Eggen mit den Kalbinnen

  • Gestern haben wir die ersten krummen Pflügefurchen mit den Kalbinnen wieder eingeeggt. Sie sind richtig flott am Anfang gegangen. Aber sobald sich die Egge in den Boden verzahnt hat, wars aus mit der Energie.


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    Hab ich eine Freude mit den Beiden!!!

  • Klasse!!
    Sinnvolle landwirtschaftliche ARbeit sieht für mich am schönsten aus und macht mir persönlich auch am meisten Spaß.
    Es sind wirklich 2 sehr Hübsche, die auch schön zusammen gehen.


    Aber sobald sich die Egge in den Boden verzahnt hat, wars aus mit der Energie.


    Ich finde, beim Eggen unterschätzt man die benötigte Kraft leicht. Einen Ochsen habe ich mir mal sauer gemacht, weil ich einen ha Kartoffelland "schnell noch zuende geegt" habe, obwohl das Gespann keine Lust mehr hatte und ich sie schon stark antreiben mußte. Aber 1000m² vor dem Ende auszuspannen und wegen dem kleinen Stück morgen nochmal anspannen, das erforderte damals zu viel Vernunft und Geduld.
    Am nächsten Tag bekam ich die Quittung: einen der Ochsen mußte ich auf der Weide regelrecht einfangen um mit ihm zu arbeiten. Es hat mehrere Wochen gedauert, bis er mir verziehen hat und wieder gern gekommen ist. Das geschah mir recht, ich habe daraus gelernt auf die Tiere zu achten.


    Ab und zu hänge ich eine Zugwaage zwischen Schwengel und Gerät, um die Kräfte besser einschätzen zu können. Für unsere 2,50m Netzegge müssen 2 unserer Kühe z.B. zum Kartoffeln ´runterstriegeln 110 kilopont (kp, kg) aufbringen, ein Eggenfeld (1,1X1,2m, 19kg) benötigt auf gepflügtem Boden etwa 30kp, was eine Färse schafft.
    (sorry, da war ein Fehler drin, Netzegge 110kp, nicht 75)

  • :thumbsup:

    Hab ich eine Freude mit den Beiden!!!

    doppelt :thumbsup:
    um so mehr, als sie Dich am Anfang so gezwackt haben
    hab Geduld, das richtige Anziehen kommt schon noch und unterschätz den Kraftbedarf an so einer Egge nicht


    Astrid war schneller ;-)

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • Wie alt müssen denn die Tiere sein, um schon richtig zu Arbeiten? Die Größe der Egge kann ich schlecht erkennen, deshalb weiß ich nicht, ob es schon "richtiges" Arbeiten ist.
    Gruß, Harald

  • Da die Zinken an Eggen nach einer Seite ausgerichtet sind, kann man in der Regel auch zwei Arbeitsvarianten auswählen.
    Legt man die Egge so auf das Land, daß die Zinken bzw. einige der Zinkenreihen in einem eher spitzen (scharfen) Winkel zur Zugrichtung in den Boden grreifen,, so eggt man "scharf", wie man in Oberhessen zu sagen pflegt.
    Legt man dagegen die Egge so auf das Land, daß die Zinken bzw. einige der Zinkenreihen in einem eher stumpfen Winkel zur Zugrichtung Arbeiten, eggt man so zu sagen "weich", da die Egge dabei weniger tief in den Boden greift und sich um einiges leichter ziehen lässt.
    Zum lernen und üben sollte "weiches eggen" durchaus ausreichend sein.


    Weiterhin viel Erfolg und Freude ... :thumbup:

  • Wie alt müssen denn die Tiere sein, um schon richtig zu Arbeiten? Die Größe der Egge kann ich schlecht erkennen, deshalb weiß ich nicht, ob es schon "richtiges" Arbeiten ist.


    das Problem ist: was ist "richtiges Arbeiten"? richtiges Arbeiten hat manchmal nicht mit aufzuwendender Kraft zu tun; wenn ich mit meinen mit 2 Jahren "Holzrücken" übe, stresst und fordert sie das regelmäßige Kommandowechseln wesentlich mehr als der angehängte Ast
    wo also die Linie ziehen?
    beim Eggen ist der Zug nicht gleichmäßig, das sorgt schon für eine gewisse Angespanntheit bei den Tieren; das Teil verhakt sich, springt los, bleibt wieder hängen, das ist ein ganz anderes Ziehen als ein Wagen oder ein Reifen auf einer ebenen Oberfläche; also zeig ich ihnen entweder nur wie es geht und brech in dem Moment ab wo sie es scheinbar verstanden haben, oder ich versuch meinen Arbeitsplan zu erfüllen zumindest bis der erste Räusperer von den Tieren kommt, mach dann noch ein paar Meter und gut ist; da bleibt dann Arbeit liegen, ist schon klar; nur das Hauptziel hier ist Lernen und Üben
    richtig schwere Arbeit? braucht Kondition, muß also auch bei einem älteren, ausgewachsenen Tier trainiert sein, und ausgewachsen sollten sie m.M. schon sein wenn es ernsthaft zur Sache geht
    in meinen Augen gibt es kein Datum an dem ich sagen kann, ab da und da muß dieses oder jenes funktionieren


