Losreißen

  • Noch mal ein Versuch in der Hoffnung eine hilfreiche Antwort zu bekommen......
    Was tut ihr dagegen, wenn sich die Kälber, die man anlernen will, permanent losreisen?
    Ich komme immer nur soweit, bis ich die sichere Umzäunung verlassen will, sobald kein Zaun mehr ist, rennen sie los,. Kopf runter und weg... ?(
    Meistens ins Gras und/oder zurück zur Herde. Wenn sie noch sehr jung sind, kann ich sie zwar halten, aber noch nicht so gut von der Mutter wegführen. Sind sie älter, halte ich sie nicht mehr wirklich. Die Mutter macht Theater und der Rest der Herde gleich mit.
    Wie geht ihr, die erfahren sind, bei sowas vor?

    LG Katrin
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    Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen.
    Wiliam Shakespare

  • Wenn Du noch nicht lange mit den einzelnen Tieren übst, kennen sie Dich noch kaum und trauen Dir noch nicht so recht. Warum sollten sie Dir von der Mutter weg folgen? Sie sind damit überfordert.
    Geh nur so weit, wie sie bequem mitkommen und dann noch 2 Schritte weiter. Loben und umkehren, zurück zur Herde. Das kann man auch mehrmals direkt hintereinander üben oder an vieleln Tagen hintereinander.
    Sie sollen sich dabei wohl fühlen und gern mitkommen. Das dauert.
    Leckerlis und bürsten motiviert, weiter mitzukommen.
    Keiner sagt, daß es ohne viel Übung und gemeinsam verbrachte Zeit geht!


    Falls die Mutter führig ist, sind auch gemeinsame Spaziergänge gut. Wenn nicht, bleibt Dir nichts übrig als in ihrer Nähe zu üben. Wenn Du die Weide verlässt um ungestört zu üben, bleib direkt hinterm Zaun. Wenn Mutti sich aufregt, überträgt sich das aufs Kalb und es bekommt Angst. Das Geführt werden muß zur positiven Gewohnheit werden. Geduld ist gefragt.


    Übst Du mit mehreren gleichzeitig?

  • wir gehen nicht los, bevor wir nicht anhalten und stehenbleiben können; und dann gehen wir nicht "los" sondern nur einen Schritt. Punkt.
    erst im Lauf der Zeit werden 2,3,4, ... viele Schritte daraus.
    klingt gut - aber die Methode mit dem Notanker haben wir auch schon gebraucht ;-)

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • In der Regel übe ich mit 3 Kälbern, allerdings nicht gleichzeitig. Ich meine, so, wie sie geboren werden, am Ende sind es drei.
    Und sie kennen mich seit der Geburt. Ich rede auch nicht davon, dass ich nach 3 Tagen mit ihnen losziehen will. Normal sind sie so 4 Wochen alt und haben täglich geübt. In dem Alter kann ich sie grad noch so halten, wenn.....
    Die Kühe sind leider nicht halfterführig, dann wäre es vermutlich einfacher.
    Wie lange übt ihr in der Regel, bis sie sich führen lassen?
    @marieclaire, was ist ein Notanker?

    LG Katrin
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    Wiliam Shakespare

  • Wie lange übt ihr in der Regel, bis sie sich führen lassen?

