• Eine sehr interessante Veröffentlichung zum Thema Zugschoner aus dem Rundbrief des Draft Animal Power Network (Nummer 2, Jahrgang 6, S.4) hat meine Aufmerksamkeit erregt. Tim Harrigan hat mit Hilfe von Tillers International Versuche durchgeführt, welche klarmachen, daß Zugschoner nicht in jeder Situation eine Erleichterung darstellen.


    Wie wäre es mit Zugschonern? pdf (730,5 KiB)



    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

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  • Sehr spannend! Danke für den Beitrag! (und die Übersetzung)


    Damit:
    "Weil bei den Ochsen die Belastungen direktüber eine einzelne Zugkette an einen starren Jochbalken geht, bestehen kaum Möglichkeiten dieErschütterung beim ersten Anziehen der Last abzumildern."
    könnte man mal wieder die Diskusion um die Frage "Joch oder Kummet" eröffnen :).


    Das, was auf den Schlitten zutrifft, müßte ja auf jede Art von Ackergerät ohne Räder, sowie beim Holzrücken zutreffen. Eben überall, wo die Last eine hohe Bodenreibung hat. Man könnte auch sagen: überall, wo man keine Bremsen braucht.


    Die Eignung verschiedener Zugstränge für verschiedene Tätigkeiten (Last "mit Rädern" contra Last " ohne Räder") könnte man lösen, indem man die gefederten Zugstränge am Wagen lässt.


    An meinen Wagen lasse ich die Zugstränge (aus Kletterseil und damit leicht gefedert) sowieso dran, weil an jedem Wagen andere Zugstranglängen gefragt sind und ich mir so spare, die Länge jedesmal neu einzustellen.


    Das sie finde ich auch deshalb praktisch, weil ich die Stränge, bevor ich die Tiere/das Tier vor den Wagen führe, parallel zu den Landen lege. Beim Einspannen muß ich sie dann nur noch vorne einhängen. Damit spare ich den Weg nach hinten und erhöhe die Sicherheit beim Anspannen.Denn man muß sich nicht hinter sie, in die treibende Position begeben.


    Andererseits sind die "Ruckmomente", die man wegen Tier- und Materialschonung ja gerade gerne abfedern möchte, beim Holzrücken besonders hoch. Die Geschichten von gebrochenen Kummets kommen meist aus diesem Bereich.

  • "Weil bei den Ochsen die Belastungen direkt über eine einzelne Zugkette an einen starren Jochbalken geht, bestehen kaum Möglichkeiten die Erschütterungen beim ersten Anziehen der Last abzumildern."

    Man kann doch - bei allen Jocharten mit starrem Jochbalken für Anspannung zweier Ochsen, auch in die(se) eine Zugkette einen Zugschoner einbauen.
    Ob nun einen einfügbaren Zugschoner in eine Kette oder einen sonstigen (Nylon, .....) Zugstrang, oder eben solche ein Seil mit innenliegendem Gummistrang - jetzt mal unbeachtet der Ergebnisse "rollender oder schleifender Last".

  • Ob nun einen einfügbaren Zugschoner in eine Kette oder einen sonstigen (Nylon, .....) Zugstrang, oder eben solche ein Seil mit innenliegendem Gummistrang - jetzt mal unbeachtet der Ergebnisse "rollender oder schleifender Last".

    hmm, das will diese Untersuchung ja genau zeigen: dieser Zugschoner ist für diesen Zweck nicht geeignet
    vielleicht sollte man die selben Experimente mit einem Zugschoner wiederholen der zB aus einer Eisenfeder besteht, oder solchen die schon am Wagen selbst angebracht sind


    wenn ich mit Stirnjoch arbeite haben ich die selbe Anordnung wie bei Pferden und viel Belastung geht durch Waage und Ortscheit ins System


    mit 3PK hab ich das Problem, daß es grad für richtig schwere Lasten nicht funktioniert


    ich bin halt auch an das Thema herangegangen: Zugschoner ist immer gut
    eben nicht, manchmal fordert er mehr Kraft als ganz ohne

  • Man kann doch - bei allen Jocharten mit starrem Jochbalken für Anspannung zweier Ochsen, auch in die(se) eine Zugkette einen Zugschoner einbauen.

