Untersuchung zum Brennen am Tier (hier Brandzeichen - ich fürchte das gilt genauso fürs enthornen mit dem Brandeisen)

  • Wirkung eines Kühlgels auf die Schmerzhaftigkeit und den Heilungsverlauf von Schenkelbränden


    1 C. B. Tucker*,2, E. M. Mintline*, J. Banuelos*, K. A. Walker†, B. Hoar‡, D. Drake* and D. M. Weary†+ Author Affiliations
    *Department of Animal Science, University of California, Davis 95616 †Animal Welfare Program, University of British Columbia, Vancouver, Canada ‡Western Institute for Food Safety and Security, School of Veterinary Medicine, University of California, Davis 95616
    2 Corresponding author: cbtucker@ucdavis.edu


    Zusammenfassung:


    Der Heißbrand ist schmerzhaft für Rinder, aber nur wenig bekannt ist, wie lang dieser Schmerz anhält oder ob es wirksame Mittel zur Schmerzlinderung gibt. In vorausgegangenen Arbeiten mit Schweinen gab es Hinweise darauf, daß Kühlen von Verbrennungen mit einem Gel (die aktive Wirksubstanz: Teebaumöl) die Heilungstendenz im Vergleich zu unbehandelten Brandwunden verbesserte.
    Ochsen (210 ± 21 kg) wurden mit einem Brenneisen markiert und einer von 3 möglichen Behandlungen unterworfen:
    Kontrollgruppe (n=24), Gruppe mit einer Gel-Applikation unmittelbar nach dem Brennen (1X; n = 12), Gruppe mit 2 Gel-Applikationen, einmal unmittelbar nach dem Brennen und jeweils einen Tag später (2X; n = 12). Die Schmerzemfindlichkeit wurde beurteilt indem eine bekannte und sich steigernde Kraft mit einem von Frey Anesthesiometers an 5 verschiedenen Stellen (in der Mitte, oben an und weitere 5 und 10cm darüber, bzw. an der entsprechenden, gegenüberliegenden, nicht gebrannten Körperstelle) angewendet wurde, bis die Tiere eine Verhaltensreaktion erkennen ließen. Die Heilung wurde beurteilt mit einer 6-Punkte Skala (1 = frisch gebrannt und 6 = keine Grinde, völlige Wiederherstellung der Pigmentierung). Beide Maßnahmen wurden aufgezeichnet, dazu die Gewichtszunahmen und Körperoberflächentemperatur der Wunde am Tag vor dem Brennen und an den Tagen 1, 2, 3, 7, 14, 21, 28, 35, 56 und 70 nach dem Eingriff.
    Das Gel hat die Verbrennung gekühlt, mit den offensichtlichsten Temperaturunterschieden am Tag der Applikation (3.7 - 4.2°C kühler als die Kontrollgruppe; Tag × Gel Zusammenhang, P = 0.004). Alle Wunden waren am 70. Tag zumindest teilweise wieder pigmentiert, aber nur 46% der Brandzeichen waren zu diesem Zeitpunkt komplett abgeheilt.
    Der Heilungsprozess wurde verlangsamt wenn das Gel 2x aufgetragen wurde(z.B., am 21. Tag, 2.5 ± 0.1 Punkte auf der Heilungsverlauf - Skala und 2.7 ± 0.1 gegenüber 2.0 ± 0.2 der Kontrollgruppe und 1X bzw. 2X jeweils; P = 0.001). Die Brandzeichen blieben schmerzhaft während der gesamten 70 Tage (im Zentrum des Brandzeichens; vor dem Eingriff gegenüber Tag 1–35, P ≤ 0.001; Tag 56, P = 0.058; und Tag 70, P = 0.092). Insgesamt hatte das Gel wenig Effekt auf die Schmerzempfindung. Die Gewichtszunahmen waren am Tag 1 nach der Maßnahme reduziert im Vergleich zu allen anderen Tagen (P < 0.001) aber wurde nicht von der Gel-Applikation beeinflußt (P = 0.277).


    Zusammenfassend kann gesagt werden, daß die Applikation eines Kühlgels die Resultate des Brennens nicht beeinflußt hat. Zusätzlich ist anzumerken, daß am 70. Tag nach dem Brennen die Brandzeichen immer noch schmerzhafter waren als nicht verbranntes Gewebe und 54% waren noch nicht abgeheilt. Diese Ergebnisse geben zu weiteren Bedenken bezüglich des Tierschutzes hinsichtlich eines Heißbrandes Anlass.

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose