Plastik auf der Weide, Plastik im Heu

Ihr Zugriff auf dieses Thema wurde eingeschränkt. Insgesamt gibt es 7 Beiträge in diesem Thema.
Um sie alle lesen zu können müssen Sie sich vorher anmelden oder registrieren oder freischalten lassen.

  • Servus in die Runde,


    mich würde eure Meinung/Erfahrung zum Thema Plastik im Futter interessieren.

    Grundsätzlich sind sich wohl alle einig. Plastik hat - wie andere Fremdkörper auch - im Viehfutter nichts zu suchen.

    In der Realität sieht es auf den Weiden und Grünflächen aber leider oft völlig anders aus...

    Wir haben zum Beispiel folgendes Problem. Ein "Recycling-Betrieb" (Altpapier- und Tetrapakrecycling) im Ort hat seine Prozesse nicht wirklich im Griff. Die Umgebung wird immer wieder mit kleinen, hauchdünnen Plastikfetzen (incl. anhängenden Mikroplastikfransen) über Windfracht vermüllt. Wir sind dann täglich am absammeln.

    Das Umweltbundesamt sieht die Sachlage auf Anfrage so.
    Zitat: "Bei der ordnungsgemäßen Verwertung sollten keine Kunststoffabfälle in die Umwelt gelangen. Findet dies an der einen oder anderen Anlage noch statt, so ist dies ein Thema für den Vollzug vor Ort."


    Das Bayerische Umweltministerium verweist in seinem Antwortschreiben ebenfalls auf den lokalen Vollzug.

    Die lokale Vollzugsbehörde ist mit ihrem Latein am Ende, schreiben sie uns zumindest sinngemäß. Die Papierfabrik arbeitet scheints entsprechend dem "Stand der Technik" und es gibt wohl auch keine Grenzwerte hinsichtlich Emmission von Plastikfetzen und Mikroplastik.

    Das Veterinäramt hat uns über den Landrat folgendes mitgeteilt.
    Zitat:

    1. "Aus Sicht der Tierseuchenbekämpfung ist die Verfütterung von mit Kunststoffanwehungen kontaminiertem Futter unproblematisch, gleiches gilt für den Blickwinkel der tierischen Nebenprodukte, bei denen erst einzuschreiten wäre, wenn die Kunststoffanteile in erheblichem Umfang mit tierischen Nebenprodukten behaftet wären."

    2. "Auch aus Tierschutzgründen ist hier keine endgültige Auskunft möglich. Wäre nachgewiesen, dass Tieren durch die Verfütterung eines ungeeigneten Futtermittels Schmerzen, Leiden oder Schäden entstehen, dann würde derjenige, der die Tiere so füttert bzw. wider besseren Wissens falsch ernährt, einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz begehen. Der Verstoß wäre aber erst bei Erkennen von Schmerzen, Leiden oder Schäden durch einen Gutachter nachzuweisen, also beispielsweise, wenn bei einem verendeten Tier durch ein pathologisches Gutachten die Kunststoffteile als Todesursache nachgewiesen sind."

    Nun bin ich mal auf eure Meinungen und Erfahrungen gespannt.


    Herzliche Grüße
    Konrad

    Einmal editiert, zuletzt von innsalzacher ()