Grenzübertritt mit Ochsen

  • Hallo,
    ich bin gerade dabei mich darauf vorzubereiten mit einem Ochsen im Sinne des "Wanderreiten" unterwegs zu sein. Und dabei möchte ich mich nicht auf 'mein' Land beschränken, sondern Plane Grenzübertritte in die Schweiz und Österreich. Ich bin gerade im Kontakt mit dem österreichischen Ministerium für Gesundheit (wo das Veterinärwesen dazughört), aber noch nicht weit. Dagegen har mir das schweizerische Bundesamt für Veterinärwesen schon gesagt, ich müsse den Ochsen regulär importieren mit allem was dazugehört, weil es zwar Regelungen für Pferde in solchen Fällen gäbe, für Rinder aber nicht.


    Das war mal ein erster Schritt.
    Ich möchte versuchen über die nächsten Monate herauszufinden, wie es möglich sein könnte mit einem Ochsen die Grenzen "problemlos" zu überschreiten.
    Vielleicht hat ja jemand in diesem Forum auch schon Erfahrungen, oder Informationen gesammelt, die es sich lohnen würde zu tauschen.
    Ich habe z.B. heute gesehen, dass es Pässe für Zirkus und Dressurtiere gibt, mit denen ein ziemlich unkomplizierter Grenzübertritt möglich ist. Unter welchen Bedingungen mein Ochse unter die Kategorie Dressurtier fällt, werde ich jetzt mal versuchen vom Amtstierarzt zu erfahren.


    Dass solche Grenzübertritte möglich sind, ist schon bewiesen. So gibt es ja zwei Schweizerinnen, die mit drei Yaks jetzt im September von ihrem Zuhause aus bis ans Mittelmeer sind (da versuche ich auch schon Informationen zu bekommen).
    Und per Zufall habe ich gelesen, dass in einem Berner Kino gerade ein Film anlief, der von einer Ochsentour aus Italien in die Schweiz erzählt.


    Weitere Ideen, Vorschläge usw.?
    Alles Gute,
    Eva

  • die Anne weiß zumindest über den Grenzübertritt D-CH in beiden Richtungen Bescheid


    Probleme könnten evtl. die Quarantäne-Bestimmungen machen


    außer den Behörden wäre evtl. Ansprechpartner jeder Vieh-Transporteur der interntional tätig ist...

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • Ich denke das wird nicht einfach werden, wenn man bedenkt was es heute alles für Papierchen gibt!



    Trotzdem viel Glück!



    Wanderreiten mit Kühen/Ochsen hört sich cool an.

  • Hallo,
    ich habe schlussendlich doch eine späte, aber sehr brauchbare Antwort vom Österreichischen Bundesministerium für Gesundheit erhalten. Die hänge ich jetzt an. Ich versuche mich also in ihrer Variante 2.
    Eva



    Sehr geehrte Frau Scheinost!
    Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) nimmt Bezug auf Ihre E-Mailanfrage
    vom 16. Mai 2012 betreffend „Wanderreiter mit Ochsen“ und teilt dazu –
    urlaubsbedingt leider etwas verspätet - Folgendes mit:
    Grundsätzlich wären zwei Varianten der Verbringung von Ungarn nach Österreich
    möglich, wobei die Zusatzgarantien für Infektiöse Bovine Rhinotracheitis (IBR oder
    Bovines Herpesvirus 1) gemäß Entscheidung der Kommission 2004/558 (EG) auf jeden
    Fall für die betreffenden Rinder erfüllt sein müssen.
    Variante 1: IBR-Zusatzgarantie und Bescheinigung gemäß RL 64/432:
    IBR-Zusatzgarantie bedeutet: Die Rinder müssen in Ungarn 30 Tage in Quarantäne
    kommen, innerhalb dieser Quarantäne müssen die Rinder amtstierärztlich frühestens
    am 21. Tag nach Einbringen in die Quarantäne auf IBR untersucht werden und wenn
    das Ergebnis negativ ist, dürfen die Rinder am Ende dieser 30 Tage dann nach
    Österreich zusammen mit der vom zuständigen Amtstierarzt in Ungarn ausgestellten
    Tiergesundheitsbescheinigung gemäß Richtlinie 64/432 (EG) mit den darin
    vorgeschriebenen und bestätigten Einzeltieruntersuchungen (Tuberkulose, Leukose
    sowie bei nicht kastrierten Rindern auch Brucellose) ebenfalls mit negativem Ergebnis
    verbracht werden. Die Tiergesundheitsbescheinigung ist 10 Tage gültig. In der
    Tiergesundheitsbescheinigung ist jedoch auch ein landwirtschaftlicher Betrieb oder
    eine Sammelstelle als Bestimmungsort in Österreich anzugeben, wo Sie dann auch
    mit Ihren Rindern hinfahren müssen, denn der österreichische Amtstierarzt wird
    darüber mit einem elektronischen Meldesystem durch den ungarischen Kollegen
    informiert.
    Seite 2 von 3
    Bevor Sie dann in die Schweiz oder nach Deutschland weiterreisen, müssen Sie mit
    Ihren Rindern 30 Tage in einem österreichischen landwirtschaftlichen Betrieb
    durchgehend verbleiben und dürfen erst dann mit einer neuerlich vom für den
    Betrieb zuständigen Amtstierarzt ausgestellten Tiergesundheitsbescheinigung in die
    Schweiz oder nach Deutschland weiterreisen.
    Variante 2: IBR-Zusatzgarantie und Dressurnummer gemäß Verordnung (EG) Nr.
    1739/2005:
    Es besteht die Möglichkeit, die betreffenden Rinder in Ungarn vom amtlichen Tierarzt
    als Dressurnummer registrieren zu lassen, wobei sämtliche Untersuchungen
    (jährliche Untersuchung auf Brucellose und Tuberkulose (Intracutantest), in den
    Tierpass für Zirkus und Dressurtiere einzutragen sind.
    Zusätzlich ist ein negatives Untersuchungsergebnis bezüglich IBR/IPV sowie ein
    negatives Untersuchungsergebnis bezüglich Rinderleukose (gem. angeführter
    Variante 1) anzuschließen.
    Auf der Homepage des BMG finden Sie nähere Informationen. Siehe Tierpass für
    Zirkus- und Dressurtiere.
    Mit diesem Tierpass und der amtstierärztlichen Bestätigung der Einhaltung der IBRZusatzgarantie
    können Sie dann nach Österreich einreisen.
    Da Ihre Reise auch andere Mitgliedstaaten bzw. die Schweiz betrifft, weisen wir Sie
    darauf hin, auch mit den betreffenden Veterinärbehörden (Schweiz:
    www.bvet.admin.ch bzw. info@bvet.admin.ch und Deutschland
    (www.bmelv.de/DE/Startseite/startseite_node.html bzw. 333@bmelv.bund.de )
    Kontakt aufzunehmen und zu fragen, ob diese grundsätzlich mit oben ausgeführten
    möglichen Vorgangsweisen einverstanden wären.
    Es wird nochmals darauf hingewiesen, dass diese Rinder nur mit negativen
    Untersuchungsergebnissen nach Österreich verbracht werden dürfen.
    Sollten Sie die Reise tatsächlich antreten ersuchen wir Sie, mindestens sechs Wochen
    vor der beabsichtigten Verbringung erneut mit uns entsprechend Kontakt
    aufzunehmen, um allfällige Details noch klären zu können und gegebenenfalls einen
    Bescheid auszustellen.
    Wir hoffen, Ihnen damit gedient zu haben und verbleiben