Aufhaltesystem im Gespann, so hab ichs gelöst

  • Jetzt habe ich ein Aufhaltesystem für uns herausgefunden , bzw aus euren Anregungen für mich zusammengebastelt, mit dem ich endlich einigermassen zufrieden bin (und meine Ochsen auch). Im Einsatz ist es für uns seid eineinhalb Monaten bei fast täglicher Anspannung.


    Zuerst schreibe ich mal was ich alles ausprobiert habe und wieso ichs wieder verworfen habe:

    1. das Hintergeschirr läuft zu den Kummethaken und über eine normal lange Kummetkette in die eine Kette beweglich eingehängt ist an die Deichselspitze.

    Ergebnis: Funktioniert nicht gut, weil die Kummetkette auf der Aussenseite unangenehm in den Hals der Ochsen drückt.

    2. Das Hintergeschirr läuft zu den Kummethaken über eine ganz lange «Kummetkette», die bis an die Deichselspitze reicht.

    Zusätzliches Detail: eine «Deichselbrille» Marke Eigenbau bringt den Anbindepunkt an der Deichselspitze nach aussen mehr Richtung Kopfmitte des Zugtieres, also wird nochmal Druck auf die Seite des Halses reduziert

    Ergebnis: Der Druck auf den Hals ist fast weg. Aber das System ist auch ausgeschieden, weil ich dann festgestellt habe, dass es einen «gebrochenen Bremsweg» gibt, d.h. dass die Linie, zwischen Deichselspitze, bzw. Deichselbrille zum Hintern des Ochsens nicht gerade ist, sondern einen Knick hat beim Kummet, d.h. dass beim Bremsen das Kummet immer Druck nach unten auf den Wiederrist des Ochsens ausübt.


    Deshalb musste für mich das Hintergeschirr in einer möglichst geraden Linie zur Deichselbrille kommen, d.h. ohne den Umweg über das Kummet, sprich an den Kummetseiten vorbei gelenkt werden.

    Das bedeutet aber ziemlich viel rumhängende Seile oder Ketten, die sich durch die Bewegung des Tieres auch gerne im Kummet verfangen.

    Also ist meine Lösung jetzt folgende:

    Das Hintergeschirr geht direkt an die Deichselbrille, aber wird gehalten am Kummet, an der zur Deichsel schauenden Kummetseite durch eine kurze, an der Aussenseite durch eine lange Schnur (damit es sich nicht unten im Kummet einhängen kann) und wird dann an der Halsriemenunterseite durch einen Ring gebündelt und läuft so zur Deichselbrille.

    Das funktioniert bis jetzt prima.

    Ich freue mich aber trotzdem über Verbesserungsvorschläge!

  • Hallo Eva.


    Deine Idee mit dem Hintergeschirr finde ich Grundsätzlich gut. Aber der Ausführung des Systems liegt ein Fehler zu Grunde. Dein Brustscheit (Querscheit, Querdeichsel) ist viel zu kurz wenn Du mit jeweils zwei seitlich geführten Aufhaltern agieren willst.

    Beim Pferd funktioniert das durch die Anatomie bedingt, in dem man die beiden Riemen vom Hintergeschirr unter den Bauch vereint und mit einem einzelnen Riemen unter der Brust und zwischen der Vorderbeinen nach vorne zum Kummet und dann zur Deichsel geht. Das funktioniert dann auch zur Deichselspitze hin - ob mit Brustscheit oder auch ohne.

    Beim Rind ist das so, anatonisch bedingt nicht möglich (Wamme). Hier könntest Du aber mit zwei seitlich, außen am Körper vorbeigeführten Aufhalteleinen (Riemen, Ketten) zu einem Querscheit gehen, welches jedoch so breit sein muß, daß deine Aufhaltleinen nicht permanent am Bauch oder anderswo reiben. Im Idealfall sogar eigentlich ein größeres Brustscheit mit zwei einzeln beweglichen Waagteilen für jedes Zugtier. Das setzt allerdings eine nach vorne längere und in der höhe nur begrenzt bewegliche Deichsel voraus.

  • Hallo Eva,

    mich würde Interessieren, was Du da für Schuhe für deine Ochsen hast und warum gerade diese?

  • Hallo Hipposohle,

    Die Deichsel könnte definitiv länger sein, andererseits ist die Deichsel schon sehr lang und da ich auch immer wieder in Ortschaften wenden muss, muss ich auch auf Wendigkeit achten.

    Bis jetzt, und wir laufen viel, schäuert kein Seil an irgendeinem Körperteil. Ansonsten könnte ich das Seil auch mit Leder/Fell oder Filz ummanteln.


    Hallo Snickers

    Das sind Swiss horse boots mit einem verbesserten Verschnürsystem von Franz Balmer, ich glaube irgendwo im Forum habe ich darüber schon geschrieben.