Treiben, lenken usw.

  • Hallo!
    Erst mal möchte ich mich vorstellen:
    Ich bin 24 Jahre alt, wohne in Niedersachsen auf einem Milchviehbetrieb (Rasse: Niederungsrinder). Nun haben wir einen 1 Jahr alten Ochsen im Stall, den ich gerne "ausbilden" möchte. Zahm ist er bereits. Auch das hinterherlaufen am Strick, putzen usw. klappt ganz gut.


    Nun weiß ich bloß nicht wie ich es anstelle, dass er selbstständig vorwärts geht, ohne das ich vorlaufe. Ich möchte ja irgendwann von hinten die Zügel halten und lenken können. Sobald ich versuche ihn von hinten oder der Seite anzutreiben läuft er nicht mehr. Das wäre meine erste Frage.


    Meine zweite Frage betrifft das lenken. Wie bringe ich den Ochsen also dazu, dass er nach links oder nach rechts läuft? Welche Hilfsmittel benötige ich?


    Für (ausführliche) Ratschläge wäre ich sehr dankbar :)

  • Quote

    wohne in Niedersachsen

    wo in Niedersachsen?


    hast Du einen Pferdefahrbetrieb in der Nähe? die haben zwar kaum Ahnung was Rinder angeht, sollten sich dafür mit Anspannung und allen Fallstricken auskennen; Dir hier ne Schritt für Schritt Anleitung zu geben wird uferlos :wacko:
    wenn Du führst gib ihm für rechts / links ein Signal: Verbal oder per Fingerzeig oder mit der Gerte oder Klicker oder...
    wie funktionieren denn alle anderen Kommandos? Halt oder vorwärts/rückwärts ?
    es gibt genug Oxen, die nur auf das nachlaufen trainiert sind und auch arbeiten


    ansonsten von hinten: da brauchst Du am Anfang jemanden der Dir hilft (einer vorn einer hinten)


    ich denke Du brauchst überhaupt jemanden der Dir hilft :huh:

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • Na sicher brauche ich jemanden der mir hilft,deshalb frage ich ja,


    Mein "Problem" ist, wenn man die Arbeit mit Pferden betrachtet, dass ich immer mit ausgebildeten Pferden beim reiten zu tun hatte. Aber nun habe ich einen Ochsen, der nichts und niemanden kennt. Nach dem Absetzen der Milch hat er nur auf einer Moorwiese gestanden und nie richtig Kontakt zu Menschen gehabt. Er ist wie ein Wildfang. Naja was heißt wild, er ist eher wie ein Esel, bleibt stur wie versteinert stehen-meistens zumindest. Und genau DAS ist mein Problem. Die Tiere die ich bis jetzt kannte, konnten links und rechts und rückwärts usw. laufen wenn man es von ihnen verlangt hat. Aber dieses Tier eben nicht. Vor so einem Problem habe ich halt noch nie gestanden.
    Wohne übrigens im Raum Hannover.

  • Deiner Kuh gegenüber bist Du die Leitkuh, sie vertraut in Deine Fähigkeiten, sie folgt Dir, Du hast die Verantwortung
    Dein Ochs ist da (noch) anderer Meinung, er verantwortet lieber selber

    Quote

    stur wie versteinert

    von der Rinderwarte aus gesehen ist das eine recht sichere Verhaltensweise, da kann man nicht viel falsch machen...

    Die Tiere die ich bis jetzt kannte, konnten links und rechts und rückwärts usw. laufen wenn man es von ihnen verlangt hat.

    das haben die auch erst mal lernen müssen, auch Deine Kuh 8)
    was kannst Du mit dem Ochsen überhaupt? läßt er sich aufzäumen?


    Sandra Giesecke als Ansprechpartner versuchen
    vermute sie arbeitet in Hannover

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • [/quote]was kannst Du mit dem Ochsen überhaupt? läßt er sich aufzäumen?[/quote]



    Er lässt sich überal streicheln, aufhalftern und kommt zu mir, wenn ich ihn mit Leckerchen locke. Das ist bis jetzt alles. Wir haben erst diese Woche angefangen uns kennenzulernen. Da er in Gegenwart der anderen Rinder immer recht scheu ist, hole ich ihn aus dem Stall und versuche dann ein paar Meter mit ihm am Strick zu laufen. Er reagiert nur auf Futter. Er zeigt kein eigenes Interesse, ist nicht neugierig Menschen gegenüber und total ruhig. Man könnte meinen er ist depressiv. Selbst kleinere Kälber buffen ihn regelmäßig, er ist das rangniedrigste Tier und lässt sich ständig von den anderen wegscheuchen.