    Ja. klar kann man das und wie ich den Text verstehe, haben die das auch gemacht.
    "einer Zugkette aus Stahl in Verbindung mit einem Halsjoch für Ochsen im Vergleich zu einem Nylonseilen mit eingeschobenen Zugschonern aus Gummi statt der Standard-Zugstränge bzw. statt der Zugkette beim Ochsenjoch."



    Aber dennoch waren die Belastungsspitzen beim Pferdesystem (mit Kummten) geringer als bei den Rindern mit Joch):


    "Zusammenfassend läßt sich sagen, daß sowohl die Reifenwahl (Gummi oder Stahl) als auch
    die Wahl des Anspannungssystems (Pferde oder Ochsen) eine viel größere Auswirkung auf die
    Zugkräfte am Wagen hatten als die Nylonseil-mit-Zugschoner Variante."


    Dieser "abmildernden Effekt auf Belastungsspitzen." wurde den diversen lastverteilenden und federnden Teilen des Pferdegeschirrs zugeshrieben: Ortscheid und Waage, 4 Strängen statt einer Kette und polsterndes Kummet.


    Das sind genau die Teile, die eine Jochanspannung einfacher und damit in Produktion, Handhabung, Rangierfähigkeit und Lagerung attraktiver (für uns Menschen) machen, als die 3PK Anspannung.


    Da bleibt als Vorteil nur noch die Haltbarkeit bei starken und plötzlichen Belastungen, die ich persönlich bei meinen Kühen sowieso möglichst vermeiden möchten (aber nicht immer kann, z.B.unterirdischer Findling beim Häufeln).

  • Wir haben es hier mit einem doch recht komplexen Allgemeinthema zu tun, was - in dieser Studie - in zwei übergeordnete Themen unterteilt ist, nämlich in "rollende Last" und "schleifende Last".
    Und dabei ist das Ergebnis, daß Zugschoner bei rollender Last derart anders wirken, wie bei schleifender Last schon sehr interessant (bedeutend).

    hmm, das will diese Untersuchung ja genau zeigen: dieser Zugschoner ist für diesen Zweck nicht geeignet

    Susi-, welcher Zugschoner ? - für welchen Zweck ?


    Ich habe, - auf Astrid's Beitrag (2) nur ausgeführt, daß es durchaus möglich ist, auch in eine einzelne Zugkette ein - wie auch immer geartetes, den Zug abfederndes "Teil" einzufügen. Wie das bei x oder y schlussendlich aussieht, ob Zugkette mit Zugschoner oder einem Gewebezugstrang ... war damit erst einmal nicht weiter unterschieden.
    Astrid hatte ja auch noch weiter angeführt, daß man dahingehend (wieder) pro "Joch" oder pro "Kummet" diskutieren könnte, wobei sowohl die Joch-, als auch die Kummetvielfalt im Anspannungsfeld der Rinder ja wesentlich größer ist wie bei der Pferdeanspannung.

  • Es geht aber auch aus der Studie hervor, und das scheint mir keineswegs unwesentlich:

    Zusammenfassend läßt sich sagen, daß sowohl die Reifenwahl (Gummi oder Stahl) als auch
    die Wahl des Anspannungssystems (Pferde oder Ochsen) eine viel größere Auswirkung auf die
    Zugkräfte am Wagen hatten als die Nylonseil-mit-Zugschoner Variante.

  • stimmt;
    Zugschoner sind für mich eine Möglichkeit, die Anspannung zu optimieren;
    wie ich eine Last bewege muß ich mir grundsätzlich vorher überlegen; die Wahl zwischen Rindern und Pferden haben nur Leute wo beides vorhanden ist ...

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose