2spänner Arbeitsleinen

  • Ich möchte mir zum Rücken und zum Ackern eine Zweipännerleine basteln. Im Netz gibts schöne Videos, wie man das aus Hanfseilen mit Kauschen usw machen kann. Ich dachte an zweifarbige (rechts und links verschiedene Farben) Hanfseile. Außerdem wollte ich die "Gleitversion" basteln, also ein Verbindungsstrick zwischen der rechten HAlfterseite des einen Tieres mit der rechten des anderen Tieres, das gleiche für die linken Seiten und auf jeder der beiden Verbindungen ein Gleitring, an dem dann die rechte, bzw linke Leine befestigt ist.


    So die Theorie. Dazu Tips?


    Meine Fragen: ist Hanf geeignet?
    Welche Dicke, ich dachte an 6mm?
    würdet ihr die Verbindungsstricke mit Snaps oder Karabinern oder was sonst am Halfter befestigen?
    Wie ist die geeignete Länge zum Arbeiten (vom Selett aus gemessen, weil dort die Leine in den Gleitstrick eingehängt wird)?
    Meine Zugstränge sind etwa 1,60, ich möchte auch noch hinter dem Pflug gehen können und neben 3teiligen Eggen.

  • meine hat unsere Sattlerin gemacht, Biothane oder so
    Hanf hat den Vorteil leichter zu sein als Leder, was nicht unwichtig ist auf die Länge die Du für landwirtschaftliche Arbeiten brauchst; Biothane war unsere Wahl, weil ich die Gleitringe nicht auf Hanf rutschend haben wollte, es auch leichter ist als Leder und trotzdem auch im Regen gut griffig bleibt
    wir haben vorn eine Schnalle, die allerdings nicht mit einer einfachen Strupfe geschlossen wird, sondern mit einem passenden Biothaneband mit Löchern an beiden Enden; dieses Band wird wie ein U in der Schnalle gehalten; Vorteil: Leinen verlängerbar/verkürzbar und das Teil (was durchaus Verschleiß mitmacht) kann einfachst ausgetauscht werden
    hinten am Handstück habe ich rechts und links Strupfenenden und getrennt davon ein kurzes Mittelstück mit je einer Schnalle an den Enden; Vorteil: ich kann beide Leinen getrennt "schleifen lassen" aber auch zusammenschnallen


    messen mußt Du von hinter dem Selett (ich hab das erste Mal zu kurz gerechnet) weil Du zum einen Platz brauchst damit Du bremsen kannst und zum anderen es den Rindern möglich sein sollte, den Kopf auszustrecken/nach unten zu strecken
    kannst ja mit einem Pressband die Längen abnehmen und Knoten reinmachen für die gedachten Verbindungsstellen

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • Hi,
    ich habe mir mal eine Ackerleine für Pferde gebastelt, so richtig mit Kauschen eingespleißt. Allerdings habe ich kein Hanfseil benutzt, sondern ein Kunststoffseil mit ca 12mm Durchmesser. Das Seil fühlt sich genau so an wie Hanf, ist auch so flexibel und optisch gibt es auch kein Unterscheid. Wenn man es nicht weiß, kommt man gar nicht auf die Idee, daß es "Plaste" ist.
    Aber es hat zwei Vorteile:
    Man kann die geschnittenen Enden mit einem starken Lötkolben oder einen kleinen Brenner verschweißen damit sie sich nicht aufribbeln, und wenn die Leinen mal länger im Feuchten liegen vergammeln sie auch nicht.

  • Danke für die Antworten.

    Hallo Eva, was machen Deine Jungochsen?

    Ja, genau, das hab ich dann auch gemerkt. Ich hatte mich damals für Hanf entschieden esrtmal nur einspännig. - Zuerst habe ich gedacht, daß es an meiner jeweiligen Tagesform liegt, daß sie mir mal zu kurz und dann wieder zu lang vorkamen. Wenn man hinter einem Gerät geht, ist man ja vielleicht manchmal mehr gebeugt und manchmal aufrechter.

    Als weiterer Nachteil von Hanf hat sich herausgestellt, daß sie sich leicht zwirbeln und dann vertüddeln, besonders im Nassen.


    Ich hatte in Pabstthum für den Wagen welche aus gebrauchtem Kletterseil. Ich benutze sie sehr gern bei Arbeiten, wenn ich nicht die ganz langen brauche. Sie halten ewig, liegen gut in der Hand, neigen überhauptnicht zum Vertüdeln, man kriegt Knoten sehr gut wieder auf und es macht nix wenn sie naß werden. AUßerdem sind sie gebraucht günstig und so stabil, daß man sie auch als Zugstränge benutzen kann.


    Ich hatte 10mm starke, die sind ein bisschen schwer. Jetzt probiere ich, ob ich etwas dünnere bekomme. Ich finde es garnicht schlecht, wenn sie ein bisschen etwas wiegen, das ist wohl Geschmacksache.

    Das mit dem Spleißen geht mit dem Hanf gut, mit den Kletterseilen ist es etwas komplizierter.


    Auf der Domäne habe ich für die Kutsche ganz normale Kreuzleinen aus Leder, das ist auch OK.


    Die Holzrücker haben ja auch meistens das Biothanezeug. Marieclaires Variante ist sicher das Professionellste.

    Einmal editiert, zuletzt von atsridmasson ()

  • Nachdem ich nun versucht habe, in meine Kurzen Leinen einen Augspleiss für die Snaps zu spleißen habe ich meine Meinung geändert und glaube nun auch, daß man Kletterseile nicht spleißen kann.


    Der Mantel ist so fest und unflexibel, daß ich auch mit Gewalt den Fid nicht durch den gefüllten Mantel bekommen habe.

    Auf den Bildern und auch auf den youtube-Filmchen sieht es so einfach aus.

    Das scheint aber alles viel lockereres Gewebe zu sein.


    Vielleicht habe ich auch nur ein besonders festes Kletterseil erworben.

    Sollte jemand andere Erfahrungen machen: ich bin gespannt.

    Bis dahin knote ich meine Kletterseile wieder.