  • na, dann habt ihr zwei ja noch ne weitere reise vor euch :)


    erster schritt wäre die funktionierende halfterführigkeit.
    also schnapp dir einen großen eimer mit leckerlies, die er besonders gerne mag. bei uns funktionieren klein geschnittene möhrchen, äpfel und rohe kartoffeln eigentlich ganz gut. der übermäßige hammer sind natürlich geschnetztelte futterrüben, aber an die muss man erst mal rankommen und außerdem "suppen" sie in der tasche ziemlich rum...
    also probier einfach verschiedenes aus, er wird dir schnell zeigen, worauf er besonders steht...


    wenn ihr zwei das rausgefunden habt (und er auf die leckerlies richtig scharf ist) könnt ihr langsam anfangen mit leckerlie-unterstützung die ersten schritte zu machen. Überleg dir vorher dafür ein einprägsames kommando fürs loslaufen (z.B. hop) und fürs anhalten ("halt"). stell dich mit strick am halfter neben ihn, leckerlie vor die nase, leichtes zupfen am strick und "hop". das leckerlie natürlich soweit außer reichweite, dass er seine füße bewegen muss, und sei es nur einen schritt. wenn er das macht wandert das leckerlie sofort (weniger als eine sekunde zwischen aktion und leckerlie) in sein maul und er wird auch mit stimme übermäßig gelobt. stück für stück kann man dann die laufweite erweitern und auch immer beim laufen belohnen und leckerlies geben.


    wenn das gut läuft (kann ne weile dauern) kannst du das nächste kommando mit einführn: "zurück" (ist auch immer praktisch)
    stell dich dazu vor ihn mit einem "servierfertigem" leckerlie in der hand und stupsse ihn mit irgendwas (strickende, gerte) gegen die wamme( die brust). gleichzeitig kommt das kommando zurück (am anfang öfters hintereinander sagen, bis er es macht) und ein leichtes zupfen am strick in die richtung, in der soll (also zurück). das machst du so lang (und wirst zu rnot auch beim stupsen gegen die brust etwas deutlicher) bis er einen schritt zurück macht. anschließend schnellstmöglich ganz viele leckerlies und loben....


    gerade am anfang ist es auch wichtig lieber häufiger und dafür kürzer zu trainieren (jenachdem wie du das hinkriegst) und immer mit etwas aufzuhören, was er gut gemacht hat und wofür du ihn loben kannst (das gilt generell und nicht nur für den anfang).


    ein rangnieders tier zu haben ist manchmal auch gar nicht so blöde, weil die sehr dankbar für positive zuwendung sind. gleichzeitg musst du aber auch mehr auf deine körpersprache aufpassen, damit er nicht vor dir zurück scheut.



    wenn ihr zwei euch erst seit dieser woche kennt, dann gib dem ganzen ein bißchen zeit. wenn einen rinder was lehren, dann vor allem geduld mit ihnen und mit sich selbst :P


    ganz viel erfolg mit dem dicken und ich drücke die daumen :thumbsup:

  • Vielen Dank für die Tips!


    Ein paar Vorgänge kannte ich schon. Aber sich das durchzulsenen ist trotzdem ganz gut, da ich mich aufgrund der besonderen scheu des Ochsens manchmal gefragt habe, ob man die Dinge besser anders durchführen sollte, als bei einem Tier was keine scheu hat.
    Ich werde die Dinges in Angriff nehmen. Jetzt am Wochenende kann ich ihn endlich auch mal rausholen wenns draußen hell ist. Innerhalb der Woche habe ich meistens erst so ab 18 Uhr Zeit.


    Also, Danke noch mal!!!

  • Hallo Lila, das meiste haben Marieclaire und josi ja schon geschrieben.
    Ich persönlich habe bei Tieren, die erst mit einem Jahr anfangen und die Scheu zeigen schlechtere Erfahrungen gemacht als mit Tieren, die jünger ein Grundvertrauen zu Menschen ausgebildet haben und vom Typ her nicht scheu sind.
    Das Vertrauen, welches Kälber zu uns aufbauen bezahlst Du bei älteren Tieren mit deutlich mehr Arbeit, wenn es übethaupt jemals so tief wird.
    Je nachdem wofür Du das Tier einsetzen möchtest, ist es dann eventuell nicht sicher genug. Oft bringen solche Tiere der Arbeit mit Menschen nielmals Freude entgegen, sondern lernen es halt, zu gehorchen.


    Je regelmäßiger (z.B. 1-2X die Woche) Du mit dem Tier arbeiten kannst und je einsamer (z.B auf dem Acker im Ggs. zu Volksfesten) Du mit dem Tier später arbeiten möchtest, desto wahrscheinlicher ist, daß es deinen Bedürfnissen entsprechen kann.


    Natürlich kann auch das funktionieren und früher haben die Menschen das auch oft gemacht, weil sie nicht die Zeit hatten sich schon mit den Kälbern zu beschäftigen.


    Was ich sagen will: wenn Du die Zeit hast ein Jahr länger zu warten, bis das Tier Körperlich stark genug ist, Deine Aufgaben zu lösen, überlege nochmal, ob es DIESER Ochse sein muß, oder ob Du Dir nicht lieber ein Kalb gleich von Anfang an zahm machst. Erfahrungsgemäß hat man damit weniger Arbeit, später mehr Sicherheit und für das Tier ist es auch einfacher und stressfreier.
    Es gibt genug Beispiele, wo gerade Anfänger mit Halbstarken Tieren aufgegeben haben, nachdem sich beide lange gequält haben.
    Ein ängstliches Tier ist ein gefährliches Tier, weil es im Zweifelsfall seine Entscheidung selbst trifft. Das hatte Marieclair im Zusammenhang mit einer Antwort auf Deine Geschirrfrage ja auch schon gesagt ("sich lieber selbst verantwortet").


    Wenn der Ochse Halfterführig ist, kann man ihm auch alleine beibringen., von hinten gefahren zu werden:
    Du machst Leinen ans Halfter und lässt Dich während des Führens immer mal wieder nach hinten fallen. Immer, wenn er dabei weitergeht- und sei es nur 0,5m, wird er gelobt. Wenn das klappt wenn Du in Schulterhöhe neben ihm gehst, zupfst Du links für eine Linkskurve, wenn er reagiert: Lobessturm. Später das selbe für recht, sind aber 2 Übungen, die er im Kopf nicht in Zusammenhang bringt.
    Klar, einfacher gehts, wenn Dir jemand hilft. Wenn beides Klappt, lässt Du Dich immer weiter nach hinten fallen. Mit der Gerte kannst Du von hinten treiben, bei der geringsten Reaktion sofort aufhören.


    Viel Erfolg!

  • Hallo!
    Ich kann eure Bedenken durchaus verstehen. Ich habe ja am Anfang der Woche auch sehr gezweifelt, ob er der richtige ist. Aber gestern und heute hat er so starke Fortschritte gemacht (finde ich zumindest):Wenn ich im Laufstall bin kommt er schon ganz alleine zu mir. Heute habe ich ihn wieder aus dem Stall geholt. Auf dem Hof -ohne die anderen Kühe- ist er gleich ganz anders! Er bewegt sich viel freier und ungezwungener! Das rein und raus gehen klappt schon super! Heute ist er total fröchlich hinter mit her gelaufen und hat sogar Luftsprünge gemacht :-) Habe ihn mit einem Eimer Rübenschnitzel gelockt, er ist super mit gelaufen, auch Kurven. Das Kommando "Stop" hat er recht fix begriffen und auch zurück ist er zweimal gegangen! Ich denke einfach, dass er vor allem in Gegenwart der anderen Rinder aufgrund seiner Position in der Herde sehr schüchtern und vorsichtig ist. Draußen scheint es wohl anders zu sein... Ich werde jedenfalls am Ball bleiben.

  • Ich wollte es nur nochmal zu bendenken geben, Ferndiagnosen sind immer schwierig. Letztendlich mußt Du sowieso selbst entscheiden.
    Ich empfehle auf jeden Fall, Dir mal bei anderen anzuschauen, wie sie mit ihren Rindern arbeiten.


    Im Februar findet ja das jährliche Zugrinderleutetreffen statt, diesmal bei Axel Göpel.


    http://www.zugrinder.de/termin…e-jahrestreffen_2012.html


    Mir hat das am Anfang ganz doll geholfen!
    Das solltest Du Dir nicht entgehen lassen. Manche zeigen Bilder oder Filme von ihrer Arbeit, da lernt man viel. Man sieht auch, wo man hin will /hin wollen kann. Da kannst Du auch Bilder oder Filmchen mitbringen und dann ganz konkret Fragen stellen.


    Sehr zu empfehlen

  • Quote

    Es gibt genug Beispiele, wo gerade Anfänger mit Halbstarken Tieren aufgegeben haben, nachdem sich beide lange gequält haben.
    Ein ängstliches Tier ist ein gefährliches Tier, weil es im Zweifelsfall seine Entscheidung selbst trifft.


    Ich bin eins davon :whistling: Mein Rind war etwas über nen halbes Jahr alt, stur und stürmig und ich mit meinen 7 Jahren die ich da glaub ich alt war eher ungedulig und hatte dem nicht viel entgegen zu setzten .


    Aber das soll dich nicht entmutigen! Ich habe auch gerade mit einer einjährigen angefangen und bin soweit auch super zufrieden mit ihr. Als ich vor ca.7 Wochen das erste mal versucht habe, sie aus dem Stall zu holen, musste ich meinen Vater hinzuholen, der dann mal kräftig von hinten geschoben hat, weil ich sie alleine nicht raus bekommen hab. Das erste Führen sah auch nicht besser aus: zum Stall hin ist sie gerannt wie blöde, sodass ich sie kaum gehalten bekommen hab, und in die andere Richtung ist sie keinen Schritt gelaufen -.-


    Aber inzwischen hat sie sich gut gemacht: Sie lässt sich in allen Gangarten führen, kann schon einige Tricks und es macht einfach Spaß, mit ihr zu arbeiten :)


    Lässt sich der Ochse denn auch in schnelleren Gangarten führen? Viele sind im Schritt lammfromm und wenn sie dann doch mal schneller werden, kriegt man sie kaum gehalten. Ich sage immer: Wenn sie rennen dürfen, müssen sie nicht dann rennen, wenn sie es nciht dürfen 8)


    Ob das fürs Fahren und Arbeiten auch erforferlich ist, kann ich nicht sagen, ich beschäftige mich mehr mit dem einreiten :P



    Quote

    Du machst Leinen ans Halfter und lässt Dich während des Führens immer mal wieder nach hinten fallen


    Das verstehe ich iwie nicht so ganz . . .Leinen ans Halfter oder ans Geschirr? Also meine haben ja immer gelernt, stehen zu bleiben, wenn ich es auch tue oder spätestens wenn Druck aufs Halfter kommt . . .


    Ich bringe meinen bei, aufs Wort hin loszugehen bzw. anzutraben oder anzugaloppieren. Wenn ich dann mit der Langzügelarbeit beginne, mache ich die Leinen ans Halfter und stehe ich ganz weit vorne, kurz hinter der Schulter, sodass sie mich noch ganz gut im Blickwinkel haben. Dann gebe ich das bereits erlernte Kommando zum losgehen. Meistens verstehen sie das nicht auf anhieb. Wenn ich es aber mehrmals wiederhole und sie etwas mit der Gerte antippe (!), bewegen sie sich dann meistens schon ein wenig in die gewünschte Richtung, was dann auch sofort belohnt wird :) So verlieren sie dann auch meist schnell die Unsicherheit, etwas falsch zu machen und gehen dann auch sicherer und "normaler". Am Anfang belohne ich es schon, wenn sie überhaupt gehen. Wenn sie sich noch nciht gut lenken lasse, achte ich ersteinmal darauf, das sie dann wenigstens einigermaßen gerade aus gehen und erst dann kommen die richtien Kurven.


    Bei meinen hat das so immer ganz gut geklappt, wenn ich demnächst mit meiner einjährigen mit der Langzügelarbeit anfange, reden wir weiter ;)

  • Auf das antippen mit der Gerte reagiert er gar nicht. Bleibt stehen wie ein Esel. Ich denke durch die ständigen Angriffe innerhalb der Herde ist er ziemlich abgestumpft, was sowas angeht. Vielleicht denkt er sich dann nur, warum ich mit der Gerte da rummtippe, mehr nicht. Ich will ja nicht draufdreschen...


    Am ersten Tag war ein eher ängstlich und hat alles erstmal abgecheckt. Vorgestern und gestern hat er dann wohl kapiert, dass ich ja gar nicht so schlimm bin und es bei mir Leckerchen gibt, weshalb es sich lohnt mitzukommen. Heute hat er zum ersten mal "rumgezickt" Hat mit dem Kopf geschlagen und ständig versucht abzuhauen, ist einmal sogar einfach losgeprescht. Habe so den Eindruck, als wolle er jetzt seine Position zwischen uns beiden klar stellen, nachdem er nun weiß, dass ich für ihn keine Gefahr darstelle. Habe kurz mit ihm geschimpft und ihm versucht zu verdeutlichen, dass das so nicht geht. Hoffentlich wird das kein Dauerzustand...


    Eigentlich hat er nur Interesse an den Leckerchen, aber an mir gar nicht. Wenn ich im Stall bin und er sieht, dass ich nichts zu fressen habe, kommt er auch nicht zu mir. Relativ distanziert irgendwie. Er war die ersten 4 Monate seines Lebens im Stall. die restlichen 8 Monate alleine, ohne Menschen, im Moor.



    Ich habe es bis jetzt immer so gemacht,
    dass ich vorlaufe mit dem Kommando "Vor". Das ein oder andere mal ist er
    auch alleine auf Kommando los gelaufen, wobei ich aber eher denke, dass
    er einfach weglaufen wollte....

  • Quote

    Eigentlich hat er nur Interesse an den Leckerchen, aber an mir gar nicht.


    jo, man muß Prioritäten setzten ;)
    wie schauts denn aus mit einem festen Ritual?
    raus, anhängen, putzen (überall!), Beine aufheben, und dann erst loslaufen...
    die ersten 4 Sachen definitiv ohne Leckerli; Streicheleinheiten zur Zeit überall bloß nicht auf der Stirn/der Nase

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • Klar sind Leckerchen interessanter :-) Die Kuh vom letzten Jahr war anders, sie ist auch einfach so zu mir gekommen um sie Streicheleinheiten abzuholen. Heute noch fängt sie sofort an mich abzulecken wenn wir uns sehen.... Hm vielleicht hatte sie einfach ein anderes Verhältnis zum Menschen... Kommt Zeit....

  • Er war die ersten 4 Monate seines Lebens im Stall. die restlichen 8 Monate alleine, ohne Menschen, im Moor.

    Tag Lila, Josi, Marieclaire, Astrid und alle anderen die die Discussion verfolgen..
    Pferde werden im prinzip erst ab 3 jahre geschult und sollten in der Zeit davor in einer Gruppe leben um "sozialverhalten" zu erlernen.
    Ich persoenlich habe aehnliche Erfahrung wie Astrid, Josi und Marieclaire das aeltere Rinder schwieriger sind! Und ich glaube auch das bei Rindern das "training" so frueh wie moeglich beginnen sollte gleich nach dem absetzen von der Biestmilch also nach etwa 3 Tagen! Fuettern. buersten und halfter und dan mal anfangen zu fuehren.( Da hast du dioe chance zur Leitkuh fuer die kleinen zu werden!)
    Es ist schwierig ein aelteres Tier zu halten, wenn es mal einen Schreck kriegt, oder gar merkt das es staerker ist als du!!!
    Lilla, ich glaube das deinem Ochsen das sozialgefuege fehlt! (Siehe Pferde 3 jahre in der gruppe und dann sind die erst reif fuers training) die 8 monate solitaerhaft im Moore wuerde jedem auf die Birne....gehn.... da liegt ein Knackpunkt. Warum war der denn ganz allein? So was macht man normalerweise nicht, die brauchen wenigstens einen Kumpel!....
    Er lehrt dir bestimmt einiges und das ist vielleicht das wichtigste auch wenn du irgendwann mit ihm nicht weiterkommst hast du sicherlich wichtige Schritte gelernt. Ich wuerd dir auch raten 2 Kaelber aus der herde zu nehmen und sie sepperat einzustallen, so das du deren Kuhmutter bist; hat 2 vorteile a) tier ist nicht alleine ( das koennen die Rinder echt schlecht ertragen b) das die auf dich fixiert sind..... und du sie nicht ein und aus der herde nimmst ( Macht natuerlich nur sinn wenn du mit denen auch wirklich arbeiten willst.)
    Ich habe mir vor 2 jahren auf einer auction 2 7 monate alte Kerrys gekauft das waren die juengsten und ich hab ja doch ein bisserl Erfahrung... aber die beiden waren lebensgefahrdend! Rinder aus Ammenkuhaltung mussen echt sehr jung sein um brauchbar zuwerden, wenn die in der Wildnis geboren werden und nicht inerhalb von ein bis 2 wochen von der Mutterkuh weggenommen werden sind die chancen solche tiere zu trainieren sehr gering! Ihr koennt mich ja vom gegenteil ueberzeugen..... ?(
    Also Lila, schau wie weit du mit deinem Oechsle kommst er und du werden was erlebn lernen....
    aber immer an Sicherheit denken!!
    und die Ratschlaege von josi, astrid and mrieclair haben hand und fuss, nimm sie dir zu herzen
    Elfielf

