13. Treffen der Französischen Ochsentreiber im Ecomusée d'Alsace

  • so war's, viel Vergnügen!


    wie immer: ein Klick auf die Photos vergrößert sie ...

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • noch was ;-)


    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • Schön :)


    Was mir am Anfang des Videos auffällt, daß die Befestigung des Joch's hier mit starken Lederriemen, - man könnte annehmen es seien (alte?) Zugstränge einer Pferdeanspannung, mit wenigen (einer) Umschlingungen der Hörner und verschließen mittels Metallschnalle befestigt wird, während andere Aufnahmen ähnlicher Jochbefestigungen Lederriemen zeigen, welche wesentlich kleiner im Querschnitt (Breite x Stärke), dafür aber meist mehrere Meter länger sind, und daher auch mehrfach Umschlagen und am Ende geknotet oder mittels Durchstecktechnik verschlossen werden.


    Und auch das Grubbern und Pflügen wäre ich anders angegangen.

    Bei so viel, vor allem so hoch gewachsenem Unkraut hätte ich wohl zuerst versucht das Unkraut (und die Stoppeln) mittels Schleife oder Walze niederzudrücken. Wahrscheinlich hätte ich auch einen anderen Pflug [Einschaar (mit Vorschäler)] ausgewählt und wiederwärtigen Falles das ganze (Stoppeln und Beikraut) zuvorderst mittels abmähen gefügiger gemacht. Grubbern (mit einer Art "Meyerhacke" in solch einem Verwachsenen Boden geht eigentlich gar nicht. Da verstopft viel zu viel. Auch selbst bei einem Grubber anderer Bauart wäre das passiert, denn das frische Unkraut ist noch viel zu zäh, um daß es sich in einer solchen Menge von einer derartigen Bearbeitungsart groß beeindrucken lässt. Es sei denn, man färt zig mal hin und her und ..... eggt es mehrfach heraus usw. usw. :(

    Bei solch einem Zustand sind ein guter Pflug oder eine Scheiben-, oder Spatenrollegge geeignetere Gerätschaften (sofern man sie zur Verfügung hat ... ;).

  • Was mir am Anfang des Videos auffällt, daß die Befestigung des Joch's hier mit starken Lederriemen, - man könnte annehmen es seien (alte?) Zugstränge einer Pferdeanspannung, mit wenigen (einer) Umschlingungen der Hörner und verschließen mittels Metallschnalle befestigt wird, während andere Aufnahmen ähnlicher Jochbefestigungen Lederriemen zeigen, welche wesentlich kleiner im Querschnitt (Breite x Stärke), dafür aber meist mehrere Meter länger sind, und daher auch mehrfach Umschlagen und am Ende geknotet oder mittels Durchstecktechnik verschlossen werden.

    das ist die moderne Bauart ;-)

    die Wickelung geht nicht ums Horn, die geht ums Joch und wenn das schon sehr abgenutzt ist, rutscht der Riemen auch schon mal beim Arbeiten ab

    irgendwo hier hat die Anne Bilder von einem anderen Bouvier-Treffen eingestellt, da ist die Entwicklung dieses Genickjochs noch eins weiter: da werden die dicken Polster durch 3 lagigen Filz ersetzt, der zB auch gleich am Joch befestigt ist

    das neue Joch mit den umgenutzten Hufeisen um das Deichselloch (siehe Bilder) braucht noch solche Filz-Polster

    einen anderen Pflug [Einschaar (mit Vorschäler)] ausgewähl

    wir sind auch ziemlich oft hin und her und rundummadum, eine richtige Furche gabs so nicht ;-)

    was mir bis zum Schluß nicht klar war: wenn ich so einem 2-scharigen Pflug hinten belaste, kommen doch die Scharspitzen ehr nach oben und raus aus dem Erdreich; abgesehen davon, daß ein Selbsthalterpflug das von selber können müßte (wenn denn alles paßt) wäre das Gewicht vorn nicht sinnvoller gewesen?

