Wie geht's weiter?

  • Hallo zusammen,


    ich bin neu hier und möchte mich erst einmal vorstellen. Ich wohne im Landkreis Erding/Bayern und habe zwei junge Ochsen im Stall. Seppi (11 Monate/Braunvieh/Pinzgauer) und Maxi (10 Monate/Fleckvieh) gehen schon fleißig und brav mit mir :thumbsup: spazieren. Das Problem ist nur - sobald ich mich zurückfallen lasse, bleiben die beiden stehen X( . Sie folgen mir so lange ganz brav, solange sie mich (mit Leckerlies in der Tasche) vor sich sehen.


    Habt ihr vielleicht einen Tip für mich, wie ich allmählich "hinter" die beiden komme?

  • Ich befestige rechts und links am Halfter meiner Kälber einen langen Führstrick und lass den ganz unauffällig immer weiter zurückgleiten so dass ich immer weiter nach hinten komme-Irgendwann verschlafen die dass ich nicht mehr an der Seite bin und laufen einfach weiter, geht einzeln besser als zu zweit.

  • Hallo Jaegertom,


    vielen Dank für deinen Tip, werd ich heute gleich mal versuchen. Problemchen ist dann aber wieder, dass der andere total spinnt, wenn ich nur einen mitnehme. Ich glaub ich hab den Punkt übersehen, beide auch mal einzeln mitzunehmen. Wir sind immer zu dritt unterwegs. ..........Fehler... ;( Aber ich versuche jetzt schon die beiden immer mal wieder zu trennen und getrennt mit ihnen zu arbeiten.

  • Je exakter das Kommando zum losgehen (z.B. "Hopp") klappt, desto einfacher ist der Übergang. Vorübung ist, beim Losgehen selbst ein oder 2 Sekunden (noch in der alten Führposition) stehen zu bleiben. Gehen sie beim Kommando los ohne das ich sofort mitgehe, gibt´s überschwengliches Lob, während ich dann auch losgehe. Die Verzögerung kann man dann immer mehr verlängern. Sie lernen dann, nicht loszugehen weil ich losgehe, sondern weil das Komando kommt. Ist die Wirkung des Kommandos groß genug, reist es sie irgendwann mit, obwohl Du stehen bleibst. Könnte mir vorstellen, daß es auch mit zweien geht.
    Ich mache es aber auch so wie Jägertom, einzeln.
    Viel Erfolg!

  • Ist wirklich wichtig dass du die Tiere alleine angewöhnst. Kann sonst dauerhaft sein dass das eine ohne das andere nicht läuft.
    Kommando ist auch sehr wichtig, leichter Handklaps aus hinterteil mit gleichzeitigem Hoo oder Hopp wie beschrieben.
    Laufe grundsätzlich ohne Leckerli, die Leistung soll freiwillig kommen. Nicht dass sie nur auf Belohnung lernen zu reagieren, und ausgewachsene zudringliche Ochsen sind dann kein Vergnügen mehr.

  • Vielen Dank für Eure Tips. Hab's heute gleich mal wieder getrennt geübt und die Belohnung erst nach der Rückkehr im Stall gegeben. Hat eigentlich gut geklappt. Danke nochmal :thumbsup:

  • Ich gebe meinem Team 0,5 kg Getreide, wenn ich sie von der Weide holen, um für die Arbeit eingespannt werden. Ich empfehle Angabe von Getreide oder andere "Leckereien" zu jeder Zeit, wenn sie in dem Joch sind. In das Joch bedeutet Arbeit, nicht essen. Ich empfehle Angabe von 'bearbeitet', wenn Sie in den Stall zurück. Das wird sie zu ermutigen, führen Sie zurück in die Scheune. Wenn ich sie jedes Narben nach der Arbeit zu geben, ist es immer mindestens 30 Minuten oder so, nachdem sie gehen zurück auf die Weide. Auf diese Weise verbinden sie nicht mit Getreide eilten zurück in die Scheune.
    Im Frühjahr und Sommer, wenn die Weide frisch und saftig ist meine Ochsen wollen keine Maserung.

  • Quote

    die Belohnung erst nach der Rückkehr im Stall gegeben.

    vermutlich sag ich jetzt das gleiche was der Tim meint:
    das Konzept ist falsch: Belohnung kann nur im unmittelbaren Zusammenhang funktionieren; die "Belohnung" im Stall bewirkt nicht "ah, das haben wir vorhin gut gemacht" sondern es bewirkt, daß sie abspeichern: wenn wir in den Stall zurückkommen gibt es was zum Fressen.
    Glaub mir, langfristig willst Du das nicht, denn es wird der Punkt kommen, wo sie auf die Uhr schauen, beschließen "genug gearbeitet, ab nach Hause, da gibts was zum Fressen".
    Noch was warum ich versuche mit meinen "satt" zu arbeiten: sie haben dann weniger Initiative sich überall was mitzunehmen, das geht beim Arbeiten, wenn sie sich auf Dich und die Arbeit konzentrieren sollen auch im Weg um. Also Futter vor der Arbeit und ein Leckerli (von Anfang an in Verbindung mit Lob/Streicheleinheiten, dann kann man das Leckerli bald weglassen) im unmittelbaren Zusammenhang :thumbup:

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • Ich hatte merkwürdigerweise noch nie Probleme mit Gespannen, die auf dem HEIMWEG zu schnell waren, OBWOHL sie zu Hause eine "Dankeschön"-Ration Schrot bekommen. Da die Arbeit meines Gespanns im Winter hauptsächlich aus "Mistfahren" besteht, sind sie auf dem Weg ins Feld, wenn der Wagen voll ist (heute so geschätzte 1800kg brutto) immer schneller unterwegs als auf dem Rückweg. Da lassen sie es gemütlich angehen.


    Aber der Grundsatz heisst, dass vor der Arbeit gefüttert wurde und die Kälber saufen durften. "Bauch voll, Euter leer" sorgt dafür, dass die Kühe auf dem Weg nicht jeden Grashalm anstarren, dass sie kein Verlangen nach ihren Kälbern haben und, dass die Kälber zu Hause im Stall friedlich schlummern. Wobei "Euter leer" bei Ochsen natürlich von geringerer Bedeutung ist. ;)


    Wolfgang

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