  • Lilla, ich glaube das deinem Ochsen das sozialgefuege fehlt! (Siehe Pferde 3 jahre in der gruppe und dann sind die erst reif fuers training) die 8 monate solitaerhaft im Moore wuerde jedem auf die Birne....gehn.... da liegt ein Knackpunkt. Warum war der denn ganz allein? So was macht man normalerweise nicht, die brauchen wenigstens einen Kumpel!....


    Der kleine war doch nicht alleine! Er ist selbstverständlich ständig mit anderen Rindern zusammen!! Auch die letzten Monate -einfach immer !Das "alleine" bezog sich auf "ohne wirklichen Kontakt zu Menschen!


    Also entweder drücke ich mich hier zu undeutlich aus, oder, ja oder ich weiß auch nicht.... Es ist ja nicht so, dass ich gar keine Ahnung von Rindern habe.... Wir hatten schon immer Milchkühe und Bullen, somit auch Kälber... Habe das Gefühl, dass ich hier den Eindruck hinterlasse, dass ich partout keine Ahnung vom Umgang mit Rindern habe... dem ist aber nicht so! Ich würde doch niemals ein Kalb oder überhaupt ein Rind alleine halten!


    Auch auf die Gefahr hin, dass jetzt der ein oder andere vielleicht denken wird: "Sieht man ja, dass die keine Ahnung hat", aber wieso Marieclaire, soll er zu Anfang nicht an der Stirn gestreichelt werden? Tut mir leid, dass ich frage, aber im Bezug auf den normalen täglichen Umgang mit Rindern im Betrieb habe ich das noch nicht gehört.


    und die Ratschlaege von josi, astrid and mrieclair haben hand und fuss, nimm sie dir zu herzen



    dass glaube ich doch, habe nie behauptet, dass das Quatsch ist, was man mir hier rät....

    Edited 5 times, last by lila ().

  • Hat mit dem Kopf geschlagen

    soll er zu Anfang nicht an der Stirn gestreichelt werden?

    nicht zu Anfang, sondern jetzt
    er schlägt mit dem Kopf, ich weiß nicht warum, also laß die Finger da erst mal von
    eine in uns verankerte Verhaltensweise ist "Kopf streicheln" insbesonders die Nase/Stirn; ich weiß nicht warum, ich seh nur immer wieder Leute (auch beim Pferd) wo das Tier schon längst (auch wiederholt) gesagt hat, "laß das, mir gefällt das nicht", trotzdem wird reflexartig genau dort weitergestreichelt


    Quote

    dass ich hier den Eindruck hinterlasse, dass ich partout keine Ahnung vom Umgang mit Rindern habe... dem ist aber nicht so!

