Posts by Hippo-Sohle

    Hier mal kurz auszugsweise die wesentlichen, zum Thema passenden Paragraphen



    Deutscher Bundestag
    4. Wahlperiode

    Bonn, den 14. Dezember 1961


    Der Bundestag wolle beschließen:
    Entwurf eines Tierschutzgesetzes

    §7
    (1) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich
    oder fahrlässig


    1. ./.


    2. ein Tier in seiner Bewegungsfreiheit

    dauernd so einschränkt, daß ihm dadurch
    mehr als geringfügige Schmerzen, Leiden
    oder Gesundheitsschäden zugefügt werden;

    (2) Ordnungswidrig handelt auch, wer vorsätzlich


    2. das Doppeljoch bei Rindern verwendet;

    Bei uns in Oberfranken sind die Scheunen praktisch göpel-frei.

    Ich habe hier auch noch nirgends einen gesehen und auch keine entsprechend baulichen Gegebenheiten an / in Scheunen etc.

    Allerdings waren - bis auf die Gutshöfe, die landwirtschaftlichen Betriebe auch nicht so groß. Anders etwas weiter in der goldenen Wetterau. Auch auf der Staatsdomäne Baiersöder Hof, wo i.d.R. alljährlich im Hochsommer eine recht große Veranstaltung zur historischen Landwirtschaft stattfindet, konnte ich bisher keine derartige Technik einvernehmen. Vielleicht ist es in der Tat so, daß in manchen Gegenden der Übergang vom Flegeldrusch zum Dreschen mit größeren, kraftangetriebenen (Dampfmaschine) Dreschmaschinen "ohne" den Göpel stattgefunden hat.


    Aber wir schweifen weit vom eigentlichen Thema ab :/ :(

    sie schieben die Last, man nutzt also die Muskelgruppen, die sie so sonst gern bei Rangkämpfen einsetzen

    Quasi wie auch beim "Stirnjoch /=> Einzelstirnjoch".


    und DIE Frage die ich mir immer wieder bei Erwähnung des Stirnjochs stelle:

    warum haben/finden wir tausende von Genickjochs aber nicht ein Stirnjoch?

    Das ist zwar eine sehr gute und interessante Frage-, darum ging es mir beim Einstellen des Textes aber nicht - mehr um die Verweise auf die Verbote durch:


    - 1934 den Badischen Reichminister des Inneren,

    - 1952 das Badische Innenministerium.

    Ein kleiner Anhang zum Thema:


    Das Genickdoppeljoch ist von seinem Gebrauch her dem Stirndoppeljoch ähnlich. Der einzige Unterschied besteht darin, dass das eine hinter dem Kopf im Genickbereich auflegt und das andere an der Stirn des Rindes, so dass das Rind in diesem Fall die Last nicht zieht, sondern vor sich herschiebt. Beide Anspannungsarten machen den Rindern die freie Bewegung des Kopfes unmöglich, was bei der sommerlichen Insektenplage für die Tiere sehr unangenehm ist. Wenn die Rinder ungleich groß sind – ein Zentimeter mehr oder weniger spielt bereits eine Rolle – oder sie einen Hang entlanglaufen müssen, sind sie gezwungen, Kopf und Hals unnatürlich zu verdrehen. Weiterhin übertragen sich alle Erschütterungen des Wagens über die Deichsel und den Jochbaum auf die Köpfe der Tiere. Durch die niedrige Kopfhaltung müssen die Tiere dauernd den Straßenstaub einatmen und der unfreie Gang unter dem Doppeljoch ermüdet die Tiere frühzeitig. Weitere Nachteile des Stirndoppeljoches sind, dass die kleine Auflagefläche auf der Stirn Scheuerwunden, Druckstellen, Blutansammlungen im Gehirn und bei schwerem Zug Schwindelanfälle verursacht11.

    Trotz aller Nachteile und Verbote hielt sich das Stirndoppeljoch jedoch bis zum Aufkommen der Traktoren.

    11 Drawer 1959, 56.



    Ein Vorteil des Doppeljoches ist, dass es in gebirgigen Gegenden, auf schmalen Wegen und in steilen Hohlwegen ein sicheres Fahren und Wenden, schnelles Anhalten und Anziehen erlaubt und deshalb oft Unfälle verhüten konnte. Außerdem ermöglicht es ein leichteres Anlernen des Jungrindes8.



    .....

