Das erste mal Pflügen

  • Letztes Wochenende haben wir mit 2 jungen Kühen in der Nähe von Neuruppin versucht zu pflügen.


    Vor 2 Wochen habe ich einen alten, einscharigen Karrenpflug(?) erstanden.


    Bisher hatte ich nur mit einem vorher schon eingestellten Pflug mit Vorwagen und mit fremden Rindern gepflügt.
    Und natürlich mit dem Traktor: Mit einem Volldrehpflug.
    Auch das Beetpflügen mußte ich also aus dem hintersten Hirnwinlel wieder hervorkramen (Zusammenschlag oder Auseinandersschlag? Wie fängt man nochmal an?).


    Zum Glück waren Effi, Lütte und ich nicht allein: Mehrere andere Landwirte kramten ebenfalls in ihrem Gedächtnis nach Ausbildungsinhalten von vor Jahrzehnten.
    Die meisten Arbeiten wie Häufeln, Hacken und Fahren, mache ich einspännig. Zweispännig wird nur gestriegeln und mit der Netzeggen gearbeitet, ganz selten fahre ich auch zweispännig. All das dann aber mit den erfahrenen Kühen auf der Domäne Dahlem.
    Hier sollten Effi und Lütte zusammen arbeiten, die noch nie etwas zweispännig gezogen hatten. Beide sind erst etwa 3 Jahre alt.


    Also waren wir lauter Dilletanten.


    Ziel war es, eine Gründüngung, die leider von Melde und Gänsefuß "ein wenig" überwachsen war, unterzupflügen.
    Vor einigen Tagen hatten wir das Stück mit einem Eggenteil einspännig bearbeitet und so die zähe Biomasse schon abgeknickt und teilweise auch herausgezogen. Oberflächlich war der Boden deshalb auch schon etwas gelockert. Schön wäre eine kleine Scheibenegge mit geringer Arbeitsbreite gewesen. Wer kann sich sowas schon leisten?


    Wir wollten also nur flach pflügen, etwa 10cm. Schon aus Rücksicht auf die beiden jungen, zweispännig ungeübten Rinder. Ich dachte, auf dem leichten Boden wäre das nicht so schwer....


    Die Pflugtiefe konnte man mit einer Kette regulieren.
    Durch seitliches Verstellen des Zugpunktes konnte man die Arbeitsbreite einstellen.
    Nach ein bisschen Ausprobieren lief der Pflug phasenweise ganz gut, sofern die Rinder die Spur hielten.


    Leider bin ich keine große, ja nicht mal eine kleine Bastlerin. Deshalb habe ich vorher sträflicherweise das Schar nicht blank gemacht und auch nicht den festgerosteten Vorschäler abgebaut.
    Ein weiteres Problem war der sehr trockene Sand. Durch den zähen weißen Gänsefuß in Verbindung mit dem Vorschäler gab es immer wieder "Verstopfungen". Durch den losen, trockenen Sand ist der Pflug dann sofort hochgekommen und nur noch über den Sand geschlittert. Anhalten, Meldestümpfe rauspulen, ein Stück zurück und weitermachen. Ergebnis: Gut, daß ich davon keine eigenen Fotos habe, die ich sonst hier zeigen müßte....


    Effi und Lütte haben für das erste Mal gut zusammen gearbeitet. Dennoch musste der Mann am Pflug den ein oder anderen Schlenker ausgleichen, wenn Lütte (rechts) mal wieder zum Land hin aus der Furche geraten ist, weil Effi (links) langsamer geworden ist.


    Es hätte sicher auch geholfen, den Pflug mit Hilfe des Traktors einzustellen und dann erst die Rinder davor zu spannen. Leider war das Stück zu klein für den Traktor.


    Mein guter Vorsatz fürs nächste Mal: Schar blank machen, Vorschäler versuchen abzubauen.
    Optimal wäre sicherlich auch, vorher mit etwas Leichterem zweispännig ziehen zu üben.


    Viel Fläche haben wir nicht geschafft, vielleicht 10 Furchen a 50m. Es war heiß und wir alle waren ungeübt.
    Ein Profi im Pflügen mit Zugtieren wäre Gold wert gewesen, insbesondere für die Pflugeinstellung.


    Dies Wochenende soll es weitergehen.
    Hat jemand noch Tips?

  • 10cm tief pflügen ist auch mit dem Schlepper schwierig, da der Pflug dann kaum Führung hat. Besser etwas tiefer pflügen, so auf 15-20cm. Statt der Vorschäler könntest du auch ein Sech oder Scheibensech anbauen (lassen). Das zerschneidet das Kraut und es gibt eine schönere Furche.


    In dem Film

    wird auch ein Kuhgespann vorm Pflug gezeigt.

  • Schön wäre eine kleine Scheibenegge mit geringer Arbeitsbreite gewesen. Wer kann sich sowas schon leisten?

    Allein eine alte, für Zugtieranspannung zu finden und zu bekommen ist schon etwas wie ein Lottogewinn ...
    Selbst eine kleine Scheiben- oder Spatenrollegge für Traktorzug wird für zwei Zugtiere noch zu groß dimensioniert sein ... !

    Statt der Vorschäler könntest du auch ein Sech oder Scheibensech anbauen (lassen). Das zerschneidet das Kraut und es gibt eine schönere Furche.

    Das ist wohl eher eine theoretische Annahme wie praktikable Lösung. Vielleicht noch ein scharfes Scheibensech, welches - zumindest dann über das Kraut darüber hinweg rollt, aber ein Messersech bringt bei viel Kraut genau die gleiche Problematik wie Düngereinleger oder Vorschäler - solange wie das unter zu ackernde Kraut in reichlicher Masse und Länge immer noch feucht und zäh genug ist, daß es nicht bricht und zerbröselt, sondern sich eben um jede Möglichkeit am Pflug herumlegt, auftürmt und den Durchgang zwischen Ackerboden / Furche und Pflugkörper / Grindel verstopft. Hier Arbeitet es sich - ohne - Düngereinleger, Vorschäler oder Sech, nur mit einem möglichst großen Pflugkörper / Streichblech wesentlich besser wie mit diesen Hilfsmitteln.


    Macht weiter so, und erfreut uns vielleicht auch mal mit dem einen oder anderen Bild von euren Leistungen ... :thumbup:

  • Leider ist das viel zu weit weg, sonst würde ich wohl bestimmt mal vorbei schaun' ... :)
    Stell doch einfach mal ein / paar Bild(er) von dem von Dir verwendeten Pflug ein.
    Vielleicht (?) kann man dann anhand dieser schon etwas dazu sagen ?