Jährliches Zugrindertreffen im Januar 2016 auf der Domäne Dahlem

  • "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • biete Mitfahrgelegenheit von München/Erding

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • Ich hoffe ihr seit alle wieder gut zu Hause eingetroffen.


    Es war wieder einmal sehr schön ... :)


    Hier ein erster, kleiner Eindruck vom diesjährigen "Agro-Archäologischen-Feldversuch"




  • Hippo, danke! wenigstens einer :/


    hier hats noch ein bißchen Info ...

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • Danke für den schönen Bericht. Konnte einige Anregungen mitnehmen.


    Noch was zum Experiment: auf dem Bronzezeithof haben wir uns schon mal damit beschäftigt und zwar während einer Veranstaltung zur Steinzeit. Davon gibt es sogar einen Film, in dem noch die erste Version des Schlittens zu sehen ist (Aktion Bronzezeithof Uelsen).
    Jetzt hat der Schlitten eine andere Aufgabe und ist mit 2,5m etwas kürzer und die Rollen sind auch dünner. Der Stein wiegt etwa 1t, der Schlitten 100kg und ist aus Eiche. Als Schienen haben wir zwei dünne Eichenstämme genommen. Die Rollen sind aus Erle. Um den Stein zu bewegen reichen 3 bis 4 Erwachsene.


  • und dann war da noch die Sache mit dem Umpflügen, so geht's einfach und schnell

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • Ich hatte Emma eigentlich so verstanden, daß sie sich dem Zupfen am Strick (und damit dem Kommando zum Zug) durch das Kopfsenken enzieht. Sie findet, die LAst ist zu schwehr, das geht nicht.
    Den Kopf muß sie beim 3PK eigentlich nicht senken.
    Allerdings tun Rinder das im 3-Polsterkummet trotzdem manchmal, wenn es nämlich zu tief eingestellt ist.
    Dieses hier sitzt eher eine Tick zu hoch. Wir hatten nicht bedacht, daß der Zugwinkel mit der längeren Kette einen flacheren Winkel macht und dadurch das Kummet etwas weniger nach unten zieht, als beim direkten Anhängen an den Schlitten, unten.
    Die Kette brauchten wir, um mehr Platz zum Rundhälzer Unterlegen zwischen uns und der Kuh zu haben.
    Den zu hohen Sitzt habe ich auch erst auf den Bildern gesehen.

  • hmm, ich seh eine Kuh die intuitiv das richtige macht: einen Schritt zurück, neuen Anlauf, und nochmal und dann geht sie richtig runter und damit bewegt sie die Last;


    Dieses hier sitzt eher eine Tick zu hoch. Wir hatten nicht bedacht, daß der Zugwinkel mit der längeren Kette einen flacheren Winkel macht und dadurch das Kummet etwas weniger nach unten zieht, als beim direkten Anhängen an den Schlitten, unten.

    das ist mir auch erst hier aufgefallen; wobei das 3PK einen Neigung zum Steigen hat unter schweren Lasten


    das mit dem Zugwinkel wiederum wäre ein anderes spannendes Thema: wenn ich den veränder, verändert sich die aufzuwendende Kraft von Seiten der Kuh? Theorie und Praxis halt ;)

  • Beim 3PK ist der Zugpunkt bereits etwa auf Höhe des Schwerpunktes des Kuhkörpers.
    Kopf senken mit Stirnjoch oder Genickjoch senkt den Zugpunkt Richtung Schwerpunkt.
    Das kann Emma aber nicht wissen, weil sie noch nie mit eienm Kopfjoch gearbeitet hat.
    Das müßte dann genetisch durch die Zucht auf gutes Zugvieh gespeichert sein- das wiederum glaube ich nicht.


    Auf allen anderen der Videos sieht man, daß sie den Kopf auch beim Anzug normal hoch hält. Immerhin schlug die 200kg Zugwaage jedesmal an (schade, daß wir keine stärkere Waage hatten).
    Ich kenne es auch von meinen Tieren in anderen Extremen Situationen, daß sie den Kopf runter nehmen um sich dem Zupfen oder gar ziehen des Strickes zu entziehen. Auch ohne Last.




    wenn ich den Zugwinkel veränder, verändert sich die aufzuwendende Kraft


    Je flacher der Zugwinkel, desto leichter der Zug, kein Bergaufziehen, so das Gefühl. Aber ist es physikalisch auch wirklich so?
    Spätestens wenn ein BAumstamm dranhängt, der durch´s "Bergaufziehen" vorne ein bisschen angehoben wird und sich dann nicht so in den Boden bohrt, stimmt das nicht mehr.

  • Hallo derk-jan,


    das ist ja toll, daß in diesem Forum rauskommt, daß auch andere mit entrindetem Holz und Schienen gearbeitet haben; die Uni Kiel hat 2015 es sich noch arg schwer gemacht mit Naturholz und nur Rollen: hier der Link


    Ich will hier auch noch einmal allen Teilnehmern in Berlin für das tolle Engagement danken, und auch marieclaire für den schönen Bericht. Ich beginne nächste Woche mit dem Auswerten und melde mich wieder :-).


    Eva

  • Ohne Rollen haben wir es auch schon probiert. Also die Querhölzer sollten über die Schienen rutschen und die haben wir behandelt mit reichlich Öl und Fett. Aber der Schlitten stand bombenfest da. Mit vier Leuten konnten wir es kein Stück bewegen.


    Dein Avatarbild: woher stammt das? Und gibts das auch in größer?

  • Richtig, das mit dem Fett und Schlitten direkt auf Schienen wollten wir auch probieren, aber dann haben wir den Stein von den Rollen gezogen gehabt und so ein super Ende mit Gelächter daß wir nicht nochmal ewig neu ansetzen wollten. WEnn Ihr das mit vier Leuten nicht machen konnten, dann ist es nicht schade drum - ganz wichtige Information! Darf ich das im Artikel für Kiel zitieren, ggf. auch das schöne Photo?


    Mein Avatar ist eine Felsgravierung aus dem Megalithgrab von Züschen.

  • die Variablen:
    Schlitten/Rollen/Schienen mit/ohne Rinde
    Rollendurchmesser (größere Räder rollen leichter)?
    Länge des Schlittens in Relation zu Rollendurchmesser und deren Abstand voneinander
    macht der Rollenabstand selber einen Unterschied? (ohne geht's nicht wirklich gut, da fangen die Rollen das Schieben an)
    Schienenverlegung (wie weit müssen sie parallel verlaufen daß die Lastübernahme gut funktioniert - ist das bodenabhängig?)
    die Breite (je höher mein Schwerpunkt desto breiter)
    macht die Holzart einen Unterschied oder bringt das nur was für die Haltbarkeit?
    Seil oder Kette? (Seil hat quasi eingebauten Zugschoner - Kette dürfte in der Steinzeit noch nicht vorhanden sein)
    wie arbeitet man in Kurven?
    wie groß/schwer waren die potentiellen Rinder damals?
    was noch?

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • Klar, darfst mich gerne zitieren und das Foto benutzen.


    Das Megalithgrab ist sehr interessant. Danke. Bisher kannte ich nur die Bilder in Tanum, Norwegen gefundenen Felsgravuren. Sie sollen aus der Bronzezeit stammen und einige sehen schon ein bisschen wie die in Züschen aus.

  • marieclaire : nur über die Rindergröße können wir etwas sagen: 1,20m Stockmaß, ca. 400 bis 500kg;
    Quelle: René Kyselý, An analysis of osteological material from the late Funnel Beaker culture settlement in Brozany, northwestern Bohemia. Archeologické rozhledy LXV–2013, 504–534.
    und ja, daß sie Seile hatten statt Ketten. Das mit den Seilen als Zugschoner muß ich erwähnen, danke! Ihr bekommt alle ein riesen Dankeschön im Acknowledgement, aber jetzt muß ich echt schreiben, deadline ist Anfang März...

  • Viel Erfolg und nochmals Danke für das schöne Experiment!
    Es hat viel Spass gemacht und tatsächlich eine grössere "gemeinschaftsbildende Wirkung" als ich erwartet hätte.

  • mir fällt noch was ein: ist das sicher , daß sie (wenn sie selber gezogen haben) das Seil als solches in die Hände genommen haben? besser ginge es mit eingelegten Prügeln ...

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


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