Vorstellung eines Neulings

  • WUNDERSCHÖN. Ich hoffe, alles wird prima klappen.


    Falls Brünstigkeit, Schwangerschaft, Kälber, und all diese schönen Dinge dann doch mehr ein Probem werden und nicht einen Nutzen darstellen, kann der Tierarzt Deine Damen mit einer kleinen Operation, die die Eierstöcke entfernt, sterilisieren. Als Arbeitsrinder könnte dieser Eingriff der Gusti und Larissa auch körperlich zum Vorteil werden.

  • kann der Tierarzt Deine Damen mit einer kleinen Operation, die die Eierstöcke entfernt, sterilisieren.

    Klugscheissermodus an:


    Die Entfernung der Eierstöcke ist eine Kastration, keine Sterilisation.


    Klugscheissermodus aus


    Als Arbeitsrinder könnte dieser Eingriff der Gusti und Larissa auch körperlich zum Vorteil werden.

    Worin liegt der körperliche Vorteil ?

  • Wirklich? Das wußte ich nicht. In Kanada wird der Begriff Kastration fast ausschließlich zur Beschreibung der männlichen Kastration verwended und "Spaying" für die weibliche Kastration. Allerdings war mir ein Deutsches Wort für "Spaying" unbekannt. Ich hätte wahrscheinlich gleich "Ovarektomie" (Ovariectomy) verwenden sollen.


    Angeblich nehmen kastrierte Kühe, im vergleich zu unkastrierten Kühen, an Gewicht zu. Da dieser Eingriff hauptsächlich in Mastbetrieben angewendet wird, kann es sich nicht nur um Gewichtszunahme durch Verfettung handeln. Eigene Erfahrung habe ich mit Ovarektomie in Kühen allerdings nicht, habe es mir aber schon mal durch den Kopf gehen lassen.

  • Also läge der körperliche Vorteil in dem höheren Gewicht der Tiere, was ein höheres Zugleistungsvermögen zur Folge hätte. Dann könnte er aber auch gleich Ochsen nehmen. Ich gehe mal davon aus, dass deren Kastration weniger aufwändig ist als die einer Kuh.
    Oder es böte sich an, Zwicken zu erwerben. Die werden nicht ganz so groß wie Ochsen, aber größer als fruchtbare Kühe und hätten den Vorteil, dass man keine Kastrationskosten hat.
    Ich denke aber, dass unsere Überlegungen nur theoretischer Natur sind.
    Der Vorteil von Arbeitskühen lag ja immer darin begründet, dass sie eben ausser der Arebitsleistung noch Milch und Fleisch (Kalb) lieferten. Ohne diesen Zusatznutzen könnte ich mir keine Kühe leisten.

  • :thumbup:


    Allerdings hat sich Hödlgut nun für Gusti und Larissa entschieden und muß daraus das Beste machen. Selber habe ich die Erfahrung gemacht, daß zwei unproductive Kühe in der Haltung (zum Zweck als Arbeitsgrinder) manchmal billiger sind als mit denen noch zusätzlich Babies zu machen. Trächtigkeit, Laktation und Kälber geht ganz schön ins Futter, und diese zusätzlichen Kosten können nicht immer mit dem Verkauf der Kälber beglichen werden. Die zusätzliche Arbeit und Stress ist auch nicht zu unterschätzen ... obwohl ich, natürlich, total für die Dreinutzung bin. Praktisch kann ich das aber auch nicht immer bewälltigen.

  • Wir gehen jetzt mind. 3mal am Tag zu den Beiden und sie werden auch mit jedem Tag zutraulicher. Gestern haben wir Ihnen, ganz ohne viel Getue, die Halsriehmen umgelegt. Ist auch so kein Problem für die Beiden.


    Leider waren sie bisher noch nie fixiert und nun möchten wir sie anhängen. Wir haben das Gefühl, dass wir nicht mehr sehr viel länger warten sollten. Sonst ist ja auch keine Tierärztliche Kontrolle möglich geschweige denn melken.


    Habt Ihr einen Tip? Wir haben keine Schwedengitter und können sie nur mit zwei Barrenringen pro Tier und einer neuen Kette am Halsriemen festhängen. Um sie an die Kette zu gewöhnen haben wir auch die jetzt schon eingehängt ohne die Tiere daran zu fixieren.


    Wir dachten, dass wir sie während dem Fressen am Abend einmal fixieren und abwarten was passiert. Wenn sie zu stark zurück gehen würde ich etwas von hinten treiben und gutes Futter in den Barren geben. Dabei möglichst ruhig bleiben. Wie lange sollte sie da am Beginn hängen?


    Freu mich auf Eure Erfahrungen.

  • Wenn sie zu stark zurück gehen würde ich etwas von hinten treiben und gutes Futter in den Barren geben.

    guter Plan; oder Putzen, wenn sie das schon kennen; gute Stelle zum Kraulen: rechts und links der Schwanzwurzel ...
    habt ihr schon ein "vorwärts"-Kommando? könnte jetzt gut zu pass kommen ;)

    Quote

    Wie lange sollte sie da am Beginn hängen?

    bis sie völlig entspannt mit der Situation umgehen; nicht losmachen wenn sie gerade umarbeiten oder nach hinten wegwollen

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • bis sie völlig entspannt mit der Situation umgehen; nicht losmachen wenn sie gerade umarbeiten oder nach hinten wegwollen

    genauso.
    Ich mach' das zwar "etwas" früher. :) Aber die Kälber bei mir müssen sich angebunden hinlegen. DANN werden sie losgemacht. Normalerweise tritt eine Beruhigung bereits nach 5 Minuten ein.

  • Ich hab zuerst ein Seilhalfter gemacht und damit Führen trainiert. Dabei immer einmal durch einen Ring das Seil gezogen und so fest gehalten bis eine Vorwärtsbewegung gekommen ist.


    Heute haben wir sie beim Füttern am Halsriemen angebunden. Jetzt liegen sie schon dort und wiederkauen. War bis jetzt keine große Sache. So haben sie nicht mitbekommen, dass ich sie angebunden habe und ich hoffe, dass ich jetzt am Abend der GUTE sein kann der sie wieder los macht! :)

  • :thumbup: ein Anfang ist gemacht

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • Ich steh mit meinen Mädls wiedermal da und weiß nicht recht weiter. Rinder führen?! ?( Das Seilhalfter lassen sie sich gut und unkompliziert anlegen. Ich kann sie halten, den Kopf bewegen, sie kraulen,... aber mit dem vorwärts haben wir da unsere Probleme. Das Pferd treibst du von hinten und es macht ein paar schritte nach vor. Die Kuh bleibt stehen oder geht gar zurück. Zumindest wenn ich die Führposition am Kopf einnehme. Stehe ich weiter hinten, dort wo ich sie normalerweise treibe, dann wird vorwärts gesprungen.


    Ich denke mal die wissen nicht was ich meine aber mit der klassischen Pferdemethode: Mit rhythmischen Druck unangenehm machen und sobald die gewünschte Reaktion kommt Komfort geben, das hat nicht so richtig funktioniert. Wobei ich auch sagen möchte, dass ich nicht rhythmisch wie blöd auf die Kuh eingeschlagen habe. Aber ein Pferd wäre da schon weg gewesen.


    Vielleicht habt ihr da ein paar Tipps?

  • hallo Hödlgut,
    wenn sonst keiner versuch's ich mal wieder

    Quote

    Die Kuh bleibt stehen oder geht gar zurück. Zumindest wenn ich die Führposition am Kopf einnehme. Stehe ich weiter hinten, dort wo ich sie normalerweise treibe, dann wird vorwärts gesprungen.

    dann hast Du den ersten, den fünften und den Rückwärtsgang entdeckt :thumbsup:


    Quote

    Aber ein Pferd wäre da schon weg gewesen.

    doch ein paar Unterschiede zum Pferd
    wenn Du was machst was sie komisch finden, bleiben sie halt erst mal stehen, schaun sich das in aller Ruhe an, und wenn Du dabei hinter ihnen stehst drehen sie sich vielleicht sogar um nach Dir, statt vor Dir zu weichen; ein Rind verteidigt sich mehr mit dem Kopf/den Hörnern als mit den Hinterbeinen, deswegen geht ein Rind eine "seltsame" Situation anders an


    wenn Du als "Leitkuh" fungierst und vornweg gehst wirst Du nicht umhin kommen erst mal mit Leckerli zu arbeiten, damit sie überhaupt mitkommen; selbst verständlich gibts die Leckerli dann auch erst beim 2., 5. oder 10. Schritt, bzw. am anderen Ende der Wiese und selbstverständlich geht das fließend in "nur" Lob/Streicheln über
    die Amerikaner haben ganz profan das Wasser an einem Ende des Paddock und das Fressen am anderen. die Rinder sind vorrübergehend angebunden. Spätestens am 3. Tag kommen sie ohne viel Aufhebens mit zum Wasser bzw. zum Futter - ein Anfang ist gemacht
    zum Treiben kannst Du von hinten treiben, oder Du brauchst eine 2. Person die das von hinten macht während Du vorn führst, dazu müßt ihr Euch aber gut absprechen; ja, Gerte ist eine Möglichkeit, Kugelschreiber eine andere (mir fast liebere Methode) Druck auszuüben
    die Amerikaner haben einen Nagel im Holzende der Sulgenpeitsche, das entspricht dem Kugelschreiber; der Trick ist nicht die Spitze ins Tier zu rammen! der Trick ist mit dieser Spitze nur Druck auszuüben und in dem Moment wo sie weichen belohnen sie sich selber


    schau Dir nochmal die Bilder an, zum Treiben mußt Du genau genommen von schräg vorn hinter die Schulter gehen, dann gehen sie von allein vorwärts


    probiers einfach nochmal


    und das von jemandem, dem der Zeno am Sonntag auch gesagt hat, den Göpel könnt ihr alleine drehen :pinch:
    auch das werd ich mit ihm nochmal Schritt für Schritt diskutieren ;)

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • Und wieder einmal bin ich froh, dass ich zum Führigmachen eines halbwüchsigen Rindes immer eine vierbeinige Assistentin habe. :D
    Ok, bei der Lina nicht. Da habe ich dann die "sich dreimal am Halfter aufs Maul legen und gut ist"-Methode angewendet.

  • Hallo Hödlgut!


    Mit den Halbwüchsigen habe ich die letzten Male zwei Dinge parallel geübt:


    1. "Linksdrehen" u "zurück" auf der Weide, oder im Stall, wo sie sich sicher fühlen. Das kann ich üben sobald sie Leckerchen nehmen oder gekrault werden wollen. Also oft noch bevor ich sie anfassen, oder ihnen ein Halfter anziehen kann.


    2. Anbinden u ein paar Meter laufen (wenn Halfter anziehen u anbinden klappt)


    Je nach Ort u Tier übe ich das Führen unterschiedlich, aber das Prinzip ist immer gleich:
    Bevor sie die Nerven verlieren anbinden.
    Oder wo ankommen, wo ich sie Rennenlassen kann.



    Nach dem Festbinden fange ich immer gleich an:


    - kurz daneben stehen u kraulen / auf einen ruhigen Moment warten
    - einen Schritt zurück gehen lassen (damit ich den Strick bequem losmachen kann)
    - Strick losmachen (bei nervösen Tieren nehme ich einen mit Panikhaken zum Festbinden, den ich am Pfosten lasse u einen zweiten, den ich am linken Halfterring befestige, damit ich eine gute Ausgangsposition habe u nicht frontal stehen muss.)
    - links drehen
    - belohnen
    - ein paar Meter gehen (evt. locken)
    - am nächsten Pfosten festbinden



    Am Anfang nehme ich ein Kettenhalfter, oder bastel mir ein Seil ans Halfter, das sich über dem Nasenrücken zuzieht. Damit ich sie wenigstens einen kurzen Moment halten kann u es eine Irritation gibt, wenn sie nach vorne springen.


    Zuerst gehe ich nur die paar Meter vom Stall auf die Weide.


    Wenn das klappt ein paar Meter weiter zum hinteren Weidetor. (Zwischendurch u.U. Anbindestops)
    Dann einmal um den Stall. (mit Anbindestops)
    Dann zweimal um den Stall mit Anbindestops u kurzer Fress- oder Kraulpause vor der Box. (Prinzip: erstmal wieder zurück u dann nochmal das Gleiche)
    Ganz allmählich vergrössere ich dann den Radius.


    Nach jedem Anbindestop gehe ich wieder mit "zurück" u dann "linksdrehen" los.
    Ich habe das Gefühl, dass es ihnen Sicherheit gibt, wenn sie Teile der Aufgabe bereits kennen u das Gefühl haben einen verstehen zu können u etwas richtig zu machen.


    Kleine überschaubare Aufgaben, viele Pausen, immer der gleiche Ablauf.


    Wenn ich mit zwei oder mehr Tieren übe, gehe ich mit einem ein paar Meter vor, binde ihn fest u gehe dann mit dem zweiten hinterher. Dann braucht sich der erste nicht aufzuregen, weil er alleine ist u kann kurz stehen. Und der zweite hat schon eine Idee was er machen soll u wo er hingehen muss. Falls der zweite dann zufällig gut läuft, gehe ich mit ihm am ersten vorbei u binde ihn ein paar Meter davor an, usw.


    Leckerchen nehme ich: zum Locken, zum Belohnen u zum ABLENKEN



    Wenn ich das Gefühl habe, dass sie mir sonst abgehen, lasse ich sie beim Gehen an einem Zwieback "arbeiten".
    Fünf Meter können lang sein! :)



    Wenn ein Tier blockiert u einfriert, ist es oft am Einfachsten es anzubinden, einen Moment zu warten u etwas anderes zu tun (z.B. den zweiten zu holen u auch dort anzubinden). Meistens ist ihnen schon nach einer Minute langweilig u sie freuen sich, wenn man dann wiederkommt und sie wieder "zurück" u "links" vormachen können. - Bevor sie dann darüber nachdenken, ob sie vielleicht losrasen wollen, binde ich sie wieder fest.




    Bei grösseren Distanzen finde ich es oft einfacher, beide an den Halftern aneinander zu binden u zusammen mitzunehmen, als einen alleine zu führen. Wenn man einen Helfer hat, kann einer hinten u einer vorne gehen.


    Wenn ich alleine bin nehme ich ein ca. 3m langes Seil u eine lange Gerte mit, damit ich je nach Situation weiter vorne (locken), oder hinten (treiben) laufen kann.


    Rinder müssen die Aufgabe verstehen. Sonst blockieren sie. "Wohin laufen" leuchtet ihnen ein. Oder einen bestimmten Weg gehen. Später gehen sie dann aus Gewohnheit mit.


    Auf einmal laufen sie. Beschlusssache! :)


    Viel Erfolg u nicht Aufregen



    Gruss aus der Schweiz,
    Anne

  • Danke für die vielen Anregungen. Werde morgen sofort beginnen und gebe Euch Bescheid wie es mir nach einiger Zeit gegangen ist. :thumbsup: