Vorstellung eines Neulings

  • Hallo,


    wir arbeiten auf unserm Hof relativ viel mit unseren Kaltblütern. Heuwerbung, Unktrautbekämpfung in der Baumschule, div. Transportarbeiten, Holzrücken,....


    Da wir gerade dabei sind unseren Hof auf biol. dyn. Landwirtschaft umzustellen wird mein langer Traum immer konkreter. Arbeitsrinder. In Österreich kenne ich blos zwei die noch mit Ochsen arbeiten. Aber mit Kühen hat es sich völlig aufgehört.


    Jetzt wird gerade der alte Kuhstall adaptiert und für heutige Verhältnisse umgebaut. Wobei sich bei mir auch da immerwieder einige Fragen auftun die mir klassische Kuhbauern kaum beantworten können. Oder blos mit "probiers".


    Ein Freund züchtet die Murbodner und das wäre auch die Rasse meiner Wahl. Auch hist. gesehen war es immer ein Dreinutzungsrind.


    Nun meine Fragen:


    Gibt es bei Kühen mehr Probleme als bei Ochsen?


    Ich habe mir ein Kuhkummet zuglegt? Ist das ähnlich genau anzupassen wie beim Pferd?


    Werden Rinder generell mit Kappzaum und Stoßzügel oder mit Peitsche / Stock gefahren?


    Anbindehaltung? Ich hab vor mir blos zwei zu kaufen. Also in der Nacht in den Stand und nach dem melken auf die Weide.


    Wirklich mit sehr jungen Kälbern beginnen?


    Vielleicht könnt Ihr mir da etwas helfen?

  • ich probiers mal:

    Gibt es bei Kühen mehr Probleme als bei Ochsen?

    was verstehst Du unter Problemen? Sie fallen großträchtig und frisch gekalbt fürs Arbeiten aus und wenn sie stierig sind ist's noch ein anderes Kapitel, aber eine ordentliche Kuh stiert selten ;)


    Ich habe mir ein Kuhkummet zuglegt? Ist das ähnlich genau anzupassen wie beim Pferd?

    welches? zur 2. Frage: ja, es darf nirgends angehen, scheuern, zwicken ... Je besser es paßt
    desto williger und leistungsfähiger Dein Zugtier (egal welches)

    Werden Rinder generell mit Kappzaum und Stoßzügel oder mit Peitsche / Stock gefahren?

    kommt darauf an: bei uns "üblich" ist ersteres; Peitsche/Stock kenn ich vor allem aus Südamerika, dem ganzen Englischsprachigen Raum, aber auch Süd(ost)europa

    Anbindehaltung?

    wenn Ihr grad den alten Stall neu herrichtet, darf ich fragen warum? hat das mit den Platzverhältnissen zu tun?

    Wirklich mit sehr jungen Kälbern beginnen?

    von mir ein klares "ja"
    selbstverständlich geht es auch mit älteren Tieren, bei den jungen wächst man automatisch mit den Anforderungen :thumbup:

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • In Österreich kenne ich blos zwei die noch mit Ochsen arbeiten.

    Einer davon ist der Koloman. Wer ist der Zweite, wo ist der zu Hause und welche Rasse hat er ?

    Anbindehaltung? Ich hab vor mir blos zwei zu kaufen.

    Am Anfang hatte ich meine beiden Kühe auch im Laufstall, was zur Folge hatte, dass die Höherrangige beim Fressen angebunden werden musste, damit die Untergeordnete auch satt wurde.
    Ich persönlich finde einen gut geführten Mittellangstand mit Fressgitter und Weidegang als sehr in Ordnung für zwei Kühe, und auch stressärmer für das einzelne Tier.

  • Ich habe heute wieder mit einigen alten Bauern gesprochen die würden sich an meiner Stelle eine ältere Kuh aus einer Anbindehaltung kaufen. Die sind meist ruhiger und unkomplizierter als Jungtiere. Was sagt Ihr dazu?

  • sind das angelernte Zugrinder?

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • Nein absolut nicht. Ausgediente Pinzgauer Milchkühe. ca. 5-6 Jahre alt. Ansich nicht so alt, aber eben für einen intensive Milchbauern eben alt.

  • naja, ich kenn jemanden der seine Pinzgauer-Mädels bem ersten Anspannen in der Saison nur mit Handschuhen anfasst und dann 300m weit genauso schnell läuft wie die Damen - und das sind gelernte Arbeitskräfte :thumbsup:
    gehen tut das schon ...
    ich würde zu viel Herzklopfen kriegen ;(

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


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  • naja, ich kenn jemanden der seine Pinzgauer-Mädels bem ersten Anspannen in der Saison nur mit Handschuhen anfasst und dann 300m weit genauso schnell läuft wie die Damen - und das sind gelernte Arbeitskräfte

    Bin mir jetzt nicht sicher, ob ich denjenigen kenne.....
    Aber das hat andere Gründe. Wenn die Tiere 6 Wochen im Stall sind (zwar mit Winterauslauf), ohne angespannt zu werden, sind die eben ganz heiss darauf zu zeigen, was sie können.


    http://www.youtube.com/watch?v=5K6k194Siik


    Ausserdem mag ich keine vierbeinigen Schlaftabletten (zweibeinige auch nicht ;) )


    Aber zur Frage:
    Kühe aus Anbindehaltung sind von Vorteil, weil sie gewohnt sind, "eingeschränkt" zu sein.
    Wenn man sie dann halfterführig hat, ist der Rest kein Problem mehr. Es ist allerdings sicherlich kraftaufwendiger, eine ausgewachsene Kuh sicher halfterführig zu machen als ein Kalb. Meine waren zu diesem Zeitpunkt 3,5 Jahre alt.
    jetzt mit eigener Nachzucht fange ich das richtige Training etwa mit einem Jahr an (wenn sie von der Weide kommen). Aber den Sommer über gibt es natürlich auch Ausbildung, quasi so nebenbei (angebunden sein am Wasserfass, am Halfter neben der Mutter angebunden mitlaufen). So kommen sie nicht ganz roh in den Stall. Und das Angebundensein sind sie schon als Kalb gewöhnt, weil sie mir sonst beim täglichen Misten aus dem Stall ausbüxen.


    Wenn ich dann andererseits die Abenteuer im amerik. DAP-Forum lese, die manche Trainer mit ihren Gespannen erlebt haben, obwohl sie mit ihne als Kälber angefangen habe, denke ich, dass auch das nicht OHNE ist.


    ich würde zu viel Herzklopfen kriegen

    Das, denke ich, gehört doch dazu, oder ?

    Edited once, last by primodonno ().

  • Kühe aus Anbindehaltung sind von Vorteil, weil sie gewohnt sind, "eingeschränkt" zu sein.
    Wenn man sie dann halfterführig hat, ist der Rest kein Problem mehr. Es ist allerdings sicherlich kraftaufwendiger, eine ausgewachsene Kuh sicher halfterführig zu machen als ein Kalb. Meine waren zu diesem Zeitpunkt 3,5 Jahre alt.

    das macht mut ;)

  • Gestern hab ich von einer braven Murbodnerkuh gehört, die trägt und im Frühjahr kalben soll. Die müssen den Bestand etwas verkleinern da wenig Heu eingeholt werden konnte. Jetzt haben wir überlegt, die Kuh dort Kalben und anmelken zu lassen, dann mit dem Kalb zu uns holen. So haben unsere melktechnisch noch ungeübten Händ, noch etwas Zeit sich an die Aufgabe zu gewöhnen, da uns das Kalb dabei helfen kann. Wenn es eine Kuh wird super, Wenn es ein Stier wird auch gut, dann haben wir eben eine Kuh und einen Ochsen. Auch OK. :)

  • ist doch wunderbar; dann könnt Ihr gleich beide Wege ausprobieren, den mit erwachsenen Rindern und den mit Kälbern...
    und bitte ein Bild oder 2 von dieser nicht wirklich oft gesehenen Rasse 8o

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


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  • So haben unsere melktechnisch noch ungeübten Händ, noch etwas Zeit sich an die Aufgabe zu gewöhnen


    Hallo Hödlgut,
    - drei, vier Wochen mind. einmal täglich üben / trainieren, dann hast Du Dich bzw. dann haben sich deine Hand- und Armmusulatur, Bänder und Sehnen an die Arbeit des Melkens gewöhnt ... ^^
    Ich würde mit dem Umzug auch warten, bis die Kuh abgekalbt hat und sie dann - nach geraumer Zeit erst - mit dem Kalb in ihr neues Domizil holen.
    Wie sieht's denn dann mit einer eventuellen Futterumstellung aus -, oder bekommt sie bei Dir dann das gleiche Futter wie im vorherigen Betrieb auch ?

  • Hallo Hippo-Sohle,


    was denkst du wie lange das Kalb noch dort bleiben sollte - "geraumer Zeit"


    Das Futter ist nicht das gleiche, der Betrieb ist ca. 80km von uns weg. Aber ich denke da könnte man etwas Heu mitnehmen. Wäre sicher kein Problem.

  • Hallo Hödlgut,


    Na ja, ich denke mal, wenn bei der Kalbung alles gut gegangen ist vielleicht eine Woche bis ... ein paar Tage mehr (?)
    Ich kenne ja die einzelnen Verhältnisse nicht.
    Mal sehen, was die anderen Rindviehcher hier :D
    .... äh, ich meine natürlich Rinder, Ochsen, Bullen und Kuhexperten :!: dazu sagen und für eine Ansicht und Meinung vertreten !?


    Vor dem Abkalben würde ich die Kuh nicht oder - nur wenn zwingend notwendig und mit ausreichend zeitlichem Abstand zum Kalbetermin noch in einen anderen Betrieb / Stall verbringen.


    Was das Futter anbelangt, mir ging es jetzt nicht um das gleiche Heu, sondern eher darum, ob die Kuh in ihrem bisherigen Stall evtl. Silage, Futterrüben, Kraftfutter oder andere Zusatzfuttermittel (bei)gefüttert bekommt, damit dahingehend keine zu krasse Umgewöhnung vorgenommen wird.

  • Ich würde schon alleine aus dem Grund, dass die Kuh sonst bis zum Frühjahr alleine ist, bis nach der Kalbung warten. Eine kuh, die ganz alleine aus einer Herde 'rausgekauft wird, kann ganz schön lange Heimweh haben. Ein Kalb trägt da doch wesentlich zur Ablenkung bei. ;)
    Murbodner geben gute Zugochsen. :thumbsup:

  • gilt für Dich nicht weil deutsche TierschutzVO, trotzdem vielleicht ein guter Anhaltspunkt wann das Übernehmen frühestens erfolgen sollte:
    "Kälber im Alter von weniger als 14 Tagen dürfen ... innerstaatlich nicht befördert werden."

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


    "Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt in Eurem Lande, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst." 3.Buch Mose

  • Mein Beitrag ist hier vielleicht nicht mehr aktuell, aber ich möchte dennoch etwas zur Wahl von Kuh oder Oxen sagen. Mit einer Kuh, und vor allem mit zwei, sollte man den Östrus Zyklus bedenken. Ungefähr alle 21 Tage möchte die eine gerne die andere bespringen. An diesem Tag (oder auch zwei) kann man mit denen dann überhaupt nichts anfangen, und im Stall (wenn nicht angebuden) machen die eine schöne Sauerei. Wenn Milch oder Kälber nicht zusätzlich gewünscht sind, dann machen Oxen vielleicht mehr Sinn?

  • Mein Beitrag ist hier vielleicht nicht mehr aktuell, aber ich möchte dennoch etwas zur Wahl von Kuh oder Oxen sagen. Mit einer Kuh, und vor allem mit zwei, sollte man den Östrus Zyklus bedenken. Ungefähr alle 21 Tage möchte die eine gerne die andere bespringen. An diesem Tag (oder auch zwei) kann man mit denen dann überhaupt nichts anfangen, und im Stall (wenn nicht angebuden) machen die eine schöne Sauerei. Wenn Milch oder Kälber nicht zusätzlich gewünscht sind, dann machen Oxen vielleicht mehr Sinn?

    Dem kann ich im Grunde voll zustimmen. Bei einer gesunden Kuh sollte aber die Zeit, in der sie nicht tragend ist, auf etwa 8 Wochen beschränkt sein, so dass die Brünstigkeit nicht soooo sehr ins Gewicht fällt. Natürlich muss man auch die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit während der Hochträchtigkeit (Mutterschutz) berücksichtigen, so dass man die gewünschten
    Abkalbetermine so legen sollte, dass sie in eine arbeitsarme Zeit fallen.

  • :thumbsup: so geht's los mit der Herde ...

    "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen." Sarah Connor, 15.10.2015


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