Getreide-Leguminosenmischungen

  • Oh. Das ist ja wirklich das VOLLE Programm!

    Bisher hatte ich verschiedene Kombinationen, die entweder in Hafer, Gerste oder Roggen eingesät waren:

    Hafer-Gerste-Sommerwicken-Erbsen, Hafer-Linsen, Hafer-Gerste-Linsen, Hafer-Erbsen und Roggen-Zottelwicke.

    Das letzte Gemenge habe ich einmal als Grünfutter im Frühjahr frisch gemäht und zuhause gehäckselt, als schon mal Futterknappheit war (könnte heuer wieder passieren...). War in dem Fall gar nicht so schlimm, weil es ein Johannisroggen war, der nach dem Mähen nochmal austreibt und dann im Juli noch eine Körnerernte - ohne die Wicken - gegeben hat. Ansonsten habe ich dieses Gemenge immer gedroschen und verkauft, weil ich den Roggen in der Fruchtfolge zwar zur Unkrautunterdrückung brauche, aber keine Möglichkeit habe, das Mutterkorn effektiv herauszureinigen.

    Die Gemenge mit Linsen habe ich als Linsenliebhaber eigentlich zum Eigenverzehr angebaut, aber das Auslesen war so mühsam, dass es für zwei Mahlzeiten (Weihnachten und Silvester) gereicht hat und der Rest ist durch Hühner und Kuhmägen gelaufen...

    Die Erbsen- und Wickengemenge waren rein zur Körnernutzung als Futter. Ich habe davon immer so viel heim, wie in mein Silo gepasst hat und den Rest habe ich an einen befreundeten Milchbauern verkauft.

    An Pferde habe ich von den Gemengen nichts verfüttert - meine Schwester hat zwar zwei Norweger, die aber mit Eiweiß anscheinend sehr heikel sind.

    Das Trennen ist so eine Sache. Bei Hafer und Erbsen funktioniert eine normale Putzmühle/Windfege, wenn sie noch ein, zwei Zusatzsiebe hat, also nicht die ganz einfachen Modelle, die nur mit Wind reinigen. Ich habe das Gemenge mit den entsprechenden Sieben für die Getreideart durchlaufen lassen, so dass die Erbsen schon beim ersten Sieb für die groben Teile rauskommen.

    Schwierig sind die Wicken und (siehe oben) die Linsen, weil die durch die Getreidesiebe einfach mit durchlaufen, dann schön gereinigt, aber eben nicht getrennt sind.

    Letzte Woche ist mir dafür ein ziemlich alter Trieur (siehe Bild) über den Weg gelaufen, den ich ohne langes Verhandeln bezahlt und mitgenommen habe. Diese Maschine ist nämlich genau dafür gedacht, runde von länglichen Samen zu trennen und dem Nachmessen zu Folge scheint meiner für kleine Linsensorten zu sein.


    Trieur.png

    Wie gut er funktioniert weiß ich erst nächste Woche - da werde ich mal 5kg Hafer und 5kg Linsen mischen und schauen, was passiert...


    So - jetzt fällt mir einfach nix mehr ein.


    Ach doch: Säen. Getreide und Leguminosen habe ich (fast) immer im gleichen Saatkasten mit der Getreideeinstellung gedrillt. Nur bei Erbsen habe ich umgestellt und bin ein zweites Mal übers Feld, weil die einfach zu groß sind.


    Ich hoffe, dass ich etwas Licht ins Dunkel gebracht habe...


    Schönen Sonntag noch!


    Flo

  • Getreide- und Hülsenfruchtgemenge z.B. konnten zu Zeiten, als noch mit Dreschmaschinen gedroschen wurde, von guten, meist großen Lohndruschmaschinen über den (vorhandenen) Sortierzylinder recht gut voneinander getrennt werden.

  • Hallo!


    Bei Erbsen und Ackerbohnen stimmt das wirklich. Bei kleineren Hülsenfrüchten geht es nicht wirklich, weil der Sortierzylinder ja nur nach der Größe sortiert - kenne ich aus eigener Erfahrung von meiner Ködel&Böhm Biber 3. Die hatte einen schön einstellbaren Zylinder.


    Viele Grüße!


    Flo

  • Guten Morgen!


    Ich habe noch ein bisschen in der Bibliothek gekramt und eine Handvoll Literatur gefunden:

    a) "Frischer Wind für eine alte Kulturpflanze! (...)", von Bernd Horneburg, Göttingen. 2003. Dreht sich v.A. um Linsen, hat aber interessante Passagen über die Reinigung.

    b) "Anbau von Gemengen im ökologischen Landbau", Hof und Prof. Dr. Rauber, Göttingen, 2003. Sehr schöne Broschüre vom Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der Uni Göttingen. Gibt es auch zum Herunterladen. Einfach in die Suchmaschine eingeben - ergibt den ersten Treffer (weiß nicht, wie es hier im Forum mit Links aussieht...).

    c) eine Aussaattabelle für Gemenge aus: "Handbuch für den biologischen Landbau", Georg E. Siebeneicher, Augsburg, 1993. S. 206.


    d) zwei Ausschnitte aus dem Reprint von "Handbuch der Landwirtschaft", einmal die Ausgabe von 1898 und einmal die von 1958, Manuscriptum, 2002.




    Vom praktischen Nutzen her, finde ich b) am sinnvollsten. Ist aber rein subjektiv...


    Schönen Tag allerseits!


    Flo

  • ...ich wusste doch, dass ich nochwas habe:

    "Ratgeber für den praktischen Landwirt", H. Haase, Siebeneicher Verlag, Berlin, 1949.





    Nur die Sache mit dem Sortierzylinder kann ich so leider nicht bestätigen...


    Flo

  • Nee, nee - ist als Kraftfutter wirklich gut. Durchwurzelt sehr schön unterschiedlich den Boden und das Getreide hat was von den Wurzelbakterien.

    Mein Nachbar baut auch jedes Jahr ein paar Hektar Gemenge zum Drusch an.


    Schönen Abend noch!


    Flo

  • ... ist als Kraftfutter wirklich gut. Durchwurzelt sehr schön unterschiedlich den Boden und das Getreide hat was von den Wurzelbakterien.

    ... jedes Jahr ein paar Hektar Gemenge zum Drusch.

    Was bis Mitte des 20. Jhd. noch weit verbreitet, auch in kleineren Wirtschaften angewandt, ging in den folgenden Jahrzehnten rapide verloren - als ob's die Bauern (in -D-) vergessen hätte - kommt jetzt so langsam wieder zum erwachen ...