Die Kartoffel ruft!

  • In den letzten Tagen haben wir mit einer Schleppe und verschiedenen Eggen den im März gepflügten Kartoffelacker etwas eingeebnet. Durch den stetigen Wind waren die Schollen, die eigentlich aus sandigem Lehm bestehen, betonartig...

    Die Schleppe habe ich aus zwei kleinen Doppel-T-Träger geschweißt und funktioniert ganz gut. Die Egge auf den Bildern ist eine Kreiselegge, die ich vor Jahren im Frankenwald gefunden habe. Je nachdem, wo man das Gewicht einsteckt, dreht sie sich nach links oder rechts (oder taumelt hinterher).




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  • super! Woher hast Du das große Ochsenkummet?

    wir haben unsere Kartoffeln schon gelegt und das erste mal gestriegelt. Da auf der Domäne von 3 Kühen 2 in den nächsten 2 Wochen kalben, haben wir alles mit den Trecker gemacht, das Striegeln hat fast genau so lange gedauert wie mit 2 Kühen. In Pabstthum haben wir die Kartoffeln einspännig mit einer kleinen Netzegge gestriegelt.

    Ja, daß es schon wieder so trocken ist ist fatal.

  • Hallo!

    Die Geschirre sind zum Großteil von der Sattlerei Steet aus Schwarzach am Main in Unterfranken. Ursprünglich war es ein Kuhgeschirr von der Sattlerei Weiß aus Engelthal bei Nürnberg, dass der Seniorchef nach dem Schnittmusterbogen, der überall kursiert, gefertigt hatte. Schon nach ein paar Jahren waren Rückengurte und Kummete zu klein. Das hat dann der Herr Steet angefertigt - in Ochsengröße lt. Bogen. Es hat nicht lange gedauert und alles war wieder zu klein. Also haben wir mittels Overheadprojektor die Schnittmuster so groß gezogen wie nötig. Das Resultat sind diese Monsterkummete... Wobei: Über Elsa (Bild 2) kann ich mittlerweile einfach nicht mehr drüberschauen.

    Mit den Kartoffeln waren wir noch nie so bald, weil es bei uns immer wieder kalt wird und die Knollen keinen Schritt vor oder zurück machen. (Nicht nur) bei uns gibt es den Spruch: "Legst du mich im April, komm ich, wann ich will. Legst du mich im Mai, komm ich glei`."

    Von den letzten 25 Jahren haben wir 20 Jahre mit dem Schlepper gelegt. Nur einmal paar Mal wollte ich unbedingt ausprobieren, wie mein Opa immer Kartoffeln gelegt hat: Mit dem Beetpflug. Hat schön funtioniert und ich hab im Anschluss auch einen kleinen Artikel an "Starke Pferde" geschickt, als die ihre Serie "Kartoffel-mit-Pferden-anbauen" hatten. Das waren die entsprechenden Bildern:





    Das letzte Bild ist aus dem Buch "Kartoffeln in der Früh`" vom Freilandlandmuseum Bad Windsheim.


    Und: Ja - da ist tatsächlich ein Pferd im Spiel... Ich denke, dass meine Mädels damals kein passendes Geschirr hatten.


    Viele Grüße aus Oberfranken!


    Flo

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  • Es ist in der Tat ziemlich exakt (dafür zeigen wir auch nicht die ersten Beete...), wenn man es mit einem Häufelpflug vergleicht - einfach, weil die Führung durch die Anlage da ist. Alles Andere war Rumprobieren, wobei im Endeffekt der Pflug so eingestellt war, wie ihn auch mein Opa verwendet hatte. Soll heißen: Ich habe die Auflage vom Pflugkarren (heißt bei uns "Gelafft") immer wieder auf der Achse versetzt, aber eigentlich war die Ureinstellung optimal! Wenn ich es mir nochmal durch den Kopf gehen lasse, ist die Spurweite ja auch die Reihenweite, weil man ja - zumindest ungefähr - in der Mitte die Furche zum Legen zieht. Mit dem Rückweg werfe ich sie ja nur zu und habe dann schon ein fertiges Beet. Als Alternative hat mein Opa auch manchmal die Kartoffeln "breit" gelegt. Das hieß dann, dass er alle zwei oder drei Furchen die Kartoffeln beim ganz gewöhnlichen Frühjahrsacker mit eingelegt hat. Das war anscheinend fürs Übereggen ganz schön, aber er hat es wohl nicht oft gemacht.

    Nochwas zum linken Rad: Das läuft beim Beginn am Feldrain. Da gibt es keinen Abstand, den ich einhalten muss. Wenn das alles einigermaßen gerade ist, werden die Kartoffeln in die entstandene Furche gelegt und beim Zurückfahren fahre ich mit dem rechten Rad über die gelegten Kartoffeln. Für das nächste Beet kann ich mich wieder am ersten Beet orientieren.


    Schönen Abend noch!

    Flo

  • hört sich einfach an, aber das verstehe ich nicht:

    Als Alternative hat mein Opa auch manchmal die Kartoffeln "breit" gelegt. Das hieß dann, dass er alle zwei oder drei Furchen die Kartoffeln beim ganz gewöhnlichen Frühjahrsacker mit eingelegt hat.

  • Hallo!

    Die Variante krankt vielleicht daran, dass ich statt "Frühjahrsackern" "Frühjahrsacker" geschrieben habe... Eigentlich ist es genauso einfach, wie die Möglichkeit auf den Bildern: Ich ackere mit dem Beetpflug ganz normal das Feld und je nachdem, wie breit die Beete werden sollen, werden jede zweite oder dritte Furche Kartoffeln "mitversteckt". Der offensichtlichste Unterschied zur anderen Methode ist, dass ich dem Acker gar nicht ansehe, dass da Kartoffeln gelegt wurden, weil er einfach nur wie frisch geackert aussieht. Die Dämme muss ich dann später mit dem Häufelpflug aufbauen. Das hat zumindest den Vorteil, dass man ein paar Mal mit einer ganz normalen Ackeregge Unkraut vernichten kann, bevor die Kartoffeln durchkommen, ohne auf Dämme achten zu müssen. Ich könnte dann sogar quer zur Pflanzrichtung eggen... Der Nachteil ist, dass die Saatkartoffeln nicht so präzise liegen.

    Noch was: Was ich gestern über die Reihenweite geschrieben habe stimmt nur zum Teil. Wenn ich die Auflage am Pflugkarren auf der Achse nach rechts verschiebe, wird die Reihenweite größer. Das hatte ich vergessen.

    Schönen Tag noch!

    Flo

  • Ja, so kenne ich das auch! Nicht nachgedacht hatte ich allerdings bisher über den Vorteil, quer zu den Reihen eggen zu können.

    In Pabstthum hat mein Kollege diesmal den Locher vom Vielfachgerät (VFG) einfach so ans Schwengel gehängt, das scheint sehr gut geklappt zu haben. Mit dem VfG hatten wir auf unserem kleinen Acker so einen riesigen Wendekreis und es war irgendwie umständlich für die kleine Fläche.


    Jetzt müßte es mal regnen, damit alles wachsen kann. Auf unseren sandiegn Böden ist es schon wieder staubig.

  • Ja - bei uns ist auch alles staubtrocken... Ich habe letzten Herbst Wickroggen als Notfutter für den Frühling gesät. Normalerweise war der um die Zeit hüfthoch und momentan geht er mir knapp über den Knöchel. Das ist irgendwie beängstigend. Würde ich dran glauben, müsste ich wahrscheinlich einen Regentanz aufführen...


    Flo