht!

    Lothar läuft auf "rechts" und "links". Bzw "scharf rechts" und "scharf links" beim Wenden auf der Stelle, weil ich mir in dem Moment nicht was selber ausdenken wollte....mehr Grund gibts da nicht.

    Ja der. Auch, wenn er grad neu ersetzt war. Dreimal ist er mir gerissen, dann wurds mir zu blöd. Obwohl es vielleicht mit einem Gurt (z.B. Anschnallgurt), also nicht Leder, halten müsste.

    Als "Leittier" stell ich mich einfach hin und versuche Ruhe zu vermitteln oder ich dreh mich um und geh, da folgen sie dann plötzlich nach.

    also das hätt bei mir nicht funktioniert als ich noch standortgebunden war. Denn egal was ich tat, meine Ochsen wissen ja den Weg nach Hause (zum Futter, zum Stall, zu den Artgenossen), den sie entweder schneller (wenn ich hinterherlaufe), oder langsamer (wenn ichs nicht tue) definitiv antreten und sollte nicht eine saftige Wiese ihren Weg kreuzen, auch bis zum Ende ausführen.


    Dann am Stall nehme ich das Tier in aller Ruhe, als wär nichts passiert, wieder ans Seil und gehe ausnahmslos wieder zu dem Punkt zurück, wo er mir durchgegangen ist. Und darüber hinaus. Auch wenn es wie Astrid sagt nur ein paar Meter sind.


    Das wichtigste was ich über die Arbeit mit den Ochsen gelernt habe ist wie immer das, dass es auf deine eigene persönliche Haltung ankommt, ob aus einer blöden Situation eine blöde Situation wird, und ob sie sich wiederholen wird.
    Lässt du dich nicht aus der Ruhe bringen, bekommst keine Wut oder Angst, zeigst du Dominanz und dein Tier hat "verloren". Bist du wütend hast du verloren und die Situation wird sich immer wieder wiederholen.

    Es gab keine grossen Probleme bei der Umstellung. Die grösste Umstellung brauchte es für die Drehung in den Kurven, weil da sein Kopf starr bleiben muss, und sich nicht schon zum neuen Weg biegen darf. Er ging schneller mit dem Stirnjoch, als mit dem 3PK und sehr praktisch fand ich, dass der Kopf eingespannt war, dh dass er ihn nicht hin und her wenden konnte, denn dort, wo er seinen Kopf hinwendet, geht er ja früher oder später hin.
    Bei der Zugleistung habe ich keinen Unterschied festgestellt. Ich habe im Vergleich sehr wenig mit dem 3PK.
    Ein grosser Vorteil: die Stinjochs sind total absolut Störfallunanfällig!
    ein grosser Nachteil: in Sommer, wenn es viele Fliegen hat, er aber schwer zieht, zB bergauf, hält er es irgendwann nicht mehr aus und schüttelt trotzdem den Kopf. Das geht verdammt auf die Wirbelsäule, weils mit einem ziemlichen Ruck weitergeht.
    noch ein Nachteil: gegen Herbst, also wenn Lothar monatelang schon die Kutsche täglich zog, kriegt er eine Verspannung im -ich denke das ist der - Übergansbereich von Brust auf Halswirbel. Im Frühjahr ists wieder weg. Es scheint ihm aber nicht einzuschränken, aber gut kanns ja auch nicht sein.