Wie anstrengend die Bearbeitung eines "Morgen" gewesen sein muss...

  • Hallo zusammen,


    gestern haben wir einen neuen internen Rekord aufgestellt was die Arbeitsdauer mit den Rindern angeht und ich kann nun ansatzweise verstehen, wie mühsam die Bearbeitung eines "Morgen" Lands im Mittelalter gewesen sein mag. Wir hatten heute fast perfektes Wetter zum Arbeiten mit den Rindern (Nachmittags war es schon fast zu heiß mit 21 Grad) und wir konnten endlich noch einen Teil der fehlenden Feldfrüchte aussäen (Saathafer, Lupine, Linsen, Staudenlein). Von der Fläche her haben wir in gut 4 Stunden (in zwei Blöcken á etwa zwei Stunden mit wechselnden Tieren oder im Gespann) etwa 2500qm bewirtschaftet. Dies bedeutet im Einzelnen: Saatbettvorbereitung mit schwerer Egge (schräge Zinken), Aussaat von Hand, Einarbeitung des Saatgutes mit einer leichteren Holzegge, Andrücken des Saatgutes mit einer selbstgebauten „Stammwalze“ (siehe Foto). Die beiden Ochsen mussten gestern wirklich hart arbeiten und kamen an ihre Belastungsgrenzen. Trotzdem haben sie super mitgemacht und ich bin sehr zufrieden. Was mir allerdings auch klar geworden ist: praktisch müssten wir immer Wechseltiere bereit halten können. Wir hätten es heute nicht geschafft, wenn die Jungs nicht beide fit gewesen wären. Wir werden deshalb in den nächsten Wochen noch intensiver mit der Ausbildung unserer Kühe und des Jungochsen fortfahren müssen (soweit wir das zeitlich schaffen…).


    Beste Grüße
    Claus Kropp

  • Hier kommt es natürlich darauf an, von welcher Zeit wir sprechen. Im Frühmittelalter beginnt so langsam die Verbreitung der Dreifelderwirtschaft, die dann natürlich die Feldstruktur und -organisation klar regelt. Lokal wird es natürlich Unterschiede (je nach den Gegebenheiten) gegeben haben und manchmal auch noch ein 2-jähriger Rhythmus (Brache/Acker) üblich gewesen sein.

  • Andrücken des Saatgutes mit einer selbstgebauten „Stammwalze“ (siehe Foto).

    Walze(n) im Sinne von sich drehenden und andrückenden, rundlaufenden Holzzylindern, oder - wie es sich anzusehen scheint eher einer Ackerschleife ?

  • Ganz klar im Sinne einer Ackerschleife. Die Stämme drehen sich praktisch nicht mit, sondern werden gezogen.

  • Toll, daß Ihr das so authentisch machen könnt!
    Da seid Ihr wohl die Einzigen.
    Es gibt ja schon nicht viele in unserer Gegend, die überhaupt wirklich mit den Tieren in der Landwirtschaft arbeiten;
    Dörings fallen mir noch ein, Phillippe natürlich, im Elsass, und der Demeterbetrieb mit dem Hinterwälder? Vorderwälder? Arbeitsochsen, der im Gemüsebau hilft.