    man kann die Egge auch umdrehen, hat dann die glatte Fläche zum Arbeiten (und die Sorge, daß keins von den Tieren einen Rückwärtsgang einlegt)

  • Danke für die Antworten: Richtiges Arbeiten?! Naja das ist so eine Sache. Für mich beginnt richtiges Arbeiten dort wo es einen Zweck erfüllt, mir Hilft und wenn es auch nur eine geringe Hilfe ist. Richtiges Arbeiten hat für mich nichts mir der aufgewendeten Zugkraft zu tun. Aber richtig, eggen wird stets unterschätzt. Jeder Schritt muss gezogen werden. Pause ist nur, wenn man steht. Wir haben auch weich geeggt um sie ruhig ein zu gewöhnen. Das hat gut funktioniert. Das nächste Mal würde ich zwei Eggenfelder nehmen und die weich einlegen. Das sollten sie schon gut ziehen können.


    Ich wurde gefragt ob ich bei einem Blumenkorso mitfahren möchte. Bei Pferden kann ich mittlerweile einschätzen wie sie auf Musik und viele Leute reagieren. Welche Erfahrung habt ihr da bei Euren Kühen?

  • beim Eggen ist der Zug nicht gleichmäßig, das sorgt schon für eine gewisse Angespanntheit bei den Tieren; das Teil verhakt sich, springt los, bleibt wieder hängen, das ist ein ganz anderes Ziehen als ein Wagen oder ein Reifen auf einer ebenen Oberfläche;


    Genau - dies untzerschätzen auch viele Pferde-Leute, die sich an landwirtschaftlichen Arbeiten üben wollen. Hier kommt wohl auch schon mal der gut gemeinte Ratschlag von ... außenstehenden, zuweilen auch älteren Leuten die früher vielleicht auch mal mit Zugtieren gearbeitet haben:


    Quote

    nimm doch zum üben ne leichte Egge, das schafft der/die schon ...


    Und dann gibt's beim ersten üben unter anderem auch schon das erste Fiasko ... :pinch:


    man kann die Egge auch umdrehen, hat dann die glatte Fläche zum Arbeiten (und die Sorge, daß keins von den Tieren einen Rückwärtsgang einlegt)


    Für reine Zug- und Anziehübungen wäre hier aber besser die Verwendung einer Acker-Schleife / Schleppe, welche keine Zinken oder andere spitze oder scharfkantige Gegenstände hat anzuraten !


    Ich wurde gefragt ob ich bei einem Blumenkorso mitfahren möchte. Bei Pferden kann ich mittlerweile einschätzen wie sie auf Musik und viele Leute reagieren.


    Hier kannst Du nur versuchen, die Tiere vorzeitig mittels elektrischer Musikwiedergabegeräte und entsprechender Lautstärke so wie andere Reizeinflüsse, wie das schwenken von (bunten) Fahnen, Regenschirmen etc. etc. an derartige Gegebenheiten zu gewöhnen ...

  • Klar, es kommt auf Größe, Gewicht, Zinkenstellung usw. der Egge an, aber eines Eggenfeld (von 3 ) dürfte für die beiden zusammen noch kein Problem sein, wenn sie schon Wagen und anderes gezogen haben.


    Für so eine Veranstaltung ist es schwierig zu üben, denn Du weißt ja nicht genau was Euch dort erwartet. Wenn Du ein gutes Verhältnis zu Deinen Tieren hast - und davon gehe ich aus- werden sie in der Fremde eher anhänglich sein. Die Erfahrung habe ich besonders dann gemacht, wenn ich mit Tieren dem Hänger irgendwo hin gefahren bin. Dort wußten sie dann nur ungefähr, wie es nach Hause geht und hielten sich dicht bei mir.


    Es hilft dann sehr, wenn die Kommandos für Anhalten, still stehenbleiben und lamgsam gehen exakt und sicher funktionieren. Nervöse Tiere finden genau diese Dinge am schwierigsten in unsicheren Situationen. Und in "Korsos" gehört genau das meistens zum Programm.
    Das kann man vorher gut nochmal extra üben. Je sicherer und exakter es zuhause funktioniert, desto besseer klappt es auch in Stresssituationen. Wie sich die Tiere womöglich dort verhalten, kann man testen, indem man mit ihnen irgendwo hin geht, oder mit dem Hänger dort hinfährt, wo viel los ist. Vielleicht sogar dort, wo das Fest stattfinden soll. Wenn man dort mit ihnen "ohne was ´dran" spazieren geht, sieht man schon mal, was sie dort an normalen Tagen schreckt und sie können sich alles angucken.


    Laute Musik fanden meine nie schlimm. Richtig erschrocken ´haben sich meine Mal vor einer Leinwand, auf die plötzlich mehrere Meter über ihnen riesige Bilder projeziert wurden. Ein paar Sätze zu mir hin konnte ich da kaum halten. Aber als sie es einmal gesehen und als ungefährlich eingestuft hatten, hat es ihnen nichts merh ausgemacht. Sie steigern sich nicht so langfristig in DInge ´rein wie Pferde, find ich.

  • ich kann mich nur an 2 Erzählungen von durchgehenden Rindern erinnern, wo der Auslöser das Quietschen der Rückkopplung im Lautsprecher war


    Rest hat Astrid beschrieben; ich hab vorher Halt, Steh und Langsam geübt, dann am Anfang des Zuges immer beide mit Führleine an je eine Person und meist kann man die 2. Person bald frei nebenher laufen lassen. Bei den meisten Umzügen ist eh die Auflage, daß für jedes Tier eine Person dabei sein muß

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • Sorry, das ich darauf wieder zurückkomme:

    Richtiges Arbeiten hat für mich nichts mir der aufgewendeten Zugkraft zu tun


    Hätte vielleicht "belasten" schreiben sollen :D .
    Ein alter Bauer, der bis vor zehn Jahren noch ALLES mit Pferden gemacht hat, meinte neulich: "ich habe immer Warmblüter genommen, die halten länger. Kaltblüter konnte man ja schon ein bis ein 1/2 Jahre früher arbeiten, aber dann waren sie schon mit 12 Jahren kaputt" Klar, Zweinutzungstiere. Ich wollte einfach nur wissen, ob das mit Kühen auch so ist. "Kalbin" hört sich ja noch sehr jung an.

  • je mehr Zeit Du aufwendest um sie auszubilden, je besser sie werden, um so weniger denkst Du über Schlachten nach ;-)
    ganz im Gegenteil, das sind die "werten" Augenblicke, wenn was genauso klappt wie es sein soll
    manchmal werfen sie Dir so Momente einfach vor die Füße und mich macht das dann immer etwas atemlos

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • Hallo Wolfgang!


    Toll, dass sie so schön laufen!


    Bei Veranstaltungen mit jungen Tieren versuche ich am Vortag, oder 2-3 Stunden vor Beginn vor Ort zu sein. Dann habe ich genug Zeit mit den Tieren rumzulaufen, alles anzusehen u zu entscheiden was geht u was nicht. Auch sind wir dann in der Regel alle entspannt wenn^s losgeht.
    Im Zug laufe ich gerne hinter einer "bewegten Wand".


    Bei einer Demonstration sind wir mit zwei Rindern ganz vorne am Zug hinter einem tief gehaltenen Banner gelaufen. Das Banner war für die Tiere Sichtschutz u Wegrennbremse. Auch hat es den Weg freigehalten. Für sie sah die Umgebung dadurch immer mehr oder weniger gleich aus und sie haben sofort verstanden dort zu laufen.


    Bei einem Karnevalsumzug habe ich den Ochsen zunächst in der Nähe der Wikingerkapelle an eine Laterne gebunden u ihm Heu zu fressen gegeben. So konnte er futtern u sich alles anschauen. Im Zug sind wir dann ganz vorne, vor der Kapelle und hinter einer fahrenden Alphütte gelaufen. Mit der Kapelle war ein konstanter Abstand vereinbart. Gegen die Hütte hätte ich ihn zur Not lenken, oder daran anbinden können.
    Konstant laufen klappt meistens besser als stehenbleiben. Und stehenbleiben klappt besser, wenn davor eine Wand ist.


    Ganz vorne, oder hinter dem ersten Wagen war in beiden Fällen eine gute Wahl. Wir hatten keine besonderen Vorkommnisse u keinen Unfall. Bei dem Karnevallumzug hätte es ohne die Wartezeit an der Laterne nicht geklappt.