Technik zum Holzruecken

  • Im Winter hatten wir mit den Rindern ein bisschen Holz geholt. Wir haben nur Ketten mit einem Ring (für die Schlinge) an einem Ende und einem Haken (für das Schwengel) am anderen benutzt.
    Als Kuhanspannerin möchte ich meine Kühe ja schonen, im Gegensatz zu dem Pferdeanspannern, die ihre Pferde auslasten möchten.
    Ich jedenfalls habe mich immer geärgert, daß die Kante vom Stamm tendenziell Boden vor sich her schiebt, an Wurzeln hängen bleibt und überhaupt die Reibung unnötig erhöht. Sofort möchte man eine kleine Kufe unter das dicke Ende legen.
    Um zu schauen, was es so für technische Möglichkeiten gibt, habe ich deshalb letztens ich an einem Holzrückeschnupperkurs für Pferdeleute teilgenommen. Mit Technik meine ich immer angepasste, billige, einfache, tierschonende Technik.


    Das habe ich gesehen:



    Leider habe ich alle Namen wieder vergessen, aber hier gibts bestimmt Profis, die die Namen kennen. Besonders gut fand ich diese 3teilige Zange/Schleife, mit der man Stämme greifen kann und die gleichzeitig wie ein Minischlitten wirkt und dadurch die nötige Zuglast senkt. DIe Holzrückeprofis sagten mir, das lohnt sich nur bei weiten Strecken: es beisst sich so fest, daß man einen Hammer, eine Sapie oder ein Beil braucht, um es am Ende des Transportes wieder zu lösen. Aber auf längeren Strecken steigert es die Leistung, weil durch die geringere Reibung und das gute Verhindern des Hängenbleibens der Last deutlich schwerere Stämme gezogen werden können.

  • wir haben uns so ein Dreierlei Ketten und Haken Teil gebastelt, für unsere Zwecke reicht's weil es vielseitig verwendbar ist


    die Zangen sind nicht ganz leicht was das Gewicht angeht und zumindest die 2-teiligen müssen gut sitzen, sonst rutschen sie ab

    Besonders gut fand ich diese 3teilige Zange/Schleife, mit der man Stämme greifen kann und die gleichzeitig wie ein Minischlitten wirkt und dadurch die nötige Zuglast senkt.

    kommt aus dem Skandinavischen (Schweden glaub ich) und wie mit anderen Zangen auch ist es oft einfacher als Ketten oder Seil unter einem großen Stamm durchzuarbeiten zum Anhängen; kriegst Du zB. hier:
    https://www.grube.de/mechanisc…uer-2000-kg-40-299/?c=944


    Aber auf längeren Strecken steigert es die Leistung, weil durch die geringere Reibung und das gute Verhindern des Hängenbleibens der Last deutlich schwerere Stämme gezogen werden können.

    Alternativen (neben rundum anschrägen):
    Zughauben aus Plastik oder Metall, in / auf die zieht sich der Stamm mittels Kette meist selber (alte Plastiktonne oder VW-Käfer Motorhaube ;-) )



    daß die Kante vom Stamm tendenziell Boden vor sich her schiebt, an Wurzeln hängen bleibt und überhaupt die Reibung unnötig erhöht.

    wenn man 2 Ketten nimmt und die jeweils unten auf jeder Stammseite anschlingt, dann kriegt der Zug eine Drift nach oben



    Sofort möchte man eine kleine Kufe unter das dicke Ende legen.

    den Wunsch hatten andere schon vor Dir ;-)
    Go-devils



    dann gibt es noch solche Alternativen, also nicht gleich die große Portalachse sondern kleiner, aber sicher umbaubar für Tierzug weil die Firma verschiedene Größen anbietet:
    http://www.orionforestry.co.uk…arders/logrite-buck-arch/


    Viel Spaß im Wald! (und die nötige Vorsicht ... )


    Danke Bowman für das Tim Harrigan Video!

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

    Edited once, last by marieclaire ().

  • Schön. wenn man die Preise dann sieht, weiß man wieder, warum die Meisten doch nur die Kette mit Haken und Schlinge nehmen. Aber so einen "Go devil" könnte man sich ja mal bauen, wenn man regelmäßig Holz rückt.

  • Hallo, alle zusammen. Wenn das nur alles so einfach wäre. Unsere Profi-Holzrücker nehmen diese Teile (wie Go-Devil) während der täglichen Arbeit nicht, weil es zu lange dauert. Die zu ziehenden Strecken sind nicht so lang, wie sich das manche vorstellen. Der normale Rückegassenabstand für die Pferderückung beträgt 40m. Also 20 max. zu einem Weg. Die Stämme sind meist abgelängt auf ca. 4-6 m. Dafür lohnt sich das "Teufelchen" nicht.
    Am schnellsten geht es mit der Kette. Schon der Anschlag mit diesen 3 Teilen, der von vorn auf den Stamm gesetzt wird, muss eingeschlagen werden, damit er hält. Wenn ihr mal das Glück habt, und es sind Holzrückemeisterschaften, dann schaut euch mal an, wie die Aufgabe gemeistert wird, einen Stamm längs über einen anderen zu ziehen. es wird schräg angesetzt und durch die Drehbewegung rollt sich der Stamm drüber.
    Das wäre ein Problem für den "Devil".
    Auf der Seite www.ig-zugpferde-bb.de findet ihr einige Termine. Alles, was dort mit Pferden gemacht wird, kann man mit Rindern auch machen.

  • Hallo!


    Das Vor-sich-herschieben-Problem gibt es immer wieder. Mit den Kühen (und manchmal mit dem Pferd) hängen wir mittlerweile am dünnen Ende an.
    Wenn die Rinde nicht glitschig ist, funktioniert das auch. Und bei Haken ist es eh wurscht, oder?


    Viele Grüße!
    Flo

  • Hallo Flo,
    am dünnen Ende, dem Zopf, hängt man eigentlich nicht an. Dann hast du automatisch einen höheren Zugwiderstand, da alle Zeige, oder deren Reste sich gegen die Fahrtrichtung sperren.


    Gruß
    Klaus-Peter