    Quote

    dass ich so gar keine Ahnung von den ganzen Dingen habe.

    deswegen? :S
    das Problem ist, daß man, wenn man richtig mit ihnen arbeitet, noch etwas anders mit ihnen umgehen umgehen muß, weil man völlig andere Erwartungen an sie stellt
    was Dein Ochse Dir grad beibringt: jedes Rind ist anders :thumbup:

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

    Edited once, last by marieclaire ().

  • Hallo zusammen!


    Schöne neue Spielwiese! :) Vielen Dank Marie Claire und Zeno!!


    Hallo Lila,


    Was für eine Rasse ist Dein Ochse denn?

  • Quote

    Ich würde doch niemals ein Kalb oder überhaupt ein Rind alleine halten!


    Es gibt leider genug, die das tuen . . . X(




    Quote

    das Problem ist, daß man, wenn man richtig mit ihnen arbeitet, noch etwas anders mit ihnen umgehen umgehen muß, weil man völlig andere Erwartungen an sie stellt


    Ja das habe ich auch schon häufiger festgestellt. Leute, die schon wirklich lange, jahrzehnte oder gar ihr Leben lang mit Rindern arbeiten, wissen häufig Sachen nicht, die für uns "Kuhtrainer" ganz normal sind . . .Es ist vor allem auch ein unterschied, ob man wirklich über Jahre hinweg mit ein und dem selben Tier arbeitet oder ob man immer wieder ein neues Tier hat oder ob man die Kühe gar nur als Herde, nicht als Individuen sieht.






    Quote

    jo, man muß Prioritäten setzten ;)


    Ich glaub, eine Wertschätzung für Nicht-Materielle Dinge bekommen die erst mit zunehmendem Alter 8)





    Quote

    Heute hat er zum ersten mal "rumgezickt" Hat mit dem Kopf geschlagen und ständig versucht abzuhauen, ist einmal sogar einfach losgeprescht. Habe so den Eindruck, als wolle er jetzt seine Position zwischen uns beiden klar stellen, nachdem er nun weiß, dass ich für ihn keine Gefahr darstelle.


    Nichts ungewöhnliches bei einjährigen. Beim Menschen würd man es Pubertät nennen . . .







    Das wusste ich aber auch nicht . . .wenn meine mit dem Kopf schlagen, gibt es einen deutlich Klapps auf die Nase, verbunden mit einem "Aus" und dann wars das. . .


    Quote

    oder gar merkt das es staerker ist als du!!!


    da wird man wohl auch bei jedem anderen Tier nicht drumherum kommen . . .ich bin es jedenfalls nicht ;)





    Quote

    Eigentlich hat er nur Interesse an den Leckerchen, aber an mir gar nicht.



    Tipp Nr1: Gaaanz viel streicheln und bürsten, vor allem am Hals. Das baut vertrauen auf ^^


    Tipp Nr2: Dein Ochse soll lernen, auf dich zu achten, um an seine geliebten Leckerlis zu kommen. Ich denke, hierfür eignen sich einige Tricks ganz gut. Aber eben nicht die, wo er nur einen Teppich ausrollen soll wo eine Spur Leckerlis bereits drin ist!


    Was ich immer ganz gern mit Jungrindern mache: Ich halte in einer Hand ein paar Leckerlis und zeige dem Rind die offene Handfläche der anderen Hand. Ich sage "stubs", zeige mit der leckerli-Hand auf die andere und das Rind soll mit der Nase meine Handfläche berühren, um ans Leckerlis zu kommen. Rind ist natürlich eher an der anderen Hand interessiert, es riecht die Leckerlis ja. Wenn es dann mal aus Zufall die Handfläche berührt, gibts Leckerlis ;-) (am ANfang die Hände ganz nah beieinander halten, dann gehts leichter). Wenn man das ganze dann auf Gegenstände überträgt, kann man ihnen auch ganz leicht beibringen, einen Teppich auszurollen oder etwas zu schieben :)
    [Blocked Image: http://file1.npage.de/009384/3…uh_delay_schiebt_hund.jpg]


    ( es sieht da ein wenig so aus, als würde sie mit der Stirn schieben, darf sie aber nicht, das würde ich meiner kleenen Luna sonst nicht antuen :P Eigl holt sie gerade aus, um mit dem Nasenrücken zu schieben :))




    Quote

    Rinder aus Ammenkuhaltung


    Kommt er denn aus Mutterkuhhaltung?


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