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


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  • Um beim Pflug und beim Pflügen zu bleiben:


    Das pflügen mit einem zwei- oder mehrschaarigen (Rahmen)Pflug ist schon eine Wissenschaft für sich ... ;) und die Einstellung bzw. die Einstellerei, bis der / ein sauberer Anfang gemacht ist, ist nicht so ganz einfach und erfordert schon etwas Routine / Übung.


    Und wie bereits geschrieben, hätte "ich" für dieses Feld und unter den gegebenen Umständen einen anderen Pflug gewählt. einen einschaarigen Pflug, eventuell mit Vorschäler, vor allem aber einen, mit einem genügen großen Pflugkörper, sprich einem großflächigen Streichblech. Das kann ein Beetpflug sein, das könnte aber auch ein Unterkehr- oder Wechselpflug sein, der eine solche Masse an Aufwuchs - ohne großes verstopfen - unterarbeiten kann.

    Solche Pflüge, wie der (im Film) verwendete zweischaarige Rahmenbeetpflug wurden Umgangssprachlich auch als s.g. "Schälpflüge", also Pflüge, welche meist zum Stoppelschälen nach der Getreideernte verwendet wurden bezeichnet. Und da die Getreidestoppel in der Handmäh- und auch in der Gespannmähtechnik nicht so lang bzw. hoch waren, wie so oft in der heutigen Mähdruschzeit, wo auf den Strohertrag kein großer Wert mehr gelegt wird, war damals auch nicht eine solche Masse an Strohresten etc. unterzubringen. Diese Pflüge haben meist kleinere Schaare und auch kleinere Streichbleche, also insgesamt kleinere "Pflugkörper" und sind dadurch wenig geeignet, solche Mengen an Ernterückständen und div. Aufwuchs gut unterzuarbeiten.

  • danke:thumbup:

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


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  • Kann es sein, daß auf diesem Feld nicht die richtige Bearbeitung gezeigt werden, sondern der Pflug vorgestellt werden sollte?

    Ist es normal, daß man so gebückt hinter dem Pflug herlaufen muß, oder ist er für besonders kleine Leute gebaut worden?

    Ich habe ja keine Ahnung mangels Möglichkeit, auch wenn ich mit meinen Mädels die eine odere andere Furche gezogen habe.

  • Kann es sein, daß auf diesem Feld nicht die richtige Bearbeitung gezeigt werden, sondern der Pflug vorgestellt werden sollte?

    Das weiß ich nicht, aber vielleicht Elke ...

    Aber selbst wenn, dann war es eben nicht besonders geschickt, diesen Pflug auf solch einem verwachsenen Feld vorstellen zu wollen, wie man ja an dem rumhantieren und am Ergebnis der Pflugarbeit sehen kann ... :/

    Ist es normal, daß man so gebückt hinter dem Pflug herlaufen muß, oder ist er für besonders kleine Leute gebaut worden?

    Nein, ist es nicht !

    Denn dieser - recht kurze oder niedrige Griff - dient nicht dazu, den Pflug über lang in der Furche zu halten , sondern ist lediglich dazu da, solche Pflüge am Vorgewende auszuheben, zu drehen und an neuer Stelle wieder in die / an der Furche einzusetzen. Bei geeigneten Verhältnissen und bei guter Einstellung halten sich die dann ganz von alleine in der Furche bei der Arbeit.

  • Ok. Gibt ja Pflüge die laufen alleine, andere muß man führen. Hätte ich auch selbst drauf kommen können, der im Film hat ja nur einen Griff. Aber nicht alle selbstführeneden Pflüge habe nur einen Griff, woran erkenne ich denn solchen?

    Ich habe einen Unterdrehpflug, mit dem sind wir nicht wirklich gut zurecht gekommen, auch mit angeblich kompetenter Hilfe. Da hieß es, das wäre ein Pflug für Zweispänner, aber das war wohl Blödsinn, wie ich woanders gelesen habe.

  • Pflüge, welche "überwiegend" ! - ohne große Führungshilfen durch den Gespannführer (oder Helfer) beim Pflügen in der Furche bzw. im Land laufen sind in erster Linie die verschiedenen Rahmenpflüge. Die gab es von einscharig, dann auch meist mit etwas größerem bis großem Pflugkörper, und die mehrscharigen, zwei, drei, vier, meist kleineren Pflugkörpern, die s.g. Schälpflüge, also meist für den raschen und großflächigen, eher flachen Stoppelumbruch im Sommer.

