Holzrücken mit Victor

  • Hallo Victor,

    vielen Dank für das Video! Ich habe keine wirkliche Erfahrung in der Arbeit mit Rindern, stelle mir aber gut vor, dass man mit ihnen auch gut Holzrücken könnte. Gerade das weniger hektische Verhalten kann ein Sicherheitsvorteil sein. Vielleicht hat man in Deutschland Holzrücken immer mit Pferden gemacht, weil diese im Winter in den Höfen im Überschuss herumstanden und Beschäftigung brauchten - ein willkommener Nebenerwerb der Pferdehalter. Da war die Ochsenleistung vielleicht nicht so als Zusatzleistung gefragt.

    Da ich ein wenig Erfahrung im Holzrücken mit Pferden habe, möchte ich beim Thema Sicherheit einhaken: Das Einhaken der Last ist bei den Pferden (und wohl bei allen Zugtieren, nicht nur beim Holzrücken) der Moment der größten Gefahr! Du stehst gebückt mit schlechter Sicht zum Tier zwischen Zugtier und Baumstamm, wenn das Zugtier plötzlich (Unvorhergesehenes heißt so, weil man es nicht vorhersieht - es kann immer passieren) losgeht. Deine Finger sind mit den Zugsträngen und -ketten zusammen und werden gequetscht, gerissen usw. und Deine Beine sind in nächster Nähe der Last und Dein gebückter Körper wenig bereit zum Wegspringen. Ich verstehe zum Beispiel nicht, warum Du erst den Schwengel (Ortscheid) an die Kette zum Baum hängst und dann erst die Zugstränge links und rechts am Schwengel befestigst. Ich kenne es so, dass die Zugstränge immer am Schwengel befestigt sind und auch so vom Tier durch den Wald geschleppt werden (Neuerdings setzt sich eine Technik durch, die mit Gummibändern das Ortscheid höher hält, wenn keine Last drauf ist - "Schwebeortscheid"). Damit fummelt man "am Baum" nicht mehr rum. Die Verbindung zwischen Zugtier und Last wird erst im letzten Moment möglichst einarmig (damit man in der anderen Hand die Leine zum Tier unter Kontrolle hat) mit ausgestrecktem Arm (um mit den Beinen möglichst weit weg zu sein) hergestellt, indem der Ring am Ende der Kette zum Baum mit dem Haken am Schwengel verbunden wird (im Idealfall wie durch einen kleinen Ringwurf über ein paar Zentimeter). So ist es ja auch bei landwirtschaftlichen Geräten.

    Du gehst bei Deinem Vorgehen (ca. ab Min 4:45 ), nachdem Du den rechten Zugstrang am Schwengel befestigt hast, sogar zwischen Tier und Last hindurch, um dann auf der linken Seite festzumachen (das darf man auch beim einfachen Kutschefahren, Pflügen, Eggen nicht). Wenn das Tier in der Sekunde loszieht, schnellt der rechte Zugstrang mit Schwengel hoch, Du fällst wahrscheinlich hin und der Baumstamm rutscht "irgendwie" über Dich oder hoffentlich nur Teile von Dir drüber. Oder gibt es einen Grund für Deine Reihenfolge? Ich verstehe nicht, warum Du den Schwengel überhaupt jedesmal abmachst und selber schleppst. Meiner Meinung nach ist das auch überflüssige Arbeit, für die man ja eigentlich das Tier nutzt. Wenn das Zugtier einen Baumstamm durch den Wald schleppen kann, dann kann es in Leerfahrt erst recht den "leeren" Schwengel (mit dran hängender Kette) durch das Laub, die liegenden Äste usw. bis zum nächsten Baumstamm ziehen. Wozu soll der schwache Mensch das Zeug schleppen?

    Der zweite Punkt, wo ich echt den Atem angehalten habe, ist ungefähr ab Min. 2:50: Mit einem Pferd als Zugtier wärst Du da für einige Sekunden in echter Lebensgefahr gewesen. Man steht nie! nie! nie! im Winkel, der von der Last und dem Tier mit Zugstrang gebildet wird. Aus Sicherheitsgründen hättest Du spätestens in der Stellung, als der gezogene Baumstamm im rechten Winkel zum bereits liegenden war (besser schon vorher bei Min 2:50) , ruhig und konzentriert die Seite wechseln müssen (über den Baumstamm rübersteigen; im Stand ! - cooler ist natürlich lässiges Drüberhüpfen ohne anzuhalten, aber das überlasse ich den Profis), um auf der Außenseite zu sein. Die Last muss immer von Dir weggezogen werden, nie auf Dich zu. Es kann hundertmal gutgehen... aber gerade im Wald kann man auch stolpern und dann nicht mehr flink weghüpfen.

    Jetzt ist diese Darstellung meiner Bedenken länger geworden, als ich eigentlich wollte, aber man muss wirklich daran denken, dass Holzrücken ziemlich gefährlich sein kann und sehr häßliche Unfälle passieren. Man sollte unbedingt vorher bei einer Könnerin in die Lehre gehen. Es gibt im Pferdebereich Kurse dazu, die meiner Meinung nach den Besuch lohnen.

    Viele Grüße von Karsten

  • Jetzt ist diese Darstellung meiner Bedenken länger geworden, als ich eigentlich wollte, aber man muss wirklich daran denken, dass Holzrücken ziemlich gefährlich sein kann und sehr häßliche Unfälle passieren. Man sollte unbedingt vorher bei einer Könnerin in die Lehre gehen. Es gibt im Pferdebereich Kurse dazu, die meiner Meinung nach den Besuch lohnen.

    das passt schon, weil

    ausserdem muss ich auch mehr auf die Sicherheit achten beim Anhängen der Last, ich weiß.


    mein Fehler, mein Augenmerk war beim Viktor, was und wie er es macht ...


    ja, das Ortscheit bleibt gern hängen; ein kurzes Seil oder eine Kette (am Ortscheit befestigt) die man in der Hand hält und an dem man anzieht bevor es wieder festhakt wäre auch eine Lösung

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • noch ne andere Alternative:



    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • Ja, das ist so ein Schwebeortscheit.

    Nach meinem Geschmack ist aber das Hängenbleiben des Ortscheites bei "Leergängen" ein eher kleines Problem. Es wird lästig, wenn sehr viel Äste und starkes Reisig "am Stück" In einem Wald herumliegen. Nach einem Sturm oder nach einer Durchforstung vor wenigen Jahren, wo noch viel unverrottetes Material herumliegt, aber dann ist alles anstrengend, auch das Ziehen der Stämme bzw. das Nebenherlaufen durch so ein Gestrüpp. Da legt man sich auch als Mensch gern ´mal auf die Nase. Im Normalfall oder in "ordentlich gefegten Forsten", wie auf dem Bild oben, ist es doch kein Problem.

  • Ist schon richtig, dass ich's (noch) nicht gut gemacht habe! Und tatsächlich, der Holzrückekurs über fünf Tage fängt kommenden Montag an. Danach bin ich bestimmt auch voll motiviert, ich hoffe Victor auch;).

    Zum Ortscheid, aktuell brauche ich noch beide Leinen. um den Ochsen am Hang rückwärts zu richten.

  • Zum Ortscheid, aktuell brauche ich noch beide Leinen. um den Ochsen am Hang rückwärts zu richten.

    weil ich es auch beim 3. Lesen nicht versteh: was hat das Ortscheit mit den Leinen zu tun?

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • aah, jetzt ist der Groschen gefallen

    danke! ich dachte das Ortscheit hat er eh in der Hand ... :/

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose