Der verflixte 3. Punkt

  • Hallo

    Ich hasse 3 Punkt Kummets. Leider lieben es meine Ochsen.

    Aber es gehen immer kaputt X(! Immer immer. Früher schon mit Lothar und jetzt auch wieder. Bevorzugt am 3. Punkt.

    Wie habt ihr das gelöst?

    Zum einen das Material. Leder ist mir bisher immer gerissen. Alternative Materialien (Spanngurte) haben ihre Schwachstelle dort wo ich die Löcher für die Schnalle mache.

    Zum anderen wird der dritte Punkt ja nur in die dünne Hamenseite eingenagelt. Auch blöd.

    Habt ihr Vorschläge?

    Kann ja nicht nur mir so gehen.


    Liebe Grüße!

    Eva

  • Hallo zurück!


    Bei mir sind die Riemen für das Nackenkissen aus ziemlich stabilem Leder. Sie sind unter dem Polster mit einer Spax verschraubt:




    Ich schau dann mal auf den Dachboden, ob ich noch ein Kummet rumliegen habe.


    Schönen Tag erstmal!


    Flo

  • Ja hab ich auch schon dran gedacht, aber allein nicht genug, denn mit bei Beanspruchung wird das Zusammengeschmolzene brüchig und dann hab ich die einzelnen Fäden. Ösen? Bekomme ich die in so dickes Material und auch lange haltend?

  • Hallo!

    An die Sache mit den Ösen hab ich auch schon gedacht. Bei einem Versuch mit so einem Ösen-Rundum-sorglos-Paket aus dem Baumarkt kannst du eigentlich nichts falsch machen, oder? Da sind meistens ein Locheisen und ein entsprechendes Nietwerkzeug mit drin.

    Wie dick war denn das Leder, das dir kaputt gegangen ist?

    Viele Grüße!


    Flo

  • Vernünftige Ösen kannst du dir bei einem Planensattler reinmachen lassen. Von Baumarktsachen halte ich nicht viel, vor allem wenns halten soll. so ein Planensattler gibts da wo Planen für LKW, Anhänger oder Zelte angefertigt werden. Einfach mal in der nächsten PKW oder LKW-Werkstatt fragen.

  • Nein. Ich meine ja auch nicht breiweich.

    Aber alte Kummetpolster haben oft eine harte, brüchige Konsistenz - da haben mir die Sattler, mit denen ich zu tun hatte (Weiß bei Nürnberg und Steet bei Kitzingen), immer abgeraten. Die neuen Polster sind zwar alle gut gefüllt, aber so, dass sie sich dem Tier ein klein Wenig anpassen können.

    Ist auch bei neuen Pferdekummeten so.

    Viele Grüße!

    Flo

    P.S.: Mir ist seltsamerweise noch nie ein Kummet kaputt gegangen, egal bei welcher Arbeit. Ich kenne auch von meinem Großvater keine Geschichten von kaputten Kummeten.

  • Vielleicht leider ich unter einem 3PK Fluch? Bei mir gingen bisher alle kaputt. Auch mit starkem Leder.

    Im eigentlichen Zug nicht, aber wenn dann mal was schief läuft, der Karren oder das Holz hängen bleiben und die Tiere sich voll rein legen...

  • viele der alten 3PKs erzählen ihre Geschichte und wenn es immer die selben Stellen sind die repariert wurden, dann fällt das schon auf; gerade diese in-sich-Beweglichkeit (der eigentliche Vorteil) erweist sich als Problem wenn es um Stabilität geht


    so haben Dörings das Problem bei ihrem großen Kumt gelöst:

    [Blocked Image: https://kuh-und-oxn-schule.de/files/schulochse/oxenschule/joche_und_kummete/bewegliches_dreipolsterkumt/3pk_modern/08zugrinder3PKb.JPG]

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

    Edited 2 times, last by marieclaire ().

  • Ich hab keine Erfahrung mit Biothane und großer Belastung. Ich hab ein Halfter aus Biothane und da sind die Löcher bisher gar nicht ausgegangen.

    Was mir noch einfällt: statt Löcher den Riemen über zwei Ringschnallen (wie bei einem Kuh-Halsband für Resonder z.B.) schließen. Ich kenn mich mit Geschirren nicht aus, daher weiß ich nicht, ob das möglich wäre.

  • So schauts jetzt aus:

    Beim drei Polster Kummet habe ich jetzt eure Anregungen aufgegriffen und folgendes seid fast einem Monat im Einsatz:

    Der dritte Punkt ist aus einem LKW Spanngurt gearbeitet.

    Um die Schnalle und somit die Löcher zu umgehen habe ich zwei rechteckige «Ringe» als Verschluss (danke für die Idee, Snickers). Die dürften meiner Meinung nach viel kräftiger sein, als die die ich zugeschickt bekommen habe, aber ich hatte keine Zeit mehr für den Umtausch. Aber bisher hälts.

    Diese Art des Verschlusses ermöglicht auch eine ziemlich präzise Einstellung.

    Alternativ habe ich mein Ersatzkummet, ohne welches ich mich nicht zu reisen traue, mit einer Schnalle und Metallösen ausgestattet, sollte das oben genannte System als zu schwach sich herausstellen. Aber egal wie sorgfältig man die Ösen einarbeitet, ich glaube unter der Spannung des täglichen Einsatzes lösen sich bald kleine Fäden vom durchgelochten Spanngurt, Ösen hin oder her.

    Was bei beiden Varianten gleich ist, ist, dass die Spanngurtenden zwar mit einer Schraube, die auch das Kummetkissen hält, an der Schmalseite des Kummets verschraubt sind, aber dann noch umgeklappt und mit jeweils zwei Schlüsselschrauben durch die Breitseite des Kummets befestigt sind.

    D.h. selbst wenn der Holzstamm sich in einer Wurzel verhängt, oder die Kutsche irgendwo hängen bleibt und sich das Zugtier mit aller Kraft in den Zug legen muss, wird im schlimmsten Fall die eine Schraube rausgezogen, aber die Schlüsselschrauben halten den dritten Punkt dann immer noch. Das Kummet wird dann trotzdem an einer anderen Stelle kaputt gehen, aber zumindest nicht mehr an dieser.

    Und den Lederriemen oben am Kummet habe ich durch einen ziemlich breiten und starken ersetzt (da ist mir vor Jahren auch mal ein Kummet kaputt gegangen).


    Bis jetzt alles gut. Holzrücken werde ich trotzdem mit den Dingern nicht. Aber für unsere Tour, toitoitoi, sollte es heben.

  • Klasse!

    Alternativ wäre mir noch ein Riemen aus Sieltec-Hohlgeflecht eingefallen. Das soll ja auch sehr stabil sein.