    Die Karrenpflüge, ob Beet-, oder Unterkehr- / Wechselpflüge konnten mit Hilfe von zwei Zug + Spannketten auch "einigermaßen" selbsthaltend Arbeiten, was auch bei den ein- oder mehrscharigen Volldrehpflügen der Fall war.

    Das sind aber nur Beschreibungen zu den Pflügen.

    Der Zustand des zu Bearbeitenden Ackerboden's ist wieder ein anderes Thema (welches den Pflug aus der Furche heben / werfen kann ...).

  • ohne es genau zu wissen denke ich der Pflug sollte ausprobiert werden; es hat dort ja viele verschiedene Pflüge und mit 2 Ochsen wars auch "Manpower" genug den zu ziehen

    natürlich machen die dort im Museum nichts ohne wirklichen Nutzen, will heißen, eigentlich sollte der Acker umgebrochen werden, damit wieder was drauf angesät werden kann; egal wie / mit was ...

    und anders als in einer "echten" Landwirtschaft wo man den Tag wählt an dem das Wetter / der Boden passt für die Arbeiten wo man plant ist das hier terminlich durch die Verantstaltung fixiert gewesen

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


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  • Attelages bovins d'aujourd'hui hat einen Artikel zu diesem Treffen veröffentlicht


    Im Mekka der Ochsentreiber, das Jahrestreffen 2018 im Ecomusee d'Alsace


    Übersetzt nach einem Artikel der in der Zeitschrift "Sabots" n ° 85 Juli-August 2018 veröffentlicht wurde

    Cozette Griffin-Kremer mit Christine Arbeit, Bernard Barbé, Andre Kammerer, Rémy Ruckstuhl, Elke Treitinger



    1 – Christine Arbeit bei der Arbeit, Photo C. Griffin-Kremer


    Alle lachen, denn Philippe Kuhlmann hat uns gerade wieder eine fantastische Geschichte erzählt und dann kehren wir an die Arbeit zurück - Belgier neben Schweizern, Deutschen, Franzosen und vor allem Elsässern, die am nächsten wohnen beim Ecomusée, wo der Museumsdirektor uns noch selbst begrüßt.

    Der Präsident des Vereins der Freunde des EMA (= Ecomusée d'Alsace) und seine Frau nehmen sich die Zeit am Samstagabend zum Abendessen zu uns zu kommen, zusammen mit dem pensionierten Chef der Gästebetreuung, der nun hier als Ehrenamtlicher arbeitet, seine Zeit einteilt zwischen der großen Weite des Naturlehrpfades , den Feldern und dem Landwirtschaftstheater, welches ein integraler Bestandteil des zukünftigen Projekts "Leben im 21. Jahrhundert" ist. Die ehrenamtlichen Helfer haben sich an unsere Aufenthalte gewöhnt - wir sind immer voller Überraschungen.

    Werden wir zwanzig sein, werden wir vierzig sein, wer wird zuerst kommen, wer wird bis zum Ende bleiben können? Wenn wir das im Voraus wüssten, würde der Charme fehlen, der die Mischung zwischen dem angekündigten Programm und der viel reicheren Realität jeden Treffens ausmacht, immerhin schon das 13. Treffen der Ochsentreiber, um ihr vielfältiges Know-how zu teilen. Die Teilnehmer kommen aus ganz Frankreich und dem Ausland mit ihren Erinnerungen, ihrem Wissen, ihren eigenen Praktiken, ihren Jochs, ihren Tieren und ihren Hoffnungen für die Zukunft der Rinderarbeit.



    2 – Das Team von André Kammerer, Photo André Kammerer


    Während dieses langen Himmelfahrt-Wochenendes wird das Mitglieder-Kontingent um die Teilnehmer der beiden lange im Voraus stattgefundenen Kurse erweitert, die Philippe Kuhlmann im November und im März 2018 der EMA vorgeschlagen und durchgeführt hat. Er belebt das Treffen mit Erklärungen in Französisch und Deutsch und alle Teilnehmer sagen uns, dass es sogar ein Vorteil ist, der sie nicht stört, sondern ihnen Zeit zum Nachdenken gibt, da Begreifen und Verstehen beim Lernen Konzentration und Engagement voraussetzen.

    Aber jeder ist weit davon entfernt ein Anfänger zu sein, denn die Kurse ziehen auch Anne an, die Spezialistin für Rinderverhalten, und Elke, die deutsche Tierärztin, beide erfahrene Ochsentreiber und unter anderem Säulen der "Arbeitsgruppe Rinderanspannung", deren eigenes Jahrestreffen Anfang Februar in Österreich stattfand.

    Das Ecomusée wird durch den neuen Gemeinschaftsgeist, der durch diese Kurse von jeweils einer Woche entsteht, bereichert, und die neuen Teilnehmer werden leicht bei den alten integriert, von denen einige nach einer Abwesenheit von mehreren Jahren sogar wieder zurückkehren.

    Ein Hin und Her, das die Begegnungen von Theorie und Praxis an diesem Wochenende befruchtet, wo die Zugkraft von Tieren, sowohl von Pferden als auch von Rindern, im Mittelpunkt der Öffentlichkeit steht. Es ist immer wieder notwendig mit dem Unerwarteten zu rechnen und sich darauf einzustellen.

    Der erste Tag - normalerweise für die Kuh, Milch und Käse reserviert - leidet unter Rindermangel. Eine der Kühe, auf die sich Philippe verlassen hat, steht trocken und die andere traut sich nicht allein vor Publikum zu stehen, das beim Melken zusehen und den Kindern frische Milch anbieten möchte .



    3 – Corentin mit seinem Enkel André, Photo C. Griffin-Kremer


    Schade, wir beschließen etwas anderes zu machen und die Kuh wird Teil der öffentlichen Präsentation in den beiden täglichen Tierparaden am Samstag und Sonntag sein.

    Dort trifft man alle Welt und bei dem Umzug wird alles gezeigt: Menschen und Tiere, Schweine, Truthähne die kollern und eine Truthenne mit Truthahnküken hinter einem Zaun, bequem in der Scheune im Nest. Danach kommen die Pferde an den Karren und werden an die Char-a-Bancs Kutschen angespannt, die die Besucher begleiten und herumfahren, zum Schluß kommen die Kühe und die Ochsen.

    André Kammerer, ein ehemaliger Eisenbahner und jetzt Ochsentreiber, brachte sein neues Team: Tino, den Roten und Greby den Schwarzen. André ist einmal in der Woche ab Ende März zu Philippe gegangen, um sie auszubilden und dies wird ihre erste Gelegenheit sein, im Ecomusée auf der Bühne zu stehen. Philippe bringt seine eigenen Ochsen, den roten Manny und den schwarzen Snowy zusätzlich zum regulären Rinderbestand des EMA zur Präsentation der Tiere auf dem großen Platz der Tischler, dem Mittelpunkt des Dorfes des Ecomusée, dem Herzen seiner Geschichte und dem Zentrum der Sammlung elsässischer Lebensräume.



    4 – Das Haus des 21. Jahrhunderts, Photo CGK

    Heute blickt das Ecomusée in die Zukunft, auf das Projekt "Leben im 21. Jahrhundert", hin zu wichtigen Entscheidungen, die getroffen werden müssen und Gegenstand von Präsentationen für die Öffentlichkeit sind. Zunächst durch den Bauistella - Wettbewerb (Bauwettbewerb) des letzten Jahres, an dem Philippe, in Übereinstimmung mit den Anforderungen des Wettbewerbs, der montierbare und demontierbare Konstruktionen suchte, mit seiner Erfindung teilnahm, einer faltbaren und transportablen Scheune, die den Tierhaltern, die sich zwischen dem Hof im Tal und den Almen bewegen, das Leben erleichtern soll.

    In die Landschaft des Ecomusée sind diese hellen, oft fast geflügelten Rahmen aus ökologischen Materialien gesät, Stoffe welche die älteren Baumaterialien widerspiegeln, denn es ist schon ein langer Weg in die Zukunft gewesen: das Haus des zwanzigsten Jahrhunderts (das Haus der tanzenden Frösche, von dem Architekten Gerard Althorffer entworfen) und das Nachbargebäude gegenüber, das Haus von Kunheim, Überlebender von Überschwemmungen und Zeuge des beweglichen Wohnens und des Elsässischen Geistes.

    Ausgehend also von den Vorläufern folgen wir dem von Mathieu Winter entworfenen Weg zum Haus des XXI. Jahrhunderts, einem Bauvorhaben, das von der Vereinigung der Erbauer des EMA nach den neuesten Anforderungen der nachhaltigen Architektur erstellt und modelliert wurde, auf dem Grundkonzept der traditionellen Häuser.


    5 – Weg des Theaters der Landwirtschaft, Photo CGK


    Das Haus des 21. Jahrhunderts öffnet sich uns auf dem Weg zu den Eselskoppeln, der darüber hinaus zum neu errichteten Sundhoffen-Haus führt, das am Weg des Landwirtschaftstheaters und seinen Feldern liegt. Die Zukunft, wo traditionelle Nutzpflanzen wachsen, vom Hopfen bis zum Roggen, der Obstgarten, dann die Weinberge auf flachem oder abschüssigem Boden, jedes Grundstück spiegelt die Vielfalt der Böden des Elsass wider.

    Die Frage des Wassers steht hier im Vordergrund, denn seine Kontrolle liegt den Feldern am Herzen, genau wie das Herz des Naturschutzgebietes ein echter "Hotspot" der biologischen Vielfalt ist.

    Die Arbeit mit Zugtieren ist ein integraler Bestandteil dieses Abenteuers und die Ochsentreiber sind sich dessen bewusst, da sie wissen, dass sie ein außergewöhnliches Arbeitsumfeld genießen, aber dass dieser Augenblick auch die Erwartungen des Publikums nach den Vorstellungen auf dem Platz der Zimmerer erfüllen muss.


    6 – Philippe Kuhlmann, Holzrücken im Écomusée d’Alsace, Photo CGK



    7 – Madeleine Peignois und Marc Vanoverscheld, Rückkehr vom Holzrücken, Photo CGK


    Und hier geht es sozusagen ans Eingemachte. Wie soll man ohne Enttäuschung die Erwartungen der Besucher erfüllen, die leichte Sandalen tragen, und die schwere Arbeit des Holzrückens sehen wollen? Eine Laune der Ochsen und der Stamm dreht schnell ab, den Weg fegend und löst damit leises Murmeln bei den Ochsentreibern aus - ein Moment zum harten Durchgreifen weil es notwendig ist und Philippe zögert nicht, um die Sicherheit der Touristen zu gewährleisten, die sich der Gefahr nicht bewusst sind.

    Am Platz der Zimmerer ist es ist viel einfacher, im Herzen des Dorfes, wo die Animateure des landwirtschaftlichen Teams die Zugpferde präsentieren und das Mikrofon an Philippe weitergeben, der die Rasse der Vogesen beschreibt und dann jedes Team seine Rinder einführt.

    Hier gibt es die Möglichkeit für viele Ochsentreiber ein Tier vorzustellen, vielleicht nur um ein Halfter zu zeigen oder um ihre eigene Art des Jochbaus zu demonstrieren oder um die feinen Details des Drei-Polster-Kummts schätzen zu lernen, ein Kumt welches von Geschirr-Sattler Jean-Claude Mann gemacht wurde.

    Ein Besucher spricht Philippe zuerst an, um ein "seltsames Teil" zu identifizieren. Dann bestätigt Philippes Nachbar, Rémy Ruckstuhl, die Hypothese: Es ist ein Hornführer, um das Wachstum der Hörner zu korrigieren und in sehr gutem Zustand. Der Besucher gesteht dann, Besitzer einer ganzen Sammlung zu sein ... wieder eine Gelegenheit, sich unerwartet mit den Ochsentreibern auszutauschen.



    8 – Der Hornführer, Photo CGK


    In diesen Tagen nehmen sich die Ältesten, genau wie Philippe, die Zeit, den Neuankömmlingen die ganze Palette von Jochen und Kummten - dem elsässischen Joch, dem Stirnjoch, dem berühmten Drei-Polster-Kumt - zu zeigen und zu erklären, wie man sie bindet und anpasst.

    André Kammerer hat sein brandneues Joch zum Testen mitgebracht, dessen Deichselloch von einem Hufeisen flankiert wird. Er brachte auch seinen Enkelsohn, Corentin, bereits ein vollendeter Bouvier, der dafür verantwortlich ist, während der Erprobung des Trolleyrades an der Deichsel, das von den Schmieden angebracht wurde, den Jochnagel zu setzen.



    9 – Das Projekt "Trolleyrad an Deichsel", Philippe und die Schmiede mit Nicole Bochet, Photo CGK


    10 – Erster Versuch des Trolleyrades an der Deichsel – es funktioniert, Corentin Hubert, Philippe Kuhlmann, Marina Le Glaunec, Photo CGK

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

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  • Der letzte Tag, der Sonntag, ist besonders stark mit Neuheiten beladen.

    Zuerst zeigt Philippe uns seine Idee, die bereits ganz gut durchdacht ist, um die Arbeit des Einwiedens an einachsigen Karren zu erleichtern, vor allem wenn ein Ochsentreiber es allein machen muss - er befestigt an der Deichsel ein kleines Rad, das er dann in das Deichselloch des Jochs zieht. Diese Idee war kaum erwähnt, da gehen wir damit schon zu den Schmieden.

    Hier finden wir eine Schmiedin. Das Frauenkontingent unter den Teilnehmern zeigt, dass Zugarbeit mit Tieren deutlich sichtbar auch mehr und mehr von Frauen durchgeführt wird.

    Lebhafter Austausch, Zeichnungen auf dem Boden im Kies, die Schmiede stehen auf um in die Schmiede zu gehen und wir machen uns auf zum "Haus des Geschmacks und der Farben" um dem Klauenschneider Bernd Barbe zuzuhören, den Nicole Bochet eingeladen hat, um uns eine kurze Präsentation über Klauenkrankheiten und die notwendige Pflege der Klauen zu geben. Seine Beschreibung ist um so faszinierender, weil er gewohnt ist, Milchkühe in oft halbindustriellen Ställen zu behandeln.

    Heute entdeckt er die Besonderheiten des arbeitenden Rindes und die speziellen Anforderungen beim Beschlagen.


    11 – Bernard Barbe, Klauenschneider, vor der Arbeit des Écomusée, mit Klauenschuh, Photo CGK


    Überraschenderweise gibt diese kurze Pause im Besprechungsraum den Schmieden genug Zeit einen ersten Versuch zu unternehmen, ein Rad an der Spitze der Deichsel zu befestigen - es funktioniert sogar, obwohl einige kleine Verbesserungen erforderlich sind. Nach dem Besuch beim Schmied ziehen wir Bilanz.



    Dies ist auch der Zweck der Versammlungen während des ganzen Wochenendes, wo die Gespräche verschwimmen und erzählt wird, wie man einen quadratischen Misthaufen baut, nur eines der vielen verschiedenen Themen, die Philippe schon während der beiden Kurse behandelt hatte und die

    über die engen Grenzen des Anhängens und Arbeitens mit verschiedenen mechanischen Instrumenten wie dem Vertikutierer oder der Hacke weit hinausgehen.

    Trotz des guten Wetters ist die Arbeit schwer, denn die obere Bodenschicht ist nass und darunter ist es zu trocken. Das dämpft den Elan (nicht aber den Enthusiasmus) deutlich. Im Gegensatz dazu funktioniert die Passage zwischen den Reben zum "Belüften" des Bodens besser.

    12 – Vorstellung der Arbeit mit der Sense auf den Wiesen des Écomusée, Photo CGK

    13 – Christine Arbeit und André Kammerer in den Feldern des EMA, Photo CGK


    Um den Aktivitäten mehr Abwechslung zu verleihen, bringt Philippe einige der Ochsentreiber dazu, auf den Feldern des Ecomusee zu mähen und dann mit Ackerwagen und Karren das Grünfutter heim zu transportieren

    Auf dem Rückweg von einem der Ausflüge in den Wald versucht Philippe an einem dreiköpfigen Ochsenteam zu zeigen, wie man die Ketten so anpasst, dass der alte Vorder-Ochse sich nicht komplett wie im Urlaub fühlt und seinen Anteil an der Ladung übernimmt.

    Die Verladung des Holzeinschlags geht weiter auf Wegen, die zum Platz der Zimmerer führen, zu den öffentlichen Präsentationen, bei denen Information von allgemeinem Interesse und technische Details für Ochsentreiber kombiniert werden müssen - z.B. wie man Ketten oder Haken anbringt, um sie leicht wieder lösen zu können, wie man einen Stamm freirollt, der von einem anderen festgehalten wird, ohne die beiden zu beschädigen, wie man das Holz wegschiebt, wenn man in den Bergen rutscht.

    Zur allgemeinen Erbauung zeigt Philippe, am Mikrofon begleitet von einem landwirtschaftlichen Teamleiter, wie man ein Ochsenpaar um einen Baum dreht, wenn der Wald zu dicht ist, am Beispiel eines Pfahles des Sundgauer Hauses - ein Geduld erforderndes Werk, fast ein Walzer in Zeitlupe.



    14 – Wegschieben eines Stammes beim Holzrücken, Place des Charpentiers, Photo CGK

    15 – Drehen um einen Pfosten… oder einen Baum im Wald, Photo CGK


    Die freiwilligen Helfer des Museums bringen Philippe dazu, die Vogesenrasse zu präsentieren und betonen, dass es recht selten ist, dass so viele Tiere das rot-weiße melierte Fell haben. Sie unterstreichen den historischen Nutzen gemischter Herden - Milch und Arbeit - für die Senner, der wichtige Platz der Rinder im Programm des Ecomusée.

    Sobald die zwei Präsentationen an jedem Tag abgeschlossen sind, können die Besucher an diesem Wochenende alle anderen Aktivitäten außerhalb oder innerhalb der vielen verschiedenen Häuser ansehen und stehen bleiben, um mit dem Töpfer während der Arbeit oder mit den anderen Gästen zu plaudern, mit der Perlennäherin oder dem Polsterer, der Rosshaar und Wolle lockert bevor er eine alte Matratze neu polstert oder eine neue Matratze erschafft.

    Die Natur zieht uns alle an und die Ochsentreiber, früh angekommen, versäumen es nicht, den Pfad ins Naturschutzgebietes zu nehmen, den mit Stroh abgedeckten Garten zu besichtigen oder für ein paar Momente das Leben einer Nektarsammlerin zu teilen, auch um dann zu entdecken, dass der versunkene Glockenturm bis zum Ökomuseum transportiert wurde .... mit einem Ochsenpaar! Besuchen Sie das Haus der Kopfbedeckungen ("coiffe" = die traditionnelle Kopfbedeckung von Frauen im Elsass) , halten Sie beim Geigenbauer oder beim Friseur, um eine altmodische Rasur zu erleben, erklimmen Sie den Steinturm für den Panoramablick auf das Ecomusée, nehmen Sie das Sumpfboot - der Tag ist schnell vorbei für Besucher ...

    Was die Ochsentreiber angeht, kommen sie im Haus Muespach zusammen, um zukünftige Treffen zu besprechen und zu planen.


    16 – Die Geschichte von den zwei Schweinen, EMA und der Tierschutz, Photo CGK


    Allen liegt das Wohlergehen der Tiere am Herzen und das Thema kehrt während des gesamten Wochenendes immer wieder zurück - wann die Schweine kastriert werden müssen um die Robustheit der Erwachsenen zu erhalten, wie sie zu beherbergen und zu ernähren sind, was es bedeutet, wenn eine Multi-Produktionsoperation in Betracht gezogen wird.

    Offensichtlich hat das Ecomusèe die Möglichkeit, alles oder fast alles im Rahmen seines Programms des Landwirtschaftstheaters zu tun, muss sich aber auch darum kümmern, wie es zwischen der Authentizität des Althergebrachten und den Anforderungen an den Komfort von Tieren jongliert. Man beschloss sich auf der Komfortseite für das kleine Haus der Monswiller Arbeiter zu entscheiden, wo früher ein Schwein in einem ziemlich kleinen Raum allein lebte.

