Nackenjoch?

  • Ich habe heute ein altes aber, wie ich finde, noch recht gut erhaltenes Nackenjoch bekommen.


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    Der Riemen mit dem Kebel geht vermutlich um die Hörner, die Hölzer und wird dann beim äußerem Holz eingehackt. Einer fehlt aber die mache ich mir neu.


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    Die Polster sind auch noch schön dick.


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    Wer hat denn Erfahrung damit?

  • Erfahrung mit der Arbeit mit Genickjoch haben
    Philippe Kuhlmann, Ecomusée d'Alsace
    Axel Göbel, Rennerod
    findest Du hier

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • http://www.zugrinder.de/de/och…omusee_d_alsace_2011.html


    da sind Bilder drin die die Anne damals gemacht hat, vielleicht helfen die auch ein bißchen

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


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  • Heute hatte ich Besuch von Eva und wir haben versucht das Joch an zu legen und damit etwas zu gehen. Das Anlegen war absolut kein Problem aber beim Gehen haben die ihre Schädel gewunden und damit das Joch abgestreift. Ohne Hektik und Wut einfach nur das lästige Ding wegschieben. Ich hab ein paar Fotos angefügt vielleicht kann uns jemand sagen worauf da ganz besonders zu achten ist.


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    Bin gespannt was ihr für Tipps für mich bereit habt. :)

  • wie gut ist Euer Spanisch?


    das hatten wir schon mal gepostet


    französisch:


    und noch eins:
    http://www.dailymotion.com/vid…-paires-de-boeufs_animals


    ansonsten hilft bloß Bilder anschauen und evtl im Februar mit aufs Treffen fahren; ich behaupte einfach mal Axel Göbel und/oder Philippe Kuhlmann sind da


    der Lederriemen zum Festschnüren hat zT. an die 3 Meter und wird so streng gewickelt, daß das Holz/Polster keine Beweglichkeit gegenüber dem Genick hat
    dort ist die dünne, empfindliche Haut gepaart mit der Kuhle hinter den Hörnern, da sammelt sich immer das Kleinzeug vom Heu und so sehr wie ich putze es bleibt immer was drin
    das erklärt in meinen Augen auch, daß das Genickjoch vor hundert Jahren verboten wurde (eins der ersten Tierschutzgesetze hat sich damit befasst), weil unter realen Arbeitsbedingungen die Tiere vermutlich deswegen sehr schnell wund wurden (abgesehen von der Unbeweglichkeit).
    heute nimmt man sich - behaupte ich jetzt mal - mehr Zeit zum Putzen zumindest der kritischen Stellen und die Arbeit dürfte auch nicht so extrem sein (dazu müßte man den Philippe fragen, der macht seine ganze Landwirtschaft so)
    zT. hat es zwischen den Ohren und dem Riemen nochmal Sackleinen als Polster
    schau mal, hilft Euch das?
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    ursprünglich hattet Ihr am Joch einen Knebel am Befestigungsriemen, schätze der war zum Anziehen mit Schmackes ...
    und weil ich mich mit so was nicht auskenn nur eine Vermutung:
    die Holzstecken mit dem Haken gehören wohl hinter die Ohren, weil wenn sich das Joch unter Belastung unten nach hinten dreht, würde das drücken - so vor den Ohren


    laßt uns mal wissen wie es wirklich geht :huh:

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

    Edited 9 times, last by marieclaire ().

  • noch ein Hinweis von der Inja Smerdel vom Ethnografischen Museum in Ljubljana,Slowenien (Jarmi = Joch)


    "Einer meiner Informanten aus Libeliška gora, Carinthia (das liegt an der Grenze zu Austria Anm.d.Verf.) hat mir erzählt, daß sie mit dem Lederriemen ( ein ziemlich langer, etwa 2Meter langer) an dem äußeren hölzernen Haken begannen, dann über das große Polster, um den inneren Holzhaken gewunden, dann schräg über Kreuz über das Polster zum linken Horn, dort darum - und so weiter ... Sie haben danach getrachtet den Lederriemen so fest als möglich anzuziehen (was besser für die Ochsen war)."

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


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  • Es hat etwas gedauert aber schließlich haben wir es doch noch geschafft. Letzten Freitag hatten wir Besuch eines Altbauern der selbst die Übergänge von Ochsen auf Pferde und auf Traktoren mitgemacht hat. Er hat eine solche Freude gehabt mir es mit meinen Rindern zu zeigen. Zu meiner Freude hat er meine beiden Kühe sehr gelobt. Das hat mir richtig viel bedeutet!


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    [Blocked Image: https://farm1.staticflickr.com/657/23120928004_b9b605e926_k.jpg]DSC_0990 by Arbeitsross, auf Flickr

    Edited 2 times, last by Hödlgut ().

  • Toll, wenn man so jemand findet!
    Wie finden die beiden Damen das Joch? Habt ihr schon etwas damit gezogen oder erstmal nur "anprobiert"?
    Die zwei sind so hübsch geworden und sie haben wunderschöne Augen!

  • Wir haben einen großen Reifen und Holzstämme gezogen. Eigentlich ging es mit etwas Zugwiderstand gleich viel besser. Da hatten sie was zu denken.


    Das Problem am Anfang war, dass einfach nicht beide gleich schnell gingen und sie sich dann eingedreht haben. Erst durch entsprechendes Treiben und Weichen ging es besser. Aber im Großen und Ganzen war es total problemlos! Der Bauer meinte, dass früher beim ersten Einspannen sehr viel passiert ist und die Ochsen oft mit allem weg sind oder die Joche gebrochen haben. Scheinbar haben daher auch manche welche aus Eisen gemacht. Er wollte das aber nie, da es besser sei, das Holz bricht als das Tier. Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Sie haben auch früher keine Zäumung bzw. Halfter. Gelenkt wurden sie per Stimme und dem Hanfstrick oben am Joch. Es wurde einfach in die entsprechende Richtung gezogen. Wir haben auch das probiert. Das Weggehen war eigenlich ganz gut, da beide gleiche Hilfegebung bekommen haben. Das Weichen war dann schon etwas komplizierter und mit dem Halfter dann doch etwas einfacher.


    Schwieriger ist das enge Wenden. Da die Tiere den Umgang mit der Kette lernen müssen. Die Ketten wurden im Bereich, wo sie mit den Füßen in Kontakt kamen, oft mit Jutesäcken umwickelt. Umgedreht, zB. beim Pflügen, wurde immer ohne Zug, also mit am Boden liegender Kette. Gar nicht so einfach. Das haben wir nicht geschaft. Wir brauchen ja noch Ziele.


    Für mich war das Binden des Jochgurtes am interessantesten. Wenn man einmal dabei war und unter Aufsicht selbst gebunden hat, versteht man es.

  • Das Problem am Anfang war, dass einfach nicht beide gleich schnell gingen und sie sich dann eingedreht haben.

    das ist wirklich nicht einfach und besonders bei großen Lasten wichtig
    der Film aus Frankreich von der Anne zeigt wie sehr die Ochsen oft im Gleichschritt unterwegs sind - langsam aber gleichmäßig
    wir haben die Kälber schon mit einem Trainingsjoch ausgestattet, da war keine Zugvorrichtung dran, sie sollten nur dieses "Zusammen" lernen


    hat der alte Herr zufällig noch Bilder von Gespannen?

  • Super, daß sie so vertrauensvoll die für sie neue Anspannungsart angenommen haben!
    Man neigt als reiner Kummetnutzer ja dazu zu denken, mit dem einem Doppeljoch wäre es einfacher, sie zum Gleichschritt zu bewegen. Da hört man mal wieder, daß das garnicht der Fall ist.
    Ein schönes Bild! Da seid Ihr jetzt gewappnet für Anfragen von Historienfilmen...

  • gibt es einen Grund für die Führstange?
    warum haben diese Jochs alle eine "doppelte" Zugaufnahme? ich dachte immer das wär zum Ziehen und zum Bremsen - aber dann müßte der Jochnagel zwischen die beiden Eisenbügel? kannst Du bitte nochmal Bilder von hinten machen (hinten von der Zugaufnahme)?
    wie habt Ihr oben den Lederriemen festgesetzt? geknotet oder eingespleißt an einem Holzsplint?
    wieviel Spiel habt Ihr nach dem Arbeiten in dieser Konstruktion? muß man "Nachgurten"?
    langfristig würde ich gern wissen wollen wie die Stellen unter den Hörnern aussehen, wo die Widerhaken vom Joch sind; reibt das da zB in Kurven? (Hintergrund: diese "Ohrlappen" der französischen Jochs)
    Fragen über Fragen 8o

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


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  • Die Führstange habe ich, weil ich damit einfach am Besten umgehen kann und auchmal bremsen kann, wenn nötig.


    Die Doppelte Zugaufnahme kannte ich vorher auch nicht. Das war das Joch des Bauern und daher habe ich es einfach so als Richtig angenommen.
    [Blocked Image: https://farm1.staticflickr.com/601/23767050675_209cee46aa_k.jpg]DSC_0992 by Arbeitsross, auf Flickr


    Der Lederriehmen wurde verkontet.


    Spie war da keines und ja wir mussten einmal etwas nachgurten. Wobei ich sagen muss, hätten sie ruhig und gleichmäßig gezogen wäre es wohl nicht nögit gewesen.

    Edited once, last by Hödlgut ().

  • Danke für die Bilder! Toll, wie die kleinen Damen das machen - und grossartig, dass es einen erfahrenen Landwirt im Hintergrund gibt, der Hilfestellung geben kann.
    Auf den Bildern sieht es für mich so aus, als könnte man die Eisenteile verstellen und damit einem Tier einen längeren Hebel geben.

  • Auf den Bildern sieht es für mich so aus, als könnte man die Eisenteile verstellen und damit einem Tier einen längeren Hebel geben.

    Jetzt wo Du es sagst:


    Im Museumsdorf Düppel hängt ein Joch mit 3 "Hörnern", da wird das so erklärt. Leider passen die Erklärungsfotos nicht so groß hier rein, daß man sie lesen könnte,vielleicht gehts trotzdem

  • das ist bei vielen Jochen so, manche mit 3-Teilung andere aber auch mit 4 oder gar 5 Möglichkeiten
    diese doppelte Zugaufnahme haben alle Joche die mit diesen Bügeln arbeiten
    ich wundere mich immer, weil der hintere Bügel nicht notgedrungener Maßen auch der ist, der weiter unten ist
    vermutlich hängt das mit dem Verkanten des Jochs zusammen?? weiß da jemand was dazu?


    ah, Nachgedanke: reden wir vom selben?
    mit doppelter Zugaufnahme mein ich nicht die nebeneinander-Möglichkeiten sondern die beiden Bügel ...

  • der Lederriemen zum Festschnüren hat zT. an die 3 Meter und wird so streng gewickelt, daß das Holz/Polster keine Beweglichkeit gegenüber dem Genick hat
    dort ist die dünne, empfindliche Haut gepaart mit der Kuhle hinter den Hörnern, da sammelt sich immer das Kleinzeug vom Heu und so sehr wie ich putze es bleibt immer was drin
    das erklärt in meinen Augen auch, daß das Genickjoch vor hundert Jahren verboten wurde

    Das Joch der beiden Murbodner Damen hat solche Holzstutzen, keine Ahnung wie die heißen. Vielleicht weiß das der Bauer, der Dir das Spannen des Gurtes erklärt hat, Wolfgang? Um diese Stutzen ist der Jochgurt herumgewickelt. Dadurch benötigt er keinen Kontakt zur empfindlichen Haut an den Schläfen, das sieht man gut auf dem letzten Bild.
    Bei den Vogesenochsen von Phillippe gibt es solche Dinger nicht, da führt tatsächlich der Gurt direkt unter den Hörnern an den Schläfen entlang und muß durch Lumpen geschützt werden.
    Beim westfälischen Doppelgenickjoch, zu.B. bei dem von Axel Göpels Rindern, sind ähnliche Stutzen. Bestimmt haben die einen Namen!Eine Frage für ein Quiz...
    Das Bild mit den Blauen Jochen stammt vom Treffen bei Phillipe, alles Vogesenjoche.

  • hmm, der Axel wickelt um den Jochbalken, das ist noch anders ...

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • Stimmt, aber trotzdem (meine 2 Lieblingswörter) schützt der Holzstutzen auch beim Westerwälder Joch die Schläfe vor dem Gurt. Bei allen drei Anspannungsarten muß der Gurt irgendwie von der (gepolsterten) Stirn unter den Hörnern durch, um am Joch befestigt zu werden. Dabei kommt er immer an der empfindlichen Schläfe vorbei und wird dort entweder durch diese Stutzen von ihr ferngehalten oder - wie beim Elsässer Joch- durch Filz oder Sackleinen abgepolstert. Oder der Gurt wird -wie bei dem östereichischen Joch - gleich um die Stutzen gewickelt.

  • Ich hab ihn gefragt, aber er kannte auch keinen Namen dafür. Wichtig bei denen war nur, dass sie von oben im Notfall herausschlagbar sein müssen. Also sollten die nur von unten reingeschlagen werden.


    Beim Gurt war wichtig, dass er nicht verdreht war und bei den "Stutzen" von oben-außen nach unten-innen gezogen wird. Damit ja keine Schauerstelle bzw. Konakt zur Haut kommt.


    Heißt das, dass es nach Tierschutzrecht verboten ist, Rinder mit Doppeljoch zu arbeiten? Da muss ich mal auch in Österreich nachfragen.