Rotes Höhenvieh

  • Ein Bericht aus der heutigen Lokalpresse zum Thema:

    Rotes Höhenvieh




    15.05.2012 - VOGELSBERGKREIS
    (dg). Das rote Höhenvieh, eine vom Aussterben bedrohte Nutztierrasse, soll wieder stärker in den Vogelsberg kommen. Zu diesem Zweck ist im Vogelsberg eine Aufzuchtstation für Deck- und Besamungsbullen im Gespräch. Dieses Ziel hat sich der Verein zur Erhaltung und Förderung des Roten Höhenviehs (VEFR) gesetzt. In einer Sitzung der Arbeitsgruppe „Landwirtschaft und Naturschutz“, im Verein „Natur- und Lebensraum Vogelsberg“ stellten Vereinsvertreter jetzt die aktuellen Überlegungen vor.


    Der Volksstamm der Kelten hatte die Nutztierrasse bei seinem Eindringen in Europa mit gebracht. Häufig findet man es in älterer Literatur auch unter der Bezeichnung „Keltenvieh“. Die Art und Weise der Landwirtschaft und der Tierhaltung ließ damals ein kleines, widerstandsfähiges, robustes und dennoch leistungsfähiges einfarbig rotes Rind entstehen. Ende des letzten Jahrhunderts wurden in fast allen Zuchtgebieten dieser roten Rinder, den deutschen Mittelgebirgen, Herdbuchgesellschaften gegründet, so auch 1885 die „Oberhessischen Herdbuchgesellschaft für Vogelsberger Rotvieh“.


    Aus dieser Zeit stammen die Begriffe wie „Vogelsberger“, „Waldecker“, „Bayrisches Rotvieh“, „Harzer Rotvieh“ oder auch „Odenwälder Rotvieh“. Man züchtete ein Rind, das unter den kärglichen Bedingungen der Landwirtschaft in den Mittelgebirgen trotzdem eine respektable Milchleistung erbrachte. Fast ebenso wichtig war die Zugleistung der Tiere, die ebenfalls beachtet wurde. Daneben sollten die Tiere auch eine ansprechende Fleischleistung erbringen.


    Wie Astrid Steinhoff (Wettenberg), die erste Vorsitzende, des 1985 gegründeten Verein zur Erhaltung und Förderung des Roten Höhenviehs erläutert, existieren derzeit bundesweit nur etwa 1200 Mutterkühe. Ziel des Vereins ist es daher, „weiter am Aufbau und der Verbreitung einer stabilen Population zu arbeiten“. Zugleich soll auch züchterisch „der Genpool der Rasse“ weiter verbessert werden. Martin Marx (Büßfeld), der zweite Vorsitzende des VEFR, stellte ein Projekt vor, das in Kooperation mit sechs Landeszuchtverbänden das Ziel verfolgen will, im Vogelsberg eine Aufzuchtstation für Deck- und Besamungsbullen für das Rote Höhenvieh einzurichten.


    30 Bullen neu im Kreis


    Hierzu sollen zunächst etwa 30 Bullen aus dem gesamten Bundesgebiet in einem landwirtschaftlichen Betrieb im Vogelsberg untergebracht werden, in dem Absetzertiere im Alter von etwa acht Monaten artgerecht etwa ein Jahr weiter aufgezogen werden, um anschließend geeignete Zuchtbullen aus der Herde zu kören.


    Da nicht alle Tiere für die Zucht in Frage kommen, werde ein Teil der Tiere „auch der Schlachtung zugeführt werden müssen“. Daher wird in einem zweiten Schritt auch darüber nachgedacht, eine zentralisierte bundesweite Vermarktung des Biofleisches dieser besonderen Tiere im Vogelsberg aufzubauen, da die Vermarktung auch eine kontinuierliche Belieferung voraussetzt, die aus der angedachten Zuchtherde nicht geleistet werden könne.


    Zunächst ist man auf der Suche nach landwirtschaftlichen Betrieben im Vogelsberg, die sich für die Erhaltung dieser bedrohten Nutztierasse einsetzen wollen und die Aufzucht der Zuchttiere im Rahmen eines Aufzuchtvertrages übernehmen wollen. In Kooperation mit dem Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg soll daher mit Vogelsberger Betrieben, die sich grundsätzlich vorstellen, können diese Projekt in Ihrem Betrieb umzusetzen, nach einem Konzept zur Realisierung des Projektes gesucht werden. Interessierte Landwirte werden daher. Infos zum Roten Höhenvieh sind unter: http://www.rotes-hoehenvieh.de erhältlich.