Moehren Roden, Vorderkarre

  • Für die Ernte von Rüben, rote Beete usw habe ich einen Rübenroder mit Vorderkarre erstanden, dazu einen Pflug.


    Am Vorderkarren fehlt leider der höhenverstellbare Riegel vom Karrenbogen/Karrensattel, auf dem der Grindel aufliegt.
    Ich kannte diese Riegel bisher nur mit einem Auge obendrauf für das Grindel . Die Vorbesitzerin sagte mir aber, dieser wagerechte Riegel habe nur eine Kerbe in der Mitte gehaobt, in welcher das Grindel Steckte. Sie sagte, man hätte durch schräg stellen des Riegels (also nicht ganz waagerecht) sogar den Winkel des Schares beeinflussen können.


    Da ich mir jetzt einen Ersatz basteln (lassen) muß, würde ich mich freuen, wenn jemadn soetwas kennt und vielleicht sogar Bilder dazu hat?

  • Hier hätte ich eine Ansicht der Vorderkarre zum Sack'schen Karrenpflug.


    Bei dieser Ausführung für Stahl-grindel-pflüge ist in der Mitte die starke, einkerbige Grindelauflage zwischen den beiden äußeren Flachstählen. Diese wiederum sind auf der einen Seite mit einem Langloch (Schlitz), auf der anderen Seite mit mehreren (3) einzelnen Lochungen versehen, um, abgesehen von der möglichen Höhenverstellung, - bei Bedarf - durch entsprechendes, seitliches verschieben dieser Grindelbrücke, selbigen mehr nach rechts oder links zu stellen, und so dem nachfolgenden Pflug einen etwas anderen Anschnitt(winkel) zu geben.


  • Hier noch ein paar Datailbilder von Grindelauflagen an verschiedenen Pflugvorderkarren:


    Grindelauflage einer Vorderkarre unbekannten Herstellers. Hier ist die "obere" Auflagefläche in der Mitte ausgeschliffen / ausgeschmiedet ?, da mit dieser Vorderkarre ein Unterkehrpflug mit Holzgrindel gefahren wurde.
    Die Grindelauflage ist jedoch duch lösen einer Schraube in wenigen Minuten umgedreht, und so dann auch für einen Stahlgrindelpflug verwendbar, welcher dann auch dementsprechend Außermittig in die jeweilige Aussparung der Brücke aufgelegt werden kann.




    gleiche Grindelauflage wie zuvor - an einer "Eberhard" - Pflugvorderkarre mit durch Gewindespindel stufenlos verstellbarer Grindelbrücke.



    Grindelbrücke - wie im zweiten Beitrag beschrieben - an einer Sack'schen Pflugvorderkarre, allerdings hier mit einem mittig fixierten Auge zur Grindelaufnahme.



    Ich hoffe, Du kannst damit etwas anfangen ... :)

  • Ja, vielen Dank!
    Mit einem Auge, so wie bei dem letzten Bild kannte ich das auch. Aber das erste Bild im ersten Beitrag entspricht dem was die Besitzerin erzählt hat am ehesten. So werde ich das wohl machen lassen. Aber eben mit Langloch und auf der einen und 3 Löchern aufd er anderen Seite, das macht Sinn.

  • Hat gut geklappt mit der von Dir abgebildeten Grindelbrücke.


    Mit dem Rübenroder haben wir heute etwa 50m Möhren ausgemacht, das hat gut geklappt.
    Vorher haben wir etwa ebenfalls 50m im Matsch rechts und links neben den Rüben herumgewühlt.
    Wir hatten nämlich gedacht, daß man den Karren an der Deichsel so einstellen kann, daß man die Kuh rechts (oder links) neben den Rüben gehen lassen kann. Auch mit den Führungsketten haben wir herumprobiert. Der Rübenrodepflug ist immer wieder aus der Reihe gerutscht.
    Als wir aber die Kuh mkit den linken Füßen links und den rechten Füßen rechts von den Möhren gehen lassen haben, ging es gut.

    Von der Arbeit selbst gibts mal wieder keine Fotos, mangels Hände.


  • Wir hatten nämlich gedacht, daß man den Karren an der Deichsel so einstellen kann, daß man die Kuh rechts (oder links) neben den Rüben gehen lassen kann. Auch mit den Führungsketten haben wir herumprobiert. Der Rübenrodepflug ist immer wieder aus der Reihe gerutscht.
    Als wir aber die Kuh mkit den linken Füßen links und den rechten Füßen rechts von den Möhren gehen lassen haben, ging es gut.

    Hallo,
    freut mich, daß ihr Erfolg hattet.
    Ja, das mit der Steuerung ist so eine Sache ...
    Wenn ich einspännig gepflügt habe, dann musste das Pferd immer auf dem ungepflügten Land, so wie der Pflug die neue Furche anschneiden soll/muß, am Saum zur vorher gepflügten Furche gehen, da ich ansonsten - bei Verwendung vom Unterkehrpflug und bei "Furchengängern"- die Deichesel des Vorderkarrens an jedem Vorgewende jedes mal hätte von einer zur anderen Seite umstellen müssen.
    So konnte die Vorkarrendeiches gerade gestellt bleiben, kleinere Korrekturen gingen mit umlegen des Grindels auf der Brücke des Pflugkarrens.


    Genau so verhält es sich bei Verwendung eines Kartoffelrodepfluges. Auch hier muß bei Verwendung von nur eines Zugtier, dieses eigentlich "auf" der Kartoffelreihe gehen, damit der Rodepflug den Damm mittig ausheben kann. Alles andere, mit rechts oder links neben der Reihe gehen wird mehr murkserei und gibt reichlich kaputte, angeschnittene Kartoffeln / Rüben. Solche Arbeiten gehen besser zweispännig, auch wenn, wie jetzt bei euch "nur" mal eben 50 Meter zu Roden waren.
    Macht weiter so ... :)

  • Ich hätte ja 2 Tiere. Die gehen aber nicht gut und gerne zusammen, sondern verbringen bei der ARbeits zu viel Zeit mit Rangeleien. Wenn ich mit ihnen öfter zweispännig arbeiten könnte würden die Tiere mehr Rutine darin bekommen. Dazu kommt, daß ich selten eine 2. Person habe, die hinten am Gerät selbständig arbeiten kann. Meist sind es Praktikanten oder andere Leute, die es zum ersten Mal machen.
    Gerade bei so kurzen Reihen, bei denen die Tiere nicht einfach mal 100m geradeaus gehen können, ist man nur am lenken und wenden und muß sich so viel um die Tiere kümmern. Da ist es einspännig einfacher, auch wenn es technisch und auch für die Tiere zweispännig einfacher wäre.


    Aber es ist ja schon befriedigend, wenn es überhaupt klappt.

  • Aber es ist ja schon befriedigend, wenn es überhaupt klappt.

    Ja klar :)
    Und es auch überhaupt nicht so ohne, einen Pflug, welcher durch eine lose Karre oder eine Stelze oder gar einen Schwingpflug einigermaßen gerade in der Spur zu halten / führen.
    Schade, daß durch deine Hauptaufgaben eben wenig, zu wenig Zeit für die Rinderarbeit bleibt. Aber vielleicht wird das ja noch ... mit der Zeit ?

  • Was mir gerade, und auch beim "zum wiederholten male" anschauen des kleinen Filmchens aufgefallen ist, auch wenn man es kaum innerhalb einer Sekunde erkennen kann, aber es erscheint mir so, als gäbe es eine nicht unbedeutende Divergenz zwischen der Grindelachse und der dem verlauf der Zugstange an der Vorderkarre.


    Kann es sein, daß an eurem Pflug, die Kette, welche von der Zugstange der Vorderkarre zum Haken an der Spitze des Pfluggrindel's hochführt, dort viel zu kurz einghängt wurde ?


    Beispielbilder:



  • das würde die Schar tiefer in den Boden treiben? was bewirkt das?

    Im ersten Gedanken mag das vielleicht so erscheinen. Das Gegenteil ist der Fall.
    Wenn diese Kette zu kurz eingehangen wird, kann man zum einen den Pflug an den Sterzen nicht mehr gut/richtig steuern/handhaben, zum anderen bekommt man - durch den >nach unten Zug< vom Ortscheit/Waagstengel einen nicht unerheblichen und unerwünschten Druck über den Grindel zurück auf die Pflugkarre/Achse/Räder.
    Man kann zwar auch "ohne" diese Kette Arbeiten. Mit richtig eingestellter (Länge) Kette geht's aber schöner ... ;)

  • Das Gegenteil ist der Fall.

    Genau. Die Grindelspitze (wo der Schwengel eingehängt wird), wird von der Kette nach unten gezogen- Weil der Grindel auf der Grindelbrücke aufliegt, wird er über diese "gekippt" und so hinten angehoben, das würde ihn flacher gehen lassen.
    Andererseits wird der Winkel des Schares dadurch steiler (mehr Griff) und der Pflug zieht sich besser in den Boden (wie Susi schreibt).
    Wir hatten damit die Tiefe so reguliert, daß einerseits keine Möhren abbrechen (also nicht zu flach) und andererseits wollten wir nicht tiefer als nötig pflügen.


    Allerdings war in der Tat die Kette während der Arbeit angespannt.
    Soll sie das nicht sein?


    Soll man dann lieber die Grindelbrücke höher stellen, so daß der Grindel dadurch vorne höher kommt, damit auch die Scharspitze, also der "Griff" dadurch geringer wird und damit auch die Pflugtiefe?


    Und die Grindelkette bleibt bei der Arbeit locker?


    Der zusätzliche unerwünschte Druck auf die Räder klingt aber doch auch sehr logisch.


    Wozu ist die Kette dann da?

  • Allerdings war in der Tat die Kette während der Arbeit angespannt.
    Soll sie das nicht sein?

    Nein. Niemals bei der Arbeit auf dem Acker, in der Erde !

    Soll man dann lieber die Grindelbrücke höher stellen, so daß der Grindel dadurch vorne höher kommt, damit auch die Scharspitze, also der "Griff" dadurch geringer wird und damit auch die Pflugtiefe?

    Die "Arbeitstiefe", ob nun beim Pflügen, ob als Rodepflug für div. Rübenarten oder Kartoffeln oder, sofern man solches Gerät hat, als Grubber oder Wießenreißer wird "ausschließlich und nur" über das verstellen der Grindelauflage so wie das verlängern oder verkürzen der Zugkette(n) eingestellt !



    NIEMALS über die Kette zwischen Grindelspitze und Zugstange der Vorderkarre.


    Und die Grindelkette bleibt bei der Arbeit locker?

    Auf keinen Fall darf hier beim Arbeiten eine dauerhafte Spannung - wie im Video wohl vermeintlich erkennbar vorherrschen.

    Der zusätzliche unerwünschte Druck auf die Räder klingt aber doch auch sehr logisch.


    Wozu ist die Kette dann da?

    Wir benötigen hier keinen "zusätzlichen und zudem auch noch unerwünschten" Druck auf den Vorderkarren, die Achse, die Räder - anders als beim Schlepper, da dort ja durch mehr Druck auch den Antrieb der Schlupf verringert so wie die Traktion verbessert wird.
    Wie bereits angedeutet, kann man auch "ohne" diese Kette Arbeiten.
    Der eine oder andere Zeitgenosse ist sogar der Meinung, diese Kette sei nur zu transportzwecken bei Verwendung einer Pflugtransportkarre anzulegen.



    Dem ist aber nicht so.


    Diese Kette bildet eine gewisse Steuereinrichtung, vor allem beim Wenden des Pfluges am Vorgewende. So kann man >unter Zuhilfenahme ihrer Verwendung< von den Handhaben / Pflugsterzen aus, die gesamte Pflugeinrichtung nebst Zug-/Waagscheit am Vorgewende recht kurz in die neue Fahrtrichtung, in die nächste Furche wenden und hat auch eine bessere Kontrolle über die Zugstränge. Allerdings erfordert das eine gewisse Routine im Umgang damit (Karrenpflug), und die Richtige Einstellung derselben.
    Hier muß man sich erst einmal "Glied für Glied" an die optimale Längeneinstellung herantasten.
    Dazu fährt man am besten erst einmal ein paar Meter mit dem bereit einigermaßen gut eingestellten Pflug (Grindelauflage + Zugkette-n) in das Land, und hängt dann erst die Grindelkette so lose ein, daß weder das Ortscheit bzw. der Waagstengel auf dem Boden aufliegen, noch so kurz, daß die Kette Spannung hat und Ortscheit/Waagstengel hoch in der Luft hängen und eine leichte Steuerung des Pfluges erschwert bzw. fast unmöglich, zumindest unkorrekt macht.

  • Habe mal gesucht und Betriebsanleitungen von Karrenpflügen beim Starke Pferde Verlag gefunden: Link
    In einigen steht zumindest drin, wofür die einzelnen Teile zu gebrauchen sind. Zu der Kette konnte ich (noch) nichts finden.

  • Erstaunlich, daß es trotzdem halbwegs geklappt hat.


    Ganz sicher bin ich immer noch nicht: Soll die Zugstange des Karrens bei korrekt eingestellter vorderer Kette (heisst sie "Steuerkette?) eher parallel zum Boden sein oder soll die Karrendeichsel eine ungebrochene Zuglinie mit den Zugsträngen bilden?


    Da ich noch nie mit Vorderkarren gepflügt habe, muß ich das alles erst beim Arbeiten lernen. Das lernt man ja leider weder in der landwirtschaftlichen Lehre geschweige denn im Studium. Deshalb ist es ja auch so gut, dieses Forum zu haben!


    Vielen Dank! Nächtes Mal probieren wir es wie oben beschrieben.


    Übrigens:



    Der zusätzliche unerwünschte Druck auf die Räder klingt aber doch auch sehr logisch.

    Damit meinte ich natürlich nicht, daß der unerwünschte Druck auf den Rädern nützlich wäre, wie etwa bei Antriebsrädern Sondern ich fand die Erklärung logisch, daß durch eine zu kurze Kette Druck auf die Achse ausgeübt wird. Da hab ich mich falsch ausgedrückt.