Kartoffeln Striegeln Ende April

  • Erstmals haben wir am 25.4. ganz in Rot zweispännig gestriegelt:


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    Die 2,5jährige Emilia ist nicht so schnell, nicht so dominant und nicht so ehrgeizig wie ihre 4,5jährige Mutter Emma.


    Auch der "kleine " Egon, 1,5Jahre hat schon gut 1h mit vielen Pausen mitgeegt.


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    DSN Färse Lilli zieht hier ein leichtes Eggenfeld (19kg) und erzielt damit sowohl qualitativ als auch von der Flächenleistung her auf das Tier bezogen die gleiche Leistung wie die zweispännig arbeitenden Tiere.
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    Sie wird hier von einer 12jährigen Schülerin an ihrem "girls day" geführt, die jedoch auch schon 3x am 1tägigen Workshop teilgenommen hat.


    Mit 3,5 Tieren (Egon hat nicht so lange gezogen) und 4 Menschen haben wir in 2,5h etwa 0,6ha (6000m²) gestriegelt. Darin ist das Holen der Tiere von der Weide, Putzen, Anschirren sowie das zur Weide bringen nach dem Ackern enthalten.

  • hallo :)
    na da wart ihr aber schon schnell, find ich.
    klasse ... das macht ja gleich motivation :-)
    liebe grüße
    corina

  • Danke, bei uns ist aber auch alles vollarondiert, d.h. keine weiten Wege.
    Und wir hatten- das habe ich unterschlagen- eine Person zum Fotografieren und assistieren zusätzlich dabei: An- und Abhängen, Tore auf- und zumachen, hochgekommene Kartoffeln zurückstecken, Eggen und Striegeln ab und zu von Quecke oder Luzernewurzelresten befreien.
    Und mit dem Traktor hätte ich die ganzen 1,5ha in 2h geschafft, mit An- und Abrüstzeiten. So haben wir am nächsten Tag nochmal soviel gemacht und müssen morgen noch den Rest machen.

  • DSN Färse Lilli zieht hier ein leichtes Eggenfeld (19kg) und erzielt damit sowohl qualitativ als auch von der Flächenleistung her auf das Tier bezogen die gleiche Leistung wie die zweispännig arbeitenden Tiere.


    Nun, diese Netzegge hätte wohl auch "eine" Kuh ziehen können, dann wäre die Statistik etwas rentabler ausgefallen ... ;)
    Ihr habt wohl eher leichten, sandigen Boden - wie's ausschaut ...!?
    Hier könnte man kurz nach dem legen und vor dem 1. Eggen auch noch mit einer Walze die Kartoffeln etwas andrücken. Dann Schleifen oder Eggen, Häufeln, Schleifen od. Eggen, Hacken, Häufeln, Eggen, ... ;)


    Gewöhnliche Ackereggen sind zum Kartoffel eggen aber wenig gut geeignet, denn auch bei langsamer Gangart kommt es - wie Du ja selber auch schreibst durchaus schon öfters vor, daß man Kartoffelstecklinge mit den hierfür einfach zu langen Zinken der Ackereggen aus ihren Dämmen herauseggt. Fein- bzw. Saateggen mit kurzen Zinken wären hier vielleicht eine alternative Eggenvariante !?
    Für diese Arbeit hat sich letztendlich die Netzegge aber einfach als das geeignetste Gerät unter Beweis gestellt, zumal man mit ihr auch noch bis nach dem Auflaufen der Kartoffelpflanzen geeignet gegen Beikraut Arbeiten kann, wogegen eine Kettenschleife nur gut gegen Samenunkräuter wirkt, wenn sie relativ oft und direkt nach dem legen bei genügend trockenem Wetter angewendet werden kann.
    Aber ansonsten: macht weiter so :thumbup:

  • Die Netzegge hat 2,5m Arbeitsbreite. Wir haben mit einer einfachen Zeigerwaage 70-75kg (700N) gemessen. Unsere Kühe wiegen 500 und knapp 600kg, das ist auf Dauer für eine Kuh schon anstrengend. Da sie auch noch nicht so gut zusammenarbeiten, geht auch dabei noch Kraft verloren. Und Du hast recht mit der feinen Saategge geht es genauso. Wenn die jetzt kürzere Zinken hätte wäre sie nicht deutlich leichter, würde also fast genau so weit einsinken. Dann würde der Rahmen die Dämme schleifen, oder?
    Gelegt sind die Kartoffeln noch mit dem Traktor und einer "halbautomatischen" Accord Pflanzmaschine. D.h. hinten sitzen 2 Leute und schmeißen beim "Pling", also alle 40cm je 1 vorgekeimte Kartoffel in ein Rohr, welches unten mit einem Schar eine kleine Furche macht. Hinten schieben 2 Scheibenschare Erde ´drauf, so daß ein Damm entsteht. Nur am Anfang der Reihen, wenn das Gerät noch nicht richtig abgesenkt ist, oder wenn etwas beim Legen schief ging (Verstopfte Röhre, Findling hebt Schar aus) liegen die Kartoffeln nicht tief genug und können von den Striegelzinken hochgeholt werden.


    Bei mit einem Vielfachgerät (hab ich nicht) gelegten Kartoffeln wäre das Walzen sicher nötiger.
    Mit Schleifen (meinst Du Kettenschleifen?) habe ich noch nie gearbeitet. Dein Hinweis auf mangelde Wirksamkeit bei Wurzelunkräter wirkt abschreckend. Neben den Samenunkräutern Melde und Weißer Gänsefuß ist bei uns Quecke der größte Widersacher in den Kartoffeln. Ja, wir haben eher leichtere Boden: Zwischen18-28 Bodenpunkten.


    Und genau: ab Montag steht häufeln auf dem Programm: Kapf der Quecke! Sorry: dem Beikraut.

  • Und Du hast recht mit der feinen Saategge geht es genauso. Wenn die jetzt kürzere Zinken hätte wäre sie nicht deutlich leichter, würde also fast genau so weit einsinken. Dann würde der Rahmen die Dämme schleifen, oder?


    Doch doch, die Saateggen sind schon um einiges leichter als ihre größeren Kollegen, und die Zinken sollten auch keinesfalls länger als etwa 80, max. 100mm sein. Aber da diese starren Eggenteile ja erst zur vollen Wirkung kommen können, wenn der Acker schön flach ist/wäre !, leisten solche Eggen im Kartoffelbau nur bedingt gute Arbeit, da sie ja in den Furchen, den Vertiefungen zwischen den Dämmen nicht richtig Arbeiten können. Im gegensatz zu Eggen aus beweglichen Rahmen / Gliederteilen oder gar der Netzegge, die im Kartoffelanbau als "Flächenbeikrautbekämpungsgerät" wohl das effektivste ist, was an mechanischem Gerät vorhanden ist ... !?


    Wenn man allerdings Kartoffeln mit dem Pflug legt, also Furche aufpflügen, Kartoffeln rein, Furche zupflügen. Furche auf, Kartoffeln rein, Furche zu, ...


    dann kann man auch mit starrrahmigen Eggen bis kurz nach dem Auflaufen ganz gut Arbeiten. Bei schwererem Boden immer etwas besser als auf leichtem, sandigem Boden, weil hier die Kartoffel mit schwererem und starrem Gerät -unabsichtlich- schneller wieder herausgebracht sind.


    Bei mit einem Vielfachgerät (hab ich nicht) gelegten Kartoffeln wäre das Walzen sicher nötiger.


    Warum ?
    Das kommt eher auf die "gesamte" Arbeitsweise drauf an. Bei grobem Pflanzbett und auf schwererem Boden kann sich das andrücken der Knollen durch Walzen an den Pflanzbettgrund genau so positiv auswirken, wie auf leichterem, trockenen Boden und bei anhaltender trockenheit nach dem legen. Es ist halt ein Arbeitsgang mehr - wobei man bei genügend Spannkraft durchaus auch hinten an die Walze gleich eine Egge mit ran hängen kann und hat so wiederum den separaten Arbeitsgang "Eggen" einmal gespart.


    Mit Schleifen (meinst Du Kettenschleifen?) habe ich noch nie gearbeitet. Dein Hinweis auf mangelde Wirksamkeit bei Wurzelunkräter wirkt abschreckend.


    Na ja, Wurzelunkräuter im Hackfruchtbau bekämpft die Egge, das Eggen nicht so effektiv und gut wie die Hacken, das Hacken. Das Eggen taugt mehr für die frisch auflaufenden Samenbeikräuter. Quecke, oder auch Ackerschachtelhalm u.a. wirst Du z.Bspl. im Kartoffelacker mit der besten Egge nicht ausreichen bekämpfen können. Dazu bedarf es eines intensiven Hackens !
    Beim Getreidebau hat sich hier ja auch zuerst das flache schälen der Getreidestoppeln, und dann erst das scharfe "heraus"-eggen der Queckenwurzeln bewährt. Hier wäre das flache abschälen der Getreidestoppeln quasi mit dem Hacken im Hackfruchtanbau gleichzusetzen ...


    So eine Kettenschleife oder Schleppe ist eigentlich eine ganz einfache Sache und kann mit großer Arbeitsbreite von einem Zugtier bewältigt werden. Einfach einen, dem Zugtier entsprechend breiten Zugbalken und daran eine entsprechend robuste, evtl. doppelt in Wellenlinie verlaufende Kette, welche die Dämme schonender als ein starres Eggenfeld abschleift, aber auch die Furche zwischen den Dämmen mit bearbeitet, und so, kurz nach dem legen der Knollen schon mögliche erste auflaufende Beikräuter beseitigt.



    Oder: Kartoffeltag 2009 - IGZ-Hessen - bei 00:01:33

  • Da werde ich mal unsere Zinkenlänge messen gehen. Eins von den leichteren Eggenteilen wiegt etwa 19kg, unsere schwereren, die auch mit leichten "Griff" ausgestattet sind wiegen 26kg.



    So einen Kettenbalken werde ich mir für nächstes Jahr vielleicht auch basteln.


    Was für Schare sind denn an der Hacke in dem Film? Gänsefußschare? Und wieviele?
    Vielleicht probiere ich das mal mit unserer verstellbaren Einreihigen Hacke, mit der wir die Rüben und das Gemüse hacken (hier vor 2 Jahren in den Erdbeeren).


    Hackt man nur schmal in der Furche, oder auch unten im Damm unter den Kartoffeln, bevor sie tiefe Wurzeln gebildet haben? Stört man im letzten Fall den Wassertransport in den Damm?


    [Blocked Image: http://www.rinder.scientific-software.de/domaene/Tiere/zugrinder/2010/Ackern2010/EmmaHacktuWalzt2010/EmmaHacktuWalzt/DSCF3487%20%28Small%29.jpg]


    Hast du auch schon mit Rindern gearbeitet? Oder "nur" mit Pferden?

  • Die Netzegge hat 2,5m Arbeitsbreite.


    Das ist eine "mittel-kleine" Arbeitsbreite. Ich hab grad mal einen Blick auf eine alte Prospektseite von Netzeggen geworfen, dort sind 2,20 m die kleinste Ausführung, dann 2,60m, 3,00m und 4,20m. Das kann dann mit der mittelkleinen Ausführung für eine leichte Kuh auf dauer vielleicht etwas happig sein, - aber ihr habt ja zwei ... ;)


    Eins von den leichteren Eggenteilen wiegt etwa 19kg,


    Das ist zum Kartoffel-dämme eggen deutlich zu schwer. Schon gar auf leichtem, sandigem Boden. Saateggenfelder haben so etwa 60 x60 bis 60 x 80 cm, Zinkenlänge 80 - max. 100 mm und wiegen i.d.R. unter 10 Kg pro Arbeitsfeld. 3 bis 5 Eggenfelder pro Eggenbalken kann man mit 1-2 Zugtieren bewerkstelligen.


    Was für Schare sind denn an der Hacke in dem Film? Gänsefußschare? Und wieviele?


    Das weiß ich nicht (mehr), und man kann es auf den Bildern auch nicht erkennen. Aber zum Kartoffelhacken kann man schon die etwas kräftigeren, stabileren, in der mitte dreieckigen Gänsefußschare hernehmen.



    Oder aber auch die schmaleren Wendeschare wie sie auf dem Bild an dem Federzahngrubber montiert sind, wenn der Hackpflug für solche Schare (wie z.Bspl. die Mayerhacke o.ä.) dafür vorgesehen ist.



    In der Regel sind drei Hackschare, eins in der Mitte, jeweils eines rechts und links, etwas weiter zurück für Kartoffelreihen ausreichend, es sei denn, man hat einen Dammabstand (Pflanzreihenweite) von 70, 75 cm gewählt, dann kann es vielleicht vorteilhaft sein, mit einer fünfscharigen Hacke zu Arbeiten.


    Winkelschare, meist aus dünnerem Stahlblech, wie auf dem Bild unten am Ventzkigerät



    - welche sich zwar zum flachen Hacken wie z.Bspl. bei der ersten Hacke im Mais, bei Rüben oder auch im Gemüsebau gut eignen, sind bei Kartoffelreihen, zumal auf schwererem, bindigerem Boden weniger geeignet, da sie hier bei tieferem Hacken schon mal leicht verbiegen und beschädigt werden.


    Hackt man nur schmal in der Furche, oder auch unten im Damm unter den Kartoffeln, bevor sie tiefe Wurzeln gebildet haben? Stört man im letzten Fall den Wassertransport in den Damm?


    Nein, den Damm sollte man nicht unterhacken. Da wühlt man nur die Kartoffeln blank bzw. heraus. In der Furche kann man schon etwas kräftiger Hacken, aber nur bis an den Dammfuß heran.
    Ein stetiger wechsel aus Egge / Striegel, Hacke(n) und Häufeln ist wohl das geeignetste Verfahren der Beikrautbekämpfung im Kartoffelanbau. Arbeitsintensiv, aber auch recht wirkungsvoll, wenn man den richtigen Zeitpunkt für die einzelnen Arbeitsgänge erwischt und einhalten kann (Wetter).
    Und nein, mit Kühen habe ich selber (noch) nicht gearbeitet, aber noch erlebt, wie es von anderen Klein- und Selbstversorgerbauern ausgeführt wurde.

  • Unsere Netzegge ist für 2 Kühe a 500kg noch zu ziehen, aber nicht für eine, jedenfalls nicht mehr als 100m weit. Bei "Mittelschwer" wurde wahrscheinlich an ein schwereres Gespann gedacht.

    Quote

    Hipposohle: Nein, den Damm sollte man nicht unterhacken. Da wühlt man nur die
    Kartoffeln blank bzw. heraus. In der Furche kann man schon etwas
    kräftiger Hacken, aber nur bis an den Dammfuß heran.

    Genau, das dachte ich ja auch. Deshalb meine Frage. Auf deinem letzten Bild (Hack- & Häufelpflug) werden die Hackschare rechts & links vom Häufelschar geführt, da wären sie dann aber doch in der Dammflanke, oder?
    Nach dem 1. Häufeln sind bei uns die Furchen unten zwischen den Dämmen spitz, da ist vielleicht 1cm waagerechter Fläche. Am Anfang eher weitwinklig, mit steigender Dammbreite bei jedem Arbeitsgang wird die Furche immer spitzwinkliger und schmaler, so wie ich das Schar einstelle. Deshalb kann ich mir schlecht vorstellen, wie Hackschare(außer einem einzelnen) nicht unter den Damm bzw. in die Dammflanke greifen sollen. Ich werde das am besten mit unserer Hacke (Bild letzter Beitrag, eigentlich 5.scharig) mal mit 3 Scharen ausprobieren, damit ich es mir vorstellen kann (Dammabstand ca. 67,5cm)


    Unsere demnach schwere Egge habe ich bisher auch nur als einzelne Felder, ohne Balken eingesetzt und mit einem Tier eingesetzt.


    Wir haben jetzt fast die ganze Fläche (1,6hs) gehäufelt und Quecke und Co mögen das garnicht. Aber man muß ´dranbleiben.
    Je nach Wetter häufeln wir normalerweise 3-5 mal im Abstand von 10 Tagen bis 3 Wochen, bis die Reihen geschlossen sind. Wenn es sehr trocken ist, wächst ja zum Glück auch kein Unkraut mehr. Manchmal haben wir in nassen Jahren auf den ganz sandigen Stücken gegen Quecke auf der Dammspitze noch einen Handhackendurchgang gemacht. Wie Du ja auch schreibst nützt Eggen und Striegeln gegen Wurzelunkräter nur begrenzt etwas.
    Wir machen das auch nur im Vorauflauf und eventuell ein zweites Mal, wenn die ersten Kartoffeln heraus sind. Wenn die Pflanzen schon mehr Blattmasse haben, habe ich Sorge die Blätter zu stark zu verletzen und damit Virosen und Pilze zu übertragen. Wiederholtes Zuhäufeln stört die Quecke zwar, kann sie aber nicht ganz vernichten. Auf der Dammspitze zwischen den Kartoffeln kommt man nur noch mit der Hand an die Kräuter.
    Aber die häufige Bearbeitung mobilisiert ja auch Stickstoff. Zwar wird auch Humus abgebaut, aber nach Kartoffeln kommt noch Gemüse, dann W-Roggen und dann erstmal mehr als 3 Jahre Klee/Luzerngras. Da wird das wieder aufgebaut.


    Übrigens habe ich gestern die ersten Kartoffelkäfer gesehen.

  • Auf deinem letzten Bild (Hack- & Häufelpflug) werden die Hackschare rechts & links vom Häufelschar geführt, da wären sie dann aber doch in der Dammflanke, oder?


    Dieses Bild darf man "nicht ganz bildlich" nehmen ... :D
    Gearbeitet werden solche Kombinationspflüge eigentlich nicht in dieser zusammenstellung. Der Häufelkörper wird nur zum Häufeln genommen, die Hackchare nur zum Hacken. Nur das Mittelschar kann auch beim Häufeln am Gerät verbleiben. Die seitlichen Hackschare müssen beim Häufeln abgenommen werden, der Häufelkörper beim Hacken.


    Nach dem 1. Häufeln sind bei uns die Furchen unten zwischen den Dämmen spitz, da ist vielleicht 1cm waagerechter Fläche. Am Anfang eher weitwinklig, mit steigender Dammbreite bei jedem Arbeitsgang wird die Furche immer spitzwinkliger und schmaler, so wie ich das Schar einstelle. Deshalb kann ich mir schlecht vorstellen, wie Hackschare(außer einem einzelnen) nicht unter den Damm bzw. in die Dammflanke greifen sollen.


    Das ist so, und liegt "in der Sache der Natur (physikalisch) " und an der "Art des Häufelkörpers", bzw. auch etwas an dem Reihen- / Dammabstand. Je weiter die Reihen / Dämme auseinander sind, um so größer ist auch der Platz in der Furche, d.h. wenn man einen großen Pflanzabstand angelegt hat, hat man auch mehr Platz zwischen den Dämmen (Pflanzreihen), der Furchengrund wird etwas breiter und dadurch im allgemeinen auch etwas flacher. Man muß den Pflug bzw. die Hackschare so (weit oder schmal) einstellen, daß man möglichst viel von der Furche und der Dammflankenfläche behacken kann, auf der anderen Seite aber keineswegs so weit in den Dammfuß hineihacken, daß man die Knollen beschädigt oder herauswühlt und ihre Wurzeln beschädigt oder abhackt !


    Unsere demnach schwere Egge habe ich bisher auch nur als einzelne Felder, ohne Balken eingesetzt und mit einem Tier eingesetzt.


    Wie ich schon erwähnt hatte, sind solche starren Eggenfelder zum Eggen von Dammkulturen wenig gut geeignet. Sie können sich dem Bodengefüge ja nicht "anschmiegen" und reißen deshalb doch hin und wieder mal Kartoffeln mit heraus.


    Wenn Kartoffeln hinter dem Pflug gelegt und zugepflügt werden, dann kann man bis zum erscheinen der ersten Blätter auch mit starren Eggenfeldern Arbeiten, da das Feld ja hierbei erst einmal eine gewisse Zeit "flach" bearbeitet wird, und erst später aufgehäufelt wird. Allerdings ist das quasi die "alte" Methode, wobei die Kartoffeln recht oft in unterschiedlichen abständen zu liegen kommen, was auch die maschinelle Ernte nicht gerade erleichtert.
    Für kleinere (Selbetversorger)Flächen von ein paar hundert qm, welche vll. im Herbst nach und nach mit der Handhacke (Karst) gerodet werden ist diese Methode ja noch akzeptabel, aber beim Einsatz von Erntemaschinen wie Schleuderroder u.a. schon problematisch.
    Wenn es euer Anbauflächen und die Intensität, das Arbeitsaufkommen erlauben oder gar erfordern, würde ich mich noch nach einer zweiten Netztegge umschauen, und die Ackeregge aus dem Kartoffelanbau ganz weglassen.

    Wie Du ja auch schreibst nützt Eggen und Striegeln gegen Wurzelunkräter nur begrenzt etwas.


    In der Kultur, im Hackfruchtbau ja. Bei der Bekämpfung der Quecke "nachher" schon !
    In der Zeit vor Round Up und anderen breit wirksamen Herbiziden blieb dem Bauern ja nur die mechanische Bekämpfung der Ackerunkräuter um derer Herr zu werden / bleiben.
    Hier empfehlen z.Bspl. alte landwirtschaftliche Schriften, daß sofort nach der Mahd des Getreides der Mehrschärer (Mehrschaar(schäl)pflug die stoppeln flach abschälen soll, wonach die Egge bei gut abgetrockneter Oberfläche die Queckenwurzeln sogleich, am besten kreuz und queer und auch mehrmals wiederkehrend herauseggen soll, so daß sie bei sonnigem Wetter weitgehend vertrocken und absterben können. Dies geling allerdings zufriedenstellend nur auf trockenem Boden und bei sonnigem Wetter. Feuchter Boden und feuchte Wetterverhältnisse mindern den Erfolg entsprechend stark. Hervorzuheben sei, daß jeder dauern feuchte Boden vorher erst entwässer werden muß, weil hier die Quecke besonders üppig wächst.
    Auch der Anbau von Pflanzen, die schnell wachsen und einen dichten Bestand bilden und jeglichen Queckenwuchs von vornherein verhindern, wird empfohlen. Hier seien als geeignete Gewächse aufgeführt: Wickgemenge ( Hafer, Bohnen & Wicken), weißer Senf, Buchweizen, aber auch der Roggen sei, bei dichtem Bestande ein guter Queckenunterdrücker.



    Die Handhacke in den Hackfrüchten wie Kartoffeln ist bei mechanischer Unkrautbekämpfung wohl eine zwingende notwendigkeit, denn auf den Dämmen und zwischen den Stauden wurzelndes Beikraut wird ja vom Hackpflug /Reihenhacke oder der Hackmaschine nicht erreicht.
    Bei uns hier heißt es z.Bspl. von früher her, daß die Arbeit an/in den Kartoffeln bis Johanni (24.Juno) abgeschlossen sein soll. Danach will die Kartoffel in Ruhe gelassen sein ...
    Das gilt natürlich nur für mittel- und späte Sorten.
    Frühkartoffeln dagegen haben ein anderes Zeitfenster, die werden gg. Johanni schon bald wieder ausgemacht ...


    Welche maßnahmen gegen den Kartoffel(Colorado)käfer wendet ihr denn an ?

  • Tja, die Kartoffelkäfer haben sogar jetzt schon die Schadschwelle von einem Gelege je 3 Pflanzen überschritten.
    3,5L Neem stehen für die nächsten Tage bereit.
    Neem ist ein pflanzliches Insektizid, welches Indien schon seit vielen Jahrhunderten als natürliches Mittel in Medizin und Landwirtschaft eingesetzt wird. Es wird aus den Samen des Neem- oder Niem Baumes gepresst und verhindert die Häutung der Larven des Kartoffelkäfers.