    Heute hat es eine geräumigere Unterkunft und - die Krönung des Glücks für solch ein geselliges Tier - einen Begleiter, auch wenn die ganze Geschichte von Monswiller dieser Neuheit widerspricht. Sie müssen sich mit der Zeit bewegen, auch wenn Sie ein Schwein sind.



    17 – Die Tierärztin Elke Treitinger und der Klauenschneider Bernard Barbe diskutieren, Photo CGK


    Die deutsche Tierärztin und der französische Klauenschneider besprechen, wie man die Klauenschuhe auswählt oder das Halfter justiert, um ein Tier während eines Eingriffs zu entspannen oder auch nur eine angemessene Wiederkäuungszeit zu bewirken, die einer jungen Kuh helfen kann, ihr erstes Kalb zu akzeptieren.

    Während der Sondersitzung zum Klauenschneiden ist die Diskussion zwischen Bernard Barbe und Philippe besonders fruchtbar, die beide mit Krankheiten oder Klauenverletzungen vertraut sind und Bernard erklärt uns einige Fachwörter seines Berufes - ein Schuhloch, das wir ein zweites Mal verwenden würden, heißt "Witwenloch"; eine "Karo-Niete" weist auf schlechte Arbeit hin, denn wenn der Kutscher sie sehen kann, dann deshalb, weil sie zu groß ist; Wenn wir die Nägel feststecken und nicht richtig ausrichten können "Bügeln wir beim Musikmachen", die Noten verstreut hier und da, wie auf einer Partitur.

    Bernard erzählt von den Anfängen des von dem Holländer E. Toussant Raven erfundenen Klauen-Funktionsschnittes und weist auf Quellen im Internet hin, um Informationen zu erhalten, wie zum Beispiel Kurse, die die Pflege zu Hause durch einen Rinderhalter ermöglichen. Er hofft, im nächsten Jahr mehr Klauenputzer mitzubringen, um diese Welt der Kühe und Ochsen bei der Arbeit zu erkunden.


    18 – Einstellungen, Philippe Kuhlmann und Marc Vanoverscheld, Photo CGK


    Die Ochsentreiber diskutieren während unseres Treffens darüber, wie man Züchter und andere Netzwerke, wie Landwirtschaftsschulen und Tierärzte effektiver einbinden kann. Philippe betont die Notwendigkeit von Praktika bei einer Vielzahl von Tieren unterschiedlichen Alters, Geschlechts und unterschiedlicher Größe in verschiedenen Lebensphasen.

    Alle stimmen darin überein, dass es nicht einfach ist, den Zeitaufwand mit dem öffentlichen Publikum mit dem Bedarf zu teilen, den die Ochsentreiber für sich brauchen, um tief in den Wäldern und auf den Feldern zu arbeiten, und wir kommen wieder auf die Frage des Wohlbefindens zurück.

    Das Zugrinder-Netzwerk wird in diesem Bereich helfen, denn Christine Arbeit erinnert uns daran, dass die Zugarbeits-Abteilung des Kuhfestivals in Nantes (7.-9. September 2018) schon lange an diesem Thema arbeitet. Der Vorschlag wird beim Wort genommen, denn das EMA wird Philippe und den Kommunikationsverantwortlichen Thomas Lippolis schicken.

    Während des ganzen Jahres werden die Ochsentreiber durch Michel Nioulous Blog "Attelages Bovins d'Aujourd'hui" in Kontakt bleiben und versuchen, mit Philippe und dem EMA ein Programm für 2019 abzustimmen, das sie in die Zukunft projizieren und das Potenzial der Zugarbeit heute in Europa und anderswo besser erklären wird.


    Erkennen und Verwalten von Läsionen: Lahmheit von Rindern:

    http://boiteries-des-bovins.fr/reconnaitre-et-ger-les-lions/


    Rinderklauen: eine Einführung in den funktionellen Klauenschnitt:

    http://www.cecama.ma/wp-conten…-Pr%C3%A9sentation-1..pdf


    Hier hats noch ein Video dazu:


    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

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  • "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


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