    8 Trotz dieser Vor(ur)teile gab es immer wieder Verbote des Doppeljochs, da es Tierquälerei ist.

    1934 wurde es durch den Badischen Reichminister des Inneren, 1952 durch das Badische Innenministerium verboten und 1955
    gab es eine Empfehlung des Deutschen Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaf und Forsten gegen das Doppeljoch


    Drawer 1959, 51.


    aus:

    academia.edu/6332237/Langsam_schleicht_der_Ochse_flotter_geht_das_Pferd_Über_Anspannung_und_Geschwindigkeit_von_Rindern_und_Equiden?email_work_card=title


    Seite 6, unten rechts.



    Auf der einen Seite eine enorme Leistung von Mensch und Tier, sowohl in Muskelkraft abverlangt als auch in technologischer Hinsicht.

    Auf der anderen Seite fällt da in kurzer Zeit ein Baum, der wohl mehrere Jahrhunderte gebraucht hat um eine solch stattliche Höhe und einen solchen Durchmesser zu erreichen, also eine ungeheure Biomasse.

    Allem Anschein nach ist ihnen dieser angerottete Misch-mist, - auch in größeren Mengen zu sich genommen - gut bekommen !?

    Irgend etwas wird dran- und vor allem "drin" gewesen sein, daß die Rindviehcher diesen Mist so genüsslich gefressen haben ?

    Vielleicht so ein bisschen ne Art "Silage" ?

    ;)

    Wenn ich mit den alten Bauern hier spreche ist es immer schwer zu sagen wie viel Erfahrung sie tatsaechlich haben ...

    Hier bei mir gibt es quasi niemanden mehr, den man zu solchen Themen ernsthafter Weise befragen könnte. Gerade was das Thema "Spannkühe" oder Zugochsen angeht, ist - bis auf einige ganz wenige mit ein paar Kindheitserinnerungen - niemand mehr da, der das noch selber gemacht hat. Die letzten Bauern, welche noch Ochsen verwendet haben wären inzwischen alle weit über hundert Jahre alt.

    Wer dahin gehend etwas machen will, ist also weitgehend auf entsprechende Literatur angewiesen, kann sich das eine oder andere auf gewissen Plattformen wie "https://www.youtube.com/" etc. anschauen, mit anderen (verrückten) Rinderleuten hier oder (bei entsprechenden Veranstaltungen) in echt unterhalten - oder aber eben dann auch: "selber machen ... "

    Sicher-, denn solche "Zugeinrichtungen" wurden ja von unseren Vorfahren in den verschiedensten Bauarten und Ausführungen über Jahrtausende benutzt und verwendet.

    Es gibt aber auch Rinderrassen, welche für die (mögliche) Verwendung solcher Zugvorrichtungen (durch ihre Anatomie) wohl besser geeignet scheinen !

    Wenn der Rückenriemen mit den Zugstranghaltern "keinen" Bauchgurt hat, also nur lose aufliegt und sich so unter Zuglast anhebt / anheben kann (?), dann würde sich auch der Knick, d.h. der gebrochene Zug aufheben. Das kann man aber von diesem Bild her nicht erkennen. Ansonsten könnte es im Zug durchaus etwas unangenehm ... für die Ochsen werden ... :evil:


    Die ersten Milchbauern in Europa

    Nahrungsmittelüberreste in prähistorischer Töpferware zeigen, wo in Europa die Milchviehwirtschaft vor rund 7000 Jahren begann.


    https://www.spektrum.de/news/d…hbauern-in-europa/1727048


    Die Milch macht's: Im prähistorischen Europa haben offenbar vermehrt die Menschen der nördlichen Gebiete angefangen, die ernährungsphysiologischen Vorteile von Milch zu nutzen. Das hat nun ein internationales Team von Wissenschaftlern herausgefunden, das den Übergang vom Jäger-und-Sammler-Lebensstil hin zur Landwirtschaft im prähistorischen Europa rekonstruierte.

    Dazu analysierten die Forscher die organischen Nahrungsmittelüberreste, die sie in der Töpferware der ersten Bauern fanden, die vor 6000 bis 7000 Jahren an der europäischen Atlantikküste siedelten.

    Sehr interessant.

    Mir war bis dato nicht bekannt, daß es (hier !?) einen solchen Zuschuss zur Beschaffung von DPK gegeben hätte. Es ist aber inzwischen auch niemand mehr da, den man zu diesem Thema befragen könnte ... :rolleyes:

    Genau. Und die Luzerne braucht auch Luft. Ist ein Luzerneacker nach 3-4 Jahren vergrast, hilft nur eine gute Oberflächensäuberung mittels scharfem Eggen oder sogar flach Grubbern. Auch das flache abschneiden mit dem Schälpflug wurde empfohlen. Auf jeden Fall muß, will man an erster Stelle Luzerne ernten, dem Gras und der Verfilzung entgegen gewirkt werden, sonst kann man die Luzerne bald vergessen und den Acker für eine andere Kultur tief umbrechen.