    Es ist das einzige Mittel welches ich mit der Feldspritze ausbringe und das auch nur bei deutlicher Überschreitung der Schadschwelle. Wegen dieses Einsatzes muß ich alle 2 Jahre mit der Feldspritze einmal Quer durch Berlin um vom Pflanzenschutzamt die Spritze überprüfen zu lassen.


    In den vorletzten beiden Jahren wurde die Schadschwelle nicht erreicht. Wir haben auch schon einmal Bacillus Thuringiensis ausprobiert. Das Ergebnis war ähnlich: die LAren sterben, die Käfer leben weiter, aber die Population vergrößert sich nicht.


    Am Anfang habe wir versucht, die 1,5ha abzusammeln. Leider haben wir langsamer gessammelt als die Käfer sich vermehrt haben, so daß wir das wieder aufgegeben haben. Auch über ein Gerät zum Sammeln der Käfer hatten wir nachgedacht. Biokollegen haben uns aber abgeraten, da es fast unmöglich ist, den Großteil der Käfer VOR der Eiablage zu sammeln, weil sie nicht alle gleichzeitig kommen und Eier legen.

  • Ja, das Elend mit dem Kartoffelkäfer und seiner Brut ... :thumbdown:
    Und wenn's gut kommt, dann hat man auch noch Blattläuse in den Kartffeln und oben drauf noch Braun + Krautfäule :cursing:
    Mit Blattläusen hatte ich hier allerdings noch kein Problem an den Kartoffeln, das ist wohl eher ein Malheur bei den Pflanzenzüchtern wg. der Übertragung von Virosen, wogegen die Kraut und Braunfäule in ungünstigen Wetterperioden auch noch im August zuschlagen kann. Aber dann braucht man auch keine Bekämpfungsmaßnahmen mehr zu ergreifen, dann ist ja eh bald Ernteterim ...


    Wir hatten hier vor etwa 4 Jahren (2008 ?) auch bei Zeiten (im Juni) innerhalb weniger Tage eine massive Ausbreitung der Kartoffelkäfer-brut, so daß man mit absammeln der Käfer garnicht nachkam, zumal einem dabei ja auch immer recht viele zu Boden fallen, welche man dann meist nicht mehr gefangen bekommt, die aber in den nächsten Stunden die Kartoffelstaude wieder erklimmen, und ihr Unheiliges Werk fortsetzen.
    Den Colorado-/Kartoffelkäfer hingegen mit herkömmlichen, im Handel erhältlichen Mitteln zu bekämpfen erscheint mir rausgeschmissenes teures Geld zu sein. Zumindest damals haben zwei verschiedene Mittel innerhalb weniger Tage nacheinadner ausgebracht so gut wie keinerlei Wirung gezeigt, so daß damals nichts anderes übrig blieb, als jeden Tag aufs neue wieder durch die Kartofelreihen zu gehen, um die Stauden nach Käfern, neuen gelegen und Larven abzusuchen und zu zerdrücken. So etwas geh aber nur auf kleineren Flächen ... und wenn man die nötige Zeit dazu hat. Denn oft wird zur gleichen Zeit ja auch Heu gemacht, und andere Arbeiten, welchhe erledigt werden müssen, fallen ja auch tagtäglich auf's neue an ...


    Daß "Bacillus Thurigiensis" gegen den Coloradokäfer bzw. seine Brut ganz gute Erfolge erzielen soll, hatte ich auch vor ein paar Jahren schon einmal gelesen, Neem dagegen war mir für den Kartoffelanbau bisher nicht bekannt, meines Wissens aber wohl aber als geeignetes Mittel zur Schädlingsbekämpfung im Gurkenanbau ... wenn ich mich recht erinnere (?)

  • Neem ist gegen alles mögliche gut, es soll in seinen Herkunftsländern auch als Arznei eingesetzt werden, wogegen habe ich vergessen.
    Hier: http://www.neemazal.de/
    ist die Seite von der Firma, bei der wir kaufen. Ist auch nicht ganz billig_ für 1,5ha bezahlt man etwa 300€. Aber das Unangenehmere ist, daß es eben auch ein Gift ist, sonst würde es ja nicht wirken. Ich tue es nie gern. Die Alternative wäre aber auf diesem Standort keine Kartoffeln anzubauen. Ich habe es übrigens immer noch nicht gespritzt, weil die Eier sich noch nicht rühren. DIe Larven müssen erst schlüpfen, weil sie das Neem ja fressen müssen. Es ist so kalt, daß sie ihre zur Schlupf nötige Temperatursumme immer noch nicht erreicht haben.

  • Das schöne bei der Arbeit mit Zugrindern und anderen Zugtieren im Gegensatz zur Maschinenarbeit ist, daß die Kulturpflanzen im besten Falle nach der Bearbeitung genau so aussehen wie vorher.
    Beim Häufeln in nahezu geschlossenen Beständen kommen die Vorteile besonders zum Tragen. Hier nochmal Bilder von Heute:
    [Blocked Image: http://www.rinder.scientific-software.de/domaene/Tiere/zugrinder/2012/kartoffelpflege/kartoffelnhaeufeln/DSCF7695%20%28Small%29.JPG]


    Die Färse läuft durch den Bestand, der Schwengel schwebt über den Pflanzen, der Bestand schliesst sich hinter ihr wieder, als wenn nichts gewesen wäre. Darauf, daß Tier durch die Bestände laufen sind Pflanzen seit Jahrmillionen selektiert! Auf Traktorreifen nicht.


    Die Dämme sind gehäufelt, aber keine der Pflanze zeigt auch nur ein zerquetschtes Blatt:
    [Blocked Image: http://www.rinder.scientific-software.de/domaene/Tiere/zugrinder/2012/kartoffelpflege/kartoffelnhaeufeln/DSCF7703%20%28Small%29.JPG]


    In den Jahren vor 2010, in denen ich noch 2-reihig mit dem Traktor gehäufelt haben, war jede 2. Furche plattgewalzt und in einen so geschlossenen Bestand hätte ich mich nicht mehr hinein getraut. Die Blätter wären in jeder zweiten Furche großteils zerquetscht.
    Das wirft die Pflanzen nicht nur zurück sondern schafft auch Eintrittspforten für Keime
    [Blocked Image: http://www.rinder.scientific-software.de/domaene/Tiere/zugrinder/2012/kartoffelpflege/kartoffelnhaeufeln/EmiliaHaeufelnvonVorn.jpg
    Wer das noch nie gesehen hat, würde nicht glauben, daß eine Kuh mitten in einem geschlossenen Kartoffelbestand so wenig Schaden anrichtet.

  • Astrid, das sind handfeste Argumente!
    danke für die Bilder

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • Tolle Beiträge,
    sehr interessant!
    Unsere 800 m2 Kartoffeln wären für mich auch ein Betätigungsfeld mit Rind...
    LG Irene

  • Hallo zusammen

    Das Thema hier ist zwar schon was älter aber immer noch aktuell.

    Ich habe mal ne Frage zur Kartoffelernte mit Schleuderroder. Vor dem Roden mähe ich den kartoffelacker ab ( das kartoffelkraut ist abgestorben und vertrocknet, jedoch ist ein dichter Krautteppich auf und zwischen den Dämmen, da zwischen Krautsterben und Ernte min. drei Wochen vergehen) und harke dann grob alles zusammen.

    Normalerweise Rode ich mit zapfwellenroder und dabei spielt das auf der Fläche verbliebene abgemähte Un- bzw. Beikraut eine untergeordnete Rolle.

    Im letzten Jahr konnte ich dann den Nachbarn überzeugen mit seinen Pferden vorbei zu kommen, ich hatte dann an unseren alten Lanz LK20 ne deichsel montiert.....es stellte sich jedoch heraus das der Roder schnell verstopfte und wir den Acker wirklich sehr sauber von Unkraut absuchen mussten bis es dann funktionierte.

    Rodet hier jemand mit Rindern/Pferden? Habt ihr auch dieses Problem?

    Bei den Videos auf YouTube schleudert der Roder sogar grasfrasen mit weg...

    Mfg. Patrick