    Das kann man nicht pauschal beantworten.
    Da hängt soviel von den Umständen ab. Wenn die Mutter z.b. arbeitet, kommen die Kälber öfter mit und lernen schnell. Wir haben z.B. z.Z. 2 Kälber, die sich super führen lassen, auf der Weide aber gerade erst anfangen sich anfassen zu lassen. Weil diese Kälber fast nur bei der Arbeit der Mutter mitgelaufen sind: Da laufen sie der Mutter hinterher und sind dabei am Strick, kriegen von uns "halt" und "hopp" beigebracht, hatten aber außerhalb dieser Arbeitszeit kaum Gelegenheit, eine gute Beziehung zu uns aufzubauen, weil dafür die Zeit fehlte. Normalerweise ist es bei uns umgekehrt: Kälber sind zahm, können aber noch nix.
    Je nachdem, wie fähig der Mensch ist, der mit ihnen übt, wie oft das geschieht, wie alt und wie zahm sie dabei schon sind, alles spielt eine Rolle.
    10 Tage Messe mit 3 Aufführungen am Tag zusammen mit der Kuh im Alter von 2-3 Wochen z.B. können schon sehr führige Kälber machen. Soviel Zeit haben wir im normalen Alltag mit den Tieren aber garnicht, da dauerts dann länger. Und es wird lebenslang immer besser.

  • @marieclaire, was ist ein Notanker?

    alles was Du an Balken, Bäumen, Zäunen etc. finden kannst im greifbaren Bereich um einen oder zwei Überwürfe zu machen und das Tier zu stoppen


    wenn Du losläufst mit dem Gedanken (und Kommando) bloß einen Schritt ist Deine Körpersprache eine andere als wenn Du einfach losläufst; und wenn das Rind weiß, daß es nach ein oder 2 (oder 3) Schritten eh wieder halten muß und gekrault wird, dann kommt es gar nicht in die Versuchung loszukapriolen ...


    sollte das nicht funktionieren kann man Seile spannen (und mit einem Karabiner am Seil üben)


    dann gibts die Methode mit dem Angebunden lassen, bis sie sich das erste Mal (entspannt) hinlegen; da haben sie zumindest begriffen, daß der Strick nicht nachgibt


    die Amerikaner machen Futter rechts, Wasser links und laufen dann öfters am Tag zwischen den beiden Stellen hin und her


    wenn Du einen Esel organisieren kannst, bringt der ihnen das führen bei; Sturheit siegt (oder so ;-) )


    etc.

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  • @astridmasson,
    wie bekommt ihr denn Halfter und so an die Kälber, wenn sie sich nicht anfassen lassen? :/
    @marieclare,
    achso, die Notanker kenne ich auch. Dachte, das ist irgendwas anderes.
    Einem Esel würde ich das nicht antun. Ich glaube, die würden den wegziehen! ;)


    Ich übe aktuell grad mit einer Kuh. Da sie jetzt auf der Weide sind , eben dort. Sie folgt mir schon am lockeren Strick so ca. 50m von der Herde weg. Dann ruft die Leitkuh und sie will zurück. Wie ist das bei euch, macht die Herde kein Theater, wenn ihr ein Tier rausholt zum arbeiten?
    Dann ist bei Büffeln noch das Problem, dass sie einfach umfallen, wenn sie zu lange gekrault werden. :D Das kenne ich von Rindern eigentlich nicht so. Auf unseren Bullen habe ich mich mal draufgesetzt , da fiel der um unter mir! :D Aber nicht, dass ihr mir mit dem Tierschutz kommt! Für die ist Körperkontakt das Größte und wie Hypnose, werden sie gekrault, oder gebürstet, legen sie sich hin. Auf die Seite und Augen zu! Wenn ich aufhöre , stehen sie wieder auf. Unser Bulle ist da schon ein extremes Exemplar. Da reicht es schon, wenn man sich anlehnt, (oder draufsetzt) und er kippt um. Nicht etwa normal hinlegen, ne der kippt richtig zur Seite um. Schlecht, wenn man dort grad steht! ;)

    LG Katrin
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    Wiliam Shakespare

  • Hallo, diese Probleme kenne wir alle. Wie oft bin ich liegend in den Stall gezogen worden! Ich kann es gar nicht beschreiben, aber ich bin immerwieder raus und hab es von Neuen versucht! Eine andere halfterführige Kuh kann dir viel Mühe ersparen.


    Ein guter Notanker ist auch ein Traktor. Gewöhne sie an da Gerät in dem du sie ganz nahe daran fütterst. Dann füttere sie wenn der Motor läuft. Dann fährst du auf der Koppel damit und führst sie hinten nach. Einer fährt einer führt. Dann raus aus der Koppel. Binde den Strick sehr lange (4-8m langes Seil) an der Ackerschiene des Traktor an. Versuche das Kalb so zu führen, das es glaubt du bist der begrenzende Faktor. Kannst du es nicht mehr halten, so hängt es noch am Traktor und den wird es wohl nicht mitschleppen können. Dann kannst du sie dir wieder holen und einfach weitergehen.


    Ich habe das führen im Roundpen geübt und dort sogar longiert. Das lief dann recht gut.


    Hofftentlich war das verständlich?!

  • @Hödlgut,
    ja, war verständlich! ;-) Round Pen ist auch mein Ziel, aber erstmal dahin kommen! ;-)


    @Susi,
    sowas ist nicht mein Fall. Ich könnte so ein ungleiches Kräftemessen keinem Esel antun!

    LG Katrin
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  • Hallo, ich bin noch ziemlich neu in der Gruppe und melde mich auch mal. Ich habe vor 6 Jahren eine Fleckvieh Kuh trainiert- Gary. Diese ist wirklich brav, lernte schnell und es gab nie Probleme. Da ich Gary aber natürlich nicht alleine halten kann und sie sich nur mit männlichen Rindern verstand ( warsch aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichtes ) bekam ich von bekannten ein Angebot für einen jungen Yakbullen. Den habe ich jetzt seit 2015. Mittlerweile auch kastriert, anfangd lies er sich nicht anfassen, war scheu, kannte keine Menschen. Nach 1 Jahr nur Vertrauensaufbau lässt er sich mittlerweile auf Halfter, überall Putzen und Streicheln, Klauen geben, Rückwärts richten und freut sich extrem wenn ich komme, will dan immer sofort kuscheln ;). Seit ca. einem halben Jahr üben wir das rausgehen am Halfter. Nur macht Matoskah da einige faxen. Durch den Stall klappts gut dan gehts raus, ca. 10m von der Stalltür entfernt ist ende, es geht nicht weiter.. entweder versucht er sich los zu reißen oder rennt rückwärts.. da hilft auch kein locken.. auch wenn Gary vorraus geht klappt es nicht. Langsam bin ich mit meinen latein am Ende was das Führen mit ihm angeht..

  • Vleilleicht klappt es, wenn da drausen was zu fressen wartet, was leckeres, was unwiederstehliches und das dann immer weiter weg "rückt". Das wird sicher ein langer Weg werden, wenn sie in jungen Jahren keine Menschen kannten. Meine Leitkuh ist auch ohne Menschenkontakt aufgewachsen. Als wir sie bekamen war sie 12 Monate. Es dauerte mehrere Jahre, bis ich sie mal am Kopf kraulen konnte.


    Meine Spatzier -Kuh hat inzwischen ein Kalb bekommen und ich musste sie von den Anderen wegbringen, weil ihre eigene Mutter ihr das Kleine klauen wollte. Ich hatte zur Sicherheit alles abgesperrt, aber sie ist mitgekommen. Mit Kopf schlenkern zwar, aber ohne sich loszureißen.

    LG Katrin
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  • genau so versuche ich es seit Monaten.. erst klappte es gut, jetzt wo es langsam kein gras mehr gibt ist es wieder ein Rückschlag.. da geht er wieder nur bis zur tür. Mein wunsch wäre erstmal gewesen ihn zur 20m entfernten weide zu führen aber das klappte leider nicht, wird wohl vor nächsten Jahres bis das Gras wieder wächst befürchte ich auch nicht mehr klappen..

  • Ich bin ja beruhigt, dass es euch Schwierigkeiten bereitet, mit dem führen. Der Tipp mit der "Führkette" war schon mal recht hilfreich. Zur Zeit machen "wir" Fortschritte was das verladen in den Viehanhänger betrifft - es braucht halt alles Zeit und Zuwendung.

  • Danke für die Antworten. Führkette hat er auch drauf, wobei ich aber da nicht rum ziehe nur wenn er mal los stürmt das ich ihn noch bremsen kann. Ich möchte ja das er gerne mit mir mit geht. Yaks sind leider sehr extra was futter betrifft.. bis jetzt klappte es nur mit gras.. alles andere schmeckt leider nicht. Ich denke wohl das ich ihn den ganzen winter nur so nach draußen führe und auf dem hof an der leine etwas toben lasse und im Frühjahr wenn es dan wieder gras gibt den weg zur weide wieder versuche?

  • Das ist wohl eine Mentalitätsfrage, aber ich würde dranbleiben.
    Mit Bürsten kann man viel erreichen.
    Man könnte die andere Kuh (auch mit Kalb) vorher 10m in Richtung Deines Zieles als Lockvogel draußen anbinden, am Eingang der Weide oder kurz vorher. An der Stelle, wo er stehen bleibt, bleibt ihr eben stehen.
    Du bürstest, probierst ihn einen Schritt vorzuzupfen, bürstest nur weiter, wenn er mindestens sein Gewicht in die richtige Richtung verlagert hat.
    Zurückgehen, nochmal richtung Gary und Weide, immer wieder.
    Manchmal zeigt sich der Fortschritt, der im Rinderkopf stattfindet, erst beim nächsten Mal. Ich würde nicht aufgeben.
    Ein paar Handvoll abgerupftes Gras wird es doch sicher auch noch irgendwo geben?


    Viel Erfolg!

  • Hast du Äpfel probiert? Dafür tun meine Büffel fast alles. ;-) Und bürsten natürlich. Für Zuckerübenschnitzel und Pellets würden sie auch keinen Schritt tun. Sind ähnlich "speziell".
    Ein Beispiel aus dem Alltag:
    3 Kühe haben ihr Kalb in meinem Beisein bekommen. Hatte sie alle drei(nacheinander) in einem begrenzten Auslauf, damit sich die Kälber an Strom und mich gewöhnen können. Alle drei super zahm, kamen zu mir gelaufen, wenn ich den Auslauf betrat, gaben schon die Beine und liefen auf locken hinter mir her. Nach einer Woche ließ ich sie zu den Anderen auf die Weide. Jeden Tag nahm ich mir Zeit, um sie zu kraulen und den Mamas Äpfel zu füttern. Sie kamen, sobald sie mich sahen. Von heute auf morgen war damit schluss. Warum? Weil ich eine Jacke an hatte!!! Sonst war ich immer in T-Shirt bei ihnen. Ist jetzt bissl kalt nur mit Shirt. Alle Versuche sie umzustimmen schlugen fehl und sie haben generell Angst und laufen weg. :-/ Die Jungbullen vom letzten Jahr waren nie zahm, keine Chance. Einer ließ sich von heute auf morgen plötzlich von mir von vorn bis hinten graulen! Tja, so sind sie. Immer für Überraschungen gut! ;-)

    LG Katrin
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    Wiliam Shakespare

  • Hallo, dan melde ich mich mal wieder zum Thema losreisen meines Yakochsen. Vor ca. 2 Wochen kam Matoskah selbst auf die Idee den Hof zu erkunden, seitdem drehen wir jeden Tag 3- 4 Runden über den Hof - eine Runde ca. 50m. Mal klappt es super, mal zickt er etwas und rennt rückwärts sobald aber der Strick gespannt ist lässt er sich bremsen und folgt dan auch wieder brav. Ich würde so gerne mit ihm spazieren gehen aber müsste dabei ca. 20m die Hauptstraße entlang und das ist mir dan doch noch zu schwierig mit ihm.