Moehren Roden, Vorderkarre

  • Soll die Zugstange des Karrens bei korrekt eingestellter vorderer Kette (heisst sie "Steuerkette?) eher parallel zum Boden sein oder soll die Karrendeichsel eine ungebrochene Zuglinie mit den Zugsträngen bilden?

    Eher eine ungebrochene Linie mit den Zugsträngen.


    Vielleicht versucht Du folgendes:
    Du fährst mit dem Pflug in eingestellter Arbeitsposition (Grindelauflage und Zugkette) - aber mit noch nicht eingehängter Grindelkette - einige Meter ins Land. Hier versucht Du das Zugtier, mindestens aber die Zugstränge in leichter Anspannung zu halten, so daß sich das Zugscheit, am Haken der Zugdeichsel hängend wohl so in etwa 10 - 15 - 20 cm über dem Boden schwebend befindet. Jetzt kannst Du die Kette - ohne größere Spannung - in den Haken am Pfluggrindel einhängen.


    Einerseits muß diese Kette so locker eingehängt sein, daß die von dem/den Zugtieren ausgehende, über die Zugstange der Vorderkarre und anschließend über die Zugkette(n) weitergeführte Zugkraft >ohne< Knick/Brechung/Umlenkung direkt am Zugansatzpunkt des Pfluggrindels ankommt !
    Andererseits soll sie aber auch nicht so lose herumschlabbern, als daß sie keine sinnvolle Verwendung hätte.
    Mit gut eingestellter Grindelkette kann der Pflugführer über die Sterzen / Handhaben den Pflug-> Vorderwagen -> Zugscheit dahingehend ganz gut manipulieren, daß man einerseits am Vorgewende recht kurz umkehren/wenden kann, andererseits beim Wendemanöver aber auch auf das Waagscheit dahingehend einwirken, daß ein "über die Zugstränge treten" doch hin und wieder mal vermieden werden kann.
    Dazu bedarf es allerdings einiger Übung. Aber die kommt dann nach und nach ... eben mit dem Üben ;)


    Also, viel Spaß erst mal noch beim Rüben roden, und vielleicht später dann auch noch bei der einen oder anderen Herbst-/Winterfurche ... ^^

  • Hallo!
    Die vordere Kette ist eher dafür gedacht, dass sich die Deichsel des Vorderkarrens nicht abnützt, sondern in der Luft bleibt. Als Alternative gab es dafür einen angeschweißten Bogen unter der Deichsel, womit man bei Leerfahrten die Deichsel schützen konnte.
    Ich habe schon ein paar Pflüge in der Sammlung, die weder das eine noch das andere genutzt haben, wo die Deichsel bis auf 4-5mm weggeschliffen ist.
    Viele Grüße!

  • Hallo!
    Ich verstehe zwar fast nur Bahnhof, aber werde mich demnächst mal mit den Teilen und Einstellungen befassen müssen und bin jetzt schon total froh, dass es dazu auch in der heutigen Zeit noch Spezialisten (Praktiker!!) gibt! Danke schon mal für diesen Thread, da werde ich drauf zurückkommen und nochmal nachlesen!
    Irene

  • Ja, da bin ich auch froh:


    dass es dazu auch in der heutigen Zeit noch Spezialisten (Praktiker!!) gibt!


    Heute haben wir die Deichselkette wie oben beschrieben eingestellt, also so, daß sie die Deichsel gerade hochhält, in einer Zuglinie (in etwa) mit den Zugsträngen.


    Vorteil 1, spürbar: Beim Wenden lief der Karren besser hinter der Kuh her, wie Hippo Sohle das beschrieben hat. In der alten Einstellung, mit zu kurzer Kette, war er uns sogar 2 x in enger Wendung umgekippt.


    Vorteil 2, Theoretisch klar: kein zusätzlicher Druck auf der Achse und den Rädern. Gemerkt haben wir es nicht.


    Den oben ebenfalls beschriebene Vorteil, der Rodepflug ließe sich so leichter lenken haben wir nicht bemerkt.


    Was aber aufgefallen ist, unabhängig von der Einstellung: sobald einer Möhre die Gelegenheit geboten wird, sich zwischen die Rodeschare zu setzen, tut sie das. Dann lässt sich der pflug nicht mehr lenken. das war alle paar Meter der Fall, sobald der pflug nicht mehr mittig fuhr. Dann scherte er sofort aus, meist nach rechts.


    Schwierig war auch die zweite Reihe, weil es schon eine Furche von der Ersten gab.


    Trotzdem insgesamt kein schlechtes Ergebnis: Mit Rüstzeit (Kuh holen, Anspannen, Gerät auf Pritsche, zum Acker fahren und alles weider zurück) für etwa 100m Möhren Roden eine Stunde. Das reine Roden hat davon vielleicht eine viertel Stunde in